Predigtthema: Vätergeschichte
Predigttext: Isaak: Geistliche Prinzipien der Führung Gottes 1. Mose 24, 1-67
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung). Die Ryrie Studienbibel.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Die Geschichte zeigt die gute Führung Gottes im Leben seiner Leute. Sie zeigt die Treue und Liebe Gottes, zeigt dass Gott zu seiner Bundestreue und zu seinem Wort steht. Das Versprechen an Abraham mit ihm ein großes Volk zu formen, findet hier seine Fortsetzung, obwohl es manche Engstellen gegeben hat. Gott hält seine Versprechen, bereitet vor, macht Türen auf, wenn wir nach seinen Weisungen leben.
Grundlage für eine gute Orientierung und Führung in meinem Leben ist immer das Wort Gottes.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* das 1. Buch Mose 12-36, von Arnold Fruchtenbaum
* Wuppertaler Studienbibel, 1. Mose 12 – 36, von Hansjörg Bräumer
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Vers 2 „Da sagte Abraham zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses, der alles verwaltete…“ dieser Knecht ist ziemlich sicher, Elieser von Damaskus
Vers 3 „Lege doch deine Hand unter meine Hüfte. Ich will dich schwören lassen bei dem Herrn.“ Die Hand unter die Hüfte legen ist eine Umschreibung für die Nachkommenschaft, die aus der „Hüfte“ kommt. Vergleiche auch 1. Mose 46, 26:, die Gesamtzahl der Söhne Jakobs, die mit ihm nach Ägypten kamen, seine leiblichen Nachkommen (wörtlich, die aus seiner Hüfte kamen).
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Der Text aus 1. Mose 24 zeigt uns einige Grundlinien auf, den Willen Gottes zu erkennen und danach zu leben. Abraham gibt seinem Knecht einen detaillierten und klaren Auftrag und gibt damit die Linien de Verheißung und das Reden Gottes um:
- Keine heidnische Frau aus den Kanaanitern, eine Mischehe gefährdet die Verheißung.
- Keine Rückkehr in das Land aus dem Abraham ausgezogen ist. (das würde der Verheißung widersprechen)
- Eine Frau aus seiner Verwandtschaft. (Hinweis auch auf die heutige Partnerwahl, ein Partner aus den „Geschwistern“, siehe auch Matth. 12,50)
Es ist faszinierend wie, gewissenhaft der Knecht Abrahams den Auftrag annimmt und ausführt. Dreimal wird berichtet wie er im Gespräch mit Gott ist. Vers 12, Vers 26-27 und Vers 52.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Die Frage nach der Führung und nach dem Erkennen von Gottes Willen ist und bleibt eine spannende Frage. Wir lernen aus diesem Text einige Grundprinzipien und doch bleibt es herausfordernd, dann für sich persönlich den vor Gott richtigen Weg zu finden.
In unserem Text hält der Knecht sich ohne Veränderung an die Vorgaben von Abraham und Abraham steht auf der Verheißung. Für mich bedeutet das konkret: Die Führung Gottes erkenne ich weniger durch Gefühle oder eigene Überzeugung, vielmehr wenn ich mich auf die Weisungen von Gottes Wort verlasse.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
- Der klare Auftrag und das Gebet (Vorbereitung) Eliesers, Vers 1-14
Für Abraham ist die Zukunft seiner Familie eine wichtige Sache und ein Festhalten an der Segensverheißung Gottes. Deshalb nimmt er seinem obersten Knecht den Schwur ab, seine Suche auf der Grundlage und den Vorgaben Gottes zu gestalten. (siehe Punkt 2.1)
In Vers 6 unterstreicht er das mit einem ziemlich starken Ausdruck: „Nimm dich in acht, dass du meinen Sohn nicht dorthin zurückbringst.“
Abraham verpflichtet seinen Knecht auf das Wort Gottes. (Vers 7)
Er hält fest an Gottes Versprechen: deinen Nachkommen will ich dieses Land geben.
Wenn es um Führung geht, dann ist das Wort Gottes die erste Quelle um Leitung zu erfahren. Auf dieser Grundlage kommt mein Gebet und mein Handeln dazu. In Vers 8 bindet sich der Knecht an diese Vorgaben, nur durch eine Sache wäre er frei von seinem Schwur: „Wenn aber die Frau dir nicht folgen will…,“ dann wäre sein Auftrag erledigt und er könnte zurückkehren.
Die Rückfrage Elieser beantwortet Abraham sehr klar: „Hüte dich“. Es ist aus der Sicht Abrahams besser, wenn Isaak im verheißenen Land ledig bleibt, als ohne Verheißung am falschen Platz verheiratet zu sein.
Abraham hat einen tiefen Glauben, dass Elieser offene Türen und vorbereitete Verhältnisse vorfindet. Abraham ging durch manchen Zweifel und manche schwierige Situation hindurch, hier vertraut er und verpflichtet auch seinen Knecht auf das Wort Gottes.
Elieser packt den Brautpreis, (die Zahl zehn ist bei Geschenken im AT üblich, siehe auch
- Könige 14 die zehn Brotlaibe, 2. Könige 5, 10 Talente) stellt seine Karawane zusammen und zieht los nach Haran, die Zwischenstation von Abrahams Auszug und die Heimat der Verwandtschaft Abrahams. Abraham war weitergezogen in das verheißene Land Kanaan.
- Das bestätigende Zwiegespräch und die Zusagen Gottes. Vers 15-25
Die Entfernung vom Negev bis nach Haran betragen etwas mehr als 700 km. Vermutlich war Elieser einige Zeit unterwegs mit seinem Tross. Er kommt am Abend in der Stadt an um am Brunnen vor der Stadt seine Tiere zu versorgen, das war ein üblicher Brauch.
Elieser hat das Ziel seiner Reise noch fest im Blick, deshalb für ihn das Gebet und Reden mit Gott vor der Versorgung. Elieser bittet hier im Auftrag von Abraham und er bittet um ein Zeichen. Im Unterschied zu dem Zeichen bei Gideon geht es hier nicht um die Beseitigung von Zweifeln, sondern um Klarheit über die Führung. „Gott handle du“, es ist die Bitte um Gnade. Elieser konnte vorbereiten, er musste den weiten Weg gehen, das war sein Teil des Auftrages, jetzt war er auf Gottes Gnade und Führung angewiesen.
Dieses Zeichen hat er mit einer ganz schön hohen Schwelle versehen.
Es war üblich dem Fremden zu trinken zu geben, das war normale Höflichkeit. Die Vorgabe, dass die Frau auch für die Kamele sorgt war kein leichter Zusatz. Elieser hat mehr als 10 Kamele dabei (er musste ja auch wieder zurück) und ein Kamel kann in kürzester Zeit, in 15 Minuten bis zu 200 Liter Wasser aufnehmen – nun hoffen wir mal, dass die Kamele nicht ganz ausgetrocknet waren. Trotzdem war eine Menge Wasser notwendig.
Dann zeigt uns der Bericht die Fürsorge Gottes. Elieser hat noch nicht fertig gebetet, da kommt Rebekka zum Brunnen und für den Knecht öffnet sich Tür um Tür.
- Das Mädchen Rebekka war sehr schön.
- Sie war eine Jungfrau – die noch keinen Mann erkannt hatte.
- Auf Eliesers Frage ist sie gern bereit, ihm zu trinken zugeben.
- Zugabe, das Plus der Fürsorge, Rebekka gibt auch den Kamelen zu trinken und erfüllt damit die „Forderung“ Eliesers.
- Sie kommt aus der Verwandtschaft Abrahams, das war Teil des Auftrages und Voraussetzung für den Erfolg.
Während Rebekka der Mammut-Aufgabe, der Versorgung der Kamele, nachgeht, sitzt Elieser dabei und beobachtet. Das war mit Sicherheit keine Faulheit, sondern die Konzentration auf seinen Auftrag, unverwandt und schweigend schaute er ihr zu. Er musste herausfinden, ob diese junge Frau die Antwort auf sein Gebet war. Nach seiner Beobachtung überreicht er ihr die ersten Geschenke, das praktische Zeugnis der jungen Frau hatte ihn überzeugt.
Mit den beiden Fragen „wessen Tochter bist du“ und „gibt es in deines Vaters Haus Platz für uns (den ganzen Tross) zum Übernachten klärt Elieser die weiteren Dinge noch ab.
Erstaunlich sind beide Antworten: ihre Herkunft und die Autorität Rebekkas mit der sie die Zusage der Unterbringung macht.
- Der gute Ausgang und die Klarheit Elieser, Vers 26-67
Die erste Reaktion Eliesers auf das Gelingen seiner Reise und die Antworten auf sein Gebet ist
- Anbetung, (Vers 26) Elieser staunt und verneigt sich vor Gott.
- ein Dankgebet, Gott steht zu seinem Bund mit Abraham, Gott hatte alles vorbereitet, so exakt, dass die erste Frau, die zum Brunnen kam, die Antwort auf Abrahams Vorgaben war.
Zwei Randbemerkungen:
- Laban ist beeindruckt als er die Spangen am Arm Rebekkas sieht. War das der Ausschlag für seine Einladung, später im Umgang mit Jakob kommt diese Art wieder zum Tragen. Auch in der Bemerkung, „ich habe schon das Haus aufgeräumt, dazu hatte er vermutlich keine Zeit gehabt.
- Durch seine Bemerkung „Komm herein du gesegneter des Herrn“ wird deutlich, dass der Glaube an den lebendigen Gott noch präsent war, wenn auch vielleicht verschüttet.
Jetzt kommt die Gastfreundschaft zum Tragen, das gemeinsame Essen. Für Elieser bleibt sein Auftrag erste Priorität. Für ihn ist klar, der Auftrag ist noch nicht erfüllt. Er war erst auf „halber Strecke“ und ließ sich nicht vom Zwischenerfolg blenden. (Vers 33)
Noch einmal gibt er in Vers 49 alles in Gottes Hand. Es erfolgt kein Druck „Gott hat mir gezeigt, das ist die Frau Isaaks. Teilt es mir mit, wenn ihr Gnade und Treue an meinem Herrn erweisen wollt“ lässt für die Entscheidung alle Freiheit.
Laban und Betuel steigen ein und akzeptieren die klare Führung durch Gott.
Und auch hier ist die Reaktion Elieser wieder Anbetung (Vers 52). Erst jetzt war Zeit für das Zweitrangige, das Essen.
Am anderen Morgen bittet Elieser um Entlassung. Der letzte Teil des Auftrages war noch offen, zurück zu Abraham. Wie gut, logisch und menschlich sieht das Angebot aus noch 10 Tage zu bleiben. Die Anreise war lang, man kann verstehen, dass Elieser sich eine Pause gönnt und erst recht, dass Rebekka noch eine Zeit des Abschieds bekommt. Doch
Elieser ist konzentriert auf seinen Auftrag, „haltet mich nicht auf“, davon will ich lernen.
Erstaunlich, dass es Rebekka ist die ihr Ja zur sofortigen Abreise gibt. Sie packt über Nacht die Koffer und am anderen Morgen ist die Abreise.
Vielleicht unbewusst geben sie Rebekka den Segen mit, den schon Abraham von Gott bekommen hat – ein großes Volk zu werden.
Gott macht Maßarbeit!
- Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg. 17,11b) der Predigten unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 1. Mose 24 ausfüllt.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich möchte durch diese Predigt Mut machen, das Vertrauen auf Gott zu setzen. Wenn ich mich im Gehorsam an Gottes Wort halte kann er mich in rechter Weise führen.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Siehe Gliederung
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
- Der klare Auftrag und das Gebet Eliesers, Vers 1-14
- Das bestätigende Zwiegespräch und die Zusagen Gottes, Vers 15-25
- Der gute Ausgang und die Klarheit Eliesers, Vers 26-67
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Hier bietet sich ein persönliches Zeugnis aus dem eigenen Leben an
(Hans Pfau)