2.Samuel

Predigthilfe vom 4. September 2011 – 2. Samuel 11, 1-27

Monatsthema: Gottes Vergebung erbitten

Predigtthema: Gestürzt, ein König geht fremd

Bibelstelle: 2. Samuel 11,1-27

Verfasser: Thomas Richter

Eine Predigthilfe enthält nur Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.

1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

In diesem Monat gilt es eine andere Seite im Leben Davids zu entdecken. Ein Mensch nach dem Herzen Gottes ist nicht automatisch ein sündloser Mensch, sondern einer, der weiß, wer allein mit der Sünde fertig wird und die Bereitschaft und Einsicht zur Buße aufbring. So ergibt sich als Monatsthema: „Gottes Vergebung erbitten“!

Inhaltlich schließen wir im September mit unseren Predigttexten aus 2Sam 11+12 an das zentrale Kapitel aus 2Sam 7 an. Das einzigartige Versprechen an David und die messianische Perspektive auf Jesus nimmt nun in der Sünde Davids (Ehebruch + Mord) eine praktische Gestalt an: Gottes Gnade und Gerechtigkeit wird im Gericht konkret, ohne dass der Sünder vernichtet wird!

Im Zentrum des Predigttextes (2Sam 11,1-27) steht die Gefahr durch die Sünde, womit sich als Predigtthema ergibt: „Gestürzt – ein König geht fremd“. Hilfreich ist es zum Auftakt die Themenreihe des ganzen Monats und somit den Zusammenhang aufzuzeigen, der nun Woche für Woche entfaltet wird:

* Gestürzt – ein König geht fremd (2Sam 11,1-27)

* Getroffen – ein König bekennt (2Sam 12,1-15a)

* Gerichtet – ein König hält stand (2Sam 12,15b-25)

* Gerettet – ein König kehrt um (Ps 51,1-21)

Aber auch wenn wir den Zusammenhang aufzeigen, so wollen wir den nachfolgenden Predigten nicht vorgreifen, sondern bleiben beim Schwerpunkt: Die Gefahr durch Ehebruch und Mord. Diese Sünde im Leben von David gilt es aufzuzeigen und warnend und davor bewahrend auf unser Leben zu übertragen (vgl. hierzu 1Kor 10,12-14; Mt 5,27-30; Hiob 31,1-4).

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.

* Klaus vom Orde. Das zweite Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 140-152).

* Warren W. Wiersbe. Sei bereit neu anzufangen: Gott vertrauen und den Durchbruch erleben. Studien des AT: 2. Samuel 1-24, 1.Chronik. Christliche Verlagsanstalt (S. 69-77).

* Charles R. Swindoll. David: Ein Mensch nach dem Herzen Gottes – mit David geistlich wachsen. Hänssler (S. 250-271).

* Alan Redpath. Leben nach dem Herzen Gottes: Seelsorgliche Studien über David. Francke Verlag (S. 181-189).

Weitere erläuternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/10-Das_Zweite_Buch_Samuels.pdf; S. 458-459) und die Predigthilfe von Mirko Lau vom 02.02.2003 zu 2Sam 11,1-27 (www.studienbibel.de).

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Volker Gäckle vom 11.01.2009 mit dem Titel „Kuck auf deine Augen“ (2Sam 11,1-27) und von Theo Lehmann vom 12.10.1997 mit dem Titel „Ein König geht fremd“ (2Sam 11,1-12,31) und von Winrich Scheffbuch vom 18.08.1996 mit dem Titel „Verlorene Siege, überwundene Niederlagen“ (2Sam 11,1-12,31 – als Niederschrift unter http://bitflow.dyndns.org/german/WinrichScheffbuch05/2_Samuel_11_12_19960818.pdf). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 2. Samuel 11] und „Autor“ [z.B. Gäckle bzw. Lehmann bzw. Scheffbuch] ausfüllt.

3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN

Alfred Christlieb beschreibt den tiefen Fall Davids wie folgt: „In drei Stufen geht Davids Irrweg vor sich:

1. Ungute Bequemlichkeit: Die winterliche Regenzeit ist vorüber. Der Krieg gegen die Ammoniter wird wieder aufgenommen und soll nun zu Ende geführt werden. Es ist die Zeit, ‚wann die Könige pflegen auszuziehen‘ (V. 1). Aber David zieht nicht mit aus. Er sendet Joab und seine Knechte und mit ihm das ganze Israel in den Streit. Er selber bleibt zu Jerusalem. Wir hören von einer sehr langen Ruhe, der er sich hingibt (V. 2). Der Rückgang manches Gotteskindes hat auch mit der Sünde der Bequemlichkeit begonnen. Man scheut auf einmal die weiten Wege zu Orten, wo man innere Stärkung unter dem Wort Gottes empfing. Man macht es sich behaglich und zieht sich von den Aufgaben und Diensten in Gottesheiligem Krieg zurück. Wenn wir dort sind, wo Gott uns als seine Mitarbeiter und Zeugen haben will, so steht eine Mauer von himmlischen Heerscharen um uns zur Bewahrung. Wenn wir aber an den Plätzen uns aufhalten, die unsere eigene Bequemlichkeit erwählt, dann verlässt uns diese Bewahrungsmacht. Kinder Gottes sind dazu da, ihr Leben im Dienst des Reiches ihres Herrn zu verzehren, und nicht, um sich in ruhiger Behaglichkeit zu schonen. Sie müssen im Kampf bleiben, bis der Meister sie ruft. Ist David des langen Kriegslebens müde? Meint er, dass es ohne ihn geht? Wer vom Kampf sich fern hält, muss als Strafwort hören: ‚Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich‘ (Kap 12,10). Gerade was David aus Bequemlichkeit durch eigene Wahl sich vom Leibe halten will, die Beschwerden und Unannehmlichkeiten des Kriegslebens, das wird nun in vermehrtem Maß auf ihn gelegt werden. Im eigenen Hause wird es zu Krieg und Blute vergießen kommen. Er will die Unruhe draußen im Streit meiden und macht sich Unruhe im eigenen Haus und Herzen. Wir gewinnen nichts, wenn wir uns aus Bequemlichkeit vor den Aufgaben im Reich Gottes drücken. Wir wollen ihnen nicht ausweichen. Wir können aushalten, was der treue Herr uns auferlegt. Wir werden daraus gestärkt und voll Dank für seine Hilfe hervorgehen.

2. Die Sinnlichkeit: David sieht die schöne Frau (V. 2). Er hält seinen Blick nicht in Zucht, und unheimliche Fesseln umschlingen ihn und bringen ihn zu Fall. Wie hat die Zuchtlosigkeit und Gier der Augen Simson ins Unglück gebracht (Ri 14,1; 16,1; 16,4)! Wer will beschreiben, wie viele Knechte Gottes durch diesen Feind der Sinnenlust schon gefällt worden sind! Gott bewahre uns in der Keuschheit!

3. Die Unlauterkeit: Auf der Stufenfolge der Sünde nach unten ins Verderben kommt es dann zur Unlauterkeit. Wie unschuldig klingt die Unterhaltung Davids mit dem zurückgerufenen Uria! Er fragt ihn, ob es wohl mit Joab und dem Volk und dem Streit stünde (V. 7). Er rät ihm zur Ruhe in seinem Haus und bei seiner Frau (V. 10). Erhofft, dass dadurch seine Schande, dass Bathseba ein Kind von ihm erwartet, verborgen bleibe, und dass Uria als der Vater gelten werde. Dann schreibt er einen Brief an Joab mit dem bösen Befehl, für einen scheinbar zufälligen Heldentod Urias zu sorgen (V. 15). Der ahnungslose Uria ist selber der Überbringer (V. 14). Unlauterkeit über Unlauterkeit! So zieht bei David eine Sünde die andere nach sich. Es ist ein unheimlicher Zusammenhang in dem Sündengewebe. Deshalb tun wir gut, der Sünde in jeder Form abzusagen und Christus ganz anzuhangen, der allein uns bewahren kann” (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit).

4. PREDIGTGLIEDERUNG

Nach Claus-Dieter Stoll:

a) Freiheit und Versuchung (V. 1-4)

b) Versagen und Vertuschen (V. 5-13)

c) Gewaltlösung und Gesichtsverlust (V. 14-25)

d) Tod und Leben (V. 26+27)

 

oder nach Warren W. Wiersbe:

a) Die Vorstellung (V. 1-3)

* Müßiggang (V. 1-2a)

* Fantasie (V. 2b)

* Information (V. 3)

b) Die Tat (V. 4)

c) Die Verschleierung (V. 5-27)

 

oder in Anlehnung an Charles R. Swindoll:

a) Eine sinnliche Szene

b) Ein panischer Plan

c) Eine vollkommene Vertuschung