Monatsthema: Der Kampf des Glaubens
Predigtthema: Aufsehen auf Jesus
Bibelstelle: Hebräer 12, 1-13
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
Bausteine zu Hebräer 12, 1-13
1. Die „Wolke von Zeugen“ nimmt eben die Glaubenszeugen von Hebräer 11 in den Blick. „Wolke“ bezeichnet die Wirklichkeit Gottes in der diese Vollendeten sind. Sie sind „um uns“: sie haben vor uns im glauben gelebt und sie werden mit uns sein, wenn wir in die Ewigkeit kommen. Sie greifen nicht in unser Leben ein – gegen die Heiligenanrufung! – wie weit sie uns sehen, das lässt die Bibel offen. „Zeuge“, das meint Lebenszeugnis: mit ihrem Glauben sind sie uns Ermutigung und Ansporn. Sie sind, auch durch schwerste Strecken, um Ziel gekommen.
2. Wir sind noch im „Lauf“, das ist das Bild, das Paulus gebraucht. Da gilt es abzulegen = wörtl.: jede hemmende Last wegtun, nämlich das, was uns weltlich oft so wichtig ist, besonders Besitz, Ehre und Hochmut. „Sünde umstrickt“, das Bild vom weiten Gewand, das schnelle Schritte unmöglich macht = Anpassung an die Welt etc. „Geduld“ meint die Ausdauer: „Nicht der Anfang, nur das Ende krönt des Christen Glaubenslauf…“ Es ist ein „Kampf“, eigentlich „Wettkampf“: wir kämpfen um den Sieg gegen den Bösen. Er versucht uns zu stoppen.
3. „Aufsehen auf Jesus“: Er hat den ganzen Lauf durchgestanden: Von der Geburt bis zum Tod, ja durch den Tod hindurch in die Herrlichkeit! Auf ihn sehen wir: Er ist ein Vorbild und Vor-Läufer: Durch Leiden und Ablehnung zur Herrlichkeit! Er hat „Widerspruch erduldet“ = wie haben sie ihn abgelehnt, geschmäht, selbst unter dem Kreuz noch der Spott. So geht es uns auch, vgl. Matth. 10, 24ff. Jesu Geduld gibt uns Mut.
4. Eben das Leiden, das Schwere in unserem Leben – freiwillig = um Jesu willen oder auferlegt als unser Kreuz, vgl. Matth. 16, 24ff – ist Erziehung Gottes, Zeichen seiner Liebe. „Die eigenen Kinder erzieht man, fremde lässt man laufen.
5. Warum leiden Christen? Weil der Vater uns liebt! Eine überraschende Antwort, aber eine biblische Antwort. Gott will, dass wir als seine Kinder wachsen, stark und tragfähig werden. Das geht nur so, dass wir uns im Schweren bewähren. Es gilt aber gewiss: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“.
6. „Züchtigen“ hat nicht Strafe oder Vergeltung im Hintergrund, sondern ist positive Erziehung. Das griechische Wort könnte so umschreiben werden: Zu einem wirklichen Kind machen. Die Erziehung soll uns in die Jesusart hinein verwandeln; wir sollen an Gottes Heiligkeit Anteil erlangen. Vgl. Matth. 5, 48: vollkommen sein, wie unser Vater.
7. In solcher Erziehung durch Leiden wirkt Gott Frucht im Leben seiner Kinder. Frucht, die auch zum Segen für andere Menschen wird. Und es gilt: „Durch die Leiden prägt der Meister, in die Herzen, in die Geister, sein allgeltend Bildnis ein!“