1.Mose

‚Predigthilfe vom 29. Dezember 2019 – 1. Mose 25,8 und 2. Korinther 4, 16-18

Jahresthema: Geistlich Leben in verschiedenen Lebensphasen

Predigtthema:           Mit Jesus alt und lebenssatt werden: Loslassen lernen

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk. 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Der Predigttext zeigt, dass wir in der Abhängigkeit unseres Herrn auf unser Leben schauen und dankbar und froh zurückschauen. Im Rahmen unseres Jahresthemas („Geistlich Leben in verschiedenen Lebensphasen“) ist nun interessant zu überlegen, wie wir auf unser Leben schauen. Vielleicht auch mit dem Start, dass wir auf dieses Jahr zurückblicken.

(Lied: „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ von D. Bonhoeffer oder „Meine Zeit steht in deinen Händen und nun kann ich ruhig sein in DIR“)

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • Wuppertaler Studienbibel
  • Der neue Mathew Henry Kommentar
  • Lexikon zur Bibel, Fritz Rienecker und Gerhard Maier; Artikel zu Abraham

Und natürlich auch diverse Studienbibeln, Lexika und Kommentare, die man als Verkündiger hat oder sich ausleihen kann.

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

In den vorgegebenen Texten befinden wir uns im alten und neuen Testament.

Im Blick auf diesen Text ist es sinnvoll, sich die Person Abraham genauer anzusehen.

Ihm kommt aus 1. Mose 25,8 eine besondere Bedeutung zu. Trotz seines Lebens und seiner Probleme schaut er auf sein Leben und ist zufrieden. In Jakobus 2, 23 lesen wir auch noch, dass Abraham ein Freund Gottes genannt wurde. Er war unser Vater (Jak. 2,21). Er ist eine Illustration des Glaubens und eine Veranschaulichung der Rechtfertigung (Röm. 4). Hierzu ist zu empfehlen, dass man sich mit Bibellexika und Kommentaren einen Überblick verschafft, was bei Abraham im Leben geschehen ist.

Im 2. Korintherbrief lesen wir eine Ergänzung dazu.

Paulus schreibt an die Gemeinde, dass Dienst und Leben nicht „leicht“ sind. Es geschieht durch Leiden hindurch.

V 16: Äußerer Mensch und … innerer Mensch

Er stellt Geist und Leib nebeneinander. Der eine (äußere Mensch) vergeht, der andere (innere Mensch) wird stets erneuert.

V 17: Trübsal, die zeitlich begrenzt ist, gegen die ewige Herrlichkeit

So wie in Psalm 23 oder auch aus dem Blick auf das Leben Abrahams sehen wir, wie diese Zeit der Trübsal vergeht. Auch in Erinnerung an Psalm 90 aus der Jahresthema-Predigt vom November sehen wir, dass wir hier nur eine „kurze Zeit“ haben, die in Ewigkeit verschwindend wirkt (vgl. Röm. 8, 18).

V 18: …Nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare…

Die Perspektive der Ewigkeit ist hier entscheidend! In Gottes Blickwinkel ist es so, dass alles nur eine kurze, vergehende Zeit ist. Das, was wir sehen, ist manchmal schwierig. Es wird aber durch das, was wir in Ewigkeit haben, klein und nichtig. Das Sichtbare ist zeitlich und das Unsichtbare besteht ewig.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Wie wird das Leben des Abraham oder die Ermutigung des Paulus für uns HEUTE in unserem Leben und in unserer Situation greifbar?

Zum einen ist Abraham ein Glaubensheld (Hebräer 12,8-19), zum anderen ein Beispiel dafür, wie wir Gottes Gerechtigkeit aus Gnade empfangen (Röm. 4)!

In 1. Mose 25,8 lesen wir kurz, dass Abraham auf sein Leben blickt und zufrieden und lebenssatt ist. Durch die Ergänzung des Textes aus 2. Korinther bekommen wir dann die Perspektive, die auch ein Abraham hat. „Das Unsichtbare hat aber ewig Bestand“. Was wir im Leben sehen und haben, sollte immer in der Perspektive der Ewigkeit Gottes bestehen.

Im Zusammenhang mit dem Leben des Abraham betrachten wir die Verse aus Korinther:

V 16: Im Alltag und „normalen Leben“ kann es oft geschehen, den Mut zu verlieren. Man wird aufgerieben und verliert den Blick auf Gott. Auch bei Abraham ist dies immer wieder geschehen. Probleme mit dem Pharao und mit Lot, mit den Stämmen und Städten, die in Kanaan waren. Und doch wurde sein Leben immer wieder erneuert und von Gott in SEINE Perspektive gestellt.

V 17: Die Lasten, die Abraham trägt, keine Nachkommen zu haben oder diesen Einen dann zu opfern, selbst für Nachkommen zu sorgen und dann die Probleme daraus lösen zu müssen, schaffen immer wieder Not. Doch in allem wird dies durch die Herrlichkeit Gottes ausgeglichen und ist bis heute ein Beispiel von einem Glauben an Gott, der in Ewigkeit besteht.

V 18: So lernte Abraham, nicht darauf zu schauen, was er sieht, sondern was Gott gewirkt hat. Das hat in Ewigkeit Bestand, und wenn Abraham zurückschaut sieht er, wie Gott in seinem Leben gewirkt hat. Dadurch wird auch der Retter in diese Welt kommen und Abraham sieht, dass Gott durch ihn die Welt rettet. Gott versöhnt die Welt mit sich selbst, gibt durch das Leben Abrahams ein Beispiel dafür und legt den Grundstein dazu.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Wir predigen diesen Text i.d.R. am 29.12.2019. Es ist der letzte Sonntag im Kalenderjahr. Manche nutzen diesen Tag zur Rückschau auf das vergangene Jahr oder zur Vorschau auf das kommende Jahr.

Dieser Sonntag kann sicherlich genutzt werden, um auf das Jahresthema zu schauen. Aber auch, um die herrliche Perspektive Gottes zu sehen, die wir als Christen durch den Glauben an Jesus haben.

Wir haben zwar schon einige Texte aus dem Jahresthema gehört, aber wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die „große Linie“ des Jahresthemas den Predigthörern vor Augen steht. Viel war dazwischen gepredigt worden. Deshalb ist es sicher hilfreich und gut, wenn wir Verkündiger den Predigthörern in Erinnerung rufen: Das Jahresthema lautet: „Geistlich Leben in verschiedenen Lebensphasen.“

Wir haben das Jahres-Thema bisher „chronologisch“ von der „Wiege bis zur Bahre“ entfaltet:

  • Januar: Vor Grundlegung der Welt: Von Gott geliebt und gewollt.
  • Februar: Mit Jesus als Kind aufwachsen: Geprägt im Elternhaus.
  • März: Mit Jesus als Jugendlicher groß werden. Verantwortung lernen.
  • April: Mit Jesus gesunde Beziehungen knüpfen: Freundschaft und Liebe entdecken.
  • Mai: Mit Jesus Ehe gestalten: Ehe leben.
  • Juni: Mit Jesus zu zweit unterwegs sein: Als Single leben.
  • Juli: Mit Jesus Familie meistern: Kinder im Herrn erziehen.
  • August: Mit Jesus in der Midlife-Krise: Mitten im Leben angekommen (Halbzeit).
  • September: Mit Jesus den Generationenvertrag erfüllen: Wenn Kinder ihre Eltern ins Bett bringen.
  • Oktober: Mit Jesus in der zweiten Lebenshälfte: Als Senior das Leben sinnvoll gestalten.
  • November: Mit Jesus Abschied von der Welt nehmen: Bestelle dein Haus.
  • Dezember: Mit Jesus alt und lebenssatt werden: Loslassen lernen.

Unser heutiger Text erinnert uns daran, dass wir unser Leben aus Gottes Sicht betrachten und darauf schauen, was der Herr Gutes getan hat. Im Idealfall schauen wir darauf und sind froh und lebenssatt.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Der Abschluss des Jahresthemas ist auch gleich der Abschluss des Kalenderjahres. Hier bietet sich die Chance, in zwei Perspektiven zu denken.

Die eine ist das, was das Jahresthema vorgibt. Wie schaue ich auf mein Leben und kann dahin kommen, dass ich „lebenssatt und zufrieden“ darauf schaue?

Die andere ist zeitlich kürzer. Wie schaue ich auf das vergangene Jahr und auf das Gelernte/Erlebte? Kann ich zufrieden sein mit dem, was ich mit Gott erlebt habe?

So wird der Text nicht nur für „alte und satte“ Menschen relevant, die auf das Leben schauen Es wird relevant für jeden, der das Jahr hinter sich hat. Dankbar oder aufgewühlt, zufrieden und voller Lob, oder verängstigt und mit Sorgen auf das Kommende blickend. All dies wird durch Abraham und den Text aus dem 2. Korintherbrief aufgegriffen und kann helfen, sich zu sortieren für das neue Jahr und das alte Jahr abzuschließen und im Vertrauen auf den Herrn ins neue Jahr zu gehen.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Diese Predigt soll die Perspektive auf mein Leben verändern. Ziel ist es, so wie Abraham auf das Leben zu schauen und Gottes Spuren zu erkennen.

Im Blick auf das Umfeld/unsere Zeit kann man hier Mut machen, dass es nicht darum geht, was wir hier erreichen, sondern was wir in Ewigkeit haben. Dies ist nicht immer sichtbar aber dennoch das, was Bestand haben wird.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

In dieser Predigt kann man in zwei Richtungen gehen.

Das eine ist der Fokus darauf, auf sein Leben zu schauen.

Dabei kann man erkennen, dass Gott wirkt und gewirkt hat, und man wird dankbar für das, was man erleben durfte. Trotz Problemen und Sorgen kann man aus der Ewigkeit heraus auf ein sattes Leben schauen.

Der andere Blick ist kurz und auf das vergangene Jahr gerichtet.

Dies betrifft dann ALLE, also nicht nur alte Menschen der Gemeinde. Was und wie habe ich dieses Jahr mit Gott erlebt und wo kann ich für Dinge dankbar sein. Dazu gehört dann auch, dass ich schwere Dinge abgebe und in Gottes Licht rücke, um diese dann zu verarbeiten.

In beiden Fällen kann ich in die Zukunft blicken und mich auf Gottes Weg fokussieren.

Dadurch kann ich als Prediger den Blick darauf richten, dass wir weggehen von Sorgen und Problemen/Freuden und weltlichen Dingen hin zu Gottes Wegen und seiner Herrlichkeit, die in Ewigkeit Bestand hat. So ist der Fokus auf 2. Korinther 4,18 dann auch ein Motto oder Ziel für die Zukunft und das neue Jahr bzw. für die Sichtweise auf das Leben und den Weg mit unserem Herrn.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

A) Eine erste Möglichkeit ist die, dass ich als Prediger auf das Lebensende schaue und dann durchgehe, was ich tun soll, um auf ein erfülltes Leben zurück zu blicken.

  1. Ein Blick auf Abraham (1. Mose 25,8) ;

a) Was hat Abraham erlebt

b) Wie hat er sich selber gesehen

c)Wie wurde er im Neuen Testament beurteilt (Hebräer 12,8ff; Philipper 2,21-22)

  1. Ein Blick in den Korintherbrief (2.Kor. 4,16-17). Was macht unser Leben aus und wo sehe ich den Unterschied von menschlich-fleischlichen Dingen im Gegensatz zu den ewigen-inneren Dingen, die die Herrlichkeit Gottes wiederspiegeln?!

3. Anhand von Abraham kann ich aufzeigen, dass manche Dinge nicht vergänglich sind. Was Abraham und seinen Glauben ausgemacht hat, ist bis heute ein Beispiel für unser Leben und dafür, dass wir nach Gottes Wegen streben sollen.

B) Eine zweite Möglichkeit wäre, dass man mit der Gemeinde in das Jahr schaut und überlegt, was Gott mir/uns gegeben hat.

  1. Rückblick auf die Gemeinde vielleicht im Austausch
  2. Blick auf das Leben von Abraham. Was hat sein Leben ausgemacht und was lief auch schief?!
  3. Wie kann man trotz eines fehlerhaften Lebens in Gottes Herrlichkeit stehen? Hier bietet es sich an, dass man den Text aus 2. Korinther nimmt und Möglichkeiten aufzeigt, um wegzukommen vom äußeren Menschen hin zum innerlichen Menschen.
  4. Mut machen für das kommende Jahr. Gott hat etwas vor. Er will, dass ich innerlich wachse. Wie kann ich das erreichen und was muss ich dazu ändern in 2020? So kann ich das Vergangene loslassen und Neues anfangen!

3.4 Predigt Veranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Um das Leben von Abraham aufzubereiten ist es hilfreich ein Video von Bibelprojekt zu zeigen: https://dasbibelprojekt.de/videos/genesis-teil2/

Als Lied empfiehlt sich „Von guten Mächten“

(Björn Husfeld)