Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der seine Sünde bekennt
Predigtthema: Ehrlich vor den andern
Bibelstelle: 1.Johannes 2, 7-17
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu 1. Johannes 2, 7-17
Zuerst in einem Bibellexikon über GNOSIS nachsehen erleichtert das Verständnis.
V 7-11 Lieben und Hassen. Typisch Johannes: Meine Geliebten. Das passt zu seiner Betonung der Liebe.
Das alte und neue Gebot ist gemeint (vgl. 4, 12; Joh 5, 12). Nichts Neues (V 7). Das alte Gebot erhält aber neues Gewicht für alle, für die Christus starb. Dieselbe Liebe gilt für Christus und seine Nachfolger (V 8).
Am Verhältnis „unter Brüdern“ lässt sich ablesen, ob beide „im Licht“ sind, das jetzt scheint, oder in der vergehenden Finsternis. Liebe macht frei von allem, was zu Fall bringen könnte. Hell wird es, wo Leute hinkommen, die in der Liebe leben. Dunkel, wo Hass existiert (1). Dreimal erwähnt Johannes die Finsternis: Hass und Finsternis sind siamesische Zwillinge. Brüder bauen sich gegenseitig auf, demontieren einander nicht.
Jesus behandelt nicht das „Thema Liebe“ – er IST Liebe in allem, was er denkt, redet und tut.
Beide Textabschnitte sind verbunden durch: Jesusleute lieben die Sünder, aber nicht die Sünde.
V 12-14 „Um seines Namens willen“ aus der Finanzsprache: Auf seine Rechnung… Mutmachende Worte an alle Altersgruppen. In der Familie Gottes sind Generationen füreinander verantwortlich. Gott wird als „liebender Vater“ den Jüngeren vorgestellt. Väter haben Christus „erkannt“, d. h. im biblischen Sprachgebrauch „sind einig, eins geworden“ (1. Tim 2, 4) – steht auch für heiraten (1. Mo 4, 1).
Die Macht der Liebe Jesu vertreibt unsere Ichbezogenheit, das „Verkrümmtsein in sich selbst“ (Luther).
V 15-17 Johannes betont durch Wiederholungen: „Welt“ ist ein Schlüsselwort.
Die Warnung ist kein Widerspruch zu Joh 3, 16, weil es dort um Gottes Retterliebe geht.
a) Die Liebe zur Welt verträgt sich nicht mit der Liebe zum Vater.
b) In jedem Fall ist die Welt mit allem, was dazugehört, vergänglich.
„Welt“ sollte hier nicht mit „Erde“ verwechselt werden. Finstere, selbstquälerische Weltverneinung würde die
Güte Gottes ablehnen, der die Sonne über ALLEN scheinen lässt (Mt 5, 45). Die Erde ist voll von göttlicher Güte. Christen sind fähig, sich unbefangen an allen guten Gaben Gottes zu freuen (1. Tim 4, 4). „Christliche“ Finsterlinge sind versucht, alles in dieser Welt abzulehnen.
Askese ist aber z. B. ein Verzicht im Dienst anderer, Training und Zeugnis christlicher Freiheit. Die Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht (1. Ko 7, 31).
Allerdings darf nichts in der Welt Gewalt über uns gewinnen. Weltkritik und Weltdistanz sind also noch nötig.
V 16 Fleischeslust ist ein starker Trieb, zu tun, was der Leib jetzt will, Augenlust ein starkes Begehren, zu haben, was man sehen kann. Hoffärtiges Leben meint leeren Stolz in weltlicher Ausrichtung (2). DIESE Kräfte sind nicht von Gott. Luther: „Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott“ (3). Reicher Jüngling (Mk 10), Kornbauer (Lk 12), reicher Mann (Lk 16), Demas (2. Tim 4, 10) sind zeitlose Beispiele.
V 17 Die „Welt“ hat sich bis heute nicht verändert, aber die Existenz der Christen. Sie wollen Gottes Willen tun und werden in Ewigkeit bleiben. Und das nicht deswegen, weil SIE was für Gott tun, sondern weil ER was für sie tat und tut (1. Jo 4, 10).
Gliederungsvorschlag
Christen in der Welt
1. in Gottes Schöpfung zuhause
2. mit Gottes Widersacher im Kampf
3. zur Gottesliebe befreit
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Fußnoten
(1) „Liebe macht blind“ meint die eigensüchtige „Liebe“. Jesusliebe öffnet die Augen. Hass macht blind.
(2) Dieser Dreiklang beschreibt auch Evas Gesinnung (1. Mo 3, 6).
(3) Großer Katechismus, 1. Gebot