Markus

Predigthilfe vom 13.4.2003 – Markus 11,1-11

Monatsthema: Jesu Blick für Not
Predigtthema: Die Not der falschen Erwartungen

Bibelstelle: Markus 11,1-11

Verfasser: Günther Baumgärtner

1) Zusammenhang
Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem um seinen Auftrag zu erfüllen, am Kreuz für unsere Sünden zu sterben.

2) Biblische Parallelen
Alle Evangelien berichten diese Begebenheit
(Matth.21,1-11; Lukas 19, 28-42; Johannes 12, 12-14)
Vergleiche auch Sach 9,9.

3) Der Aufbau des Textes
a) V.1-3: Jesus erteilt den Auftrag
b) V.4-6: Die Jünger führen den Auftrag Jesu aus
c) V.7: Vorbereitung der Jünger für den Einzug
d) V.8-10: Der Empfang durch das Volk
e) V.11: Jesus geht in den Tempel und wieder nach Bethanien

4) Einzelerklärungen
V.1: Von Jericho her kam Jesus auf der Pilgerstraße um nach Jerusalem zu gehen.
Betfage (Haus der grünen Feigen), Betanien (Armenhaus oder Dattelhaus). Gerade mit Betanien war er besonders verbunden, dort wohnten Maria, Marta und Lazarus (Vergl. Joh. 11,1ff; Lukas 10,38ff).
Von Betanien bis Jerusalem sind es ca. 3 km.
Jesus sendet (Auftrag) zwei Jünger (Nachfolger, Lehrlinge)

V.2: Dorf, hier ist Betfage gemeint.
Jesus gibt genaue Anweisung damit die Schrift erfüllt wird (Vergl. Sach.9,9). Er handelt im völligen Einklang mit Gottes Wort.
Jesus betont ausdrücklich, dass noch kein Mensch darauf gesessen hat, denn alle Erstlinge sollten Gott gehören (Vergl. 2. Mose 13,1ff; 1. Sam.6,7).

V.3: Der Herr bedarf seiner, Herr weist auf Gott hin. Gott bedarf, er hat einen Anspruch.
Jesus gibt für Rückfragen eine Antwort mit auf den Weg.

V.4: Genauso wie Jesus es sagte, war es bei der Ankunft der Jünger.

V.5-6: Sie handeln im Auftrag Jesu und erleben wie sie vorbereitete Verhältnisse antreffen.

V.7: Kleider, sind der Sattel Jesu.

V.8: Kleider bedeutet Königshuldigung (Vergl. 1. Kön.1,38; 2. Kön.9,13).
Damit verbindet sich ein weiterer religiöser Vorgang, das streuen von Zweigen. Dieser Brauch gehört zum Laubhüttenfest (3. Mose 23). Damit brachten die Menscher zum Ausdruck, der erhoffte Messias ist da.
Viele taten es, nicht alle haben Jesus als König angesehen, die Menge war gespalten.

V.9: Das Volk ruft den Pilgerpsalm (118, 24-26) Jesus zu, ein Ausruf des Lobes und der Bitte. Hosianna ist der Hilferuf, rette uns, erfüllte sich am Kreuz.
Greifbar nahe ist die Annahme des Messias beim Volk und wie schnell schwingt alles wieder um (Kreuzige ihn).
Der da kommt, ist die Bezeichnung für den Einen, den Messias.

V.10: Nur Markus berichtet diesen Ruf. Ausdruck der messianischen Hoffnung auf die Wiederherstellung des davidischen Königreiches (2. Sam 7,16).
Noch einmal der Hilferuf: Hilf du in der Höhe.

V.11: Nach dem Tempelbesuch ging Jesus an den geliebten Ort Betanien, er distanzierte sich vom Jubel der Stadt, da er einen anderen Auftrag hat.

5. Die Spitze des Textes
Jesus kommt und zieht in Jerusalem ein , ein großer Empfang wird gemacht.

6. Der Text heute
a) Jesus lebt im völligen Gehorsam seinem Vater gegenüber, völlige Übereinstimmung mit Gottes Wort. Ist das auch bei uns so?

b) Ein begeisterter Empfang, doch das Volk hat völlig falsche Erwartungen. Jesus kommt nicht um unsere Wünsche zu erfüllen, sondern den Plan Gottes.

c) Jesus geht unbeirrt seinen Weg und wird unser Retter. Nicht Lippenbekenntnisse will Jesus von uns sondern Herzensglaube.

7) Beispiele und Verdeutlichungen

1) Jesu Gehorsam
a) Jesus lebt im völligen Gehorsam seinem Vater und dem Wort Gottes gegenüber. (Vergl. Sach.9,9)
b) Was nicht in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist, kann nicht Gottes Wille sein. Beispiel: Der Herr mir gezeigt . Oft kommen dann Aussagen die nicht mit Gottes Wort vereinbar sind.
c) Leben wir im Gehorsam unserem Herrn und seinem Wort gegenüber?

2) Jesu Kommen
a) Die Königshuldigung wird Jesus dargebracht, das wird im hinlegen der Kleider und Zweige zum Ausdruck gebracht.
b) Gerade in dieser Karwoche will Jesus wieder neu zu uns kommen.
c) Wie wird Jesus von uns empfangen?

3) Jesu Einzug
a) Jesus zieht dort ein, wo die Tür geöffnet wird (Bsp. Betanien)
b) Leider entpuppt sich in Jerusalem alles als ein Lippenbekenntnis und es kommt zu keinem Herzensglaube.
c) Wenn Jesus wieder weggeht, bedeutet das Ablehnung und Ablehnung heißt Gericht.

8. Gliederung zur Predigt

Einleitung: Als Schriftlesung würde sich Psalm 24 eignen.

1) Der Gehorsam Jesu
Jesus lebt im Gehorsam seinem Vater gegenüber und im Einklang mit dem Wort Gottes, auch auf dem schweren Weg hinauf nach Jerusalem, wo Jesus weis, dass das Kreuz auf ihn wartet. Der Wille des Vaters ist für Jesus ein tiefes Bedürfnis.
Leben wir heute auch im Einklang mit Gottes Wort.
Wir erleben immer wieder wie Menschen sagen: Der Herr hat zu mir gesagt oder mir gezeigt. Vorsicht!
Was nicht mit Gottes Wort übereinstimmt ist nicht von Gott. Gott bestätigt sein Wort und hebt es nicht auf.
Lasst uns die Bitte des Salomo zu unser eigenen machen: Schenke mir ein gehorsames Herz.

2) Das Kommen Jesu
Welch ein Empfang wurde für Jesus gemacht, die Königshuldigung wurde ihm entgegen gebracht, sie haben ihn als den Messias erkannt.
Hier hätte auch Jesus die Gelegenheit gehabt, die Macht an sich zu reißen, doch Jesus hat einen anderen Auftrag, nämlich das Erlösungswerk zu vollbringen. Wie empfangen wir Jesus, gerade in dieser Woche, wenn er als der Retter der Welt neu zu uns kommen will.

3) Der Einzug Jesu
Die Wünsche des Volkes werden nicht erfüllt, nämlich die Befreiung vom Joch der Römer. Wie schnell schlägt die Stimmung im Volk wieder um, gegen Jesus.
Leider treffen wir diese Situation heute auch immer wieder an, dass Menschen sich von Jesus abwenden weil er die oft egoistischen Wünsche nicht erfüllt. Wie sieht es bei uns aus, ist unser Christ sein ein Lippenbekenntnis oder ein Herzensbekenntnis?
Lippenbekenntnisse haben keinen wert, auf das Herz kommt es an. Wer sich Jesus öffnet bekommt Vergebung und er nimmt Wohnung bei uns (Joh.1,12)

Schluss: Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe.