Predigtthema (Vorschlag vom Textplan): Jesus macht Menschen neu
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert viele Stunden Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zu Predigt und Predigttext
Diese Predigthilfe zu Joh 3, 1-21 ist im Blick auf den Karfreitag 2023 erstellt. In den Monaten um diesen Karfreitag werden weitere Texte aus dem Anfang des Johannesevangeliums gepredigt, aber die Reihenfolge wird nicht ganz eingehalten. Am Sonntag vor dieser Predigt zu Joh 3 waren schon zwei Sonntage zu Johannes 4. Aber die Begegnung von Jesus und Nikodemus kann als relativ eigenständig behandelt werden.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Der erste Gang sollte immer das Selbststudium sein, sich anhand von verschiedenen Bibelübersetzungen und Studienbibeln eine eigene Vorstellung davon zu erarbeiten, welche geistlichen Wahrheiten der Abschnitt enthält und was Gott im Sinne von 2. Tim 3,16+17 dem Leser bzw. Predigthörer zeigen möchte.
Erst in einer zweiten Phase liest und hört man dann andere Auslegungen (inklusive dieses Predigttipps). Im Sinne von Apg 17,11 darf man dabei durchaus prüfend lesen, ob die Argumente und Schlussfolgerungen der Autoren wirklich schlüssig und überzeugend sind.
Als Hilfen zur Auslegung empfehle ich jedem Verkündiger, sich folgende Studienbibeln zuzulegen: Elberfelder erklärt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum kostenlosen Download), Ryrie, Genfer Studienbibel (gute theol. Ergänzung zu den Vorherigen),
Weitere gute Hilfen:
- Die Thompson-Studienbibel bietet mit ihren Kettenbegriffen direkt neben jedem Vers gute Anregungen, welche Themen in einem Abschnitt enthalten sind, die man dann in der Predigt aufgreifen kann.
- Für Johannes: Die jeweiligen Bände von „Edition C“ und der „Wuppertaler Studienbibel“
- Die Kompaktkommentare von Warren Wiersbe (gibt es z.T. als englische pdf frei im Internet)
- Es kann sich auch lohnen, nach dem Selbststudium dann auf sermon-online oder auch Youtube Predigten anderer Verkündiger zum Predigttext zu hören.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
(Die Anmerkungen beziehen sich auf die Formulierung der rev. Elberfelder Übers)
Dieser Abschnitt enthält mit Joh. 3,16 den wohl bekanntesten Vers, den wir viel vor Nicht-Christen zitieren. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er schwer zu verstehende Aussagen in einem jüdisch-pharisäischen Zusammenhang enthält.
Vers 01-02
Warum der Hinweis auf die Nacht? Viele deuten es in dem Sinne, dass Nikodemus heimlich kam. Aber er redet im „wir“, vertritt also eine Gruppe, „verteidigt“ Jesus in Joh 7,50, und wenn er wirklich „heimlich“ käme, könnte man auch erwarten, dass die Bibel das ausdrücklich so schreibt.
Der Hinweis auf die Nacht könnte auch gesetzt sein, um den Versen 19-21 ein deutlicheres Gewicht zu geben: Sie sprechen in der Dunkelheit über Licht und Finsternis.
„Oberster der Juden“ – er gehörte zum 70köpfigen „Hohen Rat“ der Juden, war also ein hoher Führer des Volkes.
Fazit: Solange man nur spekulieren kann, sollte man dann die „Nacht“ lieber unerwähnt lassen.
„von Gott gekommen“ – das muss wahrscheinlich noch nicht bedeuten, dass Jesus aus Sicht von Nikodemus wirklich vom Himmel gekommen ist, so wie wir es verstehen, sondern wie bei anderen Propheten steht das „von Gott gekommen“ wahrscheinlich für ein „von Gott gesendet“ („… als Lehrer“ – so wörtlich).
„die Zeichen [Plural!] tun …“ – laut Johannes ist das erste Zeichen Jesu in Joh 2,11 und das Zweite in 4,54 – wir müssen also davon ausgehen, dass Johannes sein Evangelium nicht chronologisch geordnet hat, sondern dass dieses Gespräch eigentlich erst später stattgefunden hat. ODER Nikodemus bezieht sich auch auf die Tempelreinigung in Johannes 2,13ff als „Zeichen“. Das wäre dann wiederum eine andere Art von „Zeichen“, weil es kein Wunder im eigentlichen Sinn wäre. Außerdem wäre es sehr erstaunlich, wenn das die Gruppe um Nikodemus als „von Gott“ anerkennt. Denn das wäre dann ja gewissermaßen auch das Eingeständnis des eigenen Versagens, weil das dann eigentlich sie selber schon längst hätten machen müssen! Ausgeschlossen ist das nicht.
Vers 03
Jesus zeigt, dass er mehr als ein „Lehrer“ ist, indem er zeigt, dass er genau weiß, was Nikodemus´ eigentliche Frage ist, nämlich die nach dem „Reich Gottes“ und wann und wie sie das als Juden (endlich) erleben können.
Ein „sehen“=erleben dieses Reiches ist nur durch eine neue Geburt möglich. (Damit ist auch klar, dass dieses „Reich Gottes“ nicht Teil dieser sichtbaren Welt sein wird!)
„von neuem“ könnte „von oben“ übersetzt werden, so z.B. in Vers 31 eindeutig.
Vers 04
Nikodemus erkennt das Problem: Wie kann er noch einmal geboren werden? (Die Pharisäer gebrauchten das Wort „Wiedergeburt“ tatsächlich auch für unterschiedliche Ereignisse in ihrem „normalen“ Leben bzw. im Leben von Menschen allgemein, wie die Bar Mizwa oder die Hochzeit. Aber das hatte Nikodemus bereits hinter sich: Er war „zu alt“ für irgendeine „Wiedergeburt“ nach pharisäischem Verständnis.)
Vers 05+06
„Wasser UND Geist“ – meine Auslegung ist, dass das Wasser das „Normale“ ist, das Nikodemus nicht überrascht. Denn es steht für die Reinigung und die ist ja durchaus auch wichtig im Sinne einer täglichen Buße. Das „Besondere“ ist aber der „Geist“, der nun dazu kommen muss („… UND Geist“): Es ist ein neues Leben, das eben nicht nur aus Reinigung besteht, sondern das dann aus der Kraft des Heiligen Geistes gelebt wird. Das findet seine Bestätigung darin, dass in Vers 6 nur vom „Geist“ geredet wird.
Eine andere mögliche Auslegung ist, dass die Juden damals jede normale Geburt als „aus Wasser“ bezeichneten (das „Fruchtwasser“) und nun muss eben die „aus Geist“ dazu kommen.
So oder so, wäre das „Wasser“ das „normal zu erwartende“ und stünde nicht für eine Taufe nach unserem Verständnis.
Vers 07-08
„von neuem/oben geboren“ ist „aus Geist geboren“ und der Geist ist eben wie der Wind: Man sieht und hört eine klare Wirkung, aber sein Ursprung und seine „Endstation“ sind (aus damaliger meteorologischer Sicht) außerhalb unserer Wahrnehmung bzw. unseres Wissensbereiches, und damit eben „in Gott“.
Man muss (noch einmal) aus Gott geboren werden!
Vers 09-10
Für Nikodemus ist das neu und Jesus konfrontiert ihn damit, dass er das doch eigentlich wissen sollte: Als „DER Lehrer Israels“ (so wörtlich) ist klar, dass Nikodemus ein Leiter einer jüdischen Akademie in Jerusalem war (so zumindest manche Ausleger).
Vers 11
Ein schwieriger Satz, denn eigentlich hat Jesus noch nicht viel gesagt in Joh 1+2 – oder es ist eben nicht chronologisch. Aber was hat er dann schon alles gesagt? Bezieht sich das „wir“ auf ihn und die Jünger oder eher auf ihn und die Propheten der Vergangenheit? Zweiteres ist in diesem Fall näherliegend. Damit sieht sich Jesus dann in der Linie der verworfenen Propheten, ohne hier konkret zu werden.
Vers 12
Ebenfalls schwierig, denn inwieweit redet Jesus hier „nur“ über irdisches? Oder bezieht er sich hier doch auch auf die Tempelreinigung in Joh 2? Und inwiefern kann man hier schon sagen, dass Nikodemus „nicht glaubt“. Er scheint ja zunächst einmal nur aus Unverständnis zu fragen (und am Ende scheint er ja tatsächlich auch gläubig in Joh 19,39).
Evtl. könnte es darum gehen, dass Jesus das „Reich Gottes“ als „irdisches“ Phänomen, wie die Juden es erwarteten, an dieser Stelle verneint. Wenn sie das nicht glauben, wie glauben sie dann das, was Jesus für den Himmel beschreibt? Denn das wäre ja entsprechend das „Reich Gottes“ nach Gottes vollendeter Vorstellung.
Vers 13
Wieder schwierig: Auf welches „Hinaufsteigen“ bezieht sich Jesus? Zeitformen sind in den damaligen Sprachen nicht ganz so eindeutig, es könnte also tatsächlich bedeuten, dass Jesus sagen will: NOCH ist niemand hinaufgestiegen, aber es WIRD einmal jemand hinaufsteigen, und zwar der, der eben von dort auch hinabgestiegen ist. Das ist Jesus selber und damit kann er auch sagen, was im Himmel wirklich ist und sein wird!
Oder bezieht sich das „Hinaufsteigen“ nur auf das folgende „erhöhen“ in Vers 14? Aber dann wäre Vers 13 sehr missverständlich.
Vers 14-15
Jesus greift die Ereignisse aus 4. Mose 21 auf.
Dieser Vers bildet einen starken Kontrast zu Vers 13: Der Hinabgestiegene und Heraufsteigende ist AUCH der „am Holz Erhöhte“.
Und dieser Hinab- und Heraufsteigende ist wie eine Schlange – was für ein Kontrast: Die Schlange ist in der Bibel DAS Symbol für Satan und das Böse und Jesus wird am Kreuz zum Fluch und zur Sünde.
Und zwar Jesus als „Menschensohn“ also als Messias: Der Messias wird nicht der König auf dem Thron, sondern der, der wie die Schlange am Holz hängt. Und wer an diesen Messias glaubt, der wird ewiges Leben haben.
Vers 16
Über Vers 15 hinaus wird hier noch einmal deutlich, dass dieser Messias eben auch ganz klar der Sohn Gottes ist!
„einzig“ ist „einzig-geboren“: Jesus ist der einzige Sohn Gottes, welcher aus der himmlischen Vorexistenz heraus als Mensch geboren wurde. Wir Menschen können zwar auch „Kinder Gottes“ werden, aber wir werden es eben durch eine geistliche Neugeburt. Wir waren vor unserem irdischen leben nicht „Kinder Gottes BEI Gott“ – so wie eben Jesus. Jesus ist „als Kind Gottes“ auf die Welt gekommen. Wir müssen es erst im Laufe unseres Lebens werden.
Vers 17
Die Erwartung war, dass der Messias die Völker „mit eisernem Stab“ regieren und richten wird. (Psalm 2,7ff)
Aber die Welt soll durch den Sohn gerettet werden!
Vers 18
Schon in Vers 15 und 16 war das „Glauben“ der wesentliche Schlüssel, von Vers 15 her mit dem Bild der erhöhten Schlagen verbunden. Dort zeigt sich der Glaube im vertrauenden Schauen auf die Schlange.
Hier heißt es nun: Wer glaubt, wird nicht gerichtet. Das ist aber rein grammatikalisch keine Zukunftsaussage, sondern eine Gegenwartsaussage. Entsprechend passt dazu die folgende Aussage: Wer NICHT glaubt, der IST gerichtet.
Das Gericht ist etwas, was von vornherein über unserem Leben steht. Wie sind „mit einem geistlichen Minus“ in unser Leben eingesetzt und erleben zunächst sehr langsam aber doch ca. ab dem 25. Lebensjahr den körperlichen Verfall. Wir sind auf einem „Todesmarsch“.
Und nur durch den Glauben, kommen wir da raus.
Das „Verbrechen“ ist dabei, den einzigen Sohn Gottes nicht akzeptiert zu haben! Dabei ist zu beachten, dass Jesus hier zuerst mit einem führenden Juden redet und zu einem Menschen, der direkt Jesus erlebt hat. Im Übertrag auf uns heute müssen wir also vorsichtig sein, weil die Menschen heute Jesus nicht so direkt erleben. Wobei letztlich die Ablehnung von Jesus natürlich eine Sünde bleibt.
Vers 19
Und hier kommt jetzt erklärend dazu, dass eben das auch schon Teil des Gerichtes ist, DASS die Juden Jesus nicht erkannt haben, sondern ihn verwerfen und dadurch Jesus letztlich das Licht für die Nationen wird. Immer wieder zitiert Jesus ja, „damit sie hören und nicht verstehen“ (so z.B. in Mk 4,12).
Vers 20-21
Dazu kommt der Gedanke, dass die Menschen eben von Natur aus dem Licht ausweichen, weil sie nicht möchten, dass die Fehler ans Licht kommen. Aber wer die Wahrheit tut, der kommt ins Licht, weil er Gott als Wirkenden ehren möchte.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Ausgangspunkt sind jüdische Erwartungen (Reich Gottes). Wir können davon ausgehen, dass die unsere Hörer so heute nicht mehr haben. Aber das neutestamentliche Evangelium bleibt natürlich das Gleiche und das gilt es dem Hörer zuzusprechen.
Da es aber schwer genug ist, das Evangelium überhaupt in 35 Minuten angemessen zu erklären, ist es legitim, den jüdischen Rahmen so wenig wie nötig zu thematisieren.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Es ist Karfreitag, es bietet sich also an, den Bogen von der erhöhten Schlange zum Kreuz zu schlagen. Die besondere Herausforderung ist, den gewöhnten Hörer wieder neu für das Evangelium zu gewinnen und ihm die Liebestat Jesu lieb zu machen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Die naheliegende Anwendung ist, Menschen wirklich ihre Sünde anhand von Vers 19-21 aufzuzeigen und dann Vergebung im Glauben an Jesus Christus zuzusprechen.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
(Es hilft, sich selbst noch einmal in 1-2 prägnanten Sätzen deutlich vor Augen zu führen, was der Predigthörer am Ende der Predigt verstanden haben soll).
Der Hörer soll verstehen, warum Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist und der „gewöhnte Hörer“ soll neu ins Staunen kommen über die Liebe Jesu.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Thema: Jesus macht Menschen neu ODER: Mit Jesus ans Traumziel
Punkt 1: Gottes Traumziel für dich …
Punkt 2: … stattdessen das Gericht, …
Punkt 3: … aber Jesus will deine Rettung sein!
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Einstieg – evtl. mit Bild von der Titanic:
Heute ist Karfreitag, der 07. April, am kommenden Montag (10.04.) vor 111 Jahren stach die Titanic zum ersten Mal in See. Die Titanic war vor allem auf Luxusreisende ausgelegt, auf das „süße Leben“. Einer der reichsten Menschen der damaligen Zeit war an Bord. Und niemand von ihnen dachte, dass diese Jungfernfahrt gleichzeitig auch die Todesfahrt war. Das Schiff galt als unsinkbar. Die Laune dürfte prächtig gewesen sein bis zum 14. April, Sonntagabend, um 23.40 Uhr. Da kam es zur Kollision mit dem Eisberg und innerhalb von 2 Stunden und 40 Minuten versank die Titanic und mit ihr ca. 1500 Menschen. Darunter auch die 4 reichsten Personen, die auf dem Boot mitgefahren waren.
Unser Leben, so wie wir auf die Welt kommen, ist aus Gottes Sicht genauso eine Jungfernfahrt in die Katastrophe. Wir haben diese eine „Lebensüberfahrt“, und wir steuern auf ein Desaster zu. Wir kommen nicht am eigentlichen Ziel an, sondern enden in der ewigen Trennung von Gott, ohne dass wir das vorher denken oder ahnen. Und Karfreitag ist unsere einzige Chance.
Für diejenige, für die das jetzt völlig neu ist, gilt es heute morgen, diese Katastrophe zu erkennen. Dann aber gleichzeitig auch zu erkennen, wie uns Jesus, der Sohn Gottes, vor dieser Katastrophe bewahren und an unser Traumziel führen will.
Und für diejenige, die das eigentlich schon wissen und das Rettungsangebot von Jesus angenommen haben, führt diese Predigt hoffentlich wieder neu zu dem Bewusstsein, wie sehr Jesus uns liebt!
Und der heutige Karfreitag ist der richtige Tag, um sich daran zu erinnern.
Thema: Mit Jesus ans Traumziel
Und dazu schauen wir uns heute ein Gespräch an, dass Jesus vor 2000 Jahren mit einem gelehrten Juden gehalten hat:
[Eine komplette vorab-Textlesung wird in das Ermessen des Verkündigers gestellt. Wenn, dann sollte es aber in einer verständlichen Übersetzung sein. Ansonsten wird vorgeschlagen, den Text in 3 Abschnitten durchzugehen.]
Den ersten Abschnitt möchte ich dabei unter folgendem Blickwinkel anschauen:
Punkt 1: Gottes Traumziel für dich
LESUNG Vers 1-8
- Kurz Nikodemus erklären und darauf hinweisen, dass er mit einer besonderen (irdischen) Erwartung des „Reiches Gottes“ kommt. Jesus versucht ihm zu vermitteln, dass das „Reich Gottes“ letztlich etwas anderes ist, nämlich der Himmel!
- Anhand von 1. Mose 1-2 und Off 21,4-5 dem Zuhörer vor Augen malen, wo und wie uns Gott eigentlich haben möchte.
- Jesus zeigt nun aber ganz deutlich: Dorthin kommen wir nicht „einfach so“ oder „automatisch“, sondern nur durch eine „Geburt von oben“, nur als geistliche neue Menschen!
Denn so wie wir eigentlich sind, passen wir nicht zu Gott und dem Himmel!
Da machen wir jetzt einen Sprung an das Ende unseres Abschnittes, weil das für unser Verständnis etwas besser ist:
Punkt 2: … (aber) stattdessen das Gericht …
LESUNG Vers 18-21
- Jesus redet vom Gericht! Gott wird uns richten und das wird für uns eine Katastrophe sein. # [für das „Gericht“ kann man versuchen, Verständnis zu gewinnen:] Abgesehen von uns selber finden wir „Gericht“ eigentlich auch gar nicht so schlimm. Denn wir mögen es doch gar nicht, wenn böse Menschen mit ihren bösen Dingen durchkommen und nie zur Rechenschaft gezogen werden. Sollte Gott auf das böse Handeln der „Schurken“ wirklich mit Gleichgültigkeit reagieren? Nein, er ist zornig – zu Recht – (so wie wir ja auch) und er wird richten!
- So wird er aber dann eben auch unsere Sünden richten: Er wird unser Leben gründlich „beleuchten“ (Vers 20) und wird es anhand seines Willens prüfen (evtl. kann man sich hier wirklich die Zeit nehmen und einige Alltagssünden anhand der 10 Gebote durchgehen). Und „dass das doch alle machen“, wird dazu führen, dass Gott ALLE richten wird!
Sein Anspruch wird 100% sein. Welchen Anspruch sollte auch ein GOTT sonst haben?
Das ist nötig. Nur so ist deine Rettung möglich, ansonsten droht Gericht! - Als Veranschaulichung kann hier der Zahnarzt dienen: Wir gehen nicht gern hin und „stellen uns seinem Licht“, aber hinterher sind wir froh, dass wir uns ihm gestellt haben und seine Arbeit haben machen lassen – und wie gut und sinnvoll wäre es, wenn er uns nicht auf unsere Lücken aufmerksam machen würde?
- Darf Gott dein Leben beleuchten? Stellst du dich SEINEM Licht und lässt dir deine Sünde zeigen?
Und damit sind wir bei Punkt 3 anhand des mittleren Abschnittes:
Punkt 3: … aber Jesus will deine Rettung sein!
LESUNG Vers 9-17
- Wir hatten schon von der „Neugeburt“ gehört, von dem neuen geistlichen Menschen, den wir brauchen, weil wir normale Menschen einfach nicht gut genug sind.
- Jesus benutzt hier nun ein Ereignis aus der Geschichte Israels als Bild: 4. Mose 21 kurz erzählen
- Damit sind wir beim heutigen Karfreitag und bei dem, woran wir uns heute erinnern: Jesus stirbt 1500 Jahre später am Kreuz als absolut schuldloser und wird damit zu unserer „erhöhten Schlange“: Wir dürfen auf Jesus „schauen“ und glaubend vertrauen, dass er dort an unserer Stelle das Gericht Gottes auf sich genommen hat: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ [Gerade die Gemeindeglieder kann man hier noch einmal versuchen zu sensibilisieren für das Leiden und die Liebe Jesu, in der er sich selbst hingegeben hat für uns – Gal 2,20.]
Und wenn wir das verstehen, dann legt es in uns den Beginn eines neuen geistlichen Lebens: Wir merken, dass wir unsere Sünden nicht mehr verstecken müssen, sondern kommen mit ihr in Gottes Licht und suchen Vergebung. Auch mit unserem guten Handeln kommen wir in Gottes Licht und danken IHM, dass er es uns ermöglicht, das Richtige zu tun (Vers 21).
[Auch hier könnte man für Gemeindeglieder noch einmal einen Schwerpunkt legen, dass Jesus uns „70×7 mal“ immer wieder gerne vergibt von ganzem Herzen mit ganzer Liebe – er liebt es gnädig zu sein (Micha 7,18).] - Ganz zentral ist bei diesem Glauben auch die Frage nach Jesus (Vers 18) – Jesus erwartet VOR ALLEM deine Anerkennung, dass wir dann auch seinen Willen tun ist eine Folge dieser Anerkennung! Aber MIT dieser Anerkennung sind wir gerettet. Wir enden nicht in der Katastrophe, sondern wir kommen ins Reich Gottes, in den Himmel, an das Traumziel.
Abschluss:
Stell dich Gottes Licht und stehe zu deiner Schuld!
Dann schau auf Jesus, der die Katastrophe, Gottes Gericht, auf sich genommen hat. Du darfst schauen und glauben, dass er deine Schuld auf sich genommen hat und du am Traumziel Gottes ankommst.
4. Einige Tipps für die Verkündigung
- Arbeite (und bete) in der Vorbereitung so lange mit dem Abschnitt, bis er wirklich mit seinen Punkten dein eigenes Herzensanliegen ist!
- EVA – E=erkläre den Text gründlich / V=veranschauliche deine Predigtpunkte mit einem Bild / A – Anwendung: Zeige praktische Beispiele, wie dieser Punkt im Alltag (in deinem Alltag) Anwendung finden kann bzw. findet.
- Halte Blickkontakt! Vor allem am Anfang und Ende der Predigt. (Lerne Einleitung und Zusammenfassung möglichst auswendig!)
- Eine „Predigt“ ist mehr als ein Vortrag/Referat, sie ist Zuspruch, der von Herzen kommt und zu Herzen gehen soll, sei es Ermutigung oder Ermahnung.
- Erzähle aus deinem Leben – ausgewogen – wo dir das eine oder andere vorbildlich gelingt, wo aber auch mal etwas nicht so gelungen ist, wie es sein sollte oder schwer fällt.
- Werde wirklich praktisch und konkret: Wie kann eine Wahrheit wirklich im Alltag umgesetzt werden?
(Mirko Lau)