Daniel

Predigthilfe vom 5. August 2018 – Daniel 3, 31 – 4,34

Monatsthema:        Daniel: Treu im Feindesland 

Predigtthema:         Mut zur Bescheidenheit – Hochmut kommt vor dem Fall

Predigttext:              Dan 3,31- 4,34 (Vorschlag zur Textlesung Dan 4,1-5.16-18; 25-24)

Zur Gottesdiensteinleitung:       Micha 6,8 oder 1Pet 5,5

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Nachdem die Themenreihe über Daniel im Juli unterbrochen wurde, ist es notwendig an die vorherigen Predigtthemen anzuknüpfen. Hierzu hilft ein Blick in 1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext in den jeweils vorherigen Predigthilfen von Daniel 1-3. Bisher ging es um:

Kapitel 1   Mut zur Andersartigkeit: Daniel und seine Ausbildung

(Ankunft und Leben in Babel)

Kapitel 2    Mut zum Handeln: Daniel und sein erster Dienst

(Der Traum vom erhabenen Standbild)

Kapitel 3    Mut zum Glaubenszeugnis: Daniels Freunde und ihre Glaubenstreue

(Der Bau vom goldenen Standbild)

Kapitel 4   Mut zur Bescheidenheit: Hochmut kommt vor dem Fall

(Der Traum vom erhabenen Baum, der fällt)

Wieder erlebt Nebukadnezar einen Traum. Wie schon in Dan 2 war er höchst beunruhigend und ängstlich. Daniel deutet und erklärt Nebukadnezar den Traum, der den Größenwahn des Königs versinnbildlicht und ihm das Königreich kosten würde. Gott wird ihn tief erniedrigen bis er endlich bereit ist zur Umkehr und am Ende Gott als den König des Himmels anerkennen wird.

In diesem Kapitel sind zwei besondere Abschnitte, die in der Ich-Form aus der Sicht Nebukadnezars geschrieben sind (Dan 4,1-15; 31-34) und die Botschaft und Auslegung des Traums umrahmen.

Wir wissen nicht genau wann Nebukadnezar diesen Traum hatte. Die Septuaginta ordnet das Ereignis in das 18. Regierungsjahr ein (ca. 587 v.Chr.) – also direkt im Anschluss an die Einweihung des goldenen Standbildes.

Auffallend ist auch Anfang und Ende des ganzen Textabschnittes, der jeweils eine Anerkennung und Lob für den höchsten Gott (El Elion) beinhalten. Allerdings entscheiden sich die beiden in ihrer Länge, der Wortwahl und der Motivation des Königs.

Die zentrale Botschaft ist:  Menschliche Überheblichkeit bringt zu Fall (Spr 18,12), aber Demut vor Gott erhöht den Menschen (Lk 18,14). Gott wird den Hochmütigen demütigen (Dan 4,34).

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Mehr zur Einführung in das Buch Daniel unter:

John MacArthur, „Basisinformation zur Bibel“, CLV, 2001 Bielefeld – ab Seite 154

Kostenlos zum Download: https://clv.de/clv-server.de/wwwroot/pdf/255644.pdf

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

Walvoord, John und Zuck, Roy „Das Alte Testament“ erklärt und ausgelegt“, Hänssler
Wiersbe, Warren.W, „Sei standhaft“ Studien des Alten Testamentes Daniel 1-12, CLV

Maier, Gerhard, Wuppertaler Studienbibel, „Das Prophet Daniel“, Brockhaus Verlag

Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel
Hilfreiche Infos zum Text liefert auch die MacArthur Studienbibel (Als pdf zum Downloaden auf www.sermon-online.de)

  • Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
  • Ein beunruhigender Traum – der Traum vom Alptraum

3,31-33      Ein stolzes Herz wird von Gottes Wundertaten bewegt

Das Gewissen bzw. Herz des sonst so hochmütigen, brutalen und launischen Herrschers ist bewegt von Gottes Wundertaten. Auch wenn sein Herz unbekehrt bleibt und er aus „Selbstgefallen“ (V.32) die Wunderzeichen Gottes bekennt und als ein bloßer Bewunderer Gottes stehen bleibt, so zeigt es dreierlei:

  • Gott bewegt selbst die Herzen stolzer und launischer Weltenherrscher. Hinter einer harten und arroganten Schale befindet sich immer noch ein Herz und Gewissen.
  • Gott offenbart sich auch den Menschen in höchster weltlicher Stellung, bietet ihnen seine Rettung an, so lange sie keine letzte Entscheidung gegen Gott getroffen haben.
  • Gott arbeitet am Menschen. Nebukadnezar war immer noch unentschieden. Er hat sich weder für noch gegen Gott gestellt. Darum lässt Gott ihn nicht los und bewegt ihn zur Entscheidung. Das alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen (Hi 33,29-30).

4,1-6          Ein stolzes Herz legt sein Schuldbekenntnis offen 

Nebukadnezar, der mächtigste Mann der Welt, hält Rückschau und bekennt sein sorgloses und selbstsicheres Privatleben. Er packt aus, bekennt und offenbart sein Inneres.

Erst ein gebrochener Geist und zerschlagenes Herz ist bereit ehrlich mit sich und Gott zu werden (Ps 34,19; 51,19).

Wieder gebraucht Gott einen Traum um des Königs Aufmerksamkeit zu bekommen. Wieder kann keiner dem König helfen als nur der gottesfürchtige Daniel V.6. Wieder kommt die Botschaft durch Gottes Geist, der in Daniel ruhte V.15.

Gott gebraucht seine Zeugen und auch die Könige der Welt kommen nicht an dem Zeugnis der Gottesfürchtigen vorbei.

Exkurs: Träume in der Bibel

Im Alten Testament gibt es Berichte, dass Gott Träume benutzte um Menschen Botschaften zu übermitteln. Aber nicht jeder Traum war eine Offenbarung Gottes. Dabei waren die Botschaften weniger im Traum selber, als vielmehr in der Auslegung durch das Wort. In der Bibel findet sich ein auffallender Rückgang von Träumen und Traumdeutungen. Im Neuen Testament gibt es kaum Hinweise auf Traumoffenbarungen. In den Briefen an die Gemeinden finden sie keine Erwähnung mehr.

Wir beachten: Träume sind keine verlässliche Quelle (Jer 27,9; Sach 10,12). Gottes Wort ist die einzige sichere Quelle der Offenbarung (Vgl. Jer 23,28; Pred 5,2.6)

Träume kann Gott gebrauchen um die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, sie neugierig und suchend zu machen oder sie zum Nachdenken zu bringen (z.T. Muslime oder Menschen, die viel träumen). Träume können einen Anstoß geben, aber sind eben keine verlässliche Botschaft oder Offenbarung Gottes. Diese findet der Mensch nur in Gottes Wort. So viel oder so wenig wie unsere Gedanken, Ideen oder Einfälle, die uns durch den Kopf schießen, göttlich inspiriert sind, so viel oder wenig sind Träume eine Inspiration Gottes. In allem benötigt es die nüchterne Prüfung durch Gottes Wort und ggf. auch mal den Rat und die Bestätigung von Glaubensgeschwistern.

  • Eine erschreckende Deutung – aus der Traum

Vieles im Text ist selbsterklärend. Schwerpunkt liegt daher auf der Beschreibung und den Folgen von menschlichem Hochmut.

Hochmut, Überheblichkeit oder Vermessenheit wird auch mit dem altgriechischen Wort Hybris beschrieben. Es steht häufig in der Verbindung mit einem Realitätsverlust, einer Selbstüberschätzung und einer extremen Form des Stolzes.

In der Religion wird es als ein frevelhaftes Aufbäumen gegen Gott bezeichnet. Der „stolze“ oder „hybride“ Mensch will die Grenze zwischen ihm und Gott, seinem Schöpfer, nicht anerkennen und einhalten. Er streckt sich bis zum Himmel (V.8). Er möchte sein wie Gott. Diese Überhebung war der Ursprung der Sünde (Jes 14,13-14), der Ursache des Sündenfalles (1Mo 3,5f).

Was Gott hier lehrt ist, dass Gott in seiner Heiligkeit und Souveränität

  • keinen Stolz duldet, sondern hasst (Spr 6,16ff; 8,13; 3,34; 1Pet 5,5; Jak 4,6)
  • es auch nicht zulassen wird, bzw. es nicht folgenlos bleibt, wenn Menschen sich als Gott ausgeben, nach Gottes Thron greifen oder sich als Gott verehren lassen (vgl. Apg 12,21; Jes 37,23; Hes 28,2.9; Dan 6,8; Off 13,4).

Als Folge des Hochmuts wurde das Herz des Königs verwandelt. Sieben Jahre war er von den Menschen verstoßen. Sein Verstand, sein Herz und sein Verhalten wurden wie das eines Tieres (Vgl. Dan 5,21). Die menschliche Hybris verändert den Menschen, lässt ihn sein natürliches Wesen ablegen und verwandelt ihn zu einem wilden Tier. Gott ließ es zu, dass seine tierische Natur offen zutage treten konnte.

  • Eine ernüchternde Botschaft – aufgewacht in der Realität

Voller Mitleid und innerlich bewegt zögert Daniel dem König, die Auslegung des Traumes zu verkündigen V. 16. Die Wahrheit und die Folgen der Sünde, den Menschen aufzuzeigen kostet Überwindung. Daniel sagt die Wahrheit in einer Art und Weise, die ihn selbst schmerzt, die von Mitgefühl, Mitleid, Barmherzigkeit und Demut geprägt ist.

Gott duldet also nicht, dass der Mensch in seinem Hochmut weiterfährt und kündigt Gericht an.

  • Im Gericht fällt der Hochmut und der Stolz wird gebrochen V.17- 19
  • Das Gericht bringt Schande, Erniedrigung und Demütigung V.20-22
  • Das Gericht gibt die Möglichkeit zur Umkehr V.23-24
  • Das Gericht dient zur Wiederherstellung (vgl. Ps 119,71).

Gottes Langmut und Barmherzigkeit gibt dem Hochmütigen Raum zur Umkehr. Er ruft den Stolzen zur Buße, doch alles worauf er stolz ist muss zuerst genommen werden. Es erinnert an die Worte Jesu: „Es ist aber auch schon die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum nun, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen!“ (Mt 3,10; vgl. Mal 3,19; Lk 13,7). Die Wurzel bleibt, aber die Axt muss überall da ran, wo der Mensch sich aus Werken selbst rechtfertigt oder stolz auf seine eigenen Leistungen ist.

Dan 4,31-34 zeigt einen völlig veränderten und erneuerten Nebukadnezar. Es ist ein gewaltiges Glaubensbekenntnis, dass der einst so gewaltbereite und stolze Herrscher sich nun dem allerhöchsten Gott unterwirft. Im Gericht Gottes, durch schwere Demütigungen, schenkte Gott ihm ein neues Leben. Nun gab er keine Befehle mehr mit Androhung von Todesstrafe, wie man Gott dienen und fürchten sollte, sondern er gab ein demütiges Zeugnis darüber, wie er selbst Gott erfahren und durch Gottes Gnade Heil und Rettung erlebt hat. Wie der Psalmist konnte nun Nebukadnezar sagen: „Es ist gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Anweisungen lerne.“ (Ps 119,71 vgl. Ps 119,67; Ps 94,12; 1Kor 11,32)

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Um Daniels Schau über die Königsherrschaft der Welt richtig einzuordnen braucht es den heilsgeschichtlichen Gesamtzusammenhang der Bibel!

Was Daniel bereits in Dan 2,21-22 erkannt und bekannt hatte musste Nebukadnezar auf schmerzliche Weise lernen.

Gottes Königsherrschaft über die ganze Welt

  • Gott sitzt im Regiment und gibt die irdische Königsherrschaft wem er will

Gott ist der Herr des Himmels und der Erde, er setzt Könige ab und gibt das Königtum wem er will. Das wird viermal in diesem Abschnitt betont (Dan 4,14, 22, 29, 32). Schon beim Auszug aus Ägypten erkannte Israel, dass Jahwe der König ist (2Mo 15,18). Als Schöpfer ist Gott der Herr, der Besitzer und König der Welt (Ps 24,1.7.8; 47,3; 93,1). Er ist der HERR und der Herrscher der Heerscharen (1Sam 1,11; Jos 22,22; Jes 1,24; Am 3,13; 5,27). Er herrscht über alles (Ps 103,19). Er ist König der ganzen Erde (Sach 4,14; 6,5;) und er ist der König über alle Völker (Ps 2,8; 10,16; 47,9; 99,2) und alle Königreiche (2Kö 19,15). Seine Königsherrschaft ist eine ewige (Ps 10,16; 29,10; 1Tim 1,17). Dennoch bedeutet das nicht, dass Gott eine irdische Königsherrschaft sichtbar manifestiert. Vielmehr hat er sie an die Obrigkeiten der Welt, die er eingesetzt hat, delegiert (1Sam 2,8; Spr 8,15f; Röm 13,1ff; Joh 19,11).

  • Gott überlässt sie für die Zeit der Nationen den Königen der Welt (Weltreichen)

Gerade im Buch Daniel offenbart uns Gott durch das Standbild, den Traum vom Baum und den Visionen (Dan 7-9,10-12), dass Gott allein die Königsherrschaft der Erde geben kann wem er will (vgl. Dan 5,18ff). Israel selbst hatte sein Königtum von Gott bekommen und wegen ihres Hochmutes wieder zeitweise verloren (1Chr 28,4ff). Bis in unsere Gegenwart hinein bleibt Israel daher ohne König (Hos 3,4). Auch wenn Gott die Königsherrschaft an Menschen übertragen hat, so bleibt er doch im Regiment. Nur in eingeschränkter Weise herrschen Menschen über die Welt – so wie Gott es zulässt. Selbst der Teufel, der als Fürst dieser Welt die Könige der Welt beeinflusst und treibt (Lk 4,6; Joh 12,31; 14,30) steht unter der letztendlichen Zulassung Gottes.

  • Gott selbst wird die Königsherrschaft der Welt selbst annehmen

Noch hat Jesus Christus seine sichtbare Königsherrschaft auf Erden nicht angetreten, so wie es Daniel vorhersagt (Dan 2,35; 7,13-14). Mit dem ersten Kommen in Niedrigkeit hat Jesus seine Königsherrschaft angeboten und verkündigt, wurde aber durch die Ablehnung des Messias verschoben. Mit seinem zweiten Kommen wird Jesus dann in der Herrlichkeit eines Königs bekleidet sein und sichtbar als König wiederkommen (Ps 93,1f; Mat 24,30). Dann werden ihn alle Völker erkennen und alle Heiden sich bekehren (Ps 22,28ff). Dann wird Jesus sichtbar König über die ganze Erde sein (Sach 14,9; Ps 99,1) und er wird die Königsherrschaft an das heilige Volk Israel übergeben (Dan 7,27).

Wenn Gott sogar einem heidnischen König wie Nebukadnezar die Königsherrschaft in einer noch größeren Herrlichkeit wiedergibt, nachdem er sich von seinem Stolz und Größenwahn bekehrt hat, wieviel mehr und herrlicher wird Israels Königsherrschaft sein, wenn sie über ihren Hochmut und Ungehorsam Buße getan haben.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Es sind Sommerferien und viele Gottesdienstbesucher im Urlaub. In manchen Ländern der Welt möchte man aber auf Grund der politischen Lage oder des dort herrschenden Regimes keinen Urlaub machen.

Wo erleben wir vielleicht hochmütige Staatspräsidenten, die in einer Selbstzufriedenheit, gesund und sorglos ihren Stolz vor sich hertragen?

Wie erleben wir stolze Menschen und was denken wir darüber?

  • Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Hochmut steckt in der Natur des Menschen und es gibt keinen Anlass, sich über die Hybris Nebukadnezars oder den Stolz eines anderen Menschen zu überheben. Es wäre wahrlich der erste Fehler, den wir machen könnten. Dann hätten wir selbst unsere eigene Stellung verkannt und würden höher von uns denken als man sollte (Röm 12,3).

Vielmehr sollten wir selbst prüfen wo wir in der Gefahr stehen uns zu überheben, stolz auf etwas zu sein oder gar Gott den Platz und Thron streitig machen.

Gottes konsequentes Handeln mit unserem Hochmut soll uns keine Angst vor dem Gericht der Demütigung machen – aber es möchte uns die gefährlichen Folgen dieser Sünde aufzeigen.

Hochmut macht den Menschen unbrauchbar. Gott kann ihn nicht mehr lenken und führen, weil er sich Gottes Herrschaft entzogen hat.

Hochmut macht den Menschen unerträglich, weil er den Respekt gegenüber dem Nächsten und auch der Obrigkeiten verliert.

Die Bibel ruft uns auf in Demut den anderen höher zu achten als sich selbst, ganz gleich welche Stellung wir haben. (Phil 2,3, Micha 6,8)

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Wir erleben vermehrt eine respektlose und individuelle Gesellschaft in der die Menschen sich schwertun, sich den Obrigkeiten (Eltern, Erziehern, Lehrern, staatlichen Ordnungen) unterzuordnen oder diese zu respektieren.

Respektlosigkeit ist das erste Anzeichen von Hochmut und zeigt den Ursprung der Sünde im Menschen (vgl. Adam und Eva, Kain und Abel).

Hochmut zerstört unsere Beziehung in der Ehe und Familie, in der Arbeitswelt und auch in der Gemeinde.

Wo der Geist Jesu und der Geist der Demut nicht herrscht, da herrscht Streit und Unfrieden.

Hochmut kann überwunden werden im Gericht von Golgatha, wo er sich in aller Demut für meine Sünde und Stolz hat schlagen lassen.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Gott dudelt keinen Größenwahn und keine Selbstüberheblichkeit

Gott demütigt den Hochmütigen – es ist die Schule Gottes

Gott offenbart sich als der Allmächtige und Gnädige, der mir eine weitere Chance gibt.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Mut zur Bescheidenheit – Hochmut kommt vor dem Fall

1) Ein beunruhigender Traum – der Traum vom Alptraum

2) Eine erschreckende Deutung – aus der Traum

3) Eine ernüchternde Botschaft – aufgewacht in der Realität

oder

Mut zur Bescheidenheit – Hochmütige lernen es auf die harte Tour

  1. Hochmut kennt keine menschlichen Grenzen – der Größenwahn
  2. Hochmut macht geistlich unbrauchbar – der Zusammenbruch
  3. Hochmut braucht göttliche Demütigung – die Umkehr

Gottes Königsherrschaft über die Welt

  • Der Herr sitzt im Regiment – keine Angst vor einem Regierungswechsel
  • Der Herr beugt die Hochmütigen – keine Angst vor den Größenwahnsinnigen
  • Der Herr bewahrt die Seinen – keine Angst vor der Zukunft

(nach W.Wiersbe)

  • Gemütserregung: Der Traum des Königs
  • Deutung und Ermahnung: Die bevorstehende Gefahr des Königs
  • Demütigung: Die Erziehung des Königs
  • Wiederherstellung: Die Verkündigung des Königs

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Fünf Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges, in dem der Nationalsozialismus einen ganzen Kontinent in eine Katastrophe von gigantischem Ausmaß gestürzt hatte, sagte Gustav Heinemann, damals Innenminister der ersten Bundesregierung auf dem Kirchentag in Essen (1950): „Unsere Freiheit wurde durch den Tod des Sohnes Gottes teuer erkauft. Niemand kann uns in neue Fesseln schlagen, denn Gottes Sohn ist auferstanden. Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen – unser Herr aber kommt!“.

Zitate:

Es gibt zwei Arten von Christen. Die Hochmütigen, die denken, dass sie demütig sind. Die Demütigen, die Angst haben, hochmütig zu sein. Es muss aber noch eine bessere Art von Christen geben! Jene nämlich, die sich selbst vergessen und alles in die Hand Jesu legen, die ihre Zeit nicht unnütz damit vergeuden, sich selbst besser machen zu wollen. Diese werden ihr Ziel erreichen.      (Corrie ten Boom)

Es ist besser, über seinen Hochmut gedemütigt, als über seine Demut hochmütig zu werden. (Hermann Heinrich Grafe)

Manche sind äußerlich demütig, aber eben das macht sie innerlich stolz. (Hermann Heinrich Grafe)

Die Hybris, die uns versuchen lässt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere Erde in eine Hölle zu verwandeln. (Karl Popper, Philosoph)

Klaus Eberwein