Monatsthema: Advent (Ankunft)
Bibeltext: Psalm 96
Predigtthema: (2. Advent) Er kommt, die Erde zu richten
1. Hilfreiche Bibelübersetzungen, um den Bibeltext zu verstehen
Um mit dem Bibeltext vertraut zu werden, ist es sinnvoll in aller Ruhe verschiedene Bibelübersetzungen zu lesen. Zu empfehlen ist erst einmal eine Bibelübersetzung mit der man vertraut ist, deren Sprache einem von der Syntax und von der Wortwahl her verständlich erscheint.
In einem weiteren Schritt empfiehlt sich eine Elberfelder oder Schlachter Bibelübersetzung zu lesen, da diese Übersetzungen sich sehr nahe am Ursprungstext (Altes Testament Hebräisch bzw. Aramäisch / Neues Testament Griechisch) halten. Diese Übersetzungen sind wegen ihrer Nähe zur Ursprache öfter holprig im Lesefluss und enthalten oft Wörter, die unserem heutigen Wortschatz manchmal fremd sein können.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Bibeltext
Der Psalm 96 ist der Textgattung nach ein Hymnus, genauer gesagt ein Imperativpsalm. Ein Imperativpsalm wird von mehreren Imperativen (Befehle) beherrscht. Bsp.: „Singt dem HERRN …!“ oder: „Verkündet … sein Heil!“ u.v.m. Inhaltlich handelt es sich bei einem Imperativpsalm um beschreibendes Lob.
Der Psalm 96 kann auch als „Jahwe-Königs-Psalm“ bezeichnet werden; nach dem Motto: Preist Jahwe (JHWH) als den universalen König. Der Psalm 96, dessen Schreiber unbekannt ist, ruft auf, die Herrschaft Gottes als Herr über die Völker zu feiern.
Insofern gehört der Psalm auch zur Gattung der eschatologischen Psalmen (die Ps 96-99 berichten vom Ende der Weltzeit. Gesprochen: Es-chatologie = die Lehre von den letzten Dingen, nämlich wenn der Herr kommt, um Gericht zu halten), genannt auch Inthronisierungspsalmen. Inthronisierungspsalmen beschreiben das Kommen des Herrn und die Vollendung seines Königreiches. Gemeint ist kein irdisches Königreich und kein irdischer König sondern das zweite Kommen des Herrn Jesu Christus.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Bibeltextes
Textstruktur:
Zwei Komponenten des Psalms werden von der Struktur her evident:
- Mittels der Imperative werden die Nationen und die Schöpfung zum Lobpreis Gottes aufgefordert.
- Danach werden die Gründe für den Lobpreis genannt: Sein Heilsplan und Schöpfungswerk (bzw. Wundertaten); seine Herrlichkeit und seine richterliche Vollmacht.
- Dann das Kommen Gottes und seine Gerechtigkeit mit verbundenem Sieg.
Exegetische Einsichten:
Vers 1: Hier scheint der Schreiber des Psalms die ganze Erde, das heißt alle Menschen der Welt einzuladen, den HERRN (JHWH) zu preisen. Ihm, dem HERRN sollen alle ein neues Lied singen. Es geht um ein neues Dank- und Loblied anstelle unserer melancholischen Melodien, die unseren Lippen abzulesen sind, wenn wir über das Leid und die Ungerechtigkeit der Welt klagen. Es geht letztendlich darum, dass Gott mit seinem Kommen (vgl. Vers 13) am Ende des Weltzeitalters eine „neue“ Epoche der vollkommenen Gerechtigkeit und des Heils aufrichtet. Ja, Gott macht alles neu. Deshalb ein Lied mit textlichem Inhalt vom Neuen – ein eschatologisches Lied.
Vers 2: „Verkündet von Tag zu Tag sein Heil!“ Der Grund zum Dank- und zum Loblied Gottes ersehen hier in diesem Vers, in dem es um das Heil des Menschen geht, das allen Menschen – in Jesus Christus – offen steht (vgl. Joh 3,16; 1Tim 2,4). Das Heil ist das Ziel Gottes für den Menschen, der im Unheil und der Ungerechtigkeit (in der gefallenen Welt) lebt. Aber mit dem Wissen, dass das Heil von Gott her kommt – es ist ja „sein Heil“ – können Menschen auf der ganzen Erde neu Hoffnung für ihr Leben gewinnen, was zur Dankbarkeit und Lob gegenüber Gott führt und darüber hinaus zur Verkündigung der Heilstaten und des Heilsangebots. Im imperativ steht geschrieben: „… verkündet von Tag zu Tag sein Heil!“ Die hebräische Form des Verbs „verkündigen“ ist in einem sogenannten Intensivstamm (Pi’el) geschrieben und drückt eine höchst auffordernde Form der Verkündigung aus. Das Heil soll/muss um der Rettung aller Menschen willen verkündet werden.
Vers 3: Das Volk sollte Gottes Gnaden- bzw. alle Heils- und Wundertaten auf der ganzen Welt verkünden (vgl. Ps 89,2-6), um Menschen zum Ziel Gottes zu führen (zentrifugale Welt-Missionsarbeit). Alles dreht sich um dieses Ziel – um die Rettung aller Menschen, um das heil werden der Menschen. Ist das nicht herrlich?
Vers 4: Es gilt Gott nicht allein wegen seiner Heils- und Wundertaten, sondern auch wegen seiner Größe und Macht über alle Götter (vgl. Ps 82,1-8); zu loben. Gegenüber Gott sind aller Götter „Nichtse“ (vgl. Lev 19,4). Die Götter bringen Materie und Lebendiges nicht zum ewigen Da-sein und Leben. Auch weil sie die Menschen nicht zu Gott dem Schöpfer des Lebens und HERRN des Heils führen, werden sie gerichtet (vgl. Ps 82,6-7) – wie furchtbar ist die Gerechtigkeit Gottes gegen alle ungerechten Göttersöhne. Deshalb ist Gott „groß“ und „sehr“ (noch mehr) zu loben. Wer Gott erkannt hat und lobt, lobt zugleich seine Unvergleichlichkeit.
Vers 5: Ja, Gott ist voll und ganz einzigartig. Er ist der Schöpfer der Erde und des Universums („Himmels“). Kein anderer kann das in Wahrheit von sich behaupten, weil sie es nicht können. Gott ist über allen Göttern (die Septuaginta übersetzt Götter an dieser Stelle mit Dämonen) und Mächten.
Vers 6: „Majestät …“ – in eher neuem Deutsch spricht man von Königsherrlichkeit – „… und Pracht“ sind personale Merkmale, die vom Wesen Gottes (Aura) ausgehen. Die Majestät wird durch seine Stärke erfahrbar (vgl. Ex 14) und die Pracht Gottes wird durch seine Herrlichkeit (vgl. Erklärung zu Vers 3) für jeden erlebbar, der sich auf Gottes Gnadentat beruft. „Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum“: Auch die Stiftshütte und später der salomonische Tempel sollten Stärke und Herrlichkeit symbolisch mitten im Volk symbolisieren. Wo Gott gegenwärtig ist, oder besser: wer sich selbst in die Gegenwart Gottes begibt (vgl. Vers 8: „… kommt in seine Vorhöfe!“), der ist innerhalb der heilsbringenden Macht- und Herrlichkeitsaura Gottes. Der wird Heil erfahren.
Vers 7 und 8: Verkürzt gesagt: Gebt dem HERRN Ehre und Macht! Damals waren es Geschenke wie Opfergaben, Rauchopfer oder Abgaben für die Priester, aber auch Gebete und Lieder, die sie mit in die Vorhöfe (der Stiftshütte/des Tempels) brachten. Dabei kommt es nicht darauf an Gott zufriedenzustellen, sondern Gottes Herrlichkeit im Glauben zu empfangen und dies ihm mit freiwilligem Dank durch symbolische Gaben zurückzuerstatten.
Vor allem aber gilt es das zu geben, was Gott selbst dem Menschen gegeben hat, nämlich das eigene Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Und darüber hinaus die sündige Macht im Leben ganz in Gottes Hände zu legen, damit er machtvoll heilen und von Sünde reinigen kann, was den Menschen vor Gott verunreinigt hat. Als Sünder gilt es Gott den eigenen Machtbereich zu überlassen. „Gäbe der Mensch seine Herrlichkeit nicht an Gott zurück, würde er selbstherrlich“ (Schneider, Dieter: Das Buch der Psalmen, in: Wuppertaler Studienbibel, Bd. AT6, Wuppertal 2008, 245.).
Vers 9: Alle Menschen – alle Sünder der Erde sollen erzittern vor dem sündlosen und gerechten Gott. Denn in Sünde kann kein Mensch vor Gott bestehen. Ihn den Herrn gilt es anzubeten in heiliger Pracht. Das heißt, als Sünder anzuerkennen, dass ihm alle Herrlichkeit gebührt, dass von ihm alles Heil zu erwarten ist.
Vers 10: Allen Völkern der Welt gilt diese Botschaft, dass da nur ein wahrer König ist. Da ist nur der eine König, Gott und Schöpfer, der die Welt im Universum an ihren Platz präzise positioniert hat. Gott der König belässt seit Jahrtausenden die Erde in ihrer Position, so dass das Leben existieren kann. Würde die Welt wanken … wir Menschen wären verloren. Doch Gott hält die Welt in seiner Hand. Und dieser König wird allen Menschen auf Erden, allen Völkern, die je gelebt haben, ihnen allen wird er Recht schaffen. In Geradheit meint Fairness/Gerechtigkeit/Richtigkeit ohne krumme Umwege, ganz in Wahrheit.
Vers 11 und 12: Darüber kann man sich wirklich freuen, dass Gott eines Tages für Gerechtigkeit sorgt – Gott sei Dank! Deshalb: „Es freue sich der Himmel, und es frohlocke die Erde!“ Und: „Es brause das Meer und seine Fülle“. Die ganze Schöpfung mit allem was sich in ihr bewegt, lebt und atmet, soll und kann sich freuen, denn Gott der König wird für Gerechtigkeit und Heil sorgen. Gerechtigkeit und Segen anstelle des Fluchs über die gefallene Schöpfung – alles wird eines Tages von Gott zum Guten verändert werden. Es gibt einen Neuanfang. Dann wird die Erde nicht mehr länger seufzen müssen (vgl. Röm 8,20-22). Die Erlösung von Fluch und Sünde, von Ungerechtigkeit und Bosheit naht. Im Sohn Gottes, in Jesus Christus ist die Erlösung zu greifen. Gott ist König, das ist die frohe Botschaft, das Evangelium an die Völker der ganzen Welt.
Vers 13: Vor dem HERRN gilt es zu jubeln. Vor Ihm gilt es zu feiern. Ihn gilt es zu fürchten. Ja unser ganzes Leben spielt sich vor Gott ab und vor ihm werden alle Menschen stehen wenn er kommt, um alle Menschen zu richten. Und er, der HERR und König wird für alle Menschen nach dem Rechten sehen, in allem und bei jedem. Er wird allen Völkern der Erde zur wahren Gerechtigkeit verhelfen – wahre Gerechtigkeit, was die Menschen in der Welt nie bieten und schaffen können und konnten. Wohl dem, dem durch Jesus Christus alle Sünde genommen ist. Schrecken über die, die beladen mit all ihrer Sünde und Ungerechtigkeit vor Gott stehen werden. Denn wer das Gnadenangebot Jesu nicht angenommen hat, wird mit seiner Ungerechtigkeit vor Gott nicht bestehen können. Gott ist gerecht und beseitigt die Ungerechten zurecht. Gottes Gericht bringt Erlösung von allen ungerechten Mächten, Wesen und Menschen. Gerechtigkeit und Wahrheit siegen. In diesem Vers erreicht der Hymnus seinen Höhepunkt.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Dieser Hymnus wurde vom Volk Israel sicherlich in manch festlicher Stunde gesungen. Er gleicht einem großen Bekenntnis zur Ewigkeit und zum Sieg über alle Sünde. Die Sünde war dem Volk Israel Tag täglich gegenwärtig; vor allem in den Zeiten als Gott in der Stiftshütte und im Tempel mitten unter dem Volk wohnte. All die Reinheitsrieten, alle Opfergesetzte, jeder Gang zur Stiftshütte bzw. zum Tempel waren Ausdruck der Trennung zwischen Gott und Mensch und zugleich Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit mit dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Lebens.
Das Gehen zum Tempel mit Opfergaben war stets Ausdruck dessen, dass der Menschen gegenüber Gott und seiner Schöpfung voller Ungerechtigkeit, voller Boshaftigkeit und Schuld da steht. Der Gang zum Tempel, das Opfern und das Bringen des Opferblutes ins Heiligste des Tempels (die Bundeslade wurde mit dem Blut der Opfertieren einmal im Jahr besprengt als Zeichen der Wiedergutmachung der Sünden) machten andererseits deutlich, dass die Menschen sich nach Wiedergutmachung (Sühne) und Gerechtigkeit sehnten.
Von daher ist der Psalm 96 mit seiner prophetischen Botschaft, dass Gott aller Ungerechtigkeit und Bosheit durch sein Kommen und sein Gericht ein Ende bereitet, die Sieges- und Rettungsprophezeiung schlechthin. Wer sich an Gott hält und wen Gott im Gericht frei spricht ist auf der Siegerseite. Darauf stützt sich die Siegeshoffnung und deshalb suchten die Juden bei Gott Gnade und Vergebung für ihre Sünden.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Im Judentum war die Verkündigung des Gerichts Gottes die Nachricht der Befreiung von Sünde und gleichzeitig eine eindringliche Mahnung an alle Gottlosigkeit. Wenn heute in unserem Land von „Gott als Richter“ gesprochen wird kochen die Gemüter der Hörer hoch. Schon traut man sich nicht mehr vom Gericht zu reden.
Manchmal wird Gott nur noch als der „liebe Gott“ verkündet – vergessen wird oft, dass er eines Tages für Recht und Ordnung sorgen wird. Denn es hört sich unangenehm an, wenn Menschen aufgrund ihrer Gottlosigkeit verloren gingen. Aber was wäre das für ein „lieber Gott“, der alle Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit duldet und nicht richtet? Es wäre ein ungerechter Gott, der lieblos die Menschheit der ungerechten und bösen Welt überließe. Es ist gerecht und richtig, alles Ungerechte zu beseitigen.
Der Bibeltext eignet sich hervorragend um den vielfach vergessenen und zentralen Aspekt der richterlichen Tätigkeit Gottes zu verkünden.
Das Gericht ist Gottes Erlösungswerk. Andererseits steht sein eigentliches Werk, seine Vergebung in seinem Sohn Jesus Christus für uns Menschen bereit. Beides, der Gott als Richter und der Gott, der uns durch Jesus Christus zur Vergebung für unsere Sünden verhilft (aus Gnade) – beides, Gericht und Vergebung gehören zusammen und dürfen nicht voneinander getrennt werden. Wo beides getrennt wird, wird unsere Verkündigung billig und falsch. Denn ohne Richter braucht es auch keinen Retter. Ohne Gesetz (es ist Gottes Gesetz, dass alle Ungerechtigkeit beseitigt wird) keine Freudenbotschaft. Wo beides getrennt wird, wird verschwiegen, was die Menschen zum Heil nötig haben – da betrügt der oder die Verkündiger/in die Menschheit um das Entscheidende: um ihr ewiges Leben.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Allzu oft denke ich darüber nach wie wohl ein Akademiker, der sich der rationalen Wissenschaft verschrieben hat, über Gott als Schöpfer denkt. Wie wird er dem Psalm 96 begegnen, wenn dort von den Wunder- und Schöpfungstaten Gottes die Rede ist. Gibt es vielleicht Berichte von christustreuen Wissenschaftlern, die mit ihrer Sichtweise den kritischen Akademikern auf Augenhöhe und mit bedenkenswerten Argumenten und Sichtweisen begegnen können? Wie denkt ein von der Wissenschaft und ein von all zu vielem Leid geprägter Mensch über die Verse 2 und 13, in denen versprochen wird, dass Gott tatsächlich kommt und die Menschheit durch Gericht von allem Bösen befreien wird? Hört sich das nicht märchenhaft an – zu schön, um wahr zu sein?
Oder wie begegnen Christen diesem Bibeltext, wenn sie zum tausendsten Mal hören, dass sie Gott als den Schöpfer und Richter loben sollen? Unter dem Druck unseres Gesellschaftswandels klingeln vielleicht bei manchem Jesusnachfolger die Stress-Glocken, wenn ihm die Imperative des Psalms taktlos um die Ohren gehauen werden: Singe! Verkündige! Lobe! Gebt! Bringt! Man kann ja nie genug geben. Man kann immer Gutes tun und überhaupt … die Vorbereitung zur Verkündigung fällt nicht immer leicht…
Wie kann ich es schaffen als Verkündiger/Prediger/Ausleger mit diesem Psalm bei den Hörerinnen und Hörern Interesse und Neugier zu wecken? Sicherlich ist das Thema Gerechtigkeit in gewisser Weise ein Reizthema und gleichzeitig auch die Sehnsucht aller Menschen. Wer sehnt sich nicht nach Gerechtigkeit? Über diese Schiene könnte die Predigt eine interessante Einleitung bieten und Sehnsucht wecken.
Am Ende tröstet die Predigt die Hörer mit dem Ziel Gottes für die Menschen, mit der Prophezeiung des Heils für alle, die an Jesus Christus ihre Sünden übergeben. Heil für alle, bei denen Gott im Gericht nichts findet, wenn Jesus uns alle Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit abgenommen/vergeben hat (Erlösung von Schuld). Das Gericht Gottes ist vielmehr das Ende aller Ungerechtigkeit, Leiderfahrung und Boshaftigkeit.
Am Ende steht der Mensch durch Jesus Christus auf der Siegerseite und kann deshalb schon heute von Gott dem gerechten König ein neues Lied auf seinen Lippen haben. Hoffentlich eröffnet Gott den Glauben bei vielen Menschen. Hoffentlich stimmt das Auditorium in den Lobpreis Gottes von ganzem Herzen mit ein.
3. Sagen, wo es hingeht (grobe Hinführung zum Ziel)
Heil für alle Menschen durch die Gerechtigkeit in Gottes Gericht.
Heil und Erlösung für alle Menschen, an denen Gott kein Tadel findet.
Heiles und ewiges Leben, wer an Jesus Christus seine Sünden abgibt und damit tadellos vor Gott im Gericht steht.
Auf der Siegerseite stehen, weil Jesus alle Sünden von dir abgelöst/erlöst hat.
Deshalb dankbar und voll des Lobes gegenüber Gott sein; und voll Freude und Motivation diese erlösende Botschaft andern Menschen zugänglich machen.
3.1 Predigtziel – welche Botschaft trägt Gott mir auf?
Sag den Hörerinnen und Hörern:
Durch Gottes Gericht geschieht Erlösung von aller Ungerechtigkeit. Durch Gottes Gericht kannst du auf der Siegerseite, auf der befreiten Seite stehen. Das verspricht dir Gott und bietet es jedem Menschen in Jesus Christus an.
3.2 Predigtthema – welche Themen spreche ich in der Predigt an?
- Heil
- Gerechtigkeit
- Erlösung (durch Jesus Christus)
- Gott feiern, ihm danken, ihn loben
- Ein neues Lied von der versprochenen Zukunft auf den Lippen haben
3.3 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Illustration: Wer hat das gemacht?
Pablo Picasso hatte einst ein Gemälde fertig gestellt, das in besonders eindrücklicher Weise das Grauen des Krieges sehen ließ. Eines Tages kam ein deutscher Offizier in sein Atelier. Als er das Gemälde entdeckte, blieb er wie versteinert stehen. Nach einer Weile stammelte er: „Haben Sie das gemacht?“ „Nein“, sagte Picasso und sah den Fremden mit blitzenden Augen an, „nein, das haben Sie gemacht.“
Gleichen wir nicht manchmal diesem Offizier, wenn wir zutiefst erschüttert und entsetzt über all das Elend dieser Welt fragen: Warum tut Gott das, und wie verträgt sich das mit seiner Liebe? Wer könnte es wagen, Gott zu widersprechen, wenn er zu uns sagte: Nein, nicht ich habe die Welt so verdorben, sondern ihr habt es gemacht?
Illustration: Das Glaubensbekenntnis von der SED
Ein von der SED propagiertes „Glaubensbekenntnis“ des Materialismus: „Ich glaube an den Menschen, den Allmächtigen, Schöpfer aller Werke, und an die Technik, die alles beherrscht, die empfangen ist vom menschlichen Geist, geboren von der Wissenschaft, gelitten unter der Rückständigkeit, auferstanden in unserer Zeit, zum höchsten Wert erhoben, so dass sie einst richten wird die lebendigen und die toten Völker. Ich glaube an den guten Geist im Menschen, an die herrschende Klasse, die Gemeinschaft der Menschen, die guten Willens sind, an ein besseres Leben, eine herrliche Zukunft und den ewigen Bestand der Materie.“
Der Materialismus glaubt an den Menschen, an seine Allmacht und an die Technik. Man fühlt sich ins neunzehnte Jahrhundert versetzt. Übermächtig ist der Glaube, dass mit der Technik und der technischen Wissenschaft, mit Organisationen und Plandenken der Mensch ein immer besseres und leichteres Leben haben wird. Nur der allmächtige Mensch, der „Schöpfer aller Werke“ ist der Alte geblieben. Er kann den Mond von vorn und hinten fotografieren, aber Macht, Hass, Terror, Egoismus und Ungerechtigkeit beherrschen ihn wie eh und je. Der Glaube an den „guten Geist“ und den „guten Willen“ im Menschen ist ein idealistisches Hirngespinst. Der Mensch ist und bleibt böse von Jugend auf. Er ist bis in die Wurzel hinein verdorben. „Eine herrliche Zukunft?“ Ohne erneuerte Menschen, ohne Menschen, die Jesus umgewandelt hat – niemals. Ach übrigens: Wo ist den die SED? Das Volk hat sie schon gerichtet – oder Gott. Ach übrigens: Wo ist denn die NSDAP? Die Alliierten haben sie schon gerichtet – oder Gott. Ach übrigens: … Wo sind die Stars der Vergangenheit? Nur einer ist wieder auferstanden, nur einer wird wieder kommen, der Herr Jesus, der hält, was er verspricht.
Illustration: Bei ihm ist mein Heil
„Ist glauben nicht schrecklich schwer?“ fragten ein paar Jungs einen Mitarbeiter auf einem Ferienlager. „O nein!“ erwiderte ich. Ich erzähl euch ein Beispiel: Ein Bauer geht mit seinem kleinen Jungen in die Stadt. Unter anderem kaufen sie dort für die Mutter eine schöne Vase. Der Junge darf sie tragen. Aber als sie auf dem nächtlichen Heimweg durch einen Wald gehen müssen, sagt der Junge: „Papa, nimm du die Vase! Wenn ich stolpere, geht sie kaputt.“ Also nimmt der Vater die Vase. Und wirklich, der Junge fällt über eine Baumwurzel. Das tut weh. Aber die Vase nimmt keinen Schaden.
In der Bibel heißt es: „Bei Gott ist mein Heil“ (vgl. Jes 12,2). Solange ich mein Heil selber schaffen und tragen will, ist es ständig in Gefahr. Aber Glauben heißt: sein zeitliches und ewiges Heil in der Hand Jesu wissen. Freilich geschieht es im Leben von Christen, dass sie in Sünde fallen. Das tut weh. Aber ihr Heil ist nicht zerstört. Es liegt fest in der Hand Jesu. Der hält es in seinen Händen, die einst am Kreuze für uns durchgraben wurden. Bei ihm ist mein Heil.
(A. Cyris)