Johannes

Predigthilfe vom 30.4.2006 – Johannes 6, 25-40

Monatsthema: Gott bleibt treu – dem gehorsamen Sohn
Predigtthema: Jesus ist des Vaters Wille

Bibelstelle: Johannes 6, 25-40

Verfasser: Eckhard Löffler

Bausteine zu Johannes 6, 25-40

Der Text bringt sehr viele Gedanken, deshalb der Rat: Schwerpunkte setzen.

A. Jesus das Brot des Lebens
B. Der Unglaube der Galiläer.

V 24f Menschen suchen Jesus = hervorragend!
Jesu Wunder werden hinterfragt: Wann, wo, wie hat er das gemacht? Bei der Sturmstillung (Mk 4, 41) lernen sie dazu: WER ist er?
V 26f Ein Zeichen/Wegweiser ist nicht das Ziel.
Wasser und Brot können Leben nur fristen.
Interessant: Die ersten Wunder Jesu betreffen Wasser (Kana) und Brot. Stichworte: Durst und Hunger nach Leben. Vergehendes Leben kann aber nicht durch vergehende Nahrung vom Tode errettet werden.
5000 waren satt geworden, aber nur auf Zeit. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Mt 4, 4)(1). Sattwerden allein reicht nicht.
„Menschensohn“ weist auf Daniel 7, 13f hin, auf den kommenden Messias, also Jesus.
Siegel bezeichnen Schutz und Eigentum (2).
V 28 Alle Menschen sehnen sich nach echtem, bleibendem Leben. Aber sie möchten es gern SELBST wirken (3). Ärmel hochkrempeln liegt uns und macht uns wichtig.
Die Synagogen lehrten: „Wirke Werke“. Werkgerechtigkeit findet auch in evangelischen Lebenseinstellungen Raum. Wenn ich …, sollte Gott doch … !
Das war Uranliegen der Zeloten (4), denen wohl anfangs auch Jünger angehörten (Lk 6, 16).
V 29 Religion gegen Evangelium. UNSER einziges „Werk“ ist der Glaube, den allerdings auch Gott wirkt (Röm 3, 22-24. 28; 9, 16) (5).
V 30 Wer erst SEHEN will, bevor er GLAUBEN mag, kehrt die Verhältnisse um: Zuerst hat Gott Garantien vorzuweisen, denen ich dann eventuell traue. So machen wir UNS zu Richtern. Gott hat sich auszuweisen. Gott, legitimiere dich!
Die Erwartung, unser Christsein müsse sichtbare Vorteile und Ergebnisse erbringen, hängt uns an (6).
V 31f Das Brotwunder war beeindruckend, aber es gab halt kein Manna – nur Gerstenbrot, nur Arme-Leute-Brot, nicht „Brot vom Himmel“.
Auch das Manna war irdische Substanz und sättigte nur vorläufig.
Der Unglaube erwartet Zeichen, findet aber immer Gegengründe.
V 34 „Gib uns allezeit“, ein verständlicher Wunsch (s. a. Joh 4, 15). Vaterunser: „tägliches Brot“. Die Bibel unterstützt weder die Habsucht noch den Sorgengeist.
Jesus weitet hier den Blick für die WELTmission. Nicht allein die Juden liegen Gott am Herzen.
V 35ff Die Ich-bin-Worte Jesu beschreiben seine göttliche Vollmacht (7a). Christusbrot ist nicht das, was er GIBT, sondern das, was er IST. Er zeigt nicht den Weg, er IST es.
Brot ist nicht zum Anschauen da. Es muss in uns eingehen, damit es uns sättigt und wirkt – wie Jesus (s. Offb 3, 20!). Paulinisch: Christus lebt in mir (Gal 2, 20). Christus: Bleibt in mir und ich in euch! (Joh 15, 4).
„Nur“ einfach zu Jesus kommen – das Leichteste oder Schwerste? Entweder oder. Letztlich scheiden sich nur hier die „Geister“, aber kommen werden viele trotz Widerstand der Masse. Keine antichristliche Propaganda hält alle Menschen von Jesus ab. Aber auch das Kommen ist Gottes Werk, Geschenk des Vaters.
Jesu Zusage ist eine Begründung der Heilsgewissheit.
V 38f s. a. (5) und (7b).
Gott finden ist nur in Jesus möglich, aber auch hierbei war es der Vater, der uns zuerst fand.
V 40 Jesus ist der Wille Gottes. An Gott glauben heißt Jesus nachfolgen. Nicht mit Religion abplagen, sondern immer wieder zu Jesus kommen. Das Evangelium ist also keine Lehre, sondern eine Person: Jesus.
Gottes Gabe ist Jesus selbst. Wir sind Abgefallene, die das Leben nicht IN sich haben, sondern es empfangen können. Wer den Sohn hat, hat das Leben (1. Joh 5, 12).

Gliederungsvorschlag
Wovon leben wir?
1. Wir brauchen das Brot
2. Wir brauchen MEHR als Brot
3. Wir brauchen das CHRISTUSBROT

—————————————–
Fußnoten

(1) Nebenbei: Jesus hat auch den leiblichen Hunger in der Welt wahrgenommen und ist ihm begegnet. Satte Christen sollten sich nicht allein mit ihrer eigenen, ausreichenden Versorgung zufrieden geben.
(2) Das kaiserliche Siegel deutete auf kaiserliche Rechte hin. Pfandsiegel bringt der Gerichtsvollzieher an, wenn sich Eigentumsverhältnisse geändert haben.
(3) RELIGIONEN sind Modelle, wie der Mensch sich den Himmel VERDIENEN kann und sich Gottes Zuwendung erwirbt. Evangelium ist das krasse Gegenteil: Gott wirkt selbst alles, was nötig ist.
(4) Zeloten = nach griech. Bezeichnung „Eiferer“. Die radikalste polit. Gruppe der Juden mit starkem Nationalgefühl „Römer raus!“ und Gewaltbereitschaft.
(5) Adolf Schlatter: „Gottes Werk ist auch hier das Werk, das Gott wirkt, nicht das, das er nur verlangt. Gottes Werk im Menschen ist, dass er an Jesus glaubt. Indem er glaubt, geschieht durch ihn mit dem Einsatz aller ihm eigenen Willensmacht als seine von ihm geleistete Arbeit das, was Gott will und wirkt“.
(6) auch Gemeinden sind nicht immer ganz frei davon …
(7a) jeweils DER, DIE, DAS d.h. einzige Brot des Lebens, Licht der Welt, Tür zu den Schafen, Auferstehung und Leben, Weinstock, Weg, Wahrheit, schließlich Offb 1, 8: „das A und das O“.
(7b) Allgemein gültige, säkulare Regel im Altertum: Der Gesandte ist gleich dem Sendenden.