Jeremia

Predigthilfe vom 3. Dezember 2023 – Jeremia 23,5-8

Predigtthema:         1. Advent:   Versprochen – der gerechte König kommt

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Text- und Predigthilfsmittel

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com besonders die NGÜ hilft meiner Meinung nach, in diesem Text zum besseren Verständnis.

Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes bieten z.B.

  • William MacDonald, Kommentar zum Alten Testament, 2. Auflage.
  • Wuppertaler Studienbibel AT Band 7.
  • Matthew Henry, Jesaja–Maleachi, Bd. 4, Der Neue Matthew Henry Kommentar.

1.2 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Vers 5: Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken; der wird als König regieren und weise handeln und wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden. (SCH2000)

Am Ende des vorherigen Kapitels hatte Gott versprochen, dass niemand aus der königlichen Linie Jechonjas auf dem Thron Davids sitzen würde (Jeremia 22,30). Es schien, als ob die königliche Linie Davids wie ein Baum gefällt wurde und nur ein Baumstumpf übrig blieb. Doch Gott würde diesen Baumstumpf nehmen und einen Spross hervorbringen.

Gott hat versprochen, „für David“ einen weiteren König zu erwecken, der ein „gerechter Spross“ sein würde.

Was ist ein Spross?

Der messianische Gebrauch des Wortes „Spross“ (ṣemaḥ) ist ein Begriff, der verwendet wird, wenn jemand in die Königsfamilie Davids eingepfropft wird, der später Israel ehrenhaft regieren würde. Der Titel „Spross“ (oder Zweig) war eine bekannte Bezeichnung für einen Priester/König.

Wie würde dieser „Spross“ aussehen? Er wäre:
• „Schön und herrlich“ (Jesaja 4,2)
• „Frucht bringend“ (Jesaja 11,1-2)
• „Das Volk wird ihm dienen“ (Jeremia 30,9)

Jesus ist der „gerechte Spross“. Er ist selbstgerecht, und wird Recht und Gerechtigkeit schaffen. Durch den Gerechten, werden auch wir gerecht gemacht. Er ist der Fürsprecher, der uns Gerecht spricht. (1. Joh. 2,1)

Jesus wird durch sein Evangelium die Macht brechen, die Satan an sich gerissen hat. Die Folge davon wird eine heilige Gewissheit und Frieden im Geist bei all seinen Gläubigen sein.

Vers 6: In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen; und das ist der Name, den man ihm geben wird: »Der HERR ist unsere Gerechtigkeit«. (SCH2000)

Jesus ist der Mittler für unsere Gerechtigkeit, indem er für unsere Sünden Sühne bewirkt hat, um Gottes Gerechtigkeit zufriedenzustellen, hat er eine ewige Gerechtigkeit gebracht.

Unsere ganze Gerechtigkeit kommt von ihm und sie existiert nur in ihm und durch ihn.

„das ist der Name, den man ihm geben wird.“

Jesus soll als unsere Gerechtigkeit bekannt werden. Das Einzige, dass wir vor Gott bringen können und sollen ist: Jesus ist für mich gestorben und auferstanden und ich habe ihn als Herrn angenommen.

Dieser Glaube schafft in mir Gerechtigkeit.

Und diese Rettung übertrifft bei weitem die Rettung der Juden aus Ägypten…

Vers 7-8

7 Darum siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da wird man nicht mehr sagen: »So wahr der HERR lebt, der die Kinder Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat!«,

8 sondern: »So wahr der HERR lebt, der den Samen des Hauses Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt und wiedergebracht hat, und aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe!« Und sie sollen wohnen in ihrem Land. (SCH2000)

Israel wurde beim Auszug aus Ägypten als Volk „geschaffen“ und bei der Sammlung aus Babylon und den Nationen „wiederhergestellt“.

Gott versprach, dass die Wiederherstellung Israels größer sein würde als die Schöpfung Israels.

Das hängt mit dem Grundsatz zusammen, dass der wiederhergestellte oder erlöste Mensch größer ist als der geschaffene Mensch.

Gott ist mit dem gerichteten und verschleppten Volk nicht fertig, er lässt sie nicht los.

Das Gericht über sie war nicht ihr Ende. Er versprach nachdrücklich das Gott sein Volk in das Gelobte Land zurückbringen und wiederherstellen würde.

Selbst nach dem großen Gericht und der bevorstehenden Verbannung würde er weder mit ihnen am Ende sein, noch würde seine Verheißung auf das Land Israel beendet sein.

2. Verstehen, worum es geht

Als Nebukadnezar gegen Jerusalem zog, sandte Zedekia zu dem Propheten, um zu erfahren, ob der Herr für sie in Erscheinung treten würde.

Jeremia musste die furchtbare Nachricht mitteilen, dass Gott selbst gegen sie kämpfen würde.

Dem Volk wurde gesagt, dass sie überleben sollten, wenn sie sich dem König von Babel ausliefern würden, andernfalls würden sie sterben.

Sie wurden zur Buße ermahnt. Außerdem werden ausführlich die Prophezeiungen gegen Schallum (Jer 22,10-12), Jojakim (Jer 22,13-19) und Konja (Jer 22,24-30) mitgeteilt. „Wehe den Hirten“ (Jer 23,1)!

Es gibt aber auch einen Tag des Segens, der dann kommt, wenn der wahre Sohn Davids, der gerechte Spross und König, regieren und blühen wird (Jer 23,5-8).

Danach wird eine Wehklage gegen die falschen Propheten angestimmt (Jer 23,9-40). Das Volk, das von Nebukadnezar mit Jekonja nach Babel gebracht wurde, wird im 24. Kapitel mit guten Feigen verglichen, dagegen werden solche, die unter Zedekia im Land zurückblieben, mit schlechten Feigen verglichen.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Der Advent hat begonnen. Das warten auf den König. Aber nicht das Warten auf ein Kind im Stall, sondern auf den „HERRN der unsere Gerechtigkeit ist“.

Sein Kommen wird mächtig sein und jedes Knie wird sich vor ihm beugen. Wer würde einem König widersprechen, der auftreten wird, wie es uns in Offenbarung 19,11-16 verheißen wird?

Es geht darum, diesen Spross in der Predigt groß wachsen zu lassen. Er kommt wieder, er erfüllt seine Versprechen, er regiert in Ewigkeit.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Man kann diese Predigt in 3 Teile gliedern, zu denen ich ein paar Zeilen geschrieben habe, die man aber natürlich auch ganz anders füllen kann.

a) Den gerechten Spross verstehen (23,5)

Wir zeigen auf, welcher Spross aus dem Stamm Davids entspringt und das Gott sein Versprechen in Jesus Christus erfüllt hat.

„Siehe, es kommen Tage, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken; der wird als König regieren und weise handeln und wird Recht und Gerechtigkeit schaffen auf Erden.“ (Jer 23,5)

Da sagte der Engel zu ihr: »Du brauchst dich nicht zu fürchten, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden.

Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen; dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und wird ›Sohn des Höchsten‹ genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Stammvaters David geben. (Lukas 1,31-33)

Welche Bedeutung hatte die Verheißung des gerechten Sprosses?
• Das Versprechen wurde gegeben, ohne von einer Bedingung abhängig zu sein.
• Die Verheißung sagte voraus, dass der Messias ein Nachkomme von DAVID sein würde. (2. Sam 7,16)
• Das Versprechen gibt uns Hoffnung. Gott hält, was er verspricht.

b) Den Advent verstehen (23,6)

Der Begriff „Advent“ kommt vom lateinischen Wort „Adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Dies ist eine vom Rest des Jahres abgegrenzte Jahreszeit, in der viele Christen sehnsüchtig auf die Feier der Tatsache, dass Jesus gekommen ist (Weihnachten), warten und sich darauf vorbereiten. Deshalb nehmen wir uns diese Zeit des Jahres zur Seite, um unser Herz vorzubereiten und Gott anzubeten, dass er seinen Sohn Jesus zu uns gesandt hat! Gleichzeitig ist es auch ein Vorausblicken auf den König der Gerechtigkeit, der wieder kommen wird.

Als Jesus kam, kam er gerecht und wird daher „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit“ genannt.

Wenn Christus wiederkommt, wird er erneut „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit“ genannt. Jesus machte seinem Namen als gerechter Gott Israels alle Ehre und wird wiederkommen.

Daher ist die Anwendung einfach.

o Mit großer Freude erwarten wir die Feier, dass Jesus gekommen ist!
o Wir erwarten mit großer Freude, dass Jesus wiederkommt!

c) Erwarte den gerechten König (23:7-8)

Jeremia behauptet hier, dass das erste und zweite Kommen Jesu, die Wiederherstellung Judas und Israels (Jeremia 23,6) und die durch den Tod und die Auferstehung Christi angebotene Erlösung (Römer 10,8) so überwältigend sein werden, dass die vergangenen Taten Gottes, schon fast klein dagegen aussehen.

Der erste Exodus wird im Vergleich zu diesem neuen Exodus so unbedeutend sein, weil Gott „die Nachkommen Israels aus allen Ländern“ herausführen wird, in denen sie gewesen sind, und sie in „ihr eigenes Land“ zurückbringen wird. (Jeremia 16,14–15)

Und wieviel mehr wird es bei uns so sein?

„Dann sah ich einen ganz neuen Himmel und eine völlig neuartige Erde. Der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen.“ (Offenbarung 21,1)

Das zweite Kommen unseres Herrn, wird uns in seine überwältigende unaussprechliche Herrlichkeit führen. Dieses Ereignis wird alles andere in den Schatten stellen. Dann, wenn jedes Knie sich vor ihm beugen wird. Die einen aus Schrecken, die anderen aus purer Freude, Liebe und Dankbarkeit.

„Passt auf! Mit den Wolken wird er wiederkommen. Alle werden ihn sehen, auch die, die ihn durchbohrt haben! Sein Anblick wird alle Völker auf der Erde in schmerzliche Trauer versetzen. Das ist gewiss! Amen.“ (Offenbarung 1,7 NeÜ)

Dieser Tage kommt! Zwei Fragen:

  • Bin ich bereit, diesem König der Gerechtigkeit zu begegnen? Habe ich seine Gerechtigkeit „angezogen“?
  • Leben wir in der Erwartung, dass dieser König wiederkommen wird?

(Sebastian Blank)