Monatsthema: Gott finden – mit geheiligtem Leben.
Predigtthema: Heilig in der letzten Zeit.
Bibelstelle: 1.Thessalonicher 5,1-11
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
47. Predigthilfe
Heilig in der letzten Zeit 1. Thessalonicher 5, 1-11 zum 15.10.2000
1. Zusammenfassung
Paulus antwortet auf eine weitere Anfrage aus Thessalonich – wohl durch Timotheus überbracht – etwa in dem Sinn: Wann ist die Wiederkunft Jesu? Wie kann man sich angemessen darauf vorbereiten?
2. Biblische Parallelen
Jesus hat das gleiche Thema vgl. Mt 24,32 ff; der „Tag des Herrn“ ist schon altt. Thema (vgl. Amos 5, 18-20; Jes. 13,6-16 u. öfter).
3. Der Aufbau des Textes
V.1-3: Der Tag des Herrn kommt unvermutet
V.4-7: Den Tag des Herrn nüchtern und wach erwarten
V.8-11: Jetzt schon Christus gemäß leben
4. Einzelerklärungen
V. 1: Mit „über“ – wörtl.: „aber betreffs“ – nimmt Paulus die Frage der Gemeinde auf. „Zeiten und Stunden“ meint die zeitliche Abfolge und dann den genauen Zeitpunkt. „Es ist nicht nötig, euch zu schreiben“, ist eine deutliche Absage an die Frage: Sie kann nicht beantwortet werden (vgl. dazu Jesus in Mt. 24, 3 ff und Apg. 1,7). Diesen Zeitpunkt kennt nur Gott selbst.
V. 2: „Ich wißt genau“, dabei erinnert Paulus an seine mündliche Lehre in Thessalonich. „Der Tag des Herrn“ bezeichnet die Wiederkunft Jesu Christi. Das Bild vom „Dieb in der Nacht“ gebraucht Jesus selbst (vgl. Mt. 24, 43); Paulus lehrt nichts anderes als Jesus selbst (vgl. auch 2. Petr. 3,10).
V. 3: Die „Weltmenschen“ rechnen nicht mit der Wiederkunft Jesu. Ihre Parole heißt: Das Leben geht immer so weiter! Es ist „Friede“ im Sinn von „Weiterentwicklung, Wohlstand“, keine „Gefahr“ – wörtl.: Nicht Fallendes, im Sinne von „die Welt ist stabil und wird sich immer weiter drehen“ (vgl. auch Jes. 6,14; 8,11). „Das Verderben“ – wörtl.: Der Untergang, die Vernichtung – meint das ewige Gericht über die Gottlosen. Es wird „plötzlich an sie herantreten“ (wörtl.), so wie eine Schwangere ganz unvermutet von den Wehen überfallen wird; auch Jesus gebraucht dieses Bild der Wehen (vgl. Mt. 24,8). Kein Gottloser wird dann entfliehen können – wörtl.: noch ernster: keinesfalls werden sie entkommen können (vgl. Mt. 25, 31+32).
V. 4: Christen bereiten sich auf die Wiederkunft vor: Sie leben nicht in der „Finsternis“, im Sinne von Gottlosigkeit und damit im Nichtwissen um Gottes Heilsplan oder im Selbstbetrug. Sie werden von der Wiederkunft nicht überrascht, sondern erwarten sie sehnend.
V. 5: „Kinder des Lichts“, nämlich im Glauben an Jesus Christus leben (vlg. Joh. 8,12). „Kinder des Tages“, im Sinne von hellwach tätig. Nicht von etwas sein, meint nicht diese Art, diese Qualität haben.
V. 6: Deshalb die Ermahnung: Lebt anders als die „anderen“ = die Gottlosen, nämlich wachend und „nüchtern“ – wörtl.: bei klaren Sinnen sein.
V. 7: Schlaf und Betrunken sein, das gehört zu der Nacht. So werden die Gottlosen beschrieben: Sie schlafen = sie sind nicht tätig für Jesus und sie sind betrunken = ihre Sinne und ihre Erkenntnis ist vernebelt, sie haben keinen klaren Blick.
V. 8: Christen leben bewusst. Sie haben den Panzer des Glaubens, so können sie alle Angriffe abwehren. Sie sind „angetan“ – wörtl.: angezogen habend. Mit dem Panzer der „Liebe“, das meint, dass er unerschütterlich liebt, auch wo man ihn verletzt und verfolgt. Der „Helm der Hoffnung“ ist ein Bild für die wachsende Vorfreude auf Jesu Wiederkunft, die auch durch die spottenden Argumente der Welt nicht erschüttert werden kann (vgl. etwa 2. Petr. 3,3ff). Die Rüstung, die Paulus hier nennt ist zunächst die Ausrüstung eines Wachsoldaten.
V. 9: Wer an Jesus Christus glaubt ist von Gott zur Rettung „bestimmt“ – wörtl.: „dazu hingestellt“ – er steht wartend auf das endgültige Heil. Er wird das Heil „erlangen“ – wörtl.: er wird übrig bleiben. Die Gottlosen werden vernichtet; Kinder Gottes werden übrigbleiben in der Neuschöpfung Gottes, und das durch = wegen Jesus Christus.
V. 10: Er, Christus ist das Fundament unseres Heils: Weil er für uns gestorben ist, das meint den Sühnetod Jesu am Kreuz. Wir dürfen mit ihm leben, „ob wir wachen oder schlafen“, meint jetzt das leibliche Leben oder ob Christen schon gestorben sind (vgl. 4, 13 ff). „Zugleich“ im Sinne von in engster Gemeinschaft, ungetrennt.
V. 11: Das ist die Antwort des Apostels, die er Jesus nachspricht. Damit sollen die Christen in Thessalonich einander „ermahnen“ = Mut geben und einander „erbauen“ im Sinne von gegenseitig in Anfechtung stützen und zum Glaubenswachstum helfen. Das geschieht bereits, wie wohl Timotheus berichtet hat („wie ihr ja auch tut“). Der Brief des Apostels soll sie noch gewisser machen.
5. Die Spitze des Textes
Obwohl Christen das Datum der Wiederkunft nicht wissen, leben sie nüchtern, wach und tätig dem Herrn entgegen.
6. Der Text heute
a) Es gibt so viele „fromme“ Spekulationen über das Datum der Wiederkunft Jesu. Noch einmal ganz deutlich: Wer ein Datum nennt redet nicht aus dem Geist Gottes und wider die Bibel.
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b) Haben wir doch wieder den Mut so deutlich vom Gericht über die, die Jesus nicht glauben, zu reden: Sie werden dem ewigen Zorn Gottes nicht entrinnen können. Nicht als Drohung, sondern als klares Zeugnis von der Konsequenz eines Lebens in Gottlosigkeit.
c) Wir sollen nüchtern leben, also im Wissen um vielfache Verführung und Angriffe gerade heute. Wir sollen wach leben, also mit offenen Augen diese Zeit beobachten und tätig für unseren Herrn.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A) Wann?
a) Die Bibel nennt kein Datum für die Wiederkunft Jesu. Jeder, der das tut, hat die Bibel gegen sich. Das ist ein klares Erkennungszeichen für einen falschen Geist.
b) Den Gottlosen überfällt die Wiederkunft wie ein „Dieb in der Nacht“. Auch der Glaubende wird überrascht sein, aber freudig, denn er wartet sehnend auf den Herrn.
c) So tätig leben, als käme Jesus noch lange nicht. So bereit leben, als käme er noch heute!
B) Wie nicht?
a) 2. Petr. 3, 3-10 lesen
b) Menschen, die „schlafen“ = Leute, die nicht mit und für Jesus leben. Menschen, die betrunken sind = Leute, deren klarer Blick und deren Sinne vernebelt sind, die nicht deutlich beurteilen können.
c) Wer das biblische Wort nicht annimmt, lebt in der Finsternis. Im Dunkel sieht man nichts, hat Angst und kann kein Ziel erkennen.
C) Wie?
a) Nüchtern leben = bei klaren Sinnen sein. Ein Christ rechnet gewiss mit der Wiederkunft Jesu.
b) Das Bild vom Wachhabenden. Er schaut, was und wer kommt.
c) „Zur Rettung bestimmt“ – wörtl.: hingestellt, aufgestellt: Wie Garben, die aufgestellt sind, damit sie der Erntewagen auflädt.
8. Gliederung und Material zur Predigt
Einleitung:
Gerade bei der Frage der Wiederkunft Jesu braucht es klare Lehre. Besonders in der Letztzeit“ heute. Sie ist eine Zeit geballter Verführung, auch unter frommen Vorzeichen. Wie leben Christen?
Als…
1) Erwartende
Die Welt dreht sich nicht immer so weiter! Die Spötter (2. Petr. 3,3ff) haben nicht recht. Wir wissen kein Datum, aber sind gewiss, dass der Herr kommt. Wir achten auf die Zeichen seines Kommens. Vgl. Mt. 24 besonders ab V. 32. Jeder, der ein Datum nennt, redet wider die Bibel. Wir wissen, dass wir zum Heil bestimmt sind, „aufgestellt wie erntereife Garben“, vgl. Mt. 3,12 + 13,30. So wirkt der heilige Geist in unserem Leben. Er macht uns erntereif. Die Gottlosen werden als Unkraut verbrannt. Beides haben wir deutlich zu sagen. Das Bild vom Wachhabenden: Er hält Ausschau, was und wer kommt. Nicht auf Posten schlafen: Wo die Wiederkunft Jesu nicht mehr klar im Blick ist, sind wir Schlafende. Vgl. auch Mt. 25, 1ff.
2) Wachende
Christen sind wache Leute, d.h. Menschen, die mit klarem Blick leben. Das Wort Gottes weckt uns auf, macht wach.
Wir sind Kinder des Lichtes, wir leben mit dem, der das Licht ist, der den Weg und das Ziel hell macht und auch uns leuchten lä0t für und vor anderen. Die Hoffnung der Wiederkunft macht uns zu Hoffnungsträgern. Christen sind die „Optimisten“. Wer Jesus nicht glaubt, der schläft. Bei aller äußerer Aktivität geschieht nichts. Sie leben im Dunkeln: da hat man Angst = wir sind heute eine Angstgesellschaft; kommt nicht vorwärts und sieht kein Ziel.
Die Bibel ruft zum Wachsein, ruft hinein in ein vorwärtsgehendes Leben (Nachfolge), das zum Ziel drängt.
3) Nüchterne
Die Parolen dieser Welt machen betrunken, umnebeln die Sinne. Ich kann das Wesentliche nicht mehr vom Unwesentlichen unterscheiden. Die vergänglichen Dinge, Geld, Ehre, eigenes Ich, gewinnen Vorrang. Ich kann keine Entscheidung mehr treffen, auch und gerade für meine Ewigkeit! Ich tue Unsinniges, werde verführbar.
Nüchtern = mit klaren Sinnen leben. Schon äußerlich: Ich weiß, was wirklich zählt, vgl. Mt. 6,33. Gewiss auch geistlich: Verführung erkennen, die Zeichen der Zeit erkennen, den andern zu dem Ziel der Rettung mitnehmen.
Schluss:
Nüchtern: So tätig leben, als käme Jesus noch lange nicht. So bereit leben, als käme Jesus noch heute!