Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der im Leiden hofft
Predigtthema: Er gibt Hoffnung
Bibelstelle: 2.Korinther 4, 17 – 5, 10
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu 2. Korinther 4, 17 – 5, 10
V 17 Wer Größeres erwartet, kann Trübsal ertragen (1). Für ihn fallen zeitlich beschränkte Nöte nicht so ins Gewicht (2). Keine vordergründige Vertröstung, sondern Trost.
Griech. „schaffen“ kommt aus dem landwirtschaftlichen Bereich und meint „den Boden aufpflügen, das Feld bestellen“. Der „harte Boden“ (so nennen viele Christen ihr Umfeld) wird für Gottes Wort vorbereitet.
V 18 Korinther wollten JETZT sehen, erleben, prüfen. Ein Paulus wurde dabei nicht gut beurteilt. Viele Reichsgottesarbeiter würden sich anderweitig orientieren, aber Paulus überlässt den „Acker“ nicht sich selbst. Sichtbares in weltlicher Politik und christlichen Gruppen macht selten Mut, ist eher „zum Davonlaufen“, erzeugt Selbstmitleid und Resignation. Paulus „späht“ (wörtl.) „auf das, was nicht erblickt wird“: Diese Welt ist nicht alles (1. Mo 8, 22; Ps 46, 7; 102, 27; Jes 51, 6.12; Mt 24, 35; 1. Ko 2, 6; 1. Jo 2, 17; Offb 21, 1.4). Was BLEIBEN wird, ist jetzt nicht umfassend sichtbar (3).
Kap 5 V 1 Auch der Schrecken des Todes kann die Gewissheit des Glaubenden nicht zerstören (4).
Zeltwohnungen sind immer vorläufig, auf Zeit (5), ähnlich der Stiftshütte im AT.
Das feste Gebäude auf ewig ist „von Gott erbaut“.
V 2-4 Seufzen und Sehnen: Kein „Ruhe sanft“, keine „verdiente, süße Ruhe nach arbeitsreichem Leben“. Sterben fällt auch Christen schwer. Sie heben hier nicht ab, sehnen sich nach „Überkleidung“, dem bibl. Bild des Anziehens eines neuen Kleides (Mt 9, 16; 22, 11; 28, 3; Lk 15, 22; Röm 13, 14; Offb 3, 15.18; 6, 11; 7, 9.14; 19, 13) (6).
„Nackt“ kommt sich der vor (7), dem vor Gericht jede Glaubwürdigkeit, jedes Gewicht genommen wird. Wer Christus anzieht, braucht diese Sorge nicht zu haben: Bei Jesu Wiederkunft werden die entrückt und verwandelt, die Christus hier angezogen haben.
„Entkleiden“ meint Sterben. Christen warten gewiss darauf, dass „das Sterbliche verschlungen wird vom Leben“. Zur Zeit der letzten Posaune ist es soweit (1. Ko 15, 52).
Jesus HAT den Tod besiegt. Dann wird nicht nur mein Tod nicht mehr sein, sondern der Tod ist endgültig tot.
V 5 Unterpfand, Angeld, Handgeld versprechen Gewissheit (8). Die „Endauszahlung“ kommt sicher.
„Wir HABEN…“
V 6 Der zu erwartende Tod beschwert, aber er ist kein „Ganztod“, er vernichtet nicht die Person. Auch die Feuerbestattung (9) bringt kein absolutes Ende.
Dr. Heiko Krimmer bietet 7 Thesen an:
1. Die im Herrn leben, sterben auch im Herrn.
2. Sie werden beim Herrn sein.
3. Sie werden wirklich im Haus, das Gott baut, bei Ihm sein.
4. Sie sind noch im Wartezustand bis zur Vollendung des ewigen Reichs.
5. Sie werden mit Christus bei seiner Wiederkunft dabei sein.
6. Alle werden auferstehen, die Nichtgläubigen allerdings zum „zweiten Tod“.
7. Ziel Gottes ist die Geistleiblichkeit.
Mut machen die Vergangenheit (Kreuz) und die Zukunft (Wiederkunft Jesu).
Christen haben hier nur ihren 2. Wohnsitz (Hebr 13, 4), der erste ist in der Hand Gottes (10).
V 7 Wir sehen Christus noch nicht mit den Augen. Thomas erhält Einzelunterricht (Joh 20, 29), aber auch alle Märtyrer und Menschen, die Jesus SEHEN wollten, mussten sich gedulden.
Hebräer 11 stellt Gläubige des Alten Bundes vor, die „durch den Glauben“ Gott erfahren (s. bes. ab V 33).
V 8 Christen erleben Seufzen und das Gewicht des Sterbens, sogar die Sehnsucht nach dem Tod, weil sie wissen, „das Schönste kommt noch“ (1).
V 9 Die Sehnsucht, beim Herrn zu sein, erzeugt keine Passivität. Das griech. Wort für „unsere Ehre darin suchen“ wird auch unter aktiven Sportlern benutzt (1. Ko 9, 24ff; Phil 3, 11ff). Beide Leben, vor und nach dem Tod, verschmelzen.
„Das irdische Leben und das vollendete Leben in der Herrlichkeit ist Leben vor und mit dem Herrn … Was hier Zeugnis und Tun des Evangeliums ist, ist dort Lob, Preis und Anbetung des Christus, der Inhalt des Evangeliums ist `…dass wir ihm wohlgefallen´“ (Dr. H. Krimmer) (vgl. Ps 19,15; Rö 12, 1; Eph 5, 10; Hebr 13, 6).
V 10 Preisgericht über Glaubende, nicht Weltgericht. Es geht nicht mehr um Rettung oder Verdammnis, sondern um „Preisvergabe“. Kein Akkordlohn für aktivistische Christen, sondern Gnadenlohn.
Der Grund für christliche Aktionen ist nicht die Höhe der künftigen Belohnung, sondern der Dank für Golgatha (11) – ihm zuliebe, ihm zum Lob und zur Ehre.
Gliederungsvorschlag 1 nach Dr. Heiko Krimmer
1. Im Sterben gehalten
2. Im Leben ermutigt
3. In der Vollendung belohnt
Gliederungsvorschlag 2 nach Gottfried Voigt
Wir leben vom Kommenden her
1. mit seiner heimlichen Gegenwart
2. mit seinem unsagbaren Übergewicht
3. mit seiner ermutigenden Kraft
Fußnoten
(1) TB Fritz Rienecker, Das Schönste kommt noch
(2) Sportler und z.B. Bauern nehmen gern Arbeit auf sich, weil sie Ziele haben.
(3) Griechische Philosophen schätzten den unzerstörbaren, geistigen, unsichtbaren Bereich und verachteten das Äußere, Körperlich-weltliche. DAS ist nicht gemeint: Paulus sieht Welt (und Leib) als Gottes Schöpfung, die seit 1. Mo 3 größten Schaden erlitten hat.
(4) Der Unterschied zwischen Trauerhäusern von gläubigen und weltlich orientierten Familien ist enorm.
(5) Evtl. Zeugnis eines Zeltfreundes, der das aufkommende Heimweh beim Unwetter schildern kann.
(6) Evtl. Bild Raupe – Schmetterling
(7) Verurteilte wurden nackt abgeführt, um ihnen die letzte Ehre zu nehmen. Nürnberger Prozess, Nov. 1945: Den Angeklagten waren auch während der Verhandlung Hosenträger und Gürtel verboten, offiziell als Suizidverhütung.
(8) Handgeld war eine verbindliche Vorablieferung von Münzen für ein damit gemachtes Geschäft. Anzahlung verheißt Vertragserfüllung. Goldstücke wurden in Deutschland z.B. bei der Verlobung als Heiratsversprechen anerkannt.
(9) Die Verbrennung Verstorbener löscht nicht ihr Gelebtes aus.
Grund für Urnenbestattungen ist heute allerdings nicht immer die Gottesferne, manchmal sind es auch Geldnot oder Platzgründe. Verwandte im Ausland können Gräber nur unzureichend pflegen.
(10) s. Kurzbericht über Abrahams Leben (Hebräer 8-10)
(11) Domenico Feti malte „Ecce homo“ (heute Alte Pinakothek, München) mit einer Inschrift auf dem Rahmen „Das tat ich für dich. Was tust du für mich?“ Später wurde Zinzendorf von Bild samt Inschrift ergriffen und gründete die Herrnhuter Brüdergemeine, „erfand“ die bekannten „Losungen“.