Monatsthema: Der Blick auf den Heiland
Predigtthema: Das Licht der Welt
Bibelstelle: Jesaja 49,1-6
Verfasser: Hans Pfau
Predigttipp für den 24.12.2003
Monatsthema : Der Blick auf den Heiland
Predigtthema : Das Licht der Welt
Bibelstelle : Jesaja 49,1-6
Verfasser : Hans Pfau
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1. Der Zusammenhang
Nach der Beschreibung der nationalen Erlösung des Volkes Israel in Kap. 40-48 geht es in den Kapiteln 49-57 um die geistliche Erlösung wird der Messias als Prophet und Priester vorgestellt, der als „Knecht Gottes“ das Erlösungswerk ausführt.
Apg. 2,23 und 1. Petr.1,20
Das Kapitel 49 wird auch als das 2. Lied vom „Gottesknecht“ bezeichnet.
Israel das kleine Volk war noch mehr geschrumpft. Eine ganze Anzahl hat es vorgezogen in Babylon zu bleiben, sie haben sich eingerichtet und waren zu einem gewissen Lebensstandard gelangt. Weshalb sollten sie zurück nach Jerusalem, den beschwerlichen Neuanfang riskieren?
Den Heimkehrenden dagegen ging es um den Weg Gottes mit dem Volk, um die Wiederherstellung des Tempels. Damit der Gottesdienst wieder durchgeführt werden konnte und Gottesgemeinschaft erlebt werden konnte.
2.Biblische Parallelen
Jes. 42,1-4; 50,4-11;Jes. 52,13-53,12 Lieder vom Gottesknecht
Psalm 22
Matth. 12,18-21
Lukas 2,32
3. Der Aufbau des Textes
Vers 1 Die Legitimation des Gottesknechts – Erwählung
Vers 2-3 Die Ausrüstung zum Dienst
Vers 4 Das „erfolglose“ Ringen um das Volk Israel
Vers 5-6 Der erweiterte Auftrag
4. Einzelerklärungen
Der Begriff Gottesknecht, Knecht Gottes:
Als Knechte Gottes wurden Menschen bezeichnet, die im Auftrag Gottes gehandelt haben. Abraham Psalm 105,6; Josua 24, 29; Ps. 18,1; Paulus
Tit. 1,1 u.a.
Knecht steht hier weniger für den Begriff des Sklaven, sondern vielmehr für den Freund, den Vertrauten (wie bei Abraham), für die rechte Hand oder den 1. Sekretär, vielleicht würden wir in unsrer Sprache heute sagen : Assistent der Geschäftsleitung.
In Kap. 41,8 u. 9 wird das Volk Israel als Knecht bezeichnet. Israel ist seiner Berufung nicht nachgekommen. Erst Jesus ist der Gottesknecht der in Treue seiner Berufung gerecht geworden ist. Er hat das Erlösungswerk vollbracht, ist Heilsbringer für die Völker und letztlich auch für Israel geworden.
Vers 1
Hier geschieht ein Aufruf an die Menschheit, „Inseln und Völker“ steht für die ganze Weltbevölkerung. Wir haben es noch in Erinnerung, die Nichtigkeit und Kurzlebigkeit wurde den Menschen in den Gerichtsreden deutlich gemacht.
„Hört auf mich“ ist deshalb der Ruf zum Leben. In der Ankündigung und Beschreibung des Gottesknechtes liegt die Lebensbotschaft für uns Menschen, wo Israel diesem Auftrag nicht (noch nicht) gerecht werden konnte, hat jetzt der eine Gottesknecht alles übernommen.
Vers 1b
beschreibt die „Berufung“ des Gottesknechtes vor aller Augen und Ohren. Von Mutterleib an ist der Knecht berufen, war der Name des Erlösers genannt. Wir denken zurück an 1. Mose 3, die tödliche Folge der Sünde raubt uns jede geistliche Lebensmöglichkeit und doch zeigt Gott schon dort den ersten Lichtstrahl der Erlösung und der Wiederherstellung. Hier können wir gerade an Hl. Abend den Messias als das Licht der Welt groß machen. Der Text leitet uns zur Spitze des Textes in Vers 6.
Vers 2
folgt nun die Ausrüstung für den Knecht.
a. das Schwert seines Mundes.
Wir kennen das aus Offb. 1,16
„aus seinem Mund ging ein scharfes zweischneidiges Schwert“. Wir dürfen Jesus nicht nur als das liebliche Kind in der Krippe verkündigen. Er ist der liebende Erlöser, der in der Krippe auf unsere Augenhöhe herunter gekommen ist. Er ist aber auch der, dessen Wort Gericht und Trennung bringt, Offb. 2,16 Bekehre dich also, sonst werde ich mit dem Schwert meines Mundes gegen dich Krieg führen. (siehe auch Offb. 19,15) Wupp. Studienbibel: „Der Gottesknecht gibt nicht nur einen freundlichen Gesprächsbeitrag, sein Wort zielt auf Veränderung der Wirklichkeit“. In dieser Botschaft steckt ein Zweifaches: Das Heil für die Hörenden und Glaubenden und das Unheil für jeden der nicht hören und annehmen will.
b. die Geborgenheit im Schatten der Hand Gottes.
Jesus musste einen unsagbar schweren Weg gehen, dennoch hat er immer in dieser Geborgenheit der Hand Gottes gelebt. Das wird in den vielen Berichten der Evangelien deutlich – eins mit dem Vater – selbst in der tiefsten Beschwernis im Garten Gethsemane (Markus 14). Das macht uns nur noch deutlicher was dann der Schrei bedeutet: „Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen.
c. der glatte Pfeil im Köcher
hier wird die völlige Verfügbarkeit deutlich, der Pfeil in der Hand des „Kämpfers“. Der glatte Pfeil der eine weitreichende Macht und Wirkung hat. Noch versteckt, geborgen, verwahrt bis auf den Tag den Gott bestimmt und an dem dann alle Welt erkennen wird – es ist der Herr.
Vers 3
gehört ebenfalls noch zur Ausrüstung dazu. Mein Knecht bist Du.
Wie oft öffnet uns eine Zugehörigkeit Türen.
Wer in den Alpen am Ende eines anstrengenden Tages endlich vor Tür der Schutzhütte steht und miterlebt, wie zuerst alle Wanderer mit DAV Ausweis vorgelassen werden, kann das ein Stück nachempfinden. Das Privileg liegt schon allein im Knecht sein, damit wird deutlich die Kraft liegt nicht im aktiv sein für Gott, sondern in der Zugehörigkeit.
Wir merken in diesen Versen die Mehrschichtigkeit dieser Aussagen. Es geht um Israel: „an dir will ich mich verherrlichen“. Durch die Befreiung aus der Gefangenschaft wird klar, Gott ist der Herr über die Völker, über Babylon, über alle Götzen und Mächtigen.
Und natürlich geht es um unseren Herrn Jesus durch den die Herrlichkeit Gottes in einer Person sichtbar wird. Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater. Joh. 1,14.
Jesus ist der wahre Israel, der den Auftrag Gottes gehorsam ausgeführt hat. Nur durch den Messias, bisher nicht durch Israel wurde Gott die ihm gebührende Ehre und Herrlichkeit erwiesen.
Vers 4
Der Knecht macht die bittere Erfahrung , dass sein Dienst vergeblich ist. „Ich habe mich umsonst gemüht“, der „Erfolg“ der Mission sieht zunächst mehr nach Niederlage aus. Das Bemühen um Israel löst nicht alle Zweifel, viele wollen in Babylon bleiben, der „Erfolg“ Jesu in Israel war anscheinend umsonst. Viele sind ihm gefolgt und haben ihn dann wieder verlassen. Und das Kreuz ist für die Welt eine Niederlage, der Sieg ist nur für Glaubende zu erkennen Das Wort vom Kreuz ist Torheit, uns aber eine Gotteskraft 1.Kor.1,18.
Obwohl Jesus wusste, dass sein Dienst nicht vergeblich sein würde wird hier der Schmerz und die Enttäuschung genannt über die Ablehnung der Menschen.
Hier entdecken wir ein Grundprinzip für unseren Dienst. Nicht der scheinbare Erfolg oder Misserfolg ist das Entscheidende, auch wenn bei allem Mühen kein Erfolg sichtbar wird, kann ich mich doch an Gottes Verheißungen festhalten und ihm in Treue dienen. Auch Paulus beschreibt in Gal. 2,2 und 4,11 seine Sorge dass sein Mühen umsonst gewesen sein könnte.
Vers 5
Ich wurde geehrt in den Augen Gottes, auch wenn das vor den Augen der Welt noch nicht sichtbar ist. Der erste Zweck des Kommens Jesu wird erst im 1000jährigen Reich deutlich – in der Zurechtbringung Israels.
Wenn Gott sein Volk vollendet sammeln und es zum Segensvolk werden wird.
Vers 6
An den vielen Adventskalendern wird an Heilig Abend die größte Türe aufgemacht, darin steckt eine großartige Symbolik.
Zu wenig, zu begrenzt wäre es wenn der Messias sich auf den Israelauftrag beschränken würde. Gott hat die Weite der ganzen Menschheit im Blickfeld. Das lesen wir auch im NT – zuerst: Matt.15,24 ich bin nur gesandt zu den Schafen des Hauses Israel und nach der Auferstehung heißt es in Mk. 16,15, gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur, oder in Matth. 28,19 gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.
Nun wird bereits hier im AT das Heil für die Völker angekündigt. Der Knecht, der Messias hat die größte Tür aufgestoßen. Der Auftrag ist nicht mehr begrenzt auf das erwählte Volk. Es gilt beiden, dem Rest Israels und den Heiden bis an die Grenzen der Erde.
Israel ist nicht verworfen, zu Gottes Zeit wird es zum Segensvolk werden, es ist und bleibt Gottes auserwähltes Volk. Das ist wichtig zu sagen – siehe IDEA Nr. 49, Seite 4 und 5 „Der Israel-Götzendienst“.
Ich mache dich zum Licht der Völker: so ist das aufgeleuchtet in der Befreiung Israels aus der Gefangenschaft, so ist es aufgeleuchtet in der Geburt unseres Herrn, den Hirten Luk. 2,14 und bei uns ganz persönlich. Wir warten auf den Tag der vollendeten Herrlichkeit bis an die Grenzen der Erde. Jesus ist da und Jesus kommt wieder in Herrlichkeit.
Das ist die Weihnachtsbotschaft die unsere Welt braucht.
5. Die Spitze des Textes
Und siehe, ich sah ein großes Licht
6. Der Text heute.
Für unsere Verkündigung am Hl. Abend würde ich den Schwerpunkt auf
das Thema legen, Jesus das Licht der Welt.
Es ist die dunkelste Jahreszeit, nicht wenige Menschen leiden und werden buchstäblich krank an dieser Finsternis.
Unsere Welt kann nur in diesem Licht, an Jesus gesund werden.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
Überlebensgeschichten von Axel Kühner v.11.12.
Ein junge wird in der Weihnachtszeit von seinem Lehrer gefragt: „Nun, was möchtest du am liebsten zu Weihnachten haben?“ Der Junge denkt an das eingerahmte Bild mit der Photographie seines Vaters, an dem er so hing und der nun nicht mehr da ist. Dann sagt er leise: „Ich möchte, dass mein Vater aus dem Rahmen heraustritt und wieder bei uns ist!“
Der Junge verleiht der Sehnsucht aller Menschen Worte. Uns verlangt nach Geborgenheit und Frieden, nach einer starken und guten Hand, die uns in Schwachheit trägt, in Ängsten birgt, in Trauer tröstet, nach einem Vater. Wir wünschen, dass Gott aus dem Rahmen des Ungewissen und Fernen heraustritt und uns persönlich begegnet. Jesus ist der aus dem Rahmen des Unsichtbaren herausgetretene Gott. Gott ist nicht mehr ferne. Nicht das kalte Weltall, ein blindes Schicksal, der pure Zufall, das stumme Nichts umgeben uns, sondern Gott und seine Liebe zu uns persönlich. In Jesus streckt Gott seine Hände nach uns aus. Im Kind von Bethlehem und im Mann von Golgatha erklärt uns Gott seine Liebe und wirbt um unser Leben. Gott tritt aus dem Rahmen heraus und kommt zu uns. Dazu Jesaja 60, 1-3
Sicherlich gibt es noch manches Beispiel zum heutigen Thema.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Jesus das Licht der Welt
1. vom Vater berufen
2. vom Vater befähigt
3. zum Heil für alle Welt
Schluss: Es gibt einen Weg – Jesus der Erlöser
Quellen: Wuppertaler Studienbibel
Komm. Das AT von John F. Walvoord & Roy F. Zuck
Arno Gabelein Kommentar zum AT