Monatsthema: Der Blick auf den Heiland
Predigtthema: Das Evangelium
Bibelstelle: Jesaja 52,(6)7-12
Verfasser: Hans Pfau
1. Der Zusammenhang
Unsere Texte steuern einem Höhepunkt entgegen, der Verkündigung der Rettungstat des Herrn in Kapitel 53. Es klingt bereits die Freude der vollbrachten Erlösung an. Gott hat sich durch die Botschaft von der Erlösung vor den Völkern gezeigt und auch die unverbrüchliche Treue zu seinem Volk bestätigt. Israel wird wieder aufgebaut werden und darf sich schmücken mit neuen Kleidern.
2.Biblische Parallelen
Exil und Auszug aus Ägypten
Jes. Kap. 40
3. Der Aufbau des Textes
Vers 7 – 8 Die Freudenbotschaft – dein Gott ist König
Vers 9 – 10 Die Kraft Gottes – der starke Arm
Vers 11- 12 Der Aufruf zur Trennung
4. Einzelerklärungen
Vers 6
Hier wird das Heil für Israel beschrieben und wir können es auf einen kurzen Nenner bringen: Heil geschieht, wenn eine neue Gotteserkenntnis geschenkt wird, wenn Israel, wenn Menschen, verstehen und begreifen, Gott hat sich uns zugewandt. Was für ein Wort, wenn Gott seinem Volk zuruft: „Siehe, hier bin ich“.
Gott ist wieder da, in Hesekiel 10,4.18-19 wird gezeigt, wie Gott den Tempel verlassen hat. Während der babylonischen Gefangenschaft schien Gott sein Volk verlassen zu haben, der Tempel war verbrannt, Jerusalem zerstört und der Großteil des Volkes in heidnischer Gefangenschaft.
Vers 7
Dieser Vers gibt uns detaillierte Informationen über Boten, Botschaft
und Auftraggeber:
Die Füße des Boten sind lieblich(schön), weil sie einem Boten gehören, der eine Freudenbotschaft überbringt. „Schön“ steht im hebräischen Denken für das Geschehende. Toll, schön, dass es so gekommen ist,
würden wir heute sagen. Die Füße eilen über die Berge, da können wir uns erinnern an Jes. 40, wo Gott im unwegsamen Gelände einen Weg geebnet hat.
Die Botschaft ist Friedensbotschaft
Es ist wie eine Ankündigung an das Volk, erinnert euch doch: Euer Gott ist König – es sind nicht die Mächtigen, die Kriegsherren, die Jerusalem in Schutt und Asche gelegt haben, die das letzte Sagen haben, es ist der Gott Israels. Es ist keine Botschaft mehr von Gewalt und Gegengewalt, sondern Botschaft des Friedens.
Das Botenwort ist die Erlösungsbotschaft – weil es Gottes Wort ist.
Wie entscheidend wichtig ist das Hören auf das Wort und das Bleiben am Wort. Das Wort Gottes hat verändernde Kraft. Der Glaube kommt aus dem Wort, Veränderung des Menschen kommt aus dem Wort. Das Wort vom Kreuz ist Torheit vor der Welt, uns aber ist es eine Gotteskraft.
Die Freudenbotschaft für Israel ist das Ende der Gefangenschaft 536 v.Chr., hier wird deutlich Gottes Wort ist „Tatwort“ – was er spricht, geschieht. Der Text weist aber weit über dieses geschichtliche Ereignis hinaus, wenn Israels Messias, wenn Jesus zurückkehrt nach Israel, um zu regieren, dann wird Freude sein.
Das Heil liegt immer im Messias
Vers 8
Horch, die Wächter rufen!! Die Bewohner einer Stadt haben ihr Ohr in ganz besonderer Weise bei ihren Wächtern. Durch ihr Rufen und wurden die schlimmsten Eroberer angekündigt, es war überlebensnotwendig dieses Rufen zu hören und darauf zu reagieren. Die Wächter auf den Zinnen einer Stadt sind immer auch die Ersten, die einen gern gesehenen Ankömmling ausmachen und ankündigen. Horch, die Wächter erheben ihre Stimme zu einem Freudenruf, keine Angst oder Bedrängnis liegt in der Stimme, sondern Freude. Der Grund – Gott kommt.
Anschaulich wird beschrieben wie sie einander anschauen, Auge in Auge sich freuen und fröhlich sind. Gott kommt selbst nach Jerusalem zurück. In den Gassen liegen noch die Trümmer, herrscht Not, die Freudenbotschaft aber wird schon ausgerufen. Nach dem Wiederaufbau des Tempels unter Serubbabel und Esra (Hag.2,5)konnte das Volk im Glauben die Gegenwart Gottes erfassen. Leibhaftig war Jesus erst später auf einem Eselfüllen in die Stadt Jerusalem eingezogen.
Die Wächter, das ist auch ein Bild für die Gemeinde, für Nachfolger Jesu, denen die Heilsbotschaft selbst zum Leben geworden ist und die diese Botschaft der Rettung gern und schnell an alle weitergeben.
Vers 9
Brecht in Jubel und Freude aus ihr Trümmer – alles was zerbrochen, zerschlagen ist, wird wieder heil werden. Wie viel Hoffnung liegt in diesen Worten für kranke und belastete Menschen.
Wir können auch hier wieder die verschiedenen Ebenen der Aussagen im Bild des Trümmerfeldes entdecken.
1. Das zerstörte Jerusalem, in das die Heimkehrenden aus Babylon
einzogen und unter großen Mühen Vieles wieder aufbauten
2. der Mensch heute, unser Leben ist und bleibt ohne das Heil
Gottes ein totes Trümmerfeld, von der Sünde völlig verwüstet.
Wo Gott kommt, wo Jesus ein Leben neu macht, da kehrt das Heil bei uns ein. Oft gibt es noch viel Mühe, die Trümmer der Sünde beiseite zu räumen, aber die Grundlage ist gelegt, die Ketten zerrissen. Das ist Grund zum Jubeln, das haben die Hirten auf den Feldern um Bethlehem erlebt in der Heiligen Nacht.
3. Und dann erst recht, wenn Jesus der Herr vom Himmel her kommen
wird um in Jerusalem seinen Thron aufzurichten. Offb. 11,15 „Nun ist das Weltkönigreich unseres Herrn und seines Christus aufgerichtet, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Dann hat das Leiden für alle Kinder Gottes auf ewig ein Ende.
Dann wird Gott in Herrlichkeit inmitten seiner Leute sein, und
wird abwischen alle Tränen.. Offb. 21,1 ff.
Vers 10
Gott hat den Ärmel hochgekrempelt, um einzuschreiten. Vor aller Welt hat Gott seine Stärke sichtbar gemacht – der Arm ist besonders bei Jesaja das Zeichen für Stärke und Kraft.
Gott hat seinen Sohn, den Messias präsentiert. Auf Golgatha hat Gott seinen Arm entblößt und seine Kraft und sein Handeln vor aller Welt gezeigt.
Vers 11
Fort! Fort! Zieht weg von dort.
Nun ergeht an Israel der Aufruf zur Trennung. Die politischen Voraussetzungen sind unter König Cyrus geschaffen, das Volk kann ziehen. Der Rechtsakt ist abgeschlossen. Dass viele bleiben, liegt daran, dass sie sich eingerichtet haben in der heidnischen Welt, scheinbar gut zurechtkommen mit Wohlstand, Bequemlichkeit und dem Glauben an die Götzen Babylons. Scheidung macht immer diese beiden Möglichkeiten deutlich, den Aufbruch in das Neue, aber auch das Verharren im Alten, lieb gewordenen. Wie schwer fällt uns dieses Loslassen. Wir kennen alle das tragische Beispiel von der Frau Lot`s, die zur Salzsäule erstarrt ist, weil sie sich nicht losreissen konnte.
Israel kann seine Wurzeln nicht in Babylon haben. Seit Kreuz und Auferstehung können Menschen ausziehen, das Gefängnis ist geöffnet, aber wir müssen es wollen und tun. Josua hat das seinem Volk in aller Konsequenz vorgelebt, ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Josua 24,15.
Das Hinken auf beiden Seiten bringt immer Not in unser Leben.
Römer 13,12 Last uns die Werke der Finsternis ablegen und Anlegen die Waffen des Lichts. Die Voraussetzungen sind durch Jesus geschaffen, das Evangelium lautet – Keiner muss verloren gehen.
2. Kor. 6,14 Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis
Reinigt euch, die ihr des Herrn Geräte tragt.
Im Alten Bund sind das die Priester aus dem Geschlecht Aarons. Im NT sind die Gläubigen das priesterliche Volk, das in diese besondere Aufgabe des Dienstes gestellt ist. 1. Petr. 2,9. Wer ehrlich in sein Leben hineinschaut, weiß wie notwendig wir dieser Aufforderung bedürfen.
Heilig sind wir nicht von uns aus. Heilig sein bedeutet abgesondert sein für Gott. Die Trennung hat stattgefunden, der Preis für mich wurde bezahlt.
Vers 12
Nichts wie weg hier.. aus vielen Situationen kennen wir so einen Ausruf. Israel ist aufgefordert in Ruhe aufzubrechen, das ist neu im Vergleich mit dem Auszug aus Ägypten. Dort stand noch das Eilige im Vordergrund, die Lenden umgürtet, die Lampen in der Hand.
Hier geht es ruhig und geordnet zu. Befreiung und Erlösung wurde von Gott bezahlt, Gott blieb niemandem etwas schuldig. Einen besseren Begleitschutz kann man sich nicht mehr wünschen. Gott geht vor euch her und er macht den Abschluss. Er garantiert für den Weg und hält uns auch den Rücken frei.
5. Die Spitze des Textes
Gott hat sich seinem Volk und uns Menschen zugewandt. Die Gefängnistüren stehen offen. Wir sind schon Bürger der neuen Welt.
6. Der Text heute.
Die größte Gefahr für die Gemeinde Jesu in unserem Teil der Welt ist das Aufgehen in der Welt. Wenn wir nicht bereit sind, unsere Wurzeln im Alten ganz hinter uns zu lassen, dann werden wir nicht frei für das Neue, das wir entgegennehmen dürfen und für das wir berufen sind.
Gemeinde Jesu hat eine Aufgabe in dieser Welt. Gerade deshalb muss sie innerlich frei sein. Wir wissen Jesus ist gekommen, das haben wir an Heilig Abend verkündigt und gefeiert. Sind wir bereit mit Jesus den Weg zu gehen, die Trennung von lieb gewordenem und Altem zu vollziehen.
Reinigt euch und trennt euch:
von Geldgier und Geiz
von Streitigkeiten und Unversöhnlichkeiten
von den Zweideutigkeiten dieser Welt
von Kälte und Lieblosigkeit
von Halbwahrheiten und bösem Gerede.
In vielen Fällen sind es diese banalen Alltäglichkeiten die uns festhalten und blockieren.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
„Ich darf´s erzählen“ – so streiten sich unsere Kinder manchmal, wenn sie etwas tolles erlebt haben und diese „frohe Botschaft“ nun zuhause an den Mann bringen wollen. Eine gute Nachricht überbringen ist eine schöne Aufgabe.
Der Läufer von Marathon der den Athenern die Siegesbotschaft über die Perser überbrachte, hat sein Leben daran gesetzt, um die Befreiungsbotschaft so schnell wie möglich zu überbringen.
Zu Vers 11 und 12
Positives Beispiel: Josef in seiner Versuchung mit Frau Pothipar.
Er wusste wem er gehört und wem er verantwortlich
ist, deshalb konnte er sich trennen und fliehen.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Die frohe Botschaft – der König ist gekommen Vers 7-8
– der König hat gehandelt Vers 9-10
– die Trennung ist Not-wendig Vers 11-12
Vers 7 – 8 Die Freudenbotschaft – dein Gott ist König
Vers 9 – 10 Die Kraft Gottes – der starke Arm
Vers 11- 12 Der Aufruf zur Trennung
Schluss:
Quellen: Wuppertaler Studienbibel
Komm. Das AT von John F. Walvoord & Roy F. Zuck
Arno Gabelein Kommentar zum AT
Jesaja, Hans Brandenburg