Monatsthema: Leben aus der Abhängigkeit vom Herrn
Predigtthema: Mit allen Konsequenzen leben
Bibelstelle: Matthäus 10, 34-39
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen
Glaube light ist nicht möglich. Gegenwind ist angesagt.
Erklärungen und Tipps:
V 34 Jes 9, 5 nennt den Messias den Friedefürsten. Die Engelsbotschaft in Bethlehem: „Friede auf Erden“. Allerdings wird dieser Friede erst Alltag, wenn die Menschen zum „Ehre sei Gott“ finden.
Der Friede Gottes und der Friede dieser Welt sind völlig gegensätzliche Themen. (1)
Der Mensch ohne Gott kann friedlich sein, aber er hat keinen Frieden. Die politischen Versuche, „Frieden“ zu schaffen, scheiterten komplett an der Gottlosigkeit der Menschen. (2) Alle wollen Frieden, aber nur IHREN Frieden. Jer 6, 14: „ sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.“, Jes 59, 8: „Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf ihren Pfaden. Sie gehen auf krummen Wegen; wer auf ihnen geht, der hat keinen Frieden.“
Der persönliche Friede ist gestört, sowie Menschen sich von Gott entfernen (Jona 1, 3; Ps 139).
Der Unterschied: Der Friede dieser Welt beruht auf Ausgleich, „ausgleichende Gerechtigkeit“. So arbeiten die Regierungen von Staaten und in Bürgermeisterämtern.
Jesus lässt falsche Erwartungen und Meinungen nicht gelten: „Denkt nicht…“. Israel erwartete den Messias als Friedensbringer und –herrscher. (3) Jesus sagt dagegen Zeiten des Kampfes voraus.
Christen, die INNERLICHEN Frieden haben, können ÄUSSERLICH in Streit verwickelt werden; und werden Gegenwind erleben. (4) Ihre Gegner werden das weltliche Schwert gegen Jesus und seine Leute einsetzen (Mt 26, 47), diese dagegen nur das Schwert des Wortes Gottes (Eph 6, 17; Offb 19, 15).
Jesus „bringt“ das Schwert nur, weil die Wiedergeborenen den Hass der Nichtchristen erregen, den Widerstand des Feindes (Jo 8, 44). (5)
V 35 Hochhäuser gab es nicht. Verwandtschaften bewohnten und bildeten ein Haus (1. Mo 7, 1; Jos 24, 15). Risse durch Familien entstehen durch „gläubig-ungläubig“. „Entzweien“ kommt im NT nur hier vor und meint „in trennende Feindschaft versetzen“. Die Scheidung der Gotteskinder von der Welt wird aber oft beschrieben (Mt 20, 26; 23, 8ff; Jo 15, 19; 17, 9; Rö 12, 2; Eph 4, 17ff; 5, 1ff; 1. Petr 2, 7ff; 4, 3ff; Offb 13, 16ff).
Die Trennung geht nie von den Jüngern aus (!), sondern entsteht immer durch Ablehnung der Jesus-Nachfolge durch die übrigen Hausgenossen.
V 36 Im Orient waren die Bindungen innerhalb der Familien besonders eng. So konnten aus Blutsverwandten nicht nur Uneinige, sondern FEINDE werden. Liebe schlägt umso leichter in Hass um, wenn man sich vorher besonders nahestand. (6)
V 37 Mehr als Vater und Mutter lieben, darf man nur Gott selbst (5. Mo 13, 7; 2. Mo 32, 27).
Jesus beansprucht mehr Liebe als zwischen Familienangehörigen möglich ist. So ist sein Nachfolger Jesus „wert“. Und ihn lieben heißt, ihm treu bleiben, auch wenn es das irdische Leben kostet. Nicht umsonst erinnert das griechische Wort für Zeuge (martys) an Märtyrer.
V 38 Zum Tod am Kreuz Verurteilte hatten den Querbalken zur Hinrichtungsstätte zu schleppen (Mt 27, 32).
Der „Wert“ eines Nachfolgers besteht nicht aus besonderen Gaben und Qualitäten sondern in der Treue zum Herrn (Lk 19, 17).
Zum Tragen des Holzes zur eigenen Hinrichtung wurde auch immer an Isaak bei der Vorbereitung seiner eigenen Opferung gedacht (1. Mo 22, 6).
Der Friede des Herrn beruht nicht auf AUSGLEICH in dieser Weltzeit (siehe oben V34), sondern auf VERGEBUNG; die auch durch den eigenen Tod nicht verweigert wird.
Gottes Reich ist keine Landesgartenschau. Hier wird auch Hass erlebt, Verfolgung und Tod. (7)
Eine alte Weisheit: „Den Kreuzesweg verstehen heißt, ihn selber gehen.“
V 39 Das „Halleluja“ (Lobet den Herrn!) kommt nach Ps 150 erst wieder in Offenbarung 19 vor. In den Evangelien steht dagegen oft „Kyrie“ (Erbarme dich!).
Der Kampf beginnt im eigenen Herzen. Bin ich mit dem Herzen dabei? Mache ich Gottes Sache zu meiner Sache und gewinne so das Leben? Die Kosten sind hoch: es kostet mein Leben. Der Gewinn ist noch höher: das ewige Leben.
Es läuft auf Kampf hinaus, aber nicht mit den Waffen dieser Welt sondern mit den Waffen des Glaubens (siehe Erklärung zu V 34).
Das Schwert des Glaubens ist die Bibel. Je besser wir uns darin auskennen, umso besser lässt sich der Kampf bestehen. Wer nie ein Schwert in die Hand nimmt, braucht nicht überrascht zu sein, wenn er im Falle eines Kampfes schnell verliert. Wer die Bibel nicht in die Hand nimmt, muss sich nicht wundern, wenn er im Glauben keinen festen Stand findet.
Christen sollen den Kampf nicht suchen oder herausfordern. „Soweit es an euch liegt, haltet Frieden mit jedermann.“ (Hebr 12, 14). Jesus redet Klartext: Wir sollen alles Mögliche tun, um friedlich mit anderen zu leben und uns trotzdem nicht wundern, dass unser christlicher Lebensstil andere zu unseren Feinden macht. Das wahre Leben gewinnen wir nur im LOSLASSEN: „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es endgültig verlieren. Wer es aber für mich einsetzt, der wird ewig leben“ (V 39 in Hoffnung für alle).
Gliederungsvorschlag (nach Dr. Gerhard Maier)
1. Zeugnis führt ins Leiden
2. Durchhalten durch Vertrauen
3. Der Sieg Jesu ist gewiss
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Fußnoten
(1) siehe auch Luthers „2 Reiche-Lehre“.
(2) a) Schon Kinder verteidigen, was sie „haben“: „Lass mich in Frieden!“ „Lass mir MEINEN Frieden!“ Und zur Unterstreichung ihres Friedenswunsches hauen sie dem Brüderchen Duplo-Steine auf den Kopf.
b) Mao-Tse-Tung in der sog. Mao-Bibel, 1968: „Streit und Krieg werden bald ausgemerzt sein. Doch der einzige Weg, den Krieg aus der Welt zu schaffen, ist, ihm unseren Krieg entgegenzusetzen.“
c) Slobodan Milosevic, jugoslaw. Ministerpräsident, mit dem Ziel, einen großserbischen Staat zu schaffen: “Die Friedensgrenzen unseres neuen Serbien lassen sich nur mit dem Bajonett ziehen.“
d) Auch in Israel waren Friedensbemühungen aktuell. Die Zeloten (Eiferer) wollten die Römer mit Gewalt vertreiben, die Qumran-Mönche bereiteten den „heiligen Krieg“ vor, damit endlich Friede wird.
(3) Viele Friedenserwartungen: (vgl. Ps 29, 11; 72, 7; 85, 9.11; 122, 7; Jes 9, 5f.; 32, 18; 52, 7; 53, 5; 54, 13; 60, 17; 66, 12; Esra 34, 25; Mi 5, 4).
(4) Damit ist allerdings nicht das Schwert gemeint, das Petrus für seinen Herrn einsetzt (Mt 26, 51),
und schon gar nicht die sog „Kreuzzüge“, die absolut nicht im Sinn Jesu waren.
(5) Heinrich Böll: „Die Atheisten sind deshalb so langweilig, weil sie beständig über Gott reden müssen“.
Bis heute sind viele Politiker und Medien bemüht, christliche Einflüsse zu bekämpfen.
(6) Im Islam muss das zum Christentum konvertierte Familienmitglied bis heute mit seinem gewaltsamen Tod rechnen.
(7) Ältere Lieder greifen das Thema öfter auf, als es heute üblich ist.
„Wohlan, so führ uns all zugleich zum Teil am Leiden und am Reich“ (Iwwd 318, 2)
„Auf, denn die Nacht wird kommen“ (Iwwd 316)
„Ja, Jesus siegt! Seufzt eine große Schar…“ (Iwwd 313, 3)
„Blicke nur auf Jesus mitten in dem Streit!“ (Iwwd 299, 2)
„Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen…“ (Iwwd 298, 2)
„Und wenn die Welt voll Teufel wär…“ (Iwwd 311, 3)