Jahresthema: Wie Gemeinde Entsteht
Predigtthema: Wie Gemeinde Entsteht – Durch die Bekehrung Einzelner
Predigttext: Apostelgeschichte 16,11-40
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Das Evangelium verbreitet sich und Menschen, die die Gute Nachricht noch nicht kennen, hören sie und kommen zum Glauben an Jesus! Paulus und seine Mitarbeiter sind Zeugen Jesu! Sie setzen alles daran für Jesus im Dienst zu stehen!
So kommt es, dass Menschen umkehren und an die Erlösung glauben, die allein in Jesus zu finden ist!
Doch nicht nur das. Wir lesen auch von Menschen, die die Gute Nachricht ablehnen und sich gegen die Gemeinde stellen! So machen Paulus und Silas die Erfahrung der Gefangenschaft! Doch auch das gebraucht Gott um Menschen zu IHM zu führen!
Die Gemeinde wächst und das, weil einzelne Menschen sich in die Nachfolge rufen lassen.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel, Band Apostelgeschichte von Werner de Boor
* Edition C Kommentar zur Apostelgeschichte von Heinz-Werner Neudorfer
* Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in „Das Neue Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
* Interessante Zusammenfassung der Apostelgeschichte:
Kapitel 1-12 https://dasbibelprojekt.de/videos/apostelgeschichte-teil-1/
Kapitel 13-28 https://dasbibelprojekt.de/videos/apostelgeschichte-teil-2/
Beachtenswerte Anmerkungen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=9146
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Paulus und Silas im Einsatz für Jesus. Menschen finden zu Jesus und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Gott ist es, der alles vorbereitet und alles in der Hand hat.
V.11-15
Die Juden trafen sich nicht in einer Synagoge, sondern trafen sich vor dem Tor am Fluss an einer Gebetsstätte. Wir lesen von einer Anzahl Frauen, die dort zusammenkamen. Paulus und Silas ließen sich nicht entmutigen, dass nur wenige Frauen da waren. Sie predigten und Lydia kam zum Glauben an Jesus.
Es braucht keine Großveranstaltung um Menschen zu Jesus zu führen. Hier zeigt der Text, dass unser HERR auch in einem kleinen Gebetskreis wirkt!
In Vers 14 wird Lydia beschrieben, die von außen beurteilt sehr fromm gewirkt haben muss, denn sie betete Gott an! Sie hatte ein Verlangen nach Gottes Wort. Doch etwas Entscheidendes hat ihr gefehlt! Dies erkannte sie, weil Gott ihr Herz öffnete! Sie erkannte, dass Gott Gemeinschaft mit ihr möchte und wurde gläubig (V.15).
Paulus war es, der das Evangelium predigte, doch das Herz von Lydia öffnete Gott. So kam es zur Bekehrung von Lydia. Der HERR allein gibt den Segen, dass Menschen zum Glauben an IHN kommen.
Es ist schön zu sehen, dass Lydia öffentlich zeigt, dass sie zu Jesus gehört, indem sie sich taufen lässt. Auch lesen wir von ihrer Gastfreundschaft nach ihrer Entscheidung für Jesus.
V.16-24
Sehr beachtenswert ist, dass die Magd mit dem Wahrsagegeist, vor dem die Bibel warnt, Wahrheiten sagt! Es möge uns eine Warnung sein, dass auch Menschen, die die Wahrheit sagen, mit Satan in Verbindung stehen! Sie hatten einen Geist der nicht göttlich war! Es ist wichtig, dass auch in der heutigen Zeit um die Geisterunterscheidung gebetet wird!
1.Johannes 4,1 warnt uns: (NGÜ) „ Liebe Freunde, glaubt nicht jedem, der behauptet, seine Botschaft sei ihm von Gottes Geist eingegeben, sondern prüft, ob das, was er sagt, wirklich von Gott kommt. Denn in dieser Welt verbreiten jetzt zahlreiche Lügenpropheten ihre falschen Lehren.“
Es ist wichtig, nicht jedem ist zu trauen, der einmal die Wahrheit sagt!
Doch woran wird nun der falsche Geist erkannt? Hier im Text sehen wir, wie die Frau auftritt. Sie hat ein lautes und aufdringliches Benehmen. Sie kommt nicht in Liebe. Ihre Worte passen nicht zu ihrem Auftreten.
Paulus erkennt diesen Wahrsagegeist, weil er mit Jesus lebt und von Gottes Geist erfüllt ist! Paulus reagiert aber auch nicht gleich am ersten Tag. Er duldete es ein paar Tage, bis er sich durch Gottes Geist gewiss war, den Geist auszutreiben.
Nun wird Paulus und Silas von den Herren der Magd verschleppt und vor die oberste Behörde gezogen. Geld (Gewinn V.19), war der Grund, dass Paulus und Silas nun vor den Hauptleuten standen, doch wurden ganz andere Gründe genannt, um Paulus und Silas zu verurteilen. Die Liebe zum Geld und ihr Hass, trieb sie dahin, dass sie das ganze Volk auf ihre Seite zogen und sich gegen Paulus und Silas stellten.
V.25-34
Gottes Wege sind an mancher Stelle nicht zu verstehen. Doch sehen wir in unserem Text, Gott geht mit. Was Paulus und Silas bis Mitternacht machten wissen wir nicht und doch stimmten sie um Mitternacht ein Gotteslob an! Sie denken nicht an sich, sondern ihr Herz ist auf Gott gerichtet!
Nicht ihre Verzagtheit soll jetzt Platz gewinnen, sondern das Lob Gottes! Anfechtungen und Leid werden mit einem ausgerichteten Herzen zu Jesus besiegt. Gott ist da!
Als die Gefängnistüren fliehen Paulus und Silas nicht! Gott hat die Tür geöffnet, doch hat Gott noch was mit ihnen vor!
Gott gebraucht sie um nun im „dunklen Gefängnis“ von Jesus und der Guten Nachricht zu erzählen. Der Kerkermeister erkennt seine Verlorenheit und fragt wie er gerettet werden kann! Die Antwort ist auch für jeden Menschen heute die Antwort auf die ewige Rettung! Allein durch den Glauben an Jesus ist Erlösung zu finden!
Wir sehen, wie Gott ganz unterschiedliche Wege geht und gebraucht, um Menschen zu Ihm zu führen. Der HERR befreit Menschen von ihrer Verlorenheit! Ebenso befreit der HERR auch seine Kinder Paulus und Silas aus dem Gefängnis.
V.35-40
Gott sorgt für seine Diener, Paulus und Silas kommen frei. Innerhalb eines Tages haben die Hauptleute ihre Meinung geändert und lassen Paulus und Silas frei. Dies hat nur Gott bewirken können. Gott kümmert sich und kann die Herzen der Hauptleute lenken.
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Wir leben auch heute in einer Welt in der Menschen Jesus noch nicht kennen. Auch heute noch wächst Gemeinde durch die Bekehrung Einzelner! Wichtig ist, dass auch in unserem Text deutlich wird, dass Gott es ist, der wirkt. So wie Paulus und Silas ist jeder der an Jesus glaubt Werkzeug Gottes. Und jeden möchte Gott gebrauchen, seine Botschaft weiter zu sagen, dass andere Menschen zum Glauben an IHN kommen!
Manchmal geht Gott Wege, die wir Menschen nicht verstehen, um Menschen zu Jesus zu führen. Da gilt es dann in Treue auszuharren.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Unser Text gehört nicht zu einer fortlaufenden Textreihe, sondern gehört zum Jahresthema: „Wie Gemeinde entsteht“. Das bedeutet, dass die Vorgeschichte nicht ganz so aktuell ist und der Zusammenhang kurz erläutert werden sollte.
Wir sind noch in den Sommerferien und in der Urlaubszeit. Viele legen über 1000km zurück um Urlaub zu machen. Sehr oft ist man wieder dankbar, nach dem Urlaub wieder „Zuhause“ zu sein! Wenn wir Paulus anschauen, war sein Leben kein Urlaub und ebenso gab es kaum ein Zuhause. Auf seinen Missionsreisen erlebte er immer wieder Situationen, die ihn alle Kraft kosteten. Er war unterwegs um Menschen zu Jesus zu führen! Gemeinden wuchsen, weil durch die Verkündigung des Evangeliums Menschen zum Glauben an Jesus kamen. Paulus war unterwegs für Jesus! Sind wir es noch??
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Oft sind wir am Überlegen und Ratschlagen wie Gemeinde wächst, größer werden kann und noch mehr Menschen sich zu uns in die Gemeinden einladen lassen.
In der Apostelgeschichte sehen wir, dass durch die klare Verkündigung des Wortes Gottes Menschen zum Glauben kommen und so die Gemeinde wächst.
Ebenso auch, dass Gott „äußere Umstände“ (V.24ff) gebraucht um Menschen zu IHM zu führen. Gott ist es, der Gemeinde wachsen lässt! ER ist es, der das Herz des Menschen vorbereitet. ER ist es, der uns hilft auch in Bedrängnis IHN zu bekennen! ER ist es, der treu zu uns steht, wenn wir IHM treu sind.
(Psalm 18,26 – Wer dir treu ist, dem bist auch du treu. Wer sich ganz zu dir hält, dem bleibst du zugewandt. (NGÜ))
Da unser Text (Apg.16,11-40) etwas länger ist, kann dieser in Abschnitten gelesen werden (siehe unten – Predigtentfaltung).
- Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigt sollte ermutigen „Botschafter“ zu sein! Mit unserem Leben Zeuge von Jesus unterem Erlöser zu sein! Auch wenn Dinge manchmal anders laufen als geplant, hat Gott letzten Endes alles in der Hand! Wir dürfen und sollten SEINER Führung vertrauen. Auch in Bezug auf das Thema „Bekehrung Einzelner“, sind nicht wir die Macher, sondern ER allein.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Gemeinde entsteht durch Bekehrung Einzelner! Doch wie kommt es zu der Bekehrung des Einzelnen? Durch die Verkündigung des Evangeliums!
Paulus und seine Begleiter führen ihren Auftrag, das Evangelium zu verkünden, aus. Doch bedeutet das nicht, dass sie nur auf offene Herzen stoßen! Ihnen begegnet immer wieder auf der Missionsreise auch die Verschlossenheit der Menschen.
Doch sehen wir auch, dass Gott Leid zulässt, das anderen Menschen zum Heil werden kann. Gottes Wegführung verstehen wir oft nicht, doch sollten wir stets auf Gott vertrauen, der alles in SEINER Hand hat. Wir müssen lernen, Gottes Leiten und Führen anzunehmen und treu um Glauben zu stehen!3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
a) Wie Gemeinde entsteht – durch offene Herzen (V.11-15)
b) Wie Gemeinde entsteht – durch Bekenntnis und Bedrängnis (V.16-24)
c) Wie Gemeinde entsteht – durch Glaube und Treue (V.25-40)
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
1.Korinther 15,58 (NGÜ)
„Haltet daher unbeirrt am Glauben fest, meine lieben Geschwister, und lasst euch durch nichts vom richtigen Weg abbringen. Setzt euch unaufhörlich und mit ganzer Kraft für die Sache des Herrn ein! Ihr wisst ja, dass das, was ihr für den Herrn tut, nicht vergeblich ist.“
Bei all dem, was wir im Leben erleben, sollte es unser Anliegen bleiben, Menschen das Evangelium zu bringen in Wort und Tat. Wir sollten auch in Bedrängnis auf unseren HERRN vertrauen. Alles was wir für IHN tun ist nicht vergeblich! ER bleibt ewig!
Liedvorschläge:
- Ein Leben gegeben, für den Herrn der Welt (FJ-2,182) = in meiner Schwachheit lass mich glauben. Auch wenn Dinge in meinem Leben geschehen die ich nicht verstehen kann.
- Welch ein Freund ist unser Jesus (IWDD 314) = Auch im Sturm mögen wir treu im Gebet stehen. ER hört gewiss!
- Folgen, Leben mit Jesus hat Folgen (Glaubenslieder 471) Bereit sein für Gott unterwegs zu sein. ER wird uns die Kraft geben die wir brauchen.
(Walter Günter)