Monatsthema: Vorbild des Glaubens (Mose)
Predigtthema: Der Freund Gottes
Bibelstelle: 2.Mose 33, 7-23
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
Bausteine zu 2. Mose 33, 7-23
1. Gottes Zelt steht jetzt außerhalb des Lagers: Folge des Abfalls Israels (Kap. 32). Die Gemeinschaft Gottes mit dem Volk ist zutiefst gestört. Jetzt beraucht es den Mittler. Mose stellt die Gemeinschaft mit Gott für das Volk her; Vor-Bild des Mittlers Jesus. Er litt draußen vor der Stadt, auf Golgatha. Da ist der Versöhnungsort, nicht der Tempel. „Draußen“, so leben wir Christen in dieser Welt. Wir gehen mit ihm und zu ihm hinaus aus dem Lager“ (Hebr. 13,13), leben als Fremdlinge in dieser Welt.
2. Der „Mittler“ Mose = Jesus ist dann der „Mittler“, wörtl.: dazwischen stehen, bürgen, des vollendeten, des neuen Bundes (vgl. Hebr. 8, 6ff) – zu ihm redet Gott. „Von Angesicht zu Angesicht“ = von Person zu Person. Er ist „Freund“ Gottes, wörtl.: „Bräutigam, Brautführer sein“, so eng und intim ist die Gemeinschaft mit Gott. Diese Würde und Nähe spricht Jesus dann den Seinen zu (vgl. Joh. 15, 15). Im neuen Bund braucht es keinen menschlichen Mittler mehr. Jeder der Jesus vertraut ist „reichsunmittelbar“ zu Gott.
3. Der Mittler Mose hat „Gnade“ bei Gott gefunden, wörtlich: Gott beugt sich zu ihm hinunter. Gnade ist biblisch eine Bewegung, eben der Gott, der herunterkommt – „die Wolkensäule kam hernieder“ – und der sich persönlich zuwendet: „ich kenne dich mit Namen“, wobei „kennen“ die völlige Gemeinschaft ausdrückt – jemand ganz annehmen. Das ist dann in Jesus letzte, bleibende Gottesbewegung geworden (vgl. Phil. 2, 5ff).
4. Diese „Gnade“, die leibende Gegenwart Gottes erbittet Mose für das ganze Volk mit der Begründung (V.13): „Und sieh doch, dass dies dein Volk ist“, das Volk, das in Abraham erwählt ist. Dabei erinnert Mose Gott an seine Treue. Und Gott sagt zu, dass er für das Volk Führer und Leiter sein wird. „Das Angesicht Gottes geht voran“, wörtlich: „Mich euch zuwendend bin ich bleibend da.“ Das wird in Jesu Ruf: „Folge mir nach“ unsere Wirklichkeit.
5. V. 19 bestätigt die bleibende Gegenwart Gottes. Gnade = Zuwendung und „Erbarmen“ = liebendes Herunterbeugen“, sind das Wesen Gottes. Hier geht es nicht um Prädestination (Vorherbestimmung), denn der „logische“ zweite Satz fehlt, etwa, wen ich verwerfe, de verwerfe ich; ebenso in Römer 9, 15. Gott ist der Gnädige und kein Mensch kann seinen Unheilsweg mit ihm entschuldigen.
6. Trotzdem bleibt der unendliche Unterschied zwischen dem „herrlichen“ Gott und uns sündigen Menschen. Selbst der „Freund“ Gottes, Mose, kann Gott nicht in seiner Herrlichkeit schauen. Er müsste sonst sterben, denn die Heiligkeit Gottes verzehrt die Sünde, vgl. auch Jes. 6,5 (und Jesaja schaut nur den Saum des Gewandes Gottes). Wir sehen in Jesus Gott (vgl. „Wer mich sieht, der sieht den Vater“), aber in der „erniedrigten Gestalt des Menschensohnes. Erst in der Ewigkeit – mit den neuen Augen – „werden wir IHN sehen, wie er ist“ (1. Joh. 3,2).