1.Thessalonicher

Predigthilfe vom 17.9.2000 – 1.Thessalonicher 2,13-20

Monatsthema: Gott finden – im vollen Evangelium
Predigtthema: Das Wort hält auch im Schweren

Bibelstelle: 1.Thessalonicher 2,13-20

Verfasser: Heiko Krimmer

43. Predigthilfe

Das Wort hält auch im Schweren 1. Thessalonicher 2,13-20 zum 17.9.2000

1. Zusammenhang

Paulus benennt die Verfolgung der Gemeinde in Thessalonich und dankt für ihren durchhaltenden Glauben und betont seine engste Verbindung zu dieser Gemeinde.

2. Biblische Parallelen
Verfolgung und Bedrückung sind Wirklichkeit in allen christlichen Gemeinden (vgl. Phil. 1,29; 2. Tim. 1,8; 1. Petr. 1,6; 4,12ff), so hat es Jesus selbst erlebt und den Seinen vorausgesagt, vgl. Mt. 10,16ff.

3. Der Aufbau des Textes

V. 13 + 14 Gottes Wort wirkt in Thessalonich
V. 15 + 16 Die Feinde des Wortes
V. 17 – 20 Die verhinderten Reisepläne

4. Einzelerklärungen

V. 13: Der Apostel dankt für die gesegnete Aufnahme des Wortes Gottes in Thessalonich. „Göttliche Predigt“ ,wörtl.: Das von uns Wort des Hörens Gottes;
Predigt = Hören vgl. Rö. 10,17. „Empfangen“ wörtl.: übergeben; aufnahmen = gastlich, freundlich aufnehmen. Die Thessalonicher haben sich dem Wort Gottes verlangend geöffnet. Die Predigt des Wortes Gottes geschieht zwar durch Menschen, sie ist aber wirklich Gottes Wort. „In Wahrheit“ meint auch: in Wirklichkeit; das zeigt sich eben daran, dass solche Predigt Glauben wirkt.

V. 14: „Liebe Brüder“ unterstreicht die enge Verbindung zwischen dem Apostel und der Gemeinde. „Nachgefolgt“ im Sinne von: Dasselbe erleiden. Die Gemeinden in Judäa sind zeitlich ja die ersten christlichen Gemeinden. Sie haben schon viel Verfolgung erlebt. (vgl. etwa Apg. 8,1 ff). Dort waren es die Juden in ihrer Jesusfeindschaft; in Thessalonich sind es die eigenen Landsleute (vgl. Apg. 17,5 ff); auch dort sind Juden Wortführer der Angriffe.

V. 15: Paulus bezeugt hier dasselbe wie Jesus vgl. Mt. 21,33 ff, 23,37: Die Juden haben Jesus getötet, indem sie seinen Tod forderten und ihn von den Römern kreuzigen ließen. Das ist nicht antisemitisch, sondern die geschichtliche Wahrheit. Die Verfolgung des Paulus durch die Juden (vgl. 2. Kor. 11,24 ff). Die Juden „gefallen“ deshalb Gott nicht, wörtl.: sie sind nicht mit Gott zusammengefügt; „allen Menschen feind“, wörtl.: Sie sind anderen Menschen entgegen, stehen wider sie, im Sinne von: Lehnen sie ab!

V. 16: Sie hindern ihr Heil, indem sie den Apostel zu hindern suchen, den Heiden das Evangelium zu predigen, dass auch diese gerettet werden. So füllen sie das Maß ihrer Sünden auf. Dahinter steht das Bild von einem Krug, der überfließend gefüllt wird. Vgl. Mt. 23,29ff. Der Zorn Gottes trifft Israel bis zum Endgericht: Sie stehen jetzt schon im Gericht, vgl. Matth. 23,37 ff. Dass Israel noch ein Heilszukunft hat, das ist die Treue Gottes vgl. Römer 11,25ff).

V. 17: „Von euch geschieden“, wörtl.: verwaist waren (vgl. 2,7+11). Paulus wollte die Gemeinde wieder besuchen. „Von Angesicht“ – persönliches Treffen.

V. 18: „Der Satan hat verhindert“ wohl von 2. Kor. 12,7 her zu verstehen. Vermutlich kann Paulus wegen gesundheitlicher Beschwerden nicht reisen. Der Satan kann hindern, wörtl.: einen Weg versperren, aber Gott kommt doch zum Ziel: Paulus wird durch den Bericht des Timotheus über die Gemeinde ganz neu gestärkt (vgl. Kapitel 3,7+8).

V. 19: Gewiss ist es allein Gottes Wort und Gnade, die die Gemeinde ins Leben gerufen haben, aber es ist auch für den Apostel Bestätigung, dass er ein treuer Haushalter der Gnade Gottes ist (vgl. 1. Kor. 4,1ff). Die Gemeinde in Thessalonich ist seine „Hoffnung“ im Sinne von, dass ihn sein Herr bei seiner Wiederkunft loben kann (vgl. Mt. 25,21). „Freude“ ist die Erwartungsfreude auf die Wiederkunft Jesu und “Siegeskranz“ ist der Gnadenlohn für die, die überwunden haben (vgl. 1. Kor. 9,2+ff).

V. 20: Das bekräftigt der Apostel noch einmal: Die Gemeinde in Thessalonich ist seine „Ehre und Freude“; ihr vorbildlicher Glaube gereicht dem Apostel jetzt schon zur Ehre und ist ihm Freude. (Wie Eltern an einem wohlgeratenen Kind).

5. Die Spitze des Textes
Auch im Leiden zeigt sich die Gemeinde als „wohlgeratenes“ Kind des Apostels.

6. Der Text heute

a) Erstaunlich, wie selbstverständlich der Apostel vom Leiden der Gemeinde redet, so nüchtern, wie es Jesus selbst seinen Jüngern vorausgesagt hat. Das wird zunehmend der Weg der Jesusgemeinde – auch unserer. Nur der besteht, der festhält am Wort Gottes. Die Bibel ist Gottes Wort. Jede Bibelkritik nimmt uns den Halt, das Fundament.

b) Erstaunlich, wie offen Paulus von der Sünde der Juden redet und dem Zorngericht Gottes über sie. Das ist kein Antisemitismus, sondern die Deutlichkeit und der Ernst des Gerichtes – die „Mit-Seite“ des Evangeliums. Für uns zur Warnung: Wer anderen die Botschaft von der Rettung vorenthält, geht ins Gericht.

c) Erstaunlich, wie „selbstbewusst“ Paulus die Gemeinde seine Ehre, seine Freude und seinen Siegeskranz nennt. Das ist nicht Hochmut, sondern Lob der Wirkkraft Gottes und seines Wortes. Er aber weiß sich als guten Haushalter des Wortes. Können wir das auch so sagen?

7. Beispiele und Verdeutlichungen

A. Das wahre Wort

a) Es gibt drei Arten von Wahrheit:
1. Wahrheit, die ich begreifen kann (1+1=2)
2. Wahrheit, die ich ergreifen kann (ich handle nach einsichtigen Gesetzen)
3. Wahrheit, die mich ergreift (das Wort Gottes).

b) Das Wort ist immer Wort des Hörens. Wir sind zuallererst Angeredete von Gott. Erst so können wir weitersagen.

c) Wer nicht hört, hat nichts zu sagen.

B. Das tragende Wort

a) Darum sagt Jesus die Verfolgung der Seinen voraus (vgl. Mt.10), damit wir in der Bedrückung nicht verzweifeln.

b) Wer weiß, warum etwas geschieht, kann leichter tragen: Verfolgung, weil a. Hass der Welt, b. um echt zu werden, c. als Zeugnis des Leidens (Jesus ist mir wichtiger als mein Leben).

c) Wer anderen die Verkündigung vorenthält, geht ins Gericht; ist Gott nicht „wohlgefällig“, wörtl.: nicht Speiche am Rad = mit Gott nicht verbunden.

C) Das liebende Wort

a) Die enge Gemeinschaft der Liebe zwischen Paulus und der Gemeinde: Sehnsucht nach persönlicher Gemeinschaft. Die Liebe braucht engste Nähe.

b) Der Satan hindert: Gerade in solch praktischen Dingen. Er hindert dich an einem Besuch etwa. Oft vom Satan: Ich habe keine Zeit!

c) Paulus hat Freude an der Gemeinde. Freuen wir uns an- und aufeinander?

8. Gliederung und Material zur Predigt
Einleitung:
Der Satan hat Paulus gehindert, die Thessalonicher zu sehen, deshalb dieser Brief. Achtung: Der Satan will hindern (vgl. 7,C,b), doch er kann nicht verhindern. Paulus wird gestärkt durch den Bericht des Thimotheus. Er blickt auf die Gemeinde.

1) Das Wort schafft Glaube
Das ist in Thessalonich sichtbar. Das Predigtwort ist immer gehörtes Wort (vgl. 7 A,b,c).Der Glaube kommt aus der Predigt (vgl. Rö. 10,17). Die Thessalonicher haben zwar die Predigt des Paulus gehört, aber sie als Gottes Wort aufgenommen. So ist Menschenwort Gotteswort, wenn wir ganz eng an der Bibel bleiben und zuerst selber gehört haben. So wirkt Gottes Wort Glaube, das ist das Kennzeichen wirklicher Vollmacht.
Die drei Arten von Wahrheit (vgl. 7 A,a). Das Wort Gottes wirkt – es ist Dynamit (vgl. 1. Kor. 1,18).

2) Das Wort wirkt Geduld
Das Wort Gottes wirkt auf jeden Fall. Bei den Juden Ablehnung, Hass und Verfolgung der Christen. Die große Sünde der Juden: Der Arzt ist da (Jesus) und sie verwehren ihm den Zutritt zu den Kranken (vgl.V.16). Deshalb stehen sie unter dem Zorn Gottes. Sie „gefallen“ ihm nicht, wörtl: Sind nicht Speichen am Rad = getrennt von ihm. Aber auch: Das Wunder der Treue Gottes: Trotzdem hat Israel noch Zukunft vgl. Rö.11,25ff.
Die Gemeinde in Thessalonich ist in der Verfolgung (vgl. Apg. 17: Juden als Anführer). Das ist der Normalfall. Jesus sagt das voraus (vgl. Mt.10). Doch sie bleiben treu und geduldig; sie wissen um den Wert und Sinn des Leidens (vgl. 7 B,b).

3) Das Wort baut Gemeinschaft
Paulus hat Freude an dieser Gemeinde. Liebe ist zwischen ihnen gewachsen: geistliche Liebe. Er will und sucht die engste Nähe: persönlich, von Angesicht zu Angesicht. Freuen wir uns an- und aufeinander? Da will der Satan immer wieder hindern. Jesus sagt das voraus (vgl. Mt. 24,12). Er lässt uns alle Rechtgläubigkeit, aber lähmt die Liebe. Dann ist alles nichts (vgl. 1. Kor. 13,1-3). Paulus sieht sich als treuer Haushalter. Deswegen nennt er die Gemeinde seinen „Ruhmeskranz“. Kein Selbstlob, sondern das Lob Gottes, dessen Gnade gewirkt hat.
Der Herr wird ihn bei seiner Wiederkunft loben (vgl. Mt. 25,21).

Schluss: Kann uns unser Herr einmal loben oder lassen wir uns so oft hindern?