2.Korinther

Predigthilfe vom 24. Dezember 2025 – 2. Korinther 8,9

Predigtthema (Plan-Vorschlag): Gottes Armut, unser Reichtum

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Der Predigttext ist in diesem Fall „nur“ ein Vers.

Der Zusammenhang stellt ihn in den Kontext des Spendens oder etwas allgemeiner in den Gedanken, sich Christus in der Hingabe zum Vorbild zu nehmen, wie er für uns arm wurde, damit wir reich werden. Zielgruppe sind dabei „die Heiligen“ (2. Kor 1,1).

Dieser Zusammenhang wird in diesem Predigttipp aber nicht näher beachtet, sondern angesichts von Heiligabend und der zu erwartenden sehr gemischten Zielgruppe soll der Fokus auf dem geistlichen Grundgedanken liegen, der im Predigtvers angesprochen ist.  

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden, findet man z.B. unter www.bibleserver.com.

Der erste Gang sollte immer das Selbststudium sein, sich anhand von verschiedenen Bibelübersetzungen und Studienbibeln eine eigene Vorstellung davon zu erarbeiten, welche geistlichen Wahrheiten der Abschnitt enthält und was Gott im Sinne von 1. Tim 1,5 und 2. Tim 3,16+17 dem Leser bzw. Predigthörer zeigen möchte.

Erst in einer zweiten Phase liest und hört man dann andere Auslegungen (inklusive dieses Predigttipps). Dabei darf man durchaus auch prüfend lesen, ob die Argumente und Schlussfolgerungen der Autoren wirklich schlüssig und überzeugend sind.

Als Hilfen zur Auslegung empfehle ich jedem Verkündiger, sich folgende Studienbibeln zuzulegen: Elberfelder erklärt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum kostenlosen Download), Ryrie, Genfer Studienbibel bzw. Reformations Studienbibel (gute theol. Ergänzung zu den Vorherigen),

Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B.  in „Das Neue Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)

Weitere gute Hilfen:

# Die Thompson-Studienbibel bietet mit ihren Kettenbegriffen direkt neben jedem Vers gute Anregungen, welche Themen in einem Abschnitt enthalten sind, die man dann in der Predigt aufgreifen könnte.

# Es kann sich auch lohnen, nach dem Selbststudium dann auf sermon-online oder auch Youtube Predigten anderer Verkündiger zum Predigttext zu hören.

# Der Predigttip von Thomas Richter zu 2. Kor 8, 1-15 vom 05.06.2011

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Wie oben bereits erwähnt, wird hier der Zusammenhang eher vernachlässigt. Je nachdem, wie die Situation vor Ort tatsächlich ist (Zuhörerschaft, Predigtlänge) kann man natürlich auch für die Kerngemeinde eine Lehreinheit oder zumindest einen Unterpunkt über das Spenden oder die Hingabe machen – das passt durchaus ja auch zu Weihnachten.

„Gnade“ – beinhaltet „geschenkt“: Ich bekomme etwas, ohne dafür etwas (vorher oder hinterher) geben zu müssen.

Gleichzeitig beinhaltet es aber darüber hinaus, dass ich eigentlich etwas ganz anderes verdient hätte. Unser Ausdruck „Gnade vor Recht“ greift das auf: Von Rechts wegen hätte ich eigentlich Strafe verdient, aber ich bekomme sie erlassen und darüber hinaus dadurch dann Zugang zu weiteren himmlischen Gütern, vor allem dem Heiligen Geist („Reichtum“)! Und als weitere Steigerung und als Beweis SEINER Liebe zu uns nimmt Jesus die Strafe nicht einfach nur „weg“, sondern AUF SICH! 

„Herr Jesus Christus“ – jedes dieser 3 Worte verdiente eine eigene Predigt, der Verkündiger muss (aus Zeitgründen) gut überlegen, ob und welche Facetten er davon in seine Predigt einbaut.

Passend wären dabei Aspekte, die zeigen, wer Jesus VOR seiner Geburt war, wie z.B. „Jesus“ = „GOTT rettet“, das „Herr“ (kyrios) als Wiederspiegelung des alttestamentlichen JHWH oder Aspekte des „Christus“, die ihn als göttlich, ewig und aus-dem-Himmel anzeigen. Diese Punkte zeigen nämlich unter anderem den „Reichtum“ auf, den Jesus verlassen hat. (Phil. 2,6ff wäre hier eine gute Parallele.)

„reich“ – der Zusammenhang ist klar finanziell/materiell, aber „Reichtum“ und auch „Armut“ Christi gingen weit darüber hinaus. Ein zentraler Punkt der Predigt könnte sein, welchen „Abstieg“ da Jesus aus Liebe zu uns auf sich genommen hat:

1. Der Schöpfer wird zum Geschöpf.

2. Der Allmächtige wird zum Ohnmächtigen und Abhängigen (Säugling).

3. Der Ewige wird sterblich.

4. Der unendlich Kraftvolle wird müde und schläfrig!

5. Der, der vor niemandem Angst haben musste, zittert vor dem Tod!

6. Der Heilige macht sich angreifbar für die Sünde und wird letztlich zu Sünde (2. Kor 5,21) und Fluch (Gal 3,13).

7. Der vollkommen Heilige kommt in Kontakt mit Unheiligem (Körperflüssigkeit oder alleine schon der Ackerboden).

8. Der Herrliche kommt in die Finsternis

9. Der Sohn des himmlischen Vaters setzt sich dem Ruf aus, Sohn von Josef oder von irgendwem zu sein!

10. Der Ewige und Unveränderliche altert (das ist natürlich in den ersten 30 Jahren eher positiv, weil es Fortschritt bringt, aber trotzdem laufen im Körper die normalen Prozesse von Absterben und neu entstehen …)

11. Der Herrliche kommt in den Stall.

12. Der Reiche, der Erbe aller Dinge, hat in den zwei Jahren (Geburt und Flucht) nichts Eigenes, nur das, was ihm am Leib hing. Später hat er auch nicht viel mehr (Lk 9,58) und am Ende am Kreuz verliert er sogar sein Leben.  

Die Reihe wäre fortzusetzen …

Dass wir zunächst arm sind, bringt Paulus nicht ausdrücklich zum Ausdruck, aber es liegt in der Logik, wenn es heißt, dass wir („durch SEINE Armut“) „reich WERDEN“. Inwieweit sind wir „arm“?

Und was ist unser neuer Reichtum? Vergebung und dadurch der Himmel mit seiner ganzen Vollkommenheit; Heiliger Geist; Verheißungen; Gaben; usw … (diese Punkte sollten in der Predigt nicht nur aufgezählt, sondern wirklich den Zuhörern nahegebracht werden.)

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Für den Anlass (Heiligabend) wird der Vers aus seinem Zusammenhang gelöst und auf seine geistliche Kernaussage reduziert.

Paulus wählt zwar Begriffe, die wir mit Geld bzw. Materiellem verbinden, aber den Lesern damals war natürlich klar, dass Jesus für uns so viel mehr aufgegeben hat als nur Geld oder Materielles und dass es entsprechend auch nicht darum geht, dass WIR materiell „reich werden“, sondern GEISTLICH!

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Es ist Heiligabend, evtl. ist die Predigt kürzer, je nach Ort sind evtl. Kinder dabei. Je nach örtlichen Gepflogenheiten sind auch viele Gäste da, evtl. Familienangehörige, die sonst nicht kommen. Die Chance ist an vielen Orten hoch, dass Personen da sind, die das Evangelium noch nicht so gut kennen.

Man muss dann gut auswählen, welche Aspekte des Evangeliums man aufgreift und erklärt, um sie in der Kürze der Zeit möglichst verständlich zu machen. „Mut zur Lücke“ / „weniger ist mehr“ – man kann ja dann zu einem folgenden Gottesdienst einladen …

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Das Wort „Gnade“ und der „Abstieg Christi“ von Reichtum zu Armut bietet auf jeden Fall die Gelegenheit, SEINE Liebe zu betonen und seinen Willen, uns auf SEINE Kosten „wahrhaft reich“ zu machen!

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – wozu halte ich diese Predigt?

Damit die Zuhörer verstehen, dass Jesus uns zutiefst liebt und uns aus dieser Liebe heraus unverdient und auf seine Kosten wahren Reichtum schenken möchte!

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

(Plan-Vorschlag:) Gottes Armut, unser Reichtum

Alternativ: Bei Jesus gibt´s die besten Geschenke!

                   Jesus will dich beschenken!

                   Alles für dich!

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Einstieg über „Weihnachten – das Fest der Geschenke“ und dazu die „teuersten Geschenke der Welt“ (siehe 3.4)
Aber wisst ihr was? -> Bei Jesus gibt´s die besten Geschenke!
Was gibt es besseres als diese Geschenke (3.4)???

Es gibt ja ein paar Sachen, die man sich nicht wirklich kaufen kann und die doch irgendwie noch besser sind (könnte man auch interaktiv abfragen, evtl. bei den Kindern): Gesundheit, Liebe/Freundschaft/Vertrauen, Zufriedenheit, Sinn, LEBENSZEIT (hier kann man schon „ewiges Leben“ oder „ewige Jugend“ einfließen lassen, noch nicht „zu fromm“, sondern im Sinne der Sehnsüchte der Menschen!

Und dazu gibt es eine Aussage in der Bibel, die dazu passt:

PREDIGTVERS

1. (Das Ziel – Vers 9b) Jesus will dich wirklich reich machen!
„Reichtum“ meint hier nicht Geld oder Materielles, sondern es geht um viele dieser Sehnsüchte, die wir gerade gesammelt haben:
-> Geistliche Güter aus Punkt 1.3 aufzählen und konkret zusprechen und an die Herzen bringen!
-> Das will Jesus dir schenken – ER will dich wirklich reich machen!

2. (Der Weg – Vers 9a) Jesus gibt für dich alles!

Haben wir diese ganzen tollen Geschenke irgendwie „verdient“? Hätten wir diese „teuersten Geschenke“ verdient? Sind wir so toll?
Eher nicht! (Wenn wir durch Jesus „REICH“ werden sollen, dann sind wir wohl vorher erst einmal „arm“?)

Wir hören das nicht gern, aber wir sind in Gottes Augen und für Gottes Welt nicht gut genug und wir sind auch für diese Welt nicht gut genug, deshalb müssen wir sterben und werden auch danach für immer von Gott getrennt sein!

(Stell dir vor, die bösesten Menschen dieser Welt wären unsterblich, das wäre schlimm! Es tut weh, aber für diese Welt ist es besser, dass die Menschen sterblich sind.)
Und wenn der Himmel wirklich perfekt ist und alles dort nur perfekt ist, dann passe ich da einfach nicht rein!
Es ist so: Wir sind sterblich und müssen nach unserem Tod in die ewige Trennung von Gott, weil wir nicht wirklich „gut“ sind!
Unser Unvollkommenes, unsere „Sünde“ trennt uns von Gott! Wir sind „arm“! Unsere Aussicht ist, alles zu verlieren …

ABER Jesus will uns ja eigentlich bei sich im Himmel haben! Er will diese ewige Trennung nicht.

Er ist im Himmel, er war dort von Anfang an, er ist der himmlische Sohn Gottes, „er war reich“ (Inhalte aus 1.3)
Und um uns zu retten, GIBT ER ALLES, er „wird arm“:
Seinen Weg in die Armut beschreiben:
Geburt (mit allen Folgen), Nachteile in dieser Welt, Tod (mit allen Folgen)

Und weil er diesen Weg so selbstlos gegangen ist, darum durfte er auferstehen und SEIN Vater hat ihn zu sich in den Himmel geholt.

-> Jesus gibt für dich alles (auf)! Weil er dich liebt und dich unbedingt im Himmel dabeihaben will!

(Alles sehr verkürzt, es fehlt heute die Zeit, das alles genauer zu erklären. Herzliche Einladung in den nächsten Wochen öfter zu kommen und das noch mehr zu verstehen)

Jesus liebt dich – von ganzem Herzen – und er will dir den ganzen himmlischen Reichtum schenken – ganz vollkommen dann, wenn du dann für immer bei ihm bist!

Und dafür musst du nichts „tun“, es ist „Gnade“, ein „Geschenk“, das du einfach annehmen kannst dadurch, dass du ihm sagst, was du nicht gut gemacht hast und dann darauf vertraust, dass ER das durch seinen Tod auf sich genommen hat!

Jesus will dich wirklich reich machen!
Dafür gibt er alles für dich!
Bei Jesus gibt´s die besten Geschenke!

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Einstiegsbeispiele: Chuck Feeney oder Matt Wage – Beispiele für Personen, die sehr viel Geld für gute Zwecke spenden, Matt Wage (junger Mann in den 30ern) z.B. 50% seines Einkommens. (Veranschaulichung „Jesus wurde arm für uns“)

„Die teuersten Geschenke der Welt“: https://www.private-banking-magazin.de/teuerste-weihnachtsgeschenke-whisky-wein-zigarren-vinyl-lego/ (Veranschaulichung: „Reichtum“ und „große Geschenke“)

(Mirko Lau)