Joel

Predigthilfe vom 9. Mai 2021 – Joel 2, 12-27

Monatsthema: Leben angesichts des Gerichtes Gottes   

Predigtthema: Der Herr wirbt um sein Volk – wie sollten wir ihn nicht hören 

Gottesdienst Einleitung:    Hes 18,27-32; Heb 3,12-16 (Vorschlag zur Textlesung) 

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!  

1. Sehen, was dasteht 

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung). 

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext  

Einleitende Gedanken und einen kurzen Überblick über den Propheten Joel findest du in der Predigthilfe vom 2. April 2021 über Joel 1.  

Link: https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-5-mai-2021-joel-11-211-auszug/ 

Nachdem im ersten Abschnitt von Joel 1-2,11 vor allem der schreckliche kommende „TAG des HERRN“ beschrieben wird, wir gelernt haben, dass Gott sehr wohl zu fürchten ist, weil er in seinem heiligen Zorn die Völker straft, so folgt nun die Einladung zur Umkehr und Rettung vor diesem schrecklichen Gericht Gottes. Dabei wirbt und eifert der HERR um sein Volk und die Menschen. Gottes größtes Anliegen ist, nicht Gericht, sondern die Rettung vor dem Gericht. Gott will, dass der Mensch lebt! Daher könnte man folgenden Leitvers über diese Predigt stellen: 

Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht GOTT, der Herr. So kehrt denn um, und ihr sollt leben!Hes 18,32 

Dieses Anliegen soll auch in der Predigt deutlich werden und kann daher gut auch als evangelistische Einladung zum Glauben an Jesus dienen.  

Die Erkenntnis, dass Gott für uns Menschen mit unendlicher Liebe eifert, sollte uns zum Hören, Gehorchen und Lieben animieren.  

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes 

Holland, Martin, Wuppertaler Studienbibel, „Der Prophet Jeol, Amos und Obadja“, AT9, Brockhaus Verlag 

Wiersbe, Warren.W, „Sei erstaunt“ Studien des Alten Testamentes: Hosea, Joel, Jona, CLV 

Walvoord, John F.& Zuck, Roy F. „Das Alte Testament – Erklärt und Ausgelegt. Hänssler 

Aebi, E „Kurze Einführung in die Bibel“, Bibellesebund 

Hilfreiche Links:   

Bibelarbeit über Joel 1 + Joel 2 (Winrich Scheffbuch) 

https://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=1349&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=0&tm=2

BSK Themenreihe zu Joel von Martin Heißwolf. www.youtube.com/watch?v=2VcwCKuZZ1A&list=PL0fj0tk7gUjKqniT9Q3HLbTmylq4nJmNP&index=2

  1. Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes 

Entweder – oder! Der Tag des Gerichtes kommt Joel 2,10-11 

Gottes Gericht ist unabwendbar, es kommt schnell, es ist nahe und die Völker können sich nicht der Begegnung Gottes entziehen. Aber der Mensch kann, ja er muss sich auf die Begegnung mit seinem Schöpfer vorbereiten (Heb 9,27). Entweder trifft der Mensch im Gericht (nach seinem Tod oder am Ende der Zeit) auf Gott und stirbt den ewigen Tod oder der Mensch kommt vor dem Gericht zu Gott und erlebt Rettung und erhält ewiges Leben. Darum ist Gott, der HERR zur fürchten, denn sein Gericht ist todernst. Da kein Mensch davor bestehen kann ruft Gott zur Umkehr und Versöhnung bevor das Gericht kommt.  

Jetzt noch – höchste Zeit zur Buße und Umkehr Joel 2,12-17 

V. 12 Wegen der dunklen und schrecklichen Gerichtsvorhersage ruft der HERR selbst zur Rettung auf. Der HERR wird zum Bußprediger und ruft die Menschen zur Umkehr. 

Nicht Menschen, sondern Jesus selbst klopft an die Herzen der Menschen und spricht: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ (Mt 4,17) Es war Jesu erste und einzige Botschaft – der Mensch muss umkehren. 

Buße und Umkehr bedeutet, einmal einen inneren Gesinnungswandel zu vollziehen, von Herzen und mit ganzer Seele. Nicht äußerliche Rituale oder Formen sind entscheidend, sondern die Betroffenheit des Herzens. Und doch äußert es sich in Reue und Klage, weil die Not der Verlorenheit erkannt wird und man sich für die Sünde schämt, die man getan hat.  

  • Buße und Umkehr ist Gottes Gebot. Es ist eine Forderung Gottes, die wir nicht überhören sollen (Mich 6,8).  
  • Empfinden wir noch Klage und Reue wegen unserer Sünde? Sind wir noch bewegt über die Schwere des Gerichtes, das wegen unserer Schuld über die Welt kommt oder Jesus für uns am Kreuz ertragen hatte? Echte Umkehr beginnt im Herzen.  
  • Demütigen wir uns noch unter die mächtige Hand Gottes! Trauer und Scham über Sünde kommt äußerlich zum Ausdruck „im Fasten, Weinen und Klagen“! Wie drückt sich es bei uns aus? 

V. 13 Gott wartet geduldig mit offenen Armen auf die bußfertigen Rückkehrer, wie der Vater auf den Verlorenen Sohn (Lk 15). Gott ist bereit zur Versöhnung und lässt sich das Gericht und seinen Zorn gereuen. Gott ist in seinem Wesen barmherzig und gnädig. Er nimmt sich unseres verlorenen Zustandes an. In Jesus will Gott uns vergeben und nicht strafen (Micha 7,18ff). 

  • Barmherzigkeit und Gnade ist Gottes Wesen. Sie ist die offene Tür zu Gott, sie nimmt uns die Angst und lässt uns mit Freimütigkeit vor Gott treten. Sie schafft das Vertrauen, dass Menschen sich in Jesus nahen können. Der Zorn Gottes dagegen schafft das Bewusstsein, dass der Mensch von Gott getrennt war.  
  • Zurück zu dem Herrn, bedeutet nichts anderes, als dass sie (Israel) zuvor schon bei Gott waren. Es geht hier nicht um die Heidenvölker, die Gott nicht kannten, sondern vielmehr um Gläubige, die von Gott abgefallen waren. Müssen wir als Kinder Gottes auch immer wieder umkehren, weil wir uns von Gott entfernt haben? Was für Israel gilt, das gilt auch für die Gemeinde – wir sind nicht treuer, noch besser als das alttestamentliche Bundesvolk.   

V.14 Joel verkündigt den Bußaufruf Gottes und ermutigt das Volk, auf Gott zu hören. Sie sollen vertrauen, dass Gott zu seinem Wort und Wesen steht. Mit Zuversicht und Glauben sollen sie kommen und beten, umkehren und sich wieder Gott nahen. Sie dürfen auf den Segen der Wiederherstellung hoffen und wie nach einem Streit durch Versöhnung wieder eine gesunde Gottesbeziehung erfahren.  

V. 15   Wie die Posaune zum Gericht, so soll nun die Posaune zur Bußversammlung geblasen werden. Ein bewusstes und gemeinsames Treffen soll organisiert werden, an dem Ort (Zion) den Gott von alten Zeiten her bestimmt hat – am Haus des Herrn. Dort hin sollen sie kommen und beten, wenn sie gesündigt haben (2Chr 6,36 – es lohnt sich den Abschnitt in der Vorbereitung zu lesen, es beschreibt die Anliegen und Nöte, wenn Menschen zu Gott kommen sollen). 

  • Hören wir auf Gottes Aufruf zur Buße, lassen wir uns noch zur Umkehr rufen? Folgen wir der Einladung Gottes zur Versöhnung nach wiederholtem Versagen? Auch dann, wenn wir wegen unserer Sünde das Gefühl haben, nicht kommen zu können (dürfen)? 
  • Buße geschieht nicht automatisch. Buße ist eine Reaktion des Menschen auf Gottes Mahnen, ein Schritt des Gehorsams zur Versöhnung, eine bewusste Willensentscheidung und Bejahung (Bekennen) meiner Sünde vor Gott. 

V. 16   Das ganze Volk, Junge und Alte sind zur Buße geladen. Die Kinder sollen es an ihren Eltern sehen, wie sie sich vor Gott demütigen, entschuldigen und um Vergebung bitten. Öffentliche Lebensfreuden, sollen in den Hintergrund treten. Sogar die Ehebeziehung geht nicht der Gottesbeziehung voraus.  

  • Die Bibel spricht von einer persönlichen Buße jedes Einzelnen und einem kollektiven Zeugnis der Umkehr – wie nötig hätten das auch manchmal wir als ganze Gemeinde? Wir sollen Bibelbewegung und Bußbewegung sein.  
  • Vielleicht ist auch mal ein Buß- und Vergebungsgottesdienst nach einer Krise nötig – evtl. sogar nach der Krise einer Pandemie, wo Gemeinden uneins wurden und Geschwister sich zerstritten haben. Wo wir als Einzelne und als Gemeinde an Gott schuldig wurden.  
  • Wir sollen Menschen einladen und gemeinsam vor Gott Buße tun.  
  • Wir müssen ganz (von Herzen) und alle (jeder) von Gott bekehrt werden.  

V. 17 Das Bußgebet des Volkes. Es ist die Bitte um Mitleid und um Wiederherstellung der Ehre und des Zeugnisses Gottes, das das Volk durch seinen Abfall zerstörte. Sie brachten Gott mit ihrem Verhalten in Verruf und Gott soll helfen, dass Ungläubige sich nicht wegen einem schlechten Verhalten von Gläubigen sich über Gott lustig machen.  

  • Bei der Buße geht es nicht um die Wiederherstellung der eigenen Ehre, wie das Saul dachte (1Sam 15,30), sondern allein um die Ehre Gottes! Verstehen wir, dass unsere Sünde und unser Ungehorsam Gott Unehre macht? 
  • Ein Bußgebet findet sein Ziel in den Worten von Psalm 115,1: „Nicht uns, o HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade und Treue willen!“  

Ich eifre für Euch! Gott hat Mitleid und Rettung Joel 2,18-27 

V. 18-19 Dann gerät der Herr in Eifer – es ist eine Folge und ein Widerhall auf die Umkehr des Menschen. Es scheint wie ein Wechselspiel zu sein. Gott gerät in Zorn – Mensch gerät in Furcht/Angst – Gott ruft gnädig zur Umkehr – Mensch reagiert mit Buße – Gott hat Mitleid, gerät in Eifer und rettet – Mensch fängt an Gott anzubeten. 

Mitleid und Eifer ist Gottes Antwort auf echte Buße. Wenn ein Mensch zu Gott umkehrt, wird der HERR berührt und fängt an voller Eifersucht sich für sein Volk einzusetzen. Der Herr tut alles, damit das verwüstete Land wieder hergestellt wird und die Früchte des Feldes wieder reichlich ihre Ernte tragen. Der Mensch erlebt irdischen Segen. Was mit der inneren Versöhnung mit Gott beginnt, wirkt sich auf den äußeren Wohlstand aus. Hier sehen wir, dass es sich nicht um die Gemeinde im NT handelt, denn sie hat keine irdischen Segensverheißungen. Aber Israel, als irdisches Bundesvolk, wird in seine alte von Gott bestimmte Stellung wieder eingesetzt. Gott selbst greift ein, stellt seine Ehre wieder her und verhindert, dass Heidenvölker über seine Kinder lästern, spotten oder sie verhöhnen. 

  • Gott schützt sein Volk vor Beschimpfung, wenn es treu mit dem Herrn geht.  

V. 20 Gott kämpft für sein Volk und treibt alle feindlichen Heere in die Flucht. Ein Teil der Feinde wird im Toten Meer und ein anderer im Mittelmeer untergehen. Der Feind, der sich für groß hielt, wird von Gott vernichtet. Seinen Hochmut beendet Gott. Großtun und Großsein ist eben ein Unterschied.  

V. 21 Die Rettung und Vernichtung des Feindes ist Gottes große Tat. Was der Herr am Ende der Zeit vollführen wird, hat seine Grundlage bereits im Kreuz. Hier hat der HERR Großes getan, er hat uns gerettet und befreit, indem er den Feind entmachtete (Kol 2,15). Israel hat nichts zu fürchten, denn des HERRN Sieg steht fest.  

V.22-23 Auf den „Tag des HERRN“, folgt der Sieg des Herrn und anschließend der materielle Segen für das Volk Israel. Land und Volk mit der Stadt Jerusalem/Zion wird wieder eine Blütezeit erfahren. Sie sollen großartige Ernten einfahren, ein Leben in Fülle und Reichtum genießen.  

V. 25-27 Die Zeit der Wiedererstattung. Der HERR schenkt Israel eine besondere Zeit der Reputation. Sie werden die Erfüllung aller irdischen Verheißungen erfahren, die Folgen ihrer Drangsal erstattet bekommen, den Frieden genießen, den Herrn in Wahrheit anbeten und der HERR selbst wird sichtbar ihn ihrer Mitte sein. Hier spricht Joel von einer zukünftigen Zeit der Gegenwart Gottes, die sich mit dem Kommen Jesu erfüllt.  

Zu spät! Der Mensch hat nicht ewig Zeit sich zu entscheiden Joel 3,5 

Ein thematischer Schlussgedanke ist, dass der Mensch den Aufruf Gottes zur Umkehr auch überhören oder sich verweigern kann. Es gibt ein zu spät. Wer diesen Ruf hört, muss reagieren. Es gilt das Wort Gottes seinem Volk: „Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht“ (Ps 95,7-8). Wie für das Volk Israel, so gilt auch für die Gemeinde, auf die Stimme Gottes zu hören. Klar, gilt es denen, die Gott nicht kennen, aber hier geht es um Gottes Volk, das von Gott abgefallen war. Für sie gilt, wie der HERR den Gemeinden sagt, wenn sie nicht Buße tun… (Off 2,22). Umkehr zu Gott, das Gebot der Stunde! Wenn der HERR in seinem Eifer und seiner Macht alles dafür tut, um uns vor den Feinden zu retten, uns in seiner Gnade aus Mitleid annimmt, uns Segen und Herrlichkeit verheißt – warum sollten wir uns dann diesem Aufruf entziehen.  

Leider gibt es in der letzten Zeit des Gerichtes immer auch Menschen, die trotz erkennbaren Gerichtszeichen nicht Buße tun (Off. 9,10-21; 16,9+11). Sie müssen die Folgen ihres Ungehorsams tragen. Wer in seiner Unbußfertigkeit verharrt, missachtet Gott, verlästert den Geist, der ihn ruft, und raubt Gott die Ehre und bringt sich um seine Zukunft.  

2. Verstehen, worum es geht 

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung) 

Joel offenbart uns den HERRN als Richter am Ende der Zeit über Israel und die Heidenvölker. Ausgangspunkt von Gottes Gerichtshandeln ist sein auserwähltes Volk Israel. Es geht um die Beziehung zwischen Gott und seinem irdischen Bundesvolk Israel.  

Joel greift alte Prophetien auf, so z. Bsp. die vorhergesagten Heuschreckenplagen (5Mo 28,28.29; 1Kön 8,37), die durch die Not seiner Zeit eine Brücke schlagen bis zur endzeitlichen Erfüllung in der großen Drangsal, wenn Israel durch die Heeresmacht feindlicher Nationen bedroht wird (z.Bsp. Off. 16,16). 

Eine Deutung auf die neutestamentliche Gemeinde lässt der Text nicht zu. Vielmehr geht es um Gottes Heilshandeln an Israel, das sich in Gericht und Gnade erweist (Röm 9-11).  

Sowohl die schrecklichen Auswirkungen des Gerichtes als auch die Wiederherstellung betreffen konkret das Land und Volk Israel und die Stadt Zions/Jerusalem (Joel 2,1ff + 18ff). Ebenso steht die Ausgießung des Heiligen Geistes im Zusammenhang mit Jerusalem (Joel 3) und schließlich wird das irdische Jerusalem/Zion zum entscheidenden Gerichtsort auf Erden, an dem Gott verheißt, dass er hier einmal ewig Wohnung machen wird (Joel 4; vgl. Sach 8). 

Daher ist gerade auch in den alttestamentlichen Texten ein heilsgeschichtliches und historisch-wörtliches Verständnis wichtig, welches die zwei Bundesvölker Israel und Gemeinde unterscheidet und eine biblische Prophetie über die Zukunft Israels auf Erden ernst nimmt. 

Der „Tag des HERRN“ ist die Gerichtzeit über Israel und die Nationen, die mit der sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus Christus einhergeht. Mit seinem Kommen wendet sich das Schicksal Israels, das dann eine Wiederherstellung im 1000-jährigen Königreich erfährt. Hier werden auch alle Völker und Geschlechter auf der Erde an Gottes Segnungen und Herrschaft teilhaben.  

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass) 

Es ist wichtig, dass wie die Zuhörer abholen und in Liebe auf Gottes Ruf zur Umkehr aufmerksam machen. Ob Gläubige, die vielleicht ihrer Gottesbeziehung verloren haben, oder Ungläubige, die noch keine Beziehung zu Gott haben – beiden wollen wir einen vertrauensvollen Zugang zu Gott schaffen. Dazu gehört, aufzuzeigen, wie sehr der HERR in seiner Liebe um sein Volk eifert und alles dafür tut, um sein Volk vor dem Gericht zu warnen und zu retten.  

Einstieg kann ein Beispiel sein, was Menschen heute unter Buße verstehen oder wie wir persönlich Umkehr von falschen Wegen oder Entscheidungen in unserem Leben erfahren haben.  

Beispiel: Bußgeldbescheid, das kennt doch jeder. Doch Buße ist oft ein missverstandener Begriff. Entweder verbindet der Mensch es mit der Begleichung einer Straftat (Bußgeld) oder einem religiösen Ritual (Bußübung), um Gott zu gefallen. Doch Buße ist ein Umdenken der inneren Einstellung, ein Gesinnungswandel, der seine falsche Haltung im Herzen revidiert. Buße ist die richtige Reaktion/Antwort auf Gottes Gnade und Liebe. Denn Gottes Güte und Gnade führt den Menschen zur Buße (Röm 2,4). 

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung) 

Wie kann Umkehr und Buße im Alltag aussehen? In zwischenmenschlichen Beziehungen oder aber auch in der Beziehung zu Gott? 

Warum fällt es uns so schwer Schuld einzugestehen, sie zu bekennen und Buße zu tun? 

Wo steht uns der Hochmut im Weg, dass wir uns vor Gott demütigen?  

Wie können wir gemeinsam einander unterstützen, Gottes Einladung zur Umkehr anzunehmen? 

Wie praktizieren wir persönliche Bußzeiten, wo wir unsere Schuld vor Jesus bekennen?  

Erleben unsere Kinder in der christlichen Familie und Gemeinde, dass Eltern oder Erwachsene sich bei Gott entschuldigen und sich vor ihm demütigen? 

Wie können wir in der Buße anderen ein Vorbild oder Zeugnis sein? 

Worin zeigt sich ein Leben, das in Buße lebt, statt nur ab und an Buße zu tun?  

Wir sehen an Gottes Handeln an Israel, wie auch Gott mit seinen Kindern umgeht und handelt.  

Wie der HERR für Israel eifert, ihnen Gnade und Zukunft gewährt, so ist es auch Gottes Eifer, der sich um mich und mein Leben bemüht, damit ich in seiner Gemeinschaft allen geistlichen Segen erfahren darf – und in Zukunft sogar ewiges Leben habe.  

3. Sagen, wo es hingeht 

  1. Predigtziel – warum halte ich diese Predigt? 

Dass wir als Christen wieder lernen, auf Gott zu hören und seinem Ruf zu folgen. Ob es der Ruf zur Buße ist, der Ruf zur Hingabe oder der Ruf in den Dienst! 

Wenn der Herr so um sein Volk wirbt – dann sollten auch wir auf ihn hören!  

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt? 

Die Zuhörer sollen Gottes Liebe darin erkennen, dass er zur Umkehr aufruft, er in seinem ureigenen Wesen barmherzig und gnädig ist und nicht will, dass Menschen verloren gehen.  

Buße ist das Werk des HERRN. Buße kann der Mensch von sich aus nicht machen, sondern er wird von Gott dazu überführt. Ein Mensch wird von Gott bekehrt (Apg 3,16)! Und doch muss er auf Gottes Ruf und Aktion mit einer Antwort reagieren und dem Aufruf zur Umkehr einwilligen und gehorchen.  

Der HERR hat alles dafür getan, um sein Volk zu retten. Mit Eifer und Hingabe setzt er sich für seine Kinder ein und hat den Feind besiegt.  

Der Herr wird einmal sein Volk wiederherstellen und überreich segnen. Der HERR verlässt sein Volk nicht!  

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt? 

  1.  Entweder – oder! Der Tag des Gerichtes kommt Joel 2,10-11 
  1.  Jetzt noch! Höchste Zeit zur Umkehr Joel 2,12-17 
  1.  Gott eifert für uns! Gottes Mitleid und Rettung Joel 2,18-27 
  1.  Zu spät! Der Mensch hat nicht ewig Zeit sich zu entscheiden Joel 3,5 

2,12-13 Der Bußaufruf – Gott fordert Umkehr  

2,14-17 Das Bußgebet – Bitte um Wiederherstellung der Ehre Gottes 

2,18-27 Die Gebetserhörung – Gott greift ein und rettet sein Volk 

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt? 

Zitate:  

Buße heißt, dass wir zurückkehren zu Gottes Regeln. (Anne van der Bijl)  

Ich bin der Überzeugung, dass die größten Gefahren, die dem kommenden Jahrhundert bevorstehen, folgende sind: eine Religion ohne den Heiligen Geist, eine Christenheit ohne Christus, eine Vergebung ohne Buße, eine Erlösung ohne Wiedergeburt, eine Politik ohne Gott und ein Himmel ohne Hölle. (William Booth) 

Es ist ein stiller, ein wunderlicher und langsamer Weg, der Weg, der durch die Buße zur Erneuerung führt. Aber es ist allein der Weg Gottes. (Dietrich Bonhoeffer) 

(Klaus Eberwein)