Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der im Leiden hofft
Predigtthema: Er errettet
Bibelstelle: Jakobus 5, 13-16
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Jakobus 5, 13-16
Der Text wird oft unter „Krankengebet“ einsortiert, ist aber eigentlich eine hervorragende Anleitung zum Beten.
V 13 Mach aus allem ein Gebet!
Auch Christen kommen in Leiden – wie ihr Herr. Keine Verschonung von Verfolgung, Angst, Herzinfarkt.
Der Leidende ist versucht, anderen Vorwürfe zu machen: dem Arzt, Arbeitsplatz, Familie, sich selbst.
Not lehrt beten – oder fluchen. Oft bringt Leiden in DER Richtung weiter, die VORHER eingeschlagen wurde (1). Von Gott Abgewandte neigen zu Anklagen und Schuldzuweisungen, Jesusleute vertrauen Gott und erleben Glaubensstärkung (2). Sogar Jesus lernte im Leiden Gehorsam (Hebr 5, 8).
Leidende sind Hilfsbedürftige. Ihnen fällt es leichter „mit leeren Händen“ Gott anzurufen.
Den Gesunden fällt der Krankenbesuch nicht leicht. Die uns am nötigsten brauchen, bei denen möchte uns Christus am liebsten sehen. Der Text ist für ALLE ein Mutmacher, Seelorge in Anspruch zu nehmen.
Krankheitszeiten können zu Zeiten der Intensivierung des Gebetslebens dienen, für sich und andere.
„Guten Mutes“ – Gläubige singen Psalmen. (Wirklich?) Üblicher ist der Rückblick auf eigenes Können. Man muss sich halt zu helfen wissen.
Wie das Leiden lockt das „Glück“ in die gewohnte Richtung: EIGEN- oder GOTTESLOB.
„… der singe“ (3). Die ersten Christengemeinden entfalteten musikalische Gaben (Eph 5, 19; Kol 3, 16).
V 14f Auch Christen erleben Krankheiten, schon z. Zt. des Jakobus. Der Grund muss nicht in der Sünde liegen (Jesus in Joh 9, 2ff.).
„Älteste“ waren von der Gemeinde anerkannte, geistlich vertrauenswürdige Brüder, denen Leitungsaufgaben übertragen worden waren (4).
Die Initiative des Gebets über einem gläubigen Kranken geht von diesem aus.
Gebet und „Salbung“ gehörten wohl schon zum Ritus der Gemeinden, wobei eine Salbung mit Öl (5) keine magischen Kräfte entfaltet, sondern Wortzeichen ist, ein wahrnehmbares Handeln, das Gottes Wort bekräftigt (6).
„Gesundmachen“ ist nicht das Ziel. Gottes freier Wille entscheidet. Das griech. Wort meint auch „retten“ oder „aufrichten“.
Der Zusammenhang zwischen geistlichem und körperlichem Ergehen ist der Bibel nicht fremd. Um Heilung bitten, aber Sünde nicht lassen, ist „kontraproduktiv“ (Mk 2, 1ff.).
V 15f „Und WENN / falls…“. Krankheitsursache muss nicht Sünde sein.
BEKENNEN schafft in allen Lebensbereichen freie Bahn. Unausgeräumte Schuld verhärtet beide, den Betroffenen und den Schuldner.
Körperliche Heilung kann nur der letzte Schritt sein, den Gott sich vorbehalten hat.
Einschub:
1. Gott kann Heilung schenken, wenn Sünde bekannt und bereinigt wird.
2. Der Brauch der Krankensalbung ist in der Gemeinde „wohl durch Unglauben unterlassen oder verloren gegangen“ (7).
3. Nicht das Öl ist wesentlich, sondern Gebet und Glaube. V 15 meint nicht DAS Spezialöl für Krankenheilungen.
4. Gott kann über Krankheit und Heilung befinden (8) (2. Kor 12, 7ff.), wobei das Gebet den Arzt nicht ersetzt (Sir 38, 1). Beides sollte parallel laufen, Arztbesuch und Gebet – auch für den Arzt.
Keine zwangsweise Ohrenbeichte, aber die Möglichkeit, vor Gott „reinen Tisch“ zu schaffen.
„Gebet ist die größte Kraft oder Energie, die Christen einsetzen können.“ (Walter Tlach).
5. „Im Namen des Herrn“ meint nicht nur „im Auftrag“ sondern in der KRAFT seines Namens (Apg 3, 6). Kraft und Name sind geradezu Parallelbegriffe (Apg 4, 7+10).
V 17f Elia war kein Heiliger, nur ein sterblicher Mensch wie wir. Sein Beten ist Beispiel und erreichte viel.
Ermutigung zum Gebet!
Die Predigt sollte ermutigen, das gegenseitige Seelsorgegespräch wieder zu entdecken und zu praktizieren. Wie kann ein Christ anderen beistehen?
Gliederungsvorschlag 1 (Gerhard Maier):
Krank – und was dann?
1. Wo Christen und Nichtchristen im selben Boot sitzen
2. Wo Christen und Nichtchristen nicht mehr im gleichen Boot sitzen.
3. Was geschieht mit kranken Christen?
Gliederungsvorschlag 2 (Gottfried Voigt):
Heilung und Vergebung – beides will Gott geben. Wir dürfen
1. Gesundheit erbitten
2. Sünde bekennen
Fußnoten
(1) Friedrich Nietzsches Kindheit im Pfarrhaus prägte seine späteren Ansichten: „Die Christen müssten erlöster aussehen…“.
(2) Jakob am Jabbok (1. Mo 32); Daniel (Da 9, 1-19); David (Ps 51; 130)
(3) „Sing Lieder, wenn du traurig bist, damit der Heilige Geist wieder einkehren kann.“ (M. Luther)
Weshalb nimmt die Zahl der Jugend- und Gemeinschaftschöre so stark ab?
(4) „Gemeindevorsteher, nicht die Ärzte“ (J.A.Bengel, Gnomon).
(5) Öl hatte früher eine besonders wertvolle Bedeutung. Könige wurden gesalbt. Praxisrat für heute: Wenn der Kranke es wünscht, wäre ein Kreuzzeichen mit z. B. Olivenöl auf der Stirn eine Hilfe.
(6) ähnlich dem Wasser bei der Taufe, Brot und Wein beim Abendmahl.
(7) J. A. Bengel, Gnomon
(8) Adolf Schlatter: „Das gläubige Gebet stellt sich bescheiden unter Gott, wartet auf seine Hilfe und ist mit Gottes Führung zufrieden, welchen Weg er uns leite, zum Leben oder Tod.“