2.Mose

Predigthilfe vom 21. Februar 2016 – 2. Mose 3, 1-15

Predigthilfe vom 21. Februar 20116

Monatsthema: Einblicke ins Leben Moses

Predigtthema: Gottes Selbstvorstellung und Moses Berufung

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu
sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. SEHEN, WAS DASTEHT

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com  (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 ALLGEMEINE HINWEISE ZUM PREDIGTTEXT
Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in „Das Alte Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag) Und natürlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte.

1.2 HILFEN ZUM VERSTäNDNIS DES PREDIGTTEXTES
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel
* Kommentarreihe von Warren W. Wiersbe (Sei bereit – In der Nachfolge Gottes zur Freiheit gelangen) Studien das Alten Testamentes)
* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.
* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf www.sermon-online.de).

Anmerkungen:
Das 2. Mosebuch beschreibt die machtvolle Erlösung des Volkes Israel aus der Knechtschaft in Ägypten. Das Volk leidet unter einer demütigenden und skrupellosen Gewaltherrschaft, die von Sklaverei und unerträglichen Zwangsarbeit gekennzeichnet ist. Aufgrund des Hilferufes des Volkes (2Mo 23-25) lässt sich Gott erbitten und beruft Mose zu seinem auserwählten Werkzeug um das Volk aus der Knechtschaft zu führen. Längst vorbereitet und von Geburt an bewahrt lenkt der HERR das Leben Moses. Als Kind bewahrt wächst Mose im ägyptischen Palast als Prinz auf, genießt die beste Schulbildung der damaligen Welt und fängt an seine wahre Identität als Hebräer (Nachkomme Abrahams) zu erfassen. Der Mord an einem ägyptischen Aufseher lässt ihn zum Flüchtling werden, der nun seine Heimat verlassen muss. Nach 40 Jahren Prinzendasein im ägyptischen Herrschaftspalast führt der HERR ihn 40 Jahre lang als Hirte in die Wüste.
Zwei mal 40 Jahre liegen hinter Mose.
40 Jahre im Reichtum (Palästen) unter den Weisen und Gebildeten der Welt
40 Jahre in der Einsamkeit (Wüste) bei den Schafen

2. VERSTEHEN, WORUM ES GEHT

2.1 HINWEISE FüR SITUATIVE ÜBERLEGUNGEN
Mose sitzt als eine gescheiterte Person, dessen Leben einen gewaltigen Karriereknick bekommen hatte, als Schafhirte in der Wüste. Zeit zum Nachdenken, Zeit zur Stille, Zeit um über Vergangenes hinweg zu kommen und Zeit um Gott zu begegnen.
Als Schwiegersohn des Priesters von Midian (Jethro), dessen älteste Tochter (Zippora) er heiratet, hatte Mose eine neue Existenz aufgebaut und einen Sohn geboren – später kam noch ein weiterer dazu. Der Name seines ersten Sohnes (Gerson = Ich bin ein Fremdling geworden in einem Fremden) offenbart, dass Mose seine neue Lebenssituation noch nicht völlig angenommen hatte. Mit ca. 80 Jahren, als er gerade dabei war die Herde seines Schwiegervaters in die Wüste Sinai zu treiben, erlebte er am Berg Horeb eine lebensverändernde Erscheinung.
Die Predigt darf kurz betonen, dass Gott mit gescheiterten Existenzen nicht einfach abschließt und sie beiseitesetzt, sondern seinen Plan vollführt. Zeiten der Einsamkeit können Zeiten der Neubesinnung und -orientierung sein.
Schwerpunkt liegt aber auf der Art und Weise, wie Gott sich Mose vorstellt und wie Mose auf Gottes Berufung reagiert.

2.2 HINWEISE FüR HERMENEUTISCHE ÜBERLEGUNGEN
In 2Mo 3,2 ist vom Engel des Herrn die Rede, der sich in Vers 6 selbst als der Gott Abrahmas, Isaaks und Jakobs bezeichnet. Dadurch wird deutlich, dass der Engel des Herrn mit Gott identisch ist. Der Engel des Herrn ist bereits eine Erscheinung Jesu Christi in seiner Präexistenz. Das Kundwerden seines Namens in 2Mo 3,14 offenbart ihn als den „Ewig seienden“ Vgl. 1. Joh 5,20. Auch die Aussagen „Ich bin, der ich bin“ erinnert an die „Ich bin Worte“ Jesu aus dem Johannesevangelium. Sowohl in 2Mo 3,7 und 6,6 wird deutlich, dass der Herr, der mit dem Engel des Herrn identisch ist, eine erlösende und rettende Funktion hat.

2.3 HINWEISE FüR HOMILETISCHE ÜBERLEGUNGEN
Die Erscheinung Gottes am Dornbusch ist die erste von sieben Offenbarungen Gottes im 2Mose. Immer wieder erscheint der heilige Gott im Licht und im Feuer:
1. In der feurigen Flamme im Busch: 2Mo 3, 2 6
2. In der Wolke und Feuersäule: 2Mo 13, 21 22
3. Im Feuer am Sinai: 2Mo 19, 18
4. Vor den 70 Ältesten: 2Mo 24, 10 11
5. Auf dem Sinai vor Moses: 2Mo 24, 16 17
6. Die Herrlichkeit des Herrn: 2Mo 33, 18 23; 34, 5 9
7. Die Herrlichkeit des Herrn in der Stiftshütte: 2Mo 40, 34

Gottes Wesen in Heiligkeit zeigt sich in Klarheit und Glanz. In ihm gibt es keinerlei Finsternis oder Dunkelheit (1Joh 1,15; Jak 1,17).
Gott als der gnädige und bewahrende Erlöser zeigt sich im Dornbusch der nicht verbrennt. Der HERR gewährt sogar einem verfluchten Baum in der Gegenwart Gottes zu bestehen. Der Dornbusch weist auf den Fluch hin, der um des Sündenfalls Willen über die Erde ausgesprochen wurde. Vgl. 2Mo 3,2 mit 1Mo 3,17-18.
Durch die Heiligkeit Gottes im brennenden Dornbusch wurde Moses Neugierde geweckt. Heiligkeit hat eine faszinierende und anziehende Kraft. Der Hörer soll dahin bewegt werden, dass er auf die Gegenwart und Berufung Gottes mit einer persönlichen Bereitschaft zur Lebensveränderung und Hingabe antwortet.

3. SAGEN, WO ES HINGEHT
3.1 PREDIGTZIEL – WARUM HALTE ICH DIESE PREDIGT?
Ich halte diese Predigt, damit der Hörer erkennt, dass Gott sich dem Menschen sowohl in seiner Heiligkeit aber auch Gnade offenbart. Gott der sich dem gescheiterten Menschen naht, in seine Gegenwart lockt und zur Lebensübergabe aufruft und für seinen Plan gebrauchen möchte.

3.2 PREDIGTTHEMA – WAS SAGE ICH IN DIESER PREDIGT?
Völlige Lebensübergabe in der Gegenwart Gottes

Angezogen von der Herrlichkeit Gottes
Mose wird von dem Wunder, dass ein in der Wüste trockener Dornbusch brennt, aber nicht verbrennt, angezogen. Sein Interesse und seinen Neugierde sind geweckt. Doch wie durch ein Stoppschild wird er abrupt zum Stehenbleiben aufgefordert (2Mo 3,5). Moses Reaktion verdeutlicht, dass er den Engel des Herrn als den Gott seiner Väter erkennt. Er bedeckt sein Angesicht, weil er wusste, dass kein Mensch Gottes Heiligkeit schauen kann ohne zu sterben (2Mo 33,20; 1Tim 6,16.) Ein Ausdruck von Ehrfurcht und Respekt, aber auch von Scham durch Bedeckung des Angesichts (Gesichtsverlust).
Der gefallene Mensch kann in Gottes heiliger Gegenwart nicht bestehen. Diese Erkenntnis war den Menschen in der Bibel bekannt. (Vgl. Abraham 1Mo 17,3; Manoach Ri 13,22; Elia 1Kön 19,13; sogar die Engel vor dem Thron Gottes Jes 6,2 bedeckten ihr Angesicht vor dem heiligen Gott).

Bereit zur völligen Lebensübergabe
Gott befiehlt Mose, seine Schuhe auszuziehen. Das Ausziehen der Schuhe ist eine symbolhafte Handlung, Zeichen der Demut, Selbstaufgabe und Verzicht auf Selbstbestimmung. Mose soll nicht mehr sein Leben selbst in die Hand nehmen. In der Gegenwart Gottes, soll er das Recht „über- sich- selbst -Verfügen- zu- Wollen“ an Gott abtreten. Diese Handlung gleicht einer völligen Lebensübergabe an Gott. Indem Mose einwilligt, bestätigt er damit, dass von nun an die Führung seines Lebens in Gottes Hand liegt. Ähnlich finden wir diese Art Handlung und Bestätigung auf Verzicht des Besitz- und Rechtsanspruch im Buch Ruth (Rut 4,7ff).

Auf Gottes Berufung ist verlass
Die Heiligkeit der Berufung setzt voraus, dass ich von Gottes Gegenwart und Heiligkeit angezogen und überführt werde und bereit bin, meine Lebensrechte völlig an Gott abzutreten. Nur durch Gottes gnädigen Willen kann der Mensch in der Gegenwart Gottes überleben.
Heilsgeschichtlich ist Gottes Heiligkeit die Versicherung für die Erfüllung seines Wortes. Sein „immerseiendes“ und „unveränderliches“ Wesen (Heb 13,8,) ist der Garant, dass auf Gottes Zusagen gegenüber Mose verlass ist.

Die wundersame Erscheinung im Dornbusch bildet einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg der Erlösung Israels. Gott beruft gebrochene Menschen und beruft sie als Werkzeuge zum Segen für andere.

3.3 MÖGLICHE PREDIGTGLIEDERUNGEN

1) Heiligkeit die mir begegnet
2) Gnade die mich beruft
3) Treue die mich begleitet

1) Der HERR rechnet mit mir ab – zeigt wer ich bin
2) Der HERR rechnet mir auf – zeigt wer er ist
3) Der HERR rechnet mit mir – zeigt was er von mir will

4) Ich bin ein Niemand
5) Gott ist ein Alles
6) Gott macht aus Niemand einen Jemand

Nach Hansjörg Bräumer (Wuppertaler Studienbibel)
1) Gott ist der Heilige und Unfassbare
2) Gott ist der Gegenwärtige und Beständige
3) Gott ist der Berufende und Treue

3.4 PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN – WIE VERDEUTLICHE ICH ES IN DIESER PREDIGT?
Einen Schuh oder Sandale aufzeigen und erklären, dass jeder Einzelne die meiste Zeit seines Alltagslebens auf seinen Schuhen erlebt. Wir haben unsere Vergangenheit auf Schuhen durchlaufen. Die Schuhe haben uns auf allen eigenen Wegen und Taten getragen. Den Schuh abzugeben bedeutet, seinen eigenen Lebensweg an Gott abzutreten und sich auf Gottes Fußspuren zu begeben.