Monatsthema: Unter Gottes Augen leben: Petrus
Predigtthema: Das Christusbekenntnis
Bibelstelle: Matthäus 16, 13-20
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Zusammenhang
Die Heilandstätigkeit Jesu in Galiläa geht zu Ende. Zunehmend greifen ihn die Pharisäer und Sadduzäer an (16, 1ff). Jesus nimmt eine „Auszeit“ und geht nach Caesarea Philippi – außerhalb dem Herrschaftsbereich des Herodes. Dort „prüft“ er seine Jünger: Was haben sie „gelernt“? Und es kommt zum klaren Christusbekenntnis (unser Text). Nun kann er sie bewusst auf den Leidensweg nach Jerusalem mitnehmen und vorbereiten (16, 21ff).
2. Biblische Parallelen
Markus und Lukas berichten genau im gleichen zeitlichen Zusammenhang, allerdings knapper und ohne Details. Vgl. das Christusbekenntnis des Andreas (Joh. 1,41), auch Joh. 6,66-69; Joh. 2,42 bis hin zum Hauptmann am Kreuz (Matth. 27,54).
3. Aufbau des Textes
a) Was sagen die Leute? V 13+14
b) Das Bekenntnis der Jünger V 15+16
c) Der Auftrag an Petrus V 17-20
4. Einzelerklärungen
V 13 Caesarea Philippi liegt außerhalb des Einflussbereichs des Herodes Antipas, der Jesus nachstellen ließ. Ein Wortspiel: Was sagen die Menschen, wer der Menschensohn sei? „Menschensohn“ ist von Daniel 7 her der wichtige Messiastitel.
V 14 Johannes der Täufer – dann wäre Jesus ein vom Tod Wiedergekommener. Elia – er wird als Vorläufer des Messias erwartet (vgl. Matth. 3,10-13). Einer der Propheten – das bedeutet: Gott redet jetzt wieder. Alles hohe Meinungen von Jesus.
V 15 Jetzt fragt Jesus seine Jünger direkt. „Ihr aber“, ganz betont. Für die Jünger ist jetzt Zeit der Entscheidung.
V 16 Petrus ist Sprecher für alle Jünger. Eindeutig das Bekenntnis: Christus = der erwartete Messias; Sohn (vgl. Ps. 2,7) des lebendigen Gottes – im Unterschied zu den toten Götzen. Hier ist das erste klare Bekenntnis. Das scheidet dann vom Judentum, bis heute.
V 17 „Selig“ ist ein Glückwunsch! Die feierliche Anrede: Simon, Sohn des Jona (Johannes) unterstreicht die Wichtigkeit. „Fleisch und Blut“ meint menschliche Erkenntnis, auch eigene Bemühung. „Offenbaren“ = das kommt von außen, von oben, eben vom „Vater im Himmel“, von Gott selbst.
V 18 „Du bist“, mit diesem Bekenntnis ist Petrus der Fels. Die Gemeinde wird auf ihn gebaut: Er ist der erste Gemeindeleiter in Jerusalem, der Missionar unter den Juden! Dieser Auftrag gilt nur ihm, ist einmalig und unwiederholbar.
Gemeinde = die Herausgerufenen (vgl. Apg. 2,47). Hölle: wörtl. Hades = Totenreich. Pforten der Hölle = Warteort der Verstorbenen. Nicht überwältigen = nicht den Sieg davontragen. Die Verheißung: Bis zur Wiederkunft Jesu wird es seine Gemeinde auf Erden geben.
V 19 Vgl. Matth. 18,18: Hier der Auftrag an alle Jünger: „Lösen und Binden“ sind juristische Begriffe; etwa: Schuld feststellen und Schuld vergeben. Das ist die Vollmacht der Jünger. „Auf Erden“ – unser Leben hier, hat Ewigkeitsbedeutung. „Im Himmel“ = ein zukünftiges Gottesreich.
5. Die Spitze des Textes
Jesus ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes
6. Der Text heute
a) Es ist und bleibt die entscheidende Frage: Wer ist Jesus? Wir bezeugen, leben und verkündigen das Petrusbekenntnis: Der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Wir sind unbeirrt gegenüber allen Zeitgeistantworten: „Der gute Mensch, der Helfer der Armen, ein Gescheitester etc.
b) Wir wissen, dass uns dieses Christusbekenntnis einsam macht, gerade unter dem heute oft so falsch gebrauchten Schlagwort Toleranz. Nicht: Jede Religion hat ein Stück Wahrheit, sondern: Jesus Christus ist die Wahrheit. Wir bezeugen das demütig, werbend, in Liebe, aber glasklar.
c) Sonst enthalten wir den Menschen das Heil vor. Sie werden im Himmel gebunden sein, also keine Vergebung der Sünden und damit ewig verloren.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
a) Was predigt Petrus zentral an Pfingsten? Jesus ist der Christus!
b) Die Menschenantworten (Täufer, Elia, Jeremia etc.) heben Jesus weit über jeden Rabbi hinaus. Sie greifen aber trotzdem zu kurz. er ist der Welt-Erlöser!
c) Jesus setzt Johannes den Täufer und Elia gleich (vgl. Matth. 11,14); so erfüllt sich Mal. 3,1ff.
d) Die Menschenantworten treibt eine große Sehnsucht: Dass Gottes Heil weitergeht. Hast du noch diese Sehnsucht nach Neuwerdung?
e) Wer Jesus ist erkenne ich nicht aus uns, das muss von außen kommen. Vgl. Römer 10,17. Es muss offenbart werden, die Decke weggenommen werden. Das tut der hl. Geist im Wort Gottes.
f) Die Christusantwort scheidet: Bis heute ist das der Skandal für die Juden! Das (noch) blinde Israel!
g) Das Leben des Petrus: Er wird zum Fundament für die Kirche. Der Gemeindeleiter in Jerusalem, alle anderen Gemeinden stammen von Jerusalem ab. Der 1. Bischof in der Welt-Hauptstadt Rom.
h) Im Himmel los sein = das ewige Heil erlangen. Das ist der Kern des Evangeliums.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Jesus hat Aufsehen erregt. Viele haben ihn gesehen, nur wenige wirklich erkannt.
1. Die entscheidende Frage
Wer ist Jesus? Täufer – vom Tod wieder da; Elia – Vorbereiter; Jeremia – Ordnungmacher; etc.
Sehnsuchtsantworten: Dass Gott weiter handelt. Hast du noch Sehnsucht? Dass Neues, auch persönlich, wird? Doch: Antworten greifen zu kurz! Gottes Geist und Wort muss hier von außen offenbaren.
2. Die scheidende Antwort
Für die Juden ist Jesus bis heute ein Prophet, nicht aber der Messias, Gottes Sohn. Hier liegt die Trennung, Israel – Gemeinde: Gott selbst ist da und schenkt das Heil. Das ist die Geburtsstunde der christlichen Gemeinde, dort in Caesarea Philippi. Petrus als Fels – das gilt geschichtlich.
3. Der sammelnde Dienst
Jesus will die Kirche: Meine Gemeinde = meine Herzugerufenen. Da entscheidet sich das Heil.: Vergebung der Sünde oder ewige Verlorenheit. Die ganze Satansmacht kann Gemeinde nie auslöschen. Da gehören wir dazu. Diesen Dienst – Vergebung zusprechen – im Namen Jesu.
Schluss: Noch liegt das Höchste vor Jesus: Sein Sühnetod. Dann wird er weltweit ausgerufen.