Monatsthema: Leben aus Glauben
Predigtthema: Glauben an die Versöhnung
Bibelstelle: Galater 2, 15-21
Verfasser: Eckhard Löffler
Zum Verständnis gehören mindestens Verse 1-14. Paulus redet Klartext, nicht Hintenherum. Allerdings in echter Liebe. Petrus heuchelte und irrte dadurch von Gottes Weg ab.
Wenn Christen öffentlich sündigen, wirkt das auch bis in die Gemeinde. Anderen wird der Weg zum Herrn verbaut. „Eine Gemeinde, die bekannte Sünde nicht zurechtweist, verliert die Vollmacht. Doch: rechte seelsorgerliche Ermahnung weiß um die eigene Gefährdung und geschieht nicht selbstgerecht und von oben herab. Sie wirbt um den anderen. Sünde wird aufgedeckt, der Sünder aber nicht unmöglich gemacht. Ziel bleibt: ihn zurückzuholen.“ (Dr. H. Krimmer)
Texterklärung V. 15: „Wir“ beschreibt die Bruderschaft zwischen Paulus und Petrus, – trotz allem.
„Sünder“ waren im Sprachgebrauch die Heiden und Völker. Sie sündigen, weil sie Gottes Wort und Willen noch gar nicht kennen. Nur die Juden wussten davon, aber müssen erkennen, dass sie das Gesetz (bis heute) nicht ganz einhalten können.
1. Paulus argumentiert für Judenchristen, die von Geburt Juden waren: Warum den heidnischen Sündern das Gesetz auferlegen, wenn wir ebenfalls allein durch den Glauben an Christus gerettet wurden?
(In Vers 16 dreimal).
In V 16 taucht erstmals das Verb „gerecht werden“ auf, ein Fachausdruck der Gerichtssprache, der „für gerecht erklären“ bedeutet, also Freispruch.
2. Menschen die an Christus glauben, können nun nicht „tun und lassen, was sie wollen – Hauptsache, du glaubst!“ Ein „Zechen auf Christis Kreide“ (Luther) ist für den Geretteten undenkbar. Leben aus Glauben ermöglicht keine Gesetzlosigkeit und massive Sünde, sondern rüstet Menschen aus, dass sie „für Gott leben“ (V. 19). Christus ist kein Diener der Sünde.
Einem Glaubenden, der sich Christus anvertraut hat, sich dann aber wieder dem Gesetz zukehrt, werden nun erst recht Übertretungen des Gesetzes unterlaufen.
3. Mit Christus gekreuzigt sein bedeutet u. a.: Ich habe aus dem Geflecht der Tyrannei aller Gesetze heraus zum Glauben gefunden. Das Gesetz ist noch da – aber ich bin weg! – “dem Gesetz gestorben“. Das Alte ist vergangen, Neues ist … (2. Kor 5,17). Der selbstgerechte, selbstsüchtige Paulus ist verstorben. Mit dem Tod Christi endete Paulus´ Selbsterhöhung. Auf dem Thron seines Lebens sitzt nun Christus.
Paulus kann sein neues Leben nicht selbst führen; der lebendige Christus wohnt in seinem Herzen.
Von da aus regiert er.
4. Praktisch: Wie viel Lieblosigkeiten, Überheblichkeiten, Ehrgeiz, Menschenverachtung usw. kommen daher, dass wir noch heimlich nach dem Gesetz schielen und Andere durch das Netz fallen lassen? Das Netz, dem wir uns selbst anvertraut haben.
Freiheit dagegen bedeutet: Sich nicht mehr selbst zur Geltung bringen müssen, sich nicht mehr selbst verteidigen müssen, Andere nicht mehr ausstechen oder links liegen lassen, eigene Standpunkte nicht mehr humorlos durchpauken müssen, als ob wir Gottes Rechtsanwälte und Verteidigungsminister wären.
Christus lebt in uns: Wir brauchen ihn nur anzunehmen und dürfen uns wie Kinder darüber freuen, dass Er uns trotz allem liebt.
Gliederungsvorschlag:
Thema: Glauben an die Versöhnung genügt = Nur an Christus glauben genügt
Mut zum Glauben
Gemeinschaft im Glauben
Leben aus Glauben