1.Petrus

Predigthilfe vom 3. April 2026 – 1. Petrus 2,21-25

Predigtthema:         Jesus – für uns gelitten

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com.

1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • Krimmer, Heiko.1.Petrusbrief (Edition C)
  • Holmer, Uwe. Der erste Brief des Petrus (Wuppertaler Studienbibel)
  • Jobes, Karen. 1.Peter (Baker Exegetical Commentary)

1.2 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Der Predigttext steht in einem Zusammenhang, in dem Petrus über das Verhalten von Christen in der Welt spricht. Er fordert seine Leser auf, sich der menschlichen Obrigkeit unterzuordnen. Ab Vers 18 nimmt Petrus dann besonders die Sklaven in den Blick, die Christen geworden sind. Er fordert sie auf, sich nicht nur den guten Herren unterzuordnen, sondern auch den „verkehrten“. Petrus sieht es als Gnade Gottes an, wenn jemand leidet, obwohl er Gutes tut. Ab Vers 21 stellt Petrus uns dann Jesus als Beispiel eines solchen zu Unrecht Leidenden vor Augen.

Vers 21:

Petrus zeigt in diesem Vers die Verbindung zwischen dem ungerechten Leiden, das christliche Sklaven durch schlechte Herren erleben und dem Leiden Jesu. Dieses Leiden von Jesus ist der einzige Weg für unsere Rettung. Jesus ist stellvertretend für uns gestorben. Er hat unsere Schuld auf sich genommen. Zudem ist die Haltung, die Jesus in seinen Leiden gezeigt hat, ein Vorbild für uns, dem wir als Nachfolger Jesu nacheifern sollen.

In den Evangelien können wir lesen, wie schwer sich Petrus mit der Vorstellung getan hat, dass der Messias leiden muss. Er wollte sogar mit dem Schwert die Gefangennahme Jesu verhindern. Erst nach der Auferstehung Jesu konnte Petrus erkennen, was es mit dem Leiden auf sich hat.

Das Leiden wurde ein wichtiger Bestandteil im Glaubensleben von Petrus (vgl. 1.Petr 1,6ff). So wichtig, dass er selbst bereit war für seinen Glauben zu sterben und dass er hier von einer Berufung zum Leiden sprechen kann.

Diese Leidensbereitschaft ist keine Bereitschaft, die aus den eigenen menschlichen Fähigkeiten entspringt. Das neue Leben, das Jesus in seinen Nachfolgern wirkt, ist die Basis für diese Leidensbereitschaft, die eben aus der Liebe Jesu entspringt. Die Liebe, die Jesus besonders zeigte, als er für uns gelitten hat.

Vers 22-23:

Petrus erinnert seine Leser daran, wie Jesus als das Opferlamm Gottes bereitwillig und demütig das Leiden auf sich nahm. Petrus verweist hier deutlich auf Jesaja 53 und betont besonders die Sündlosigkeit von Jesus. In Vers 23 unterstreicht Petrus, wie schmerzhaft Jesus diese Sündlosigkeit errungen hat. In Hebräer 5,8 lesen wir, dass Jesus, obwohl er der Sohn Gottes war, an dem, was er litt, den Gehorsam lernte.

In der antiken Welt versuchten die Menschen in der Regel ihre Unschuld dadurch zu beweisen, dass sie leidenschaftlich gegen ihre Ankläger argumentierten. Jesus dagegen schwieg und zeigte dadurch sein Vertrauen auf die Rechtfertigung durch den Vater.

Petrus stellt hier die Art, wie Jesus auf sein Recht verzichtete, wie er in Demut das Leid ohne Sünde ertrug, als Vorbild dar, dem seine Jünger nachfolgen sollen. Dabei ist wichtig, dass dieses Ertragen eben nicht aus einer stoischen Gelassenheit resultiert, sondern aus dem tiefen Vertrauen, dass Gott derjenige ist, der schlussendlich Recht schaffen wird. (vgl. Röm 12,19-20; Jer 11,18-23)

Vers 24:

Petrus stellt in diesem Vers die Einzigartigkeit von Jesu Tod ins Zentrum. Auch wenn Nachfolger Jesu aufgefordert sind, Jesus in seiner Leidensbereitschaft nachzuahmen, bleibt sein Tod in seiner Bedeutung doch einzigartig. Nur Jesus konnte unsere Schuld tragen, weil er das vollkommene göttliche Opferlamm ist. Auch hier steht wieder Jesaja 53 im Hintergrund. Durch seinen Tod hat Jesus unsere Schuld auf sich genommen.

Petrus benutzt hier das Wort „Holz“, nicht das Wort Kreuz. Vielleicht will er damit die Verbindung zu 5Mose 21,22-24 aufzeigen, dass Jesus am Kreuz den Fluch Gottes über unser Leben getragen hat.

Petrus betont, wie Jesus stellvertretend für unsere Schuld gestorben ist, damit wir Vergebung haben können. Aber der Tod Jesu bewirkt noch mehr. Jesu Tod ermöglicht ein Leben in der Gerechtigkeit, ein Leben, das durch Gottes Gnade der Sünde abgestorben ist. Jesu Tod schafft neues Leben, das vom ewigen Fluch der Sünde geheilt ist.

In Mattäus 8,17 wird Jesaja 53,5 in Verbindung mit den Heilungswundern von Jesus angeführt. In unserem Abschnitt spricht Petrus aber sonst nirgends von physischer Heilung. Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass Petrus hier die Verbindung zwischen Jesu körperlichem Leiden und unserer geistlichen Heilung von der Sünde herstellen will.

Vers 25:

Vers 25 ist durch das „denn“ sehr eng mit Vers 24 verbunden und zeigt noch einmal, dass es Petrus um unsere geistliche Verlorenheit geht. Petrus beschreibt die Not und Verlorenheit von uns Menschen mit Worten, die stark an Jesaja 53,6 angelehnt sind.

Doch anders als es Jesaja erlebte, als das Volk eben nicht umkehrte (vgl. Jes 6,10), spricht Petrus hier zu Menschen, die dem Ruf Jesu gefolgt und umgekehrt sind. Sie haben in ihm neues Leben und echte Heimat gefunden. Die Bezeichnung Jesu als Hirte erinnert auch an Hesekiel 34, wo Gott sich als der Hirte seines Volkes bezeichnet, der das Versprengte zurückbringen wird (Hes 34,16). In diesem Kapitel lesen wir auch von Gottes Diener Daivd, der als guter Hirte sein Volk weiden wird (Hes 34,23-24). Dieser zweite David ist niemand anderes als Jesus, der Messias.

Vers 25 ist eine starke Ermutigung für die Christen, an die Petrus seinen Brief schreibt. Petrus bezeichnet die Adressaten seines Briefes als Fremdlinge. Doch sie haben, obwohl sie hier auf der Erde in der Fremde leben, echte Heimat bei Jesus, ihrem Retter, gefunden, der für sie gestorben ist. Sie sind zu ihrem guten Hirten zurückgekehrt. Jesus ist nun der, der die Aufsicht über ihr Leben hat. Er ist ihr Herr.

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Am Karfreitag denken wir besonders über das Leiden und Sterben Jesu nach und welche Bedeutung dieser Tod für uns hat. Der Abschnitt aus dem 1.Petrusbrief macht auf eindrückliche Weise deutlich, dass der Tod Jesu viel mehr ist als nur ein Ereignis, an das wir uns erinnern müssen. Der Tod Jesus ist die Lebensgrundlage für uns als seine Nachfolger. Dieser Tod hat Auswirkungen auf jeden Bereich unseres Lebens. Weil Jesus unsere Schuld getragen hat, leben wir nicht mehr unser altes Leben, sondern alle, die an ihn glauben, sind neue Menschen geworden. Sie sind in ihm der Sünde abgestorben und leben ein neues Leben in seiner Gerechtigkeit.

2.2 Hinweise für homiletische Überlegungen

Um den Hörern den Tod Jesu erneut vor Augen zu stellen, ist es gut, wenn im Gottesdienst vor der Predigt einer der Berichte über die Kreuzigung Jesu gelesen wird. Da Petrus in diesen Versen stark auf Jesaja 53 verweist, ist es sinnvoll auch in der Predigt diese Verbindung deutlich aufzunehmen. So kann auch nochmals verdeutlicht werden, dass der Leidensweg Jesu als Gottes Heilsplan für uns schon lange feststand.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Wir wollen neu den Blick darauf richten, dass der Tod Jesu die Grundlage für unser ganzes Leben als Christen ist. Wir laden die Hörer ein, ihren Alltag von dieser Realität prägen zu lassen, dass Jesus Christus an unserer Stelle gelitten hat, dass er für uns den Tod auf sich genommen hat, damit wir frei sein können. Der Blick auf den Tod Jesu soll uns wieder dazu ermutigen, ein Leben in konsequenter Nachfolge und Hingabe zu leben.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Jesus – für uns gelitten

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

1. Jesus – das vollkommene Opferlamm für uns (V.21-23)
2. Jesus – trägt für uns die Schuld und schafft für uns neues Leben (V.24)
3. Jesus – echte Heimat für uns (V.25)

(Tobias Schurr)