Matthäus

Predigthilfe vom 6. März 2022 – Matthäus 22, 1-14

Jahresthema:         Wert(e)voll leben. Die Auswirkungen des Heiligen Geistes in unserem Leben (Gal 5,22)

Monatsthema:       Matthäus-Evangelium: Authentisch glauben

Predigtthema:       Jesus lädt ein

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

Unter Umständen kann sich auch mal der Blick in eine englische Übersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen Übersetzungen manchmal „fromm-deutsche“ Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und „normaler“ übersetzt sind.

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Wir sind immer noch im Matthäusevangelium unterwegs. Der Ausleger sollte sich klar machen, dass die Erzählungen ab Mt 21 in der Karwoche stattfinden. Jesus ist im „Dialog“ mit den Pharisäern in Jerusalem. Wenn man es genau anschaut muss man fast sagen, dass Jesus mit ihrem Unglauben abrechnet. Mehrfach liest man die Reaktion der Hohenpriester und Pharisäer auf die „Anklagen“ Jesu. Z.B. in Mt 21,46: Und als sie ihn zu greifen suchten, fürchteten sie die Volksmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten.“ Oder Mt 22,15: „Dann gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn bei einem Ausspruch fangen könnten“. Es ist fast so, als stelle sich Jesus in dieser letzten Woche nochmal zur Schau und zur Überprüfung. Jeder soll sehen, dass es sich bei ihm tatsächlich um das fehlerlose Lamm Gottes handelt. Warum macht das Jesus? Warum hält er sich zwischen Palmsonntag und Karfreitag in Jerusalem auf? Er macht das, damit sich das erfüllt, was für ein Passahlamm galt. Nach 2.Mose 12,3+6 wurde das Lamm am 10. des Monats in die Familie aufgenommen, bis zum 14. des Monats aufbewahrt und dann zwischen den zwei Abenden geschlachtet. Jesus war von Palmsonntag (10. des Monats) bis Gründonnerstag (14. des Monats) unter dem Volk in Jerusalem. Dann wurde er zwischen den zwei Abenden geschlachtet. Genau so ist es angeordnet in 2.Mose 12,6. Jesus stirbt an Karfreitag um 15 Uhr.

Liest man die Geschichten von Mt 21-25, dann entdeckt man, dass das Zielpublikum eindeutig die ungläubigen Juden waren, repräsentiert durch die Pharisäer, Sadduzäer und Hohenpriester. Die Reden gipfeln in den Weherufen über die Pharisäer und Schriftgelehrten in Mt 23,13ff und der Klage über Jerusalem in Mt 23,37ff!

Das Fazit Jesu ist: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Kücken versammelt unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt.“ Mt 23,37

„Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an.“ So heißt es in Joh 1,11. Das Volk Israel lehnt seinen Messias ab. Die Folge wird Gericht und Verstockung sein (Röm 11,7). Weil das so kam, ist das Heil zu den Nationen, also auch zu uns, gekommen (Röm 11,11).

Unser Predigttext aus Mt 22,1-14 liegt genau in dieser letzten Woche, der Karwoche. Die Angesprochenen sind zunächst die Juden, nicht wir. Es geht um den großen Heilsplan Gottes, der zunächst und zu allererst für sein Volk Israel galt. Aber wir werden später in der genaueren Betrachtung des Gleichnisses sehen, dass sein Volk diese Einladung zum Heil abgelehnt hat.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, möchte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-/Elberfelderübersetzung und danach in einer neueren Übersetzung (Ich empfehle Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), oder Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ)). Ich persönlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.

Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:

* MacArthur Studienbibel ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (www.sermononline.de) als pdf zur Verfügung steht.

* Die Ryrie-Studienbibel hat nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann ergänzend mit hinzugezogen werden.

* https://dasbibelprojekt.visiomedia.org/ Hier findest du kurze Videoclips über das Matthäus-Evanglium. Diese helfen einen Gesamtüberblick über den Brief zu bekommen.

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Wir haben eine nicht ganz einfache Textgattung vor uns. Es handelt sich nicht um erzählte Geschichte, sondern um ein Gleichnis, eine Beispielgeschichte. Jesus erzählt eine erfundene Geschichte, um Wahrheiten über das Reich Gottes weiterzugeben. Jedoch bleibt es ein Beispiel und wir können nicht alles einfach 1:1 übertragen. Wir müssen schauen, dass wir das erzählte Gleichnis nicht überinterpretieren und zu viel aus ihm herauslesen. Ich möchte dir kurz ein Beispiel geben, damit zu verstehst, was ich meine.

Nehmen wir das Gleichnis vom ungerechten Richter aus Lk 18,1-8. Hier dürfen wir nicht einfach übertragen, dass Gott ja für den Richter steht und anscheinend uns nicht hört. Das Gegenteil ist der Fall. Gott weiß schon, was wir brauchen, bevor wir ihn darum bitten (Mt 6,8). Wir sollten daher gut überlegen, um was es Jesus in der Beispielgeschichte geht, was sozusagen die Quintessenz ist.

Das Ergebnis unserer Interpretation aus dem Gleichnis sollte nicht im Widerspruch mit der Bibel stehen. Ganz nach dem Motto der Reformatoren: Die Schrift wird mit der Schrift ausgelegt.

Jesus verwendet in seinen Gleichnissen in der Regel Beispiele aus dem Leben der damaligen Menschen. In unserem Fall geht es um einen König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt. Dabei stehen auf der einen Seite der einladende König und auf der anderen Seite die ablehnenden Gäste im Vordergrund. Der Grundgedanke ist der, dass der König alles in seiner Macht Stehende tut, um einzuladen. Die eigentlichen Geladenen lehnen die Einladung des Königs ab.

Wichtig ist, dass im Prinzip das Gleichnis davor (das Gleichnis von dem Weingärtner) das gleiche Thema hat. Hier lehnen die Pächter den Anspruch des Weinbergbesitzers ab. Alle Versuche des Besitzers werden wie in unserem Gleichnis ignoriert oder sogar gewaltvoll abgelehnt. Auch das Gleichnis davor in Mt 21,28ff hat als Inhalt die Ablehnung gegenüber dem Vater.

Somit haben wir die grobe Linie des Gleichnisses. Jesus erzählt es in einer „Gottesfeindlichen“ Umgebung, nämlich in Jerusalem. Hier haben wir die geistliche Elite der damaligen Zeit, die für das Gro des Volkes steht. Jesus identifiziert sie mit den Gruppen in seinen Gleichnissen, die die Einladung Gottes ausschlagen. Interessant ist, dass die Zuhörer das verstanden und dass es sie wütend gemacht hat. Bspw. Mt 21,45: „Und als die Hohen Priester und die Pharisäer seine Gleichnisse gehört hatten, erkannten sie, dass er von ihnen redete.“ Die Reaktion der Zuhörer war allerdings nicht Buße, sondern Zorn. Dieser Jesus muss weg! Damit reihen sie (Pharisäer und Schriftgelehrte) sich ein in die Linie derer, die in der Geschichte immer wieder die Einladung Gottes abgelehnt und die Boten Gottes drangsaliert und manchmal sogar getötet haben.

Jesus sagt das dann wörtlich so in Mt 23,29ff: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten 30 und sagt: Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir uns nicht an dem Blut der Propheten schuldig gemacht haben. 31 So gebt ihr euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, welche die Propheten ermordet haben. 32 Und ihr, macht nur das Maß eurer Väter voll! 33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen? 34 Deswegen siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; einige von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt,“. All das ist dann ja auch passiert. Man denke nur an den Tod Stephanus und die große Verfolgung unter Saulus.

Die Reaktion Gottes auf diese Ablehnung und Ermordung der Boten Gottes ist das Gericht. Wir haben es oben gelesen: „Wie werdet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?“ Auch diesen Inhalt haben übrigens die Gleichnisse. Im Gleichnis der ungleichen Söhne wird das Gericht nur indirekt angesprochen. Es ist jedoch klar, dass das Volk Israel behauptet hat, dem Willen Gottes zu gehorchen (2. Mose 19,8: „Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun!“), ihn aber immer und immer wieder nicht getan hat bis auf diesen Tag, an dem Jesus diese Gleichnisse erzählt. Damit ist Israel der Sohn, der zwar sagt, dass er den Willen Gottes tut, ihn aber dann doch nicht tut. Dieses Handeln zieht unweigerlich das Gericht Gottes nach sich. Im Gleichnis der Weingärtner folgern die Zuhörer ganz richtig, was passieren wird, nachdem sie alle Boten und sogar den Sohn des Besitzers (steht für Jesus, den Sohn Gottes) umgebracht haben, folgendermaßen in Mt 21,41: „Er wird jene Übeltäter übel umbringen, und den Weinberg wird er an andere Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte abgeben werden zu ihrer Zeit.“

Die Pharisäer verstehen, dass so ein Handeln das Gericht mit sich bringt und eine Weitergabe des Heils an andere, die treu sein werden. Hier ist schon das angelegt, was kommen wird. Das Heil wird vom Volk Israel zu den Nationen gehen und die werden die Früchte bringen.

In unserem Gleichnis haben wir im Prinzip genau dasselbe anders verpackt. Die Folge der Ablehnung der Einladung und der Ermordung der Boten steht in Mt 22,7: „Der König aber wurde zornig und sandte seine Truppen aus, brachte jene Mörder um und steckte ihre Stadt in Brand“. Diese Haltung bringt das Gericht mit sich und die Einladung wird jetzt gegenüber den Fernen ausgesprochen, Mt 22,9: „So geht nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit ein.“

Es gibt ein ähnliches Gleichnis in der Schrift, das sich doch von dem unseren unterscheidet. In Lk 14,16-24 haben wirdas Gleichnis vom großen Gastmahl. Die Parallelen sind, dass auch hier einer einlädt. Es geht nicht um eine Hochzeit bzw. ein Hochzeitsmahl, sondern ein anderes Essen. Auch hier in diesem Gleichnis lehnen alle zunächst Eingeladenen ab. Alle haben sie Ausreden, warum sie nicht kommen können. Die Reaktion des Gastherrn ist ähnlich. Er wird zornig über die Ablehnung und lädt stattdessen andere ein. Was hier fehlt ist die Komponente des Gerichts über die Gäste, die abgelehnt haben.

Jesus erzählt unser Gleichnis mit den einleitenden Worten: „Mit dem Reich der Himmel ist es wie..“ Jesus erzählt viele dieser Gleichnisse um uns wichtige Wahrheiten über sein Reich mitzuteilen.

Das Bild der Hochzeit und des Hochzeitsmahles ist in der Bibel ein wichtiges. Schon im alten Testament wird uns Gott dargestellt als der, der sich eine Braut auswählt. Beispielsweise berichtet Hes 16 davon, dass Gott Israel als Baby das Leben schenkte und es später zur Frau nahm. Allerdings erwies sich Israel als untreue Ehefrau. Das Neue Testament bezeichnet die Gemeinde als die Braut, die Verlobte Christi (2Kor 11,2). Spannenderweise ist die Ehe von uns Menschen ein Bild auf Christus und die Gemeinde. So sagt es Paulus in Eph 5,32. Christus verlässt den Himmel um sich mit uns Menschen zu verbinden und eine neue Einheit zu schaffen. Alles läuft dann auf die große Hochzeit zu, von der uns Offb 19,7-9 berichtet:

„Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitgemacht. 8 Und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleidete in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. 9 Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die eingeladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!“

Es wird eine Hochzeit, ein Freudenfest, ein großes Mahl geben. Die Braut ist dabei die Gemeinde, der Bräutigam Jesus. Die Braut trägt ein weißes, leinenes Hochzeitsgewand. Es steht für die Gerechtigkeit (gerechte Taten der Heiligen). Das werden wir später noch in der Auslegung des Gleichnisses brauchen.

Somit können wir folgendes festhalten.

  • Jesus erzählt das Gleichnis, um uns wichtige Wahrheiten über den Himmel zu erzählen
  • Der König im Gleichnis lässt sich leicht mit Gott identifizieren
  • Der König ist der, der zum Fest einlädt
  • Der König hat mehrfach eingeladen
  • Die zunächst Eingeladenen sind das Volk Israel
  • Das Volk Israel hat Gott und seine Einladung immer wieder abgelehnt
  • Der König beweist sich als geduldig und langmütig, aber irgendwann ist das Maß voll und es kommt das Gericht
  • Die Einladung des Königs geht von den Nahen zu den Fernen, zu den Nationen.
  • Diese nehmen die Einladung an und kommen
  • Die Zugangsberechtigung ist das passende Gewand
  • Wer nicht dabei ist, hat seinen Platz in der äußersten Finsternis

Kleider machen Leute:

Das kennen wir aus dem Volksmund. Wie haben wir das zu verstehen, dass einer auf der Hochzeit war und nicht das passende Gewand anhatte? Geht es hier also doch um etwas, dass wir Menschen leisten müssen, um zugelassen zu werden zum Reich Gottes? Es ist zu beachten, dass die Knechte des Königs alle brachten, die sie auf den Straßen fanden, Gute wie Böse. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass Zeit war, um sich doch schick einzukleiden. Jeder kam einfach so, wie er gerade gekleidet war. Das heißt, die passende Kleidung für das Fest bekamen die Gäste vor Ort, vom König!

Nehmen wir dazu Offb 19,8, dann erkennen wir, dass die Kleidung für Gerechtigkeit steht. Auch das kennen wir vom Volksmund. Wir reden davon, dass jemand eine weiße Weste hat. Das heißt also: Jeder geladene Gast durfte sich vom König die passende Kleidung holen. Er bekam sie geschenkt. Wichtig: Um vor diesem König bestehen zu können, seiner Prüfung standzuhalten, benötigen wir das richtige Gewand. Einer hat diese Kleidung offensichtlich abgelehnt. D.h. er hat auf die geschenkte Gerechtigkeit verzichtet und wollte mit seiner eigens aufgerichteten Gerechtigkeit vor Gott bestehen. Und das geht nicht. Interessanterweise verstummt der Mann bei der Zurechtstellung des Königs. Offenbar war im klar, dass er das einzig Benötigte (das saubere Kleid) nicht hatte! Es gibt dafür keine Ausrede oder Entschuldigung. Die Konsequenzen sind schlimm. Der Mann muss in die äußerste Finsternis. Das ist ein Synonym für die Hölle. Wer sich von Gott nicht seine (die göttliche) Gerechtigkeit schenken lässt, der kann nicht in seiner Gegenwart sein.

Röm 3,23f: „Denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“

Jeder Mensch hat kein passendes Hochzeitsgewand. Aber jeder Mensch kann dieses Kleid umsonst bekommen. Durch die Tat Jesu am Kreuz kann derjenige, der sich im Vertrauen an Christus wendet, von ihm gerecht gemacht werden. Er bekommt dann dieses neue Gewand.

Zinzendorf schreibt in seinem Lied Christi Blut und Gerechtigkeit in der ersten Strophe:

Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid,
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn
.

Genau das ist es, was uns das Gleichnis von Jesus an dieser Stelle sagen will. Wer nicht die Gnade Jesu für sich in Anspruch nimmt, seine Vergebung am Kreuz, der wird nicht zugelassen sein im Himmel. Offb 7,14: „Und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.“ Hier haben wir die biblische Erklärung, wie wir ein helles und reines Gewand bekommen. Wir müssen uns waschen im Blut Jesus. D.h. sein Blut muss uns reinwaschen von unserer Sünde.

Dieser eine Mann hatte nicht seine Kleider im Blut Jesu gewaschen. Auch hier möchte ich auf den Gleichnis-Charakter hinweisen. Im Himmel wird es sicherlich nicht „ausversehen“ einen Ungerechten geben. Jesus zeigt uns dadurch aber, was der ausschlaggebende Faktor ist, ob man dabei ist oder eben nicht.

Vorsicht vor dem Namenschristentum:

Viele Ausleger sehen in diesem Mann mit dem falschen Gewand einen Mitläufer. Er war bei denen dabei, die sich aufgemacht haben zur Hochzeit. Er war der Einladung gefolgt. Jedoch hatte er anscheinend nicht verstanden, um was es geht. Er hatte keine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Er hatte die vergebende Gnade für sich nicht in Anspruch genommen. Damit kristallisiert er sich als nicht würdig heraus.

Viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte:

Die spannende Frage an diesem Abschnitt ist ja auch die, wie wir das Fazit am Ende zu verstehen haben. War derjenige einfach nicht dazu bestimmt, dazuzugehören? Haben wir es hier mit Prädestination, also einer Vorherbestimmung zum Heil durch Gott zu tun? Das Gleichnis zeigt was anderes. Gott ist und bleibt der Einladende. Der Verlauf des Gleichnisses zeigt ja gerade, dass seine Einladung einfach an alle gerichtet wird. Hier ist nichts davon zu lesen, dass irgendjemand von vorneherein ausgenommen wäre. Das deckt sich im Übrigen mit der Generaleinladung von Jesus in Mt 11,28: „Kommt her zu mir alle, die ihr Mühselig und Beladen seid.“

Von Siebenthal und Haubeck schreiben im Werk Neuer sprachlicher Schlüssel zum griechischen Neuen Testament folgendes, was ich nachdenkenswert finde:

ἐκ-λεκτός9 ausgewählt, im NT fast durchweg: auserwählt (ausgesondert, um zu Gott zu gehören bzw. ihm zu dienen); πολλοὶ γάρ εἰσιν κλητοί, ὀλίγοι δὲ ἐκλεκτοί (zum Wortspiel vgl. H-S § 294i) denn viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt, d. h. viele sind eingeladen, doch manche weigern sich zu kommen, u. andere weigern sich, die Normen des „Himmelreiches“ zu akzeptieren, und werden daher verworfen: die, die bleiben, werden als „auserwählt“ bez. (Carson, Mt, S. 457).[1]

Gottes Rufen geht in die Welt und zwar von Anbeginn der Schöpfung an: Adam, wo bis du! Viele, viele Menschen hören den Ruf Gottes, aber nicht jeder lässt sich rufen. Diejenigen, die dem Ruf Gottes folgen, sind die Auserwählten. Friedrich Keil schreibt ähnliches in seinem Kommentar:

„Die Auswahl (ἐκλογή) ist jedoch nicht als ein Act unbedingten göttlichen Ratschlusses zu denken, sondern, wie die Parabel lehrt, durch das Verhalten der Menschen zu dem göttlichen Gnadenrufe bedingt[2]

Man könnte nun wirklich vom Gleichnis herkommend dem König nicht den Vorwurf machen, er hätte schlecht oder nur begrenzt eingeladen. Nein, man muss sagen, dass seine Einladung sogar mehrfach erging. Das deckt sich mit dem biblischen Befund aus 2Petr 3,9: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.“

Gott ist langmütig, ausdauernd. Er will nicht, dass Menschen in die äußerste Finsternis gehen müssen (siehe dazu auch Hes 18,23+31-32).

Ich würde dazu raten, genau die Linie des Gleichnisses weiterzugeben. Gott ruft! Er möchte, dass alle Menschen beim großen Fest dabei sind (1Tim 2,4). Und doch lässt Gott es offenbar geschehen, dass Menschen seine Einladung ausschlagen. Gott lässt sie ziehen, wie Jesus den reichen Jüngling in Lk 15. Deswegen gilt immer das, was in Hebr 4,7 steht: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!“

Es gibt sogar eine Stelle in der Bibel, die eine mehrfache Einladung Gottes uns Menschen gegenüber erwähnt. Ich möchte sie nicht überinterpretieren, aber einfach mal erwähnen. Hi 33,29: „Siehe, das alles tut Gott zweimal, dreimal mit dem Mann, um seine Seele von der Grube zurückzuholen, damit er vom Licht des Lebens erleuchtet wird.“

Man muss sagen, dass Gott alles getan hat, um ein Leben mit ihm zu ermöglichen. Er hat sich seinen Sohn vom Herzen gerissen und ihn hingegeben für die Welt (Joh 3,16). Dabei macht die Schrift in 1Joh 2,2 deutlich, dass die Vergebung für alle da ist. Jesus wird keinen abweisen, der zu ihm kommt. Das ist ja die Jahreslosung aus Joh 6,37. Übrigens sagt auch Eph 1,4, dass Gott uns erwählt hat in Christus. Das schließt irgendeine Art von Willkür Gottes vor Anbeginn der Welt aus. Der Grund für unsere Erwählung ist Jesus. Wer sich an ihn wendet und seine Gnade annimmt, ist erwählt, weil er zu Jesus gehört. Das kann man übrigens auch an anderen Stellen sehen, wie bspw. 1Petr 2,5-10. Gott hat Christus zum Eckstein auserwählt, damit jeder, der an ihn glaubt, d.h. sich an ihn wendet, nicht zuschanden wird. Wenn wir uns aber an diesen Eckstein halten, uns zu ihm bekennen, dann sind wir das, was in 1Petr 2,9 steht: „Ein auserwähltes Geschlecht […], eine heilige Nation zum Besitztum […].“

1.4 Struktur des Abschnittes:

Das Gleichnis lässt sich in zwei Hauptteile unterteilen.

Teil 1 sind die Verse 1-7! Hier geht es um die Ablehnung des Volkes Israel gegenüber Gottes Einladung und die Konsequenzen.

Teil 2 sind die Verse 9-14! Hier geht es um die geniale Wahrheit, dass Gott seine Einladung an alle ausspricht und es keine Grenzen mehr gibt. Der zweite Teil wird uns noch Antworten geben auf zwei Fragen: Was sind die Zulassungsbedingungen für die Hochzeit? Was ist mit denen, die nicht dabei sein werden?

Der Vers 8 bildet dabei das Bindeglied zwischen beiden Teilen.

Innertextliche Gliederung:

V1 leitet das Gleichnis ein. Das, was nun folgt, ist eine Beispielgeschichte und nicht die tatsächliche himmlische Realität.

V2-6 beschreibt uns den König, der zur Hochzeit seines Sohnes einlädt. Dabei gingen wohl im Vorfeld schon Einladungen an die Gäste raus, aber es kam niemand. Daraufhin sendet der König Boten aus, um die Eingeladenen zu rufen und zum Kommen zu bewegen. Sie wollen aber nicht! Auch das erneute Aussenden der Boten und die Einladung wird mit Missachtung oder gar Gewalt erwidert.

V7 berichtet uns von der Reaktion des Königs auf die Ablehnung und die Gewalt gegenüber seinen Boten. Zorn, Rache, letztlich Gericht.

V8 gibt die Erklärung, warum die Geladenen nicht kamen. Sie waren unwürdig. Jedoch ist die Hochzeit bereitet und das Mahl wartet auf Gäste

V9-10 redet davon, wie der König nun eine ganz allgemeine Einladung an alle ausspricht. Von jetzt an sind alle eingeladen. Und tatsächlich, das Fest wird voll.

V11-13 zeigt uns den König, der die Hochzeitsgäste begutachtet, um ihre „Würdigkeit“ zu prüfen. Dabei kommt es anscheinend nicht auf den Stand an, sondern nur auf das Gewand. Als er einen ohne Hochzeitskleidung findet, wirft er ihn aus der Feier raus. Es wird uns berichtet, an welchen Ort er muss. Es ist die äußerste Finsternis.

V14: Gibt uns eine Erklärung über das Geschehene.

1.5 Wichtige Begriffe:

Ich möchte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erläutern, die mir wichtig erscheinen. Es werden bei weitem nicht alle wichtigen sein, aber ein paar 😉. Die Begriffe sind nach der Elberfelderübersetzung aufgelistet.

Reich der Himmel (gr. basileia ton uranon):

Hier geht es um die Herrschaft Gottes, letztlich den Himmel. Es geht um die zukünftige Herrschaft von Jesus.

Eingeladenen (gr. kaleo)

Dieses Wort vom Stamm her meint auch berufen, gerufen sein. Dahinter steht das Verständnis, dass an diese Gruppe von Personen schon ein Ruf erging. Es steht im Passiv da und das macht deutlich, der Handelnde ist der Rufende, nämlich der König, letztlich Gott. Er hat eingeladen.

Knechte (gr. doulos)

Wörtl. eigentlich der Sklave. Der König schickt seine Sklaven um zum Fest einzuladen. Das ist sicherlich ein Hinweis auf die Propheten, die immer wieder eingeladen haben.

Nicht wollen (gr. ouk thelo)

Sich nicht darum kümmern, nicht mögen. Im Prinzip interessieren sie sich nicht für den König und sein Fest! Leider entspricht das dem, was Jesus dann später in Mt 23,37-39 sagt. „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen […] und ihr habt nicht gewollt.“

Besehen (gr. theaomai)

Wörtl. schauen, anschauen oder betrachten. Es kann auch zu Schau stellen meinen. Der König betrachtet seine Gäste ganz genau. Es ist ein prüfendes Anschauen.

Diener (gr. diakonoi)

Die Diener, die den Eindringling mit der falschen Kleidung binden, unterscheiden sich von den Knechten (gr. doulos) oben im Gleichnis. An dieser Stelle sehen wir besser Gerichtsengel. Mt 13,49f: „So wird es in der Vollendung des Zeitalters sein: Die Engel werden hinausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.“

Äußerste Finsternis (gr. exoteros skotos)

Man könnte auch übersetzen: Werft ihn hinaus in die Finsternis draußen. Dabei handelt es sich um einen Superlativ. Ganz, ganz weit draußen. In der Ewigkeit wird es einen Ort des Lichts geben. Es ist der Ort an dem Gott wohnt (Offb. 21,23). Der andere Ort wird ein „draußen sein“. Eben nicht im Licht, sondern an einem Ort ohne Licht, ohne Gott. Das ist die Finsternis. Ob es sich an dieser Stelle um einen Vorläufer der Hölle handelt oder die Hölle selbst, spielt letztlich keine Rolle. Dort werden die Menschen landen, die nicht an Jesus geglaubt haben.

Weinen und Zähneknirschen (gr. klauthmos kai brygmos)

Kommt im Evangelium des Matthäus schon in Kapitel 8,12 vor. Insgesamt finden wir die Wendung häufiger. Der Plural macht deutlich, dass dieser Mensch dort nicht alleine sein wird. An diesen Ort fern von Gott wünscht man sich seine schlimmsten Feinde nicht!

Berufen (gr. kletos)

Berufen oder auch geladen. Meint im Kontext des Gleichnisses im Prinzip die geladenen Gäste.

Auserwählt (gr. eklektos)

Gewählt, ausersucht, ausgewählt. Das ist die Gruppe von Menschen, die sich das Kleid vom HERRN Jesus haben schenken lassen.

2. Verstehen, worum es geht

Wir sollten uns nicht im Gleichnis verzetteln, sondern die Situation, in der Jesus das Gleichnis erzählt im Blick behalten. Das erwählte Volk Israel wurde immer und immer wieder von Gott gerufen zu einem Leben mit ihm. Letztlich haben sie Gott abgelehnt und sogar ihren Messias Jesus Christus. Das ist tragisch. Jedoch für uns Heidenchristen kam so das Evangelium zu uns. Paulus schreibt in Eph 3,6: „Die Nationen sollen nämlich Miterben und MitGlieder am gleichen Leib sein und Mitteilhaber der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium.“

Jetzt dürfen wir uns nahen und dürfen zum auserwählten Volk gehören (1Petr 2,9). Allerdings nicht, weil wir besser wären, sondern weil wir uns das Gewand durch den Messias Jesus schenken haben lassen. Gerechtigkeit ist ein Geschenk Gottes.

Dieser große Gott lädt uns also durch seinen Sohn Jesus zu sich ein und er bezahlt auch den Eintrittspreis.

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Wir sind aktuell im Matthäus-Evangelium unterwegs. Wir nehmen die Hörer mit in die Auseinandersetzungen Jesu in der Karwoche. Dabei steht das Gleichnis für sich. Allerdings sollte der Fokus auf dem rufenden und einladenden Gott sein.

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Wie bereits erwähnt ist es wichtig, dass wir als Textgattung ein Gleichnis haben. Hier müssen wir vorsichtig Übertragen. Ein Gleichnis kann schnell überinterpretiert und dann falsche Schlüsse, falsche Theologien aufgestellt werden. Das Gleichnis ist eine Verdeutlichungsgeschichte. Die Hörer sind die Juden zunächst. Es ist ihnen als Gericht gesagt. Weil sie permanent Gottes Einladung abgelehnt haben und sogar seine Propheten misshandelt, ja sogar getötet haben, deswegen dürfen jetzt die Heiden zum großen König kommen.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Der Text hat eine gute Länge und eignet sich, komplett gelesen zu werden. Es kann überlegt werden, ob er zweigeteilt behandelt und gelesen wird. Zunächst bis Vers 8 und dann ab Vers 9.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Im Vordergrund steht der einladende Gott. Die Bibel zeigt uns, dass dieser Gott Mensch wird und die Einladung letztlich an alle Menschen richtet (Mt 11,28). Jesus lädt alle Menschen zu sich in sein Reich ein. Der Großteil der Juden hat Jesus leider abgelehnt, jedoch werden auch sie ihren Messias noch erkennen (u.a. Röm 11,24-27; Sach 12,10). Wir wollen im Namen Jesu einladen ganz nach dem Motto von 2Kor 5,20. Dabei betonen wir, auf was es ankommt: Das richtige Gewand. Wir können bei Gott in der Ewigkeit nur sein, wenn wir rein und sauber sind. Wir brauchen die Vergebung durch Jesus Christus. Wir müssen uns reinwaschen „in seinem Blut“ (Offb 7,14). Und ja, viele Menschen hören heute in einer pluralistischen Welt den Absolutheitsanspruch der Bibel ungern, aber wer den Weg der Gnade und Vergebung in Jesus nicht einschlägt, der hat auch in der Gegenwart Gottes keinen Platz. Unsere irdische Entscheidung hat himmlische und ewige Konsequenzen. Gott hat sich längst für die Menschen entschieden. Deswegen hat er seinen Sohn gesandt und alles geleistet, damit jeder der Einladung folgen kann. Es sollte auch eine Warnung an die Mitläufer ausgesprochen werden. Der Besuch der Gemeinde macht dich nicht zum Christen, sondern der lebensverändernde Glaube an Jesus, der sich in einer lebendigen Beziehung zeigt.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Ich mache dir hier ein paar Themenvorschläge:

„Jesus lädt ein“ (Vorschlag vom Verband)

„Gott feiert ein Fest – bist du dabei?“

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

a) Rückblick – Israel als warnendes Beispiel (Verse 1-8)

Das Wesen Gottes entspricht zutiefst dem des einladenden Königs. Er liebt alle seine Geschöpfe und möchte, dass sie mit ihm das ewige Fest feiern. Hebr 1,1-2 redet vom Reden und Rufen Gottes, dass in Jesus mündet und in ihm seinen Höhepunkt und Ende hat. Jedoch kann jeder Mensch den Weg Israels einschlagen und diesen Gott ablehnen. Wir machen deutlich in der Predigt, dass die Frage, ob ich die Einladung Gottes annehme oder ablehne an einer Person festgemacht wird. Jesus Christus! Er ist der menschgewordene Gott, der unmissverständlich einlädt in Mt 11,28. Das Ablehnen dieses liebenden Schöpfergottes, der ja ein Recht auf unser Leben hat, hat ewige Konsequenzen. Wir sollen es nicht so machen wie das Volk Israel, sondern sollen aus ihren Fehlern lernen (siehe dazu auch 1Kor 10,1-13). Doch der Fall Israels ebnete den Weg zu uns, den Nationen. Gottes Einladung galt schon immer allen Menschen (siehe dazu 1Mo 12,3; Jes 49,6), aber man kann sie ablehnen.

Willst du die Einladung Jesu auch ausschlagen?

b) Einblick – Kleider machen Leute (Verse 9-14)

Wenn du anderen einen Einblick in dein Leben gewähren würdest, wer in der Geschichte wärst du? Bist du einer, der die Einladung Gottes schon immer abgelehnt hat? Oder bist du einer, der grundsätzlich Interesse am Glauben, an den frommen Menschen, am Gottesdienst hat. Einer, der einfach mal mitläuft? Oder bist du wirklich einer, der dazugehört?

Der Unterschied macht nicht das Engagement oder der finanzielle Einsatz oder die aufgewendete Zeit für den christlichen Glauben. Der Unterschied macht die Kleidung. Bsp: Auto in der Garage. Wichtig: Alle geladenen Gäste kamen sicherlich nicht mit dem passenden Gewand. Ob man dabei ist oder nicht, hat nichts mit der eigenen Leistung oder den eigenen Voraussetzungen zu tun. Das passende Gewand kann man nur geschenkt bekommen. Niemand ist von sich aus würdig am großen Fest in der Gegenwart des großen Königs (Gott) teilzunehmen. Hier dürfen wir fröhlich vom Evangelium berichten, von der Möglichkeit uns reinzuwaschen im Blut Jesu (Offb 7,14). Jesus kann das. Er kann sogar die schlimmsten Sünden bezahlen. Jes 1,18 gibt uns das Bild von Gott, der uns reinwaschen kann. Aber die Aufforderung Gottes lautet in Jes 1,16: „Wascht euch, reinigt euch!“ Jeder von uns muss sich persönlich zu Jesus aufmachen und diese Vergebung annehmen. Hier wäre Platz für ein pers. Zeugnis. Willst du ein Erwählter sein, dann komm zu Jesus. Er hat dich längst gerufen und berufen.

Hast du schon das passende Gewand an?

c) Ausblick – Die Ewigkeit bei Gott/Jesus

Natürlich wollen wir bei diesem Text auch einen Ausblick wagen. Auf uns Christen wartet ein großes Fest – die Hochzeit des Lammes (Jesus) und seiner Braut (Gemeinde, Volk Gottes). Offb 19 berichtet uns davon. Hier werden wir endlich unseren HERRN sehen und es wird das geschehen, was in 1Joh 3,2/Phil 3,21/Kol 3,4 steht: Wir werden ihn sehn und dann ihm gleich sein, in dieser neuen Art des Lebens, mit neuem Leib. Der Fokus unseres Lebens sollte nicht die Gegenwart sein, sondern die Ewigkeit. Dabei sein ist alles. Der olympische Gedanke wird in der Tat ausschlaggebend sein, denn der Grund, das Zentrum von allem, wird Jesus Christus sein., nicht wir. Wir werden aufatmen in seiner Gegenwart und ihm von Ewigkeit zu Ewigkeit danken. Wir können hier auch auf Texte aus Offb 21+22 eingehen. Grundsätzlich wollen wir auch erwähnen, dass es eine Ewigkeit für die Nichtchristen gibt, die als äußerste Finsternis beschrieben wird. Wir wollen nicht mit der Angst vor der Hölle werben, sondern mit der Liebe des einladenden Jesus, aber wir enthalten diese biblische Wahrheit nicht vor.

Willst du in der Ewigkeit bei Jesus dabei sein?

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Beispiele oder persönliche Erlebnisse sind in einer Predigt sehr wichtig und beleben sie.

Was macht uns zum echten Christen?

Hier kann man einen Vergleich verwenden. Nur weil ich in die Garage gehe und brumm brumm mache, bin ich noch lange kein Auto. Genauso bin ich auch kein Christ, nur weil ich in den Gottesdienst gehe und fromme Lieder mitsinge. Ein Christ zeichnet sich durch eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus aus.

Zeugnis geben!

Die Predigt bietet auch die Möglichkeit für ein pers. Zeugnis. Wie habe ich diese Einladung von Jesus angenommen? Welche Auswirkungen hatte das für mein Leben?

(Manuel Nowak)


[1] Von Siebenthal, H., & Haubeck, W. (2007). Matthäus bis Offenbarung (2., durchgesehene Auflage, S. 147). Brunnen Verlag.

[2] Keil, C. F. (1877). Commentar über das Evangelium des Matthäus (S. 431). Dörffling und Franke.