Monatsthema: Gott finden – im vollen Evangelium.
Predigtthema: Das Wort macht fest.
Bibelstelle: 1.Thessalonicher 3,1-13
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
44. Predigthilfe
Das Wort festmachen 1. Thessalonicher 3,1-13 zum 24.9.2000
1. Zusammenhang
Direkte Fortsetzung von 2,17-20.
Jetzt drückt Paulus sein Sorgen um die Gemeinde aus und wünscht ihnen gesegnetes weiteres Wachstum im Glauben.
2. Biblische Parallelen
Zur geschichtlichen Situation vgl. Apg. 17,10-16 und Apg. 18,5.
Zum Wanken im Leiden vgl. Apg. 14,22; Eph. 3,13 und Hebr. 10,39; 1. Petr. 4,12ff.
3. Der Aufbau des Textes
V. 1-5: Die Sendung des Timotheus
V. 6-10: Die guten Nachrichten über die Gemeinde
V.11-13:Segenswunsch für das weitere Wachstum im Glauben.
4. Einzelerklärungen
V. 1: Mit „darum“ knüpft Paulus an den vorigen Abschnitt an. Auch in Athen predigt er (vgl. Apg. 17,16ff)
V. 2: Timotheus (einer, der Gott ehrt) ist Paulus „Bruder“, das meint: die geistliche Verwandtschaft und „Mitarbeiter am Evangelium“ = Mit-Werker. Er soll die Gemeinde „stärken“ wörtl.: auf festen Grund stellen und sie „ermahnen“, eigentlich „ermuntern“, trösten.
V. 3: Die Gemeinde lebt in „Bedrängnissen“ wörtl.: „in Engwegen“ (vgl. 2,14ff) und dabei sollen sie nicht „wanken“, wörtl.: hin und her schwingen. Solches Leiden ist den Christen „bestimmt“, wörtl.: „wohnen, im Sinn von, das ist der Ort – vom Herrn bestimmt- an dem wir in dieser Welt leben (vgl. Mt. 10,16ff).
V. 4: Das hat Paulus in seiner – gemeindegründenden – Predigt nicht verschwiegen: Der Christ kommt in Engwege und so haben sie es ja dann auch erlebt.
V. 5: Paulus sorgt sich um diese Gemeinde. Er will erfahren, wie sie im Glauben stehen, denn der Satan nützt solche Situationen aus. „Versucher“, das ist der Satan. „Versuchen“ wörtl.: durchstehen, auf Kernechtheit prüfen. (vgl. Hiob). Paulus sorgt sich, ob seine „Arbeit“ (wörtl.: die Anstrengung bis zur Erschöpfung, das bezeichnet den ganzen Einsatz) „vergeblich“ sein, wörtl.: ins Leere laufen.
V. 6: Der Bericht des Timotheus über die Gemeinde hat alle seine Befürchtungen zunichte gemacht. „Gutes berichten“ = Gute Nachricht (Evangelium). Glaube und Liebe gehören untrennbar zusammen (vgl. 1. Kor. 13,13). Die Liebes-Beziehung zwischen dem Apostel und der Gemeinde wird darin deutlich, dass beide sich nach persönlicher Gemeinschaft sehnen.
V. 7: Paulus ist durch den Bericht des Timotheus „getröstet“, wörtl.: „ermuntert, aufgemuntert“, gerade in aller seiner Bedrückung.
V. 8: Er ist „wieder lebendig“ im Sinne von neuen Lebens – (Dienst) Mut gewinnen.
V. 9: Er freut sich über den standhaften Glauben der Thessalonicher und dankt dafür – nicht der Gemeinde!, sondern vor Gott. Der ermöglicht solchen festen Glauben.
V. 10: Es bleibt die „inständige“ (wört.:“ganz über alle Maßen“) Bitte an Gott, dass ein persönliches Wiedersehen möglich wird. Der Apostel will „ergänzen, was in eurem Glauben noch fehlt“ = vollfüllen, was noch fehlt, nämlich sowohl in der Lehre, wie im praktischen Leben (vgl. dazu Kap.4,1ff und 5). So nüchtern sieht sie der Apostel: Die noch junge Gemeinde braucht weitere Lehre und Anleitung.
V. 11: Seine Sehnsucht nach der Gemeinde kleidet Paulus in die Form einer Bitte an Gott (vgl. Jak. 4,1ff). Gott soll und kann es „lenken“, trotz aller Widerstände des Satans (2,8).
V. 12: Die besondere Segensbitte für die Gemeinde: Dass sie wachsen in der Liebe, wörtl.: groß, viel werden“; übervoll werden. Und zwar solche Liebe (Agape) untereinander und gegen alle Menschen, wie Jesus das sagt (vgl.:Joh. 13,34+35).
V. 13: Diese Liebe gibt den „Herzen“, d.h. der ganzen Person Festigkeit und Stärke. So werden die Christen „untadelig“ = (ohne einen Vorwurf sein) und „heilig“ vor Gott, d.h. ganz für ihn leben, ja sogar „wie“ er leben (vgl. 3. Mose 11, 44f). Dann werden sie am Tag der Wiederkunft Jesu bestehen, d.h. am Tag des Gerichts wenn Jesus wiederkommt mit allen Heiligen (vgl. Sacharja 14,5).
5. Die Spitze des Textes
Die Gemeinde in Thessalonich steht fest auch in Verfolgung zur dankbaren Freude des Apostels.
6. Der Text heute
a) Welche Sorge, „Fürsorge“ des Apostels für die Gemeinde. Das ist nicht oberflächlich. Hier leuchtet wirkliche Ökumene auf, nämlich die weltweite liebende, tragende Verbundenheit der Christen untereinander. Haben wir auch solche „ökumenischen“ Verbindungen?
b) Welche Nüchternheit des Apostels: Der Satan benützt das Leiden zur Versuchung. Sind sie wirklich durch und durch kern-echt? So werden auch wir immer wieder geprüft.
c) Welche Sehnsucht des Apostels nach der Gemeinde: So spricht die Liebe. Er will sie sehen um ihren Glauben zu stärken und ihr praktisches Leben als Christ weiter anzuleiten. Das ist unsere Aufgabe aneinander.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A) Sehnsucht
a) Die Liebe will persönlichste Nähe, gerade auch die geistliche Liebe.
b) Wir leben so oft in einer Fern-Ehe untereinander. Wer sich nur am Sonntag sieht, der bekommt nie echte Gemeinschaft.
d) Die Liebe lebt mit: Paulus weiß um die schwierige Lage der Gemeinde. Wissen wir um einander?
B) Interesse
a) Wo mich der andere wirklich interessiert, da suche ich auch sein Ergehen zu erfahren.
b) Nie fragen: Wie geht s dir?, wenn du keine Zeit hast zuzuhören.
c) Christen sind miteinander nicht höflich, sondern herzlich.
C) Freude und Dank
a) Timotheus berichtet „Gutes“ = Gute Nachricht (Evangelium) von der Gemeinde. Wir Christen werden so zum „Evangelium“ für die Welt.
b) Die Freude aneinander gibt immer wieder Mut zum klaren Zeugnis.
c) Der Fürdank füreinander. Vor Gott füreinander danken und loben. Kennst du das?
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Hier spricht „schreibt“ die liebe, die Agape, die sich ganz für den andern gibt und sich für und um den andern sorgt. In solcher Liebe wird der Glaube fest, einander Halt und Hilfe geben durch das Wort Gottes.
1. Einander lieben
Die Liebe sucht die Nähe. Paulus kann nicht reisen, deshalb schickt er Timotheus. Wie halten wir im WBB Verbindung miteinander? Konferenzen, Christustreff, Brüder-, Frauentage, sind sie nur ein „Muß“, oder treibt es uns zueinander. Fernehe – sich nur am Sonntag sehen, das ist zu wenig. Haben wir auch Gemeinschaft mit Christen, die über den WBB hinaus gehen?
Liebe will vom andern wissen. Frage nie, wie geht´s, wenn du keine Zeit hast, wirklich zuzuhören. Christen sind miteinander nicht höflich, sondern herzlich!
Wir wollen solche Liebe, die in praktischer Gemeinschaft gelebt wird, neu einüben. So wird unser glaube gefestigt.
2. Einander helfen
Paulus weiß um die Situation der Bedrückung in der noch jungen Gemeinde. Deshalb sorgt er sich um sie. Zwar hat er das ihnen nüchtern vorausgesagt (wie Jesus den Seinen), aber halten sie auch stand? Das Wort macht fest: Eben deshalb sein Brief an sie! Er ist ja Gottes Wort an die Gemeinde, nicht ein belangloser Brief des Apostels.
Hilfe im Leiden:
a) Wirkliche Anteilnahme am andern. Das zeigt Paulus hier.
b) Deutliche Ermahnung: Nüchtern wiederholt das der Apostel: Leiden ist die „Platzanweisung“ der Gemeinde Jesu in dieser Welt.
c) Den Sinn aufzeigen: Der Satan prüft auf Kernechtheit.
Dieser Brief des Apostels hilft der Gemeinde zur Standfestigkeit im Glauben und in der Liebe. Gilt das auch für uns: Das biblische Wort ist festes Fundament, darauf kann man stehen.
3. Füreinander danken
Die guten Nachrichten geben dem Apostel neuen Mut und bewegen ihn zur Freude und zum Dank. Kennen wir den Für-Dank vor Gott für die Geschwister im Glauben? Wir kritisieren so schnell, darum stirbt die Freude an und in der Gemeinde.
In der Gemeinde ist Glaube da, der wächst. Das ist tiefer Grund zur Freude. Auch und gerade die Liebe strahlt auf. Glaube ohne Liebe trennt.
Der Dank gilt Gott: Er hält die Gemeinde fest. Eben der Dank und die Freude für einander befähigen zu weiterem Dienst: dass Wachstum geschieht.
Schluss:
Hier schreibt die Liebe. Die ganze Bibel ist ein Liebesbrief Gottes an uns.