Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der seine Sünde bekennt
Predigtthema: Ehrlich vor der Welt
Bibelstelle: 1.Petrus 3, 8-17
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu 1. Petrus 3, 8-17
Manche NT-Briefe schließen mit einer Nutzanwendung (Paränese): Die Gemeindeglieder wollen wissen, was sie in IHR LEBEN UMSETZEN können. Was wir in der Gemeinde nicht schaffen, können wir in der Welt gewiss nicht (1).
V 8 bringt gleich 5 Vorschläge:
1. gleichgesinnt: Christen jeder Gemeinde müssen sich über Grundlage, Umsetzung und Ziele EINIG werden. Das schließt ihre überregionalen Verbindungen ein: „allesamt“. Verantwortliche Einzelgänger haben zu oft Gemeinden schließlich getrennt und zerstreut. „Gleichgesinnt“ meint die weitere Vorgaben des Reiches Gottes und sprengt individualistische und gemeindliche Horizonte.
2. mitleidig: griech. sympatheis = teilnahmsvoll. Christen sind „Stücke voneinander“ (1. Ko 12, 26) (2).
3. brüderlich: ALLEN Geschwistern helfen. Ruinierte Lebensgeschichten, zerbrochene Beziehungen, kaputte Herzen, „Versager“ aktiv begleiten, wie es normalerweise in der Familie üblich ist.
4. barmherzig: eigentlich „mit gesunden Eingeweiden“, d. h. Nöte der anderen betreffen und bewegen den Bruder bis ins Innere (Gal 6, 1).
5. demütig: griech. „niedrig von sich denken“, von „Selbstbescheidung“, aber keine Duckmäuserei (Mt 11, 29). Wer den Herrn aller Herren kennt, kann sich selbst einschätzen.
Eine umfassende Ordnung für alle Generationen in der Gemeinde.
V 9 „Heimgezahlt“ wird nicht in gleicher Münze, sondern durch SEGNEN. Segen bedeutet zuerst „GUT von jdm. reden“ und ihn unter das „Signum“ Gottes stellen (signare = kennzeichnen).
So wird der Teufelskreis des Rachedenkens durchbrochen.
V 10 „Gut reden und schlecht denken“ sollte nicht Kennzeichen von Christen sein. Leider gibt es traurige Beispiele (1. Jo 3, 18). Frieden SUCHEN und ihm NACHJAGEN weist auf die AKTIVE Rolle jedes Christen hin. „Von allein“, durch Verdrängen und Vergessen entsteht kein Friede (3).
V 12 Gott sieht und hört wohlwollend. Einander sehen und hören beschreibt NÄHE.
V 13 s. Röm 8, 31-39.
V 14 Griech: „Fürchtet nicht ihr Furchteinjagen“. Die Lebensart der Christus-Nachfolger reizt die Welt zu aktiver, aggressiver „Abwehr“ (4).
V 15 Hoffnung ist Sehnsucht unserer vergehenden Welt: „Alles geht ja doch bergab“, Moral, Wirtschaft, Renten, usw. Die Parteien sind machtlos (5). „Hoffnungslosigkeit ist die Hölle“ (Dostojewski), macht Angst und Angst lähmt. Hoffnung muss wahr sein. Nur die Wahrheit macht frei (Jo 8, 32) – Jesus (Jo 14, 6). Christen sind die Realisten. „Wer einen Pakt mit dem Leben schließt, hat den Tod nicht zu fürchten“ (P. Hahne). Christusträger sind die Hoffnungsträger. Sie kämpfen nicht um ihre Zukunft, weil die seit Golgatha geklärt ist. Und das muss umgesetzt werden (6). „Christen sind Bettler, die anderen Bettlern sagen können wo Brot zu finden ist“ (P. Hahne).
Fragt man uns noch nach dem Grund unserer Hoffnung? – oder haben wir uns eingerichtet in der Welt, in einer Einrichtung, wie z.B. dem Brüderbund?
Wir brauchen Wegweisung und Wegzehrung aus dem Wort Gottes, Geschwister als Weggefährten zur ewigen Heimat. Bibelleser wissen mehr. Ihre Hoffnung steht gegen alle Resignation.
Deshalb dürfen die „Stillen im Lande“ nicht zu still werden im Schutz der Wände ihrer Versammlungssäle. Die Welt braucht Jesus, der Rest vergeht (1. Jo 2, 17).
Bis dahin sind „Mauerbrecher“ zu anderen hin nötig, damit diese mit Gott „wiedervereinigt“ werden können.
V 16 Fanatische Christen zerstören und reizen zur Gegnerschaft. Sanftmut gewinnt durchs weite Herz (7).
Gliederungsvorschlag
Christen in der Welt: Leben, leiden, zeugen mit gutem Gewissen
1. Einander lieben
2. Hoffnung vermitteln
3. Mit gutem Gewissen leiden
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Fußnoten
(1) nach Dr. H. Krimmer, Bibelkommentar, Hänssler
(2) Das Bild leidender Körperglieder: Ein schmerzender Kopf beeinflusst den ganzen Rest des Körpers (1. Ko 12, 26).
(3) z.B. müssen Keime und Bakterien in Wunden vernichtet werden, bevor Heilung möglich ist.
(4) wie gegenüber Jesus: Kreuzige ihn! (Mt 10, 16ff)
(5) Sog. „Internationale“, Bekenntnislied der politischen Linken, Vers 2: „Es kann uns kein Erlöser retten, nicht Gott noch Cäsar, kein Idol. Erlöst Euch selbst aus Euren Ketten!“
(6) Paul Humburg, Präses der rheinischen Bekenntnissynode: „Herr, bring mein Leben auf das Niveau meiner Worte.“
(7) Rektor Dietrich, Gründer der Apis: „Herr, schenk mir ein Herz wie ein Scheunentor. Ich würde am liebsten alle mit in den Himmel nehmen.“