Lukas

Predigthilfe vom 29.12.2002 – Lukas 12,1-12

Monatsthema: Dem Retter vertrauen
Predigtthema: Ihn bekennen

Bibelstelle: Lukas 12,1-12

Verfasser: Dr. Heiko Krimmer

1. Zusammenhang
Die Auseinandersetzung Jesu mit den Frommen Israels (Pharisäer und Schriftgelehrte). Eine Lehre Jesu, nachdem er bei einem Pharisäer Gast gewesen war und sie sich provoziert fühlten (vgl. 11,53+54)

2. Biblische Parallelen
Die Aussendungsrede Jesu in Matth. 10 ist nächste Parallele. Jesus predigt dieselben Bilder und Gedanken bewusst mehrfach.

3. Aufbau des Textes
a) V. 1-3 Warnung vor Heuchelei
b) V. 4-7 Vertrauen auch in Verfolgung
c) V. 8-12 Warnung vor dem Abfall

4. Einzelerklärungen
Vers 1
„Unzählige“ Menschen (so wörtl.) umdrängten Jesus, es kam sogar zu Rangeleien. Jesus war kein „Winkelgeschehen“, seine Person und seine Worte erregte die Massen. Er redet zuerst zu seinen Jüngern, die anderen können zuhören. „Sauerteig“ ist hier als negatives Beispiel gebraucht: ein bisschen Heuchelei verdirbt die ganze Frömmigkeit. Die Frömmigkeit der Pharisäer mit ihrer äußeren Gesetzlichkeit lässt das Herz böse bleiben.

Vers 2
Der Sinn des Verses: Es kommt doch eines Tages an´s Licht, spätestens vor Gottes Augen. Es kann nichts geheim – unter der Decke – gehalten werden. Hinter der Maske wird das wahre Gesicht sichtbar.

Vers 3
„In der Finsternis“, meint, im eigenen Herzen: Auch das wird öffentlich – im Lichte Gottes,; Was geheim gehalten werden soll – „in der Kammer“ -, etwa, wie die Pharisäer die Gebote umgingen (vgl. Luk. 11, 39ff; auch Matth. 23), das wird „von den Dächern“, in aller Öffentlichkeit ausgebreitet werden.

Vers 4
„Freunde“, so nennt Gott nur Mose und Abraham. Welche Würde der Jesusleute. Es wird Verfolgung kommen, sogar von den „eigenen“ Leuten (Juden – vgl. auch Matth. 24,10), doch mehr als den Leib können die Feinde nicht töten. Sind wir, wie die Jünger damals bereit zur Lebenshingabe bis zum Tod? Jesus setzt das voraus.

Vers 5
Gott allein ist zu fürchten, denn er kann auch in die Hölle werfen. Der Satan kann die Hölle nur anheizen, Gott wirft hinein. Ein Jünger Jesu lebt in der Gottesfurcht, dann hat er sonst keine Furcht mehr.

Vers 6 + 7
Gottesfurcht ist nicht schreckende Angst, sondern vertrauende Ehrfurcht: Gott vergisst nicht die wohlfeilen Spatzen – 5 für 2 Pfennige -, sogar die Haare auf unserem Haupt zählt er. Wie sollte er seine Nachfolger alleine lassen? „Ihr seid besser“, wörtl.: Ihr seid mehr wert! Deshalb können wir ihm in allen Situationen – gerade auch im Schweren – völlig vertrauen. Gottesfurcht, Vertrauen und Liebe sind Geschwister.

Vers 8
Wir können uns vertrauend zu Jesus bekennen. wörtl.: das selbe sagen = uns zu Jesus und seinem Wort stellen, gerade wo es andere in Zorn bringt. Jesus stellt sich dann auch im Gericht zu uns: Die Gerichtsengel können uns nicht von ihm wegziehen.

Vers 9
Wer Jesus „verleugnet“, wörtl.: Nein sagen, nicht kennen wollen (vgl. Matth. 26,72), den wird der Herr auch im Endgericht nicht „kennen“, nicht als seinen Jünger bei sich behalten. Unsere Haltung hier zu Jesus hat ewige Konsequenzen.

Vers 10
Wenn ein Mensch jetzt gegen Jesus spricht – ihn nicht anerkennt -, kann er immer noch Vergebung finden. Noch ist Zeit der Gnade und der Umkehr! Doch wo ein Jünger, einer der Jesu Macht erlebt hat, bewusst dem Glauben absagt – so die „Sünde wider den Heiligen Geist“, „lästern“, wörtl. (bewusst) Bösereden, da gibt es keine Umkehr mehr. Vgl. 1. Joh. 5,16; Hebr. 6, 4ff; 10, 26ff.

Vers 11+12
Solche „Sünde wider den Heiligen Geist“ droht in der Verfolgungssituation, wenn etwa einer um der Rettung des irdischen Lebens willen, Jesus schmäht. Deshalb gilt hier besonders: gerade da auf den Beistand des Heiligen Geistes zu vertrauen. Er „lehrt“ uns die richtigen Worte, eben in dieser Situation. Keiner kann hier vollmündig sagen: „Ich bleibe treu“, (vgl. Matth. 26,33ff), wir können nur vertrauend bitten: „Herr, halte mich nah bei dir!“ Die Verfolgung der Gemeinde begann durch das Judentum (Synagoge) vgl. Apg. 8, 1ff und breitete sich über alle Völker aus.

5. Die Spitze des Textes
Christen sollen echt sein in allen Lagen.

6. Der Text heute
a) Heuchelei schleicht sich leicht in unsere Frömmigkeit ein. Überall dort, wo wir unser Versagen, unsere Fehler überspielen, werden wir Heuchler. Demut und Sündenbekenntnis bewahren vor Heuchelei. Heuchler sind wie Schauspieler, sie „verkleiden“ sich, spielen eine Rolle. Doch ds tägliche Leben entlarvt sie. In der Verfolgung wird klar, ob mein Glaube echt ist.
b) Unser Text redet in den Ländern der Verfolgung ganz anders, wie bei uns, etwa in Indien. Da kostet es tatsächlich vielen das Leben, sich klar zu Jesus zu bekennen. Doch sie erleben es auch, der Geist Gottes hält sie und macht sie zu vollmächtigen Zeugen. Sind wir bereit zum Leiden? Nicht: Ich bleibe fest!, sondern: „Herr halte mich fest!“ Leidensfit durch anhaltende, demütige Bitte um des Geistes Vollmacht.
c) Die Sünde wider den Heiligen Geist. Es gilt:
1.Wer umgetrieben ist, ob er sie begangen hat, hat sie nicht begangen.
2.Es ist viel schwerer Jesus abzusagen, als sich für Jesus zu entscheiden.
3.Sage nie, mir kann das nicht geschehen. Es gibt keine Glaubenssicherheit, wohl aber wachsende Glaubensgewissheit in der täglichen Jesusgemeinschaft.

7. Beispiele und Verdeutlichungen
a) Heuchelei: Bin ich nur furniert oder Echtholz = gewachsenes Holz!
b) Ein wenig Sauerteig: Jede beschönigte, wegerklärte Sünde macht das Zeugnis ungenießbar.
c) Kein Schauspieler kann seine Rolle auf Dauer spielen. Die wirkliche Person lässt sich nicht verbergen.
d) Im Gottesgericht wird alles ganz aufgedeckt.
e) Über ein dreckiges Hemd ein sauberes anziehen? Dann „muffelts“ bald.
f) Gottesfurcht wirkt Freimut gegenüber allen Menschen. Vgl. Luther und der Papst.
g) Gott zählt unsere Haare. Dann ist ihm unsere ganze Person gewiss nicht unwichtig.
h) Die Hölle ist eine biblische Wirklichkeit. Der Satan schürt nur, Gott bringt hinein.
i) Jesus bekennt uns vor den Engeln: Er ruft meinen Namen: Du bist mein. Vgl. Jes. 43,1
j) Leidensfit wird der Demütige und Bußbereite. Beichte schützt vor Hochmut.
k) Der Geist wird es euch in dieser Stunde lehren: Wann kaufe ich die Busfahrkarte? Bei der Abfahrt!

8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Dieser eichene Schrank ist nur furniert. Dahinter ist Sägmehl. Wir sollen Echtholz sein!

1. Echte Christen
Pharisäer haben Jesus zum Essen eingeladen, aber sie wollten ihn nur belauern, zu Fall bringen. Jesus nennt sie klar: Heuchler und warnt vor Heuchelei. Nur gespielte Frömmigkeit! sind wir echt vor- und miteinander? Auch unser Versagen eingestehen. Echt werde ich durch Beichte. Echt werde ich durch das Eingestehen meiner Fehler. Echt werde ich durch wachsende Nähe zu Jesus. Echt bleibe ich in der Demut. Echt bleibe ich in der Bitte um Geisteskraft. Echt bleibe ich, wo ich mich von den Brüdern und Schwestern „beleuchten“ = zurechtbringen lasse. Echt bin ich, wenn ich das Wort Gottes ernst nehme.

2.Vertrauende Christen
Die Echtheit erweist sich besonders im Leiden, in der Verfolgung: „geläutert, wie Gold im Feuer“. Wir brauchen uns nicht vor Menschen zu fürchten. Gottesfurcht gibt königliche Unabhängigkeit. Menschen können nur (?) den Leib töten. Unsere so große Leibsorge. Oft leben wir, als sei dieses Leben alles. „Das Schönste kommt noch!“ Sind wir bereit zur Lebenshingabe für Jesus? Heute Wirklichkeit in vielen Ländern. Doch: Nicht den Mund zu voll nehmen. Warnendes Beispiel: Petrus! Sondern: Immer abhängiger von Jesus werden. Bitte: „Halte mich nah bei dir jeden Tag!“ (Lied singen lassen). Vor Gott sind wir unendlich viel wert (Spatzen, Haare). Er sorgt für uns. Jesus bringt uns durch. Zu der Stunde: Fahrkarte bei Abfahrt!

3.Bekennende Christen
Wir stellen uns zu Jesus. Heute: Wir vertrauen seinem Wort und bezeugen es so, wie geschrieben steht. Gegen den Zeitgeist, gerade in ethischen Fragen. Wir bekennen seine Maßstäbe, selbst wenn die Leute uns verlachen oder – das wir immer mehr – anfeinden. Jesus verleugnen, wo ich sein Wort abschwäche, wo ich bei offenkundiger Sünde schweige. Nur wer selbst nach dem Wort Gottes lebt, kann auch Jesus vollmächtig bezeugen.
Jesus stellt sich zu uns! Bis in Ewigkeit. Das ist tiefster Trost und Ermutigung. Sünde wider Heiligen Geist? (Vgl. 6c)

Schluss: Unsere Zeit heute lechzt nach echten Jesuszeugen. Sag so zum Leiden: So echt.