Psalmen

Predigthilfe vom 2. Oktober 2016 – Psalm 145

Monatsthema: David  

Predigtthema:  Von Gott treu versorgt 

Predigttext:      Psalm 145

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Der Psalm 145 ist ein Lobpsalm Davids. Die Sammlung der Davids-Psalmen geht zu Ende. Der Lob Gottes, das Erheben seines Namens wird im Psalm 145 zum Ausdruck gebracht.  „Viele Psalmen enthalten oft, die Klage, über die Rettung hin zum Lob. Dieser Aufbau erstreckt sich über die ganze Sammlung der Psalmen.“ (Charles Spurgeon). Der Psalm 145 darf deshalb nicht isoliert von dem gesamten Kontext gesehen werden. Es ist eine Hymne des Lobes, welches aus der erhörten Klage und Rettung Gottes herauskommt.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

* Schneider, Dieter: Das Buch der Psalmen. Wuppertaler Studienbibel.

* Charles Spurgeon Hughes, Schatzkammern Davids – Eine Auslegung der Psalmen, http://www.evangeliums.net/psalmenauslegung/psalm_145.html

* W.S.LaSor / D.A: Hubbard / E.W. Bush (Hrsg. Helmut Egelkraut) „Das Alte Testament“. Idealerweise die 5.Überarbeitetet Version. TVG Brunnen.

* Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Dr. Heiko Krimmer vom 12.06.2005 zu Psalm 145 unter http://apps.christusbund.de/predigthilfen/1443/predigthilfe-vom-12-6-2005-psalmen-145/

. Anmerkungen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibelAlteRechtschreibung/19-Die_Psalmen.pdf

  1. Verstehen, worum es geht

Hilfreiche Gliederung von John MacArthur, die uns helfen kann, die Struktur des Textes zu verstehen.

  1. Entschlossenheit zum Lobpreis (145,1.2)
  2. Gottes wunderbare Größe (145,3-7)
  3. Gottes großartige Gnade (145,8-13)
  4. Gottes nie versiegende Treue (145,14-16)
  5. Gottes vollkommene Gerechtigkeit (145,17-20)
  6. Erneute Verpflichtung / Ermahnung zum Lobpreis (145,21)

Der Psalm 145 gehört zu den Hymnen oder Lobliedern. Hymnen enthalten allgemein drei Teile:

1.Einen Ruf zur Anbetung, 2.Beschreibung von Gottes Taten und Wesen, 3. Ein Abschluss mit erneuter Aufforderung zum Lob Gottes und zum Gehorsam.

Die Struktur lässt sich in Psalm 145 nicht immer hundertprozentig erkenn z.B. enthält Vers 1-7 den Aufruf zum Lob, beschreibt aber schon z.T. Gottes große Taten. Die Verse 8-20 beschreiben zwar Gottes Große Taten und sein Wesen, rufen aber auch zwischen durch zum Lob auf. Die Gliederung ist lediglich eine Hilfe den Text zu verstehen und darf nicht starr sein.

Anmerkung:

1. Aufruf zur Anbetung (Vers1-7) 

V 1: Der König David bekundet seinen Wunsch Gott zu erheben. Ein Gott der nicht distanziert ist, sondern von David persönlich erfahren wurden und somit sein Gott ist.

David weiß auch, dass seine Königsherrschaft nur ein Schatten von Gottes herrlichem Reich ist und bezeugt, dass er der einzig wahre König ist.

V 2-3: Wegen seiner Unerforschlichen Größe macht David hier eine Willensäußerung, Gott für Immer zu loben.

V 4-7: David sieht bereits in die Zukunft und beschreibt Generationen, die kommen werden und Gottes Machtaten und herrliche Pracht erfahren werden, sodass Sie zu dem gleichen Lob ein stimmen werden.

Die Verse fünf bis sieben sind im Wechsel geschrieben. Zum einen die Generationen, die das Lob Gottes weitere tradieren werden und ihren Kindern dies weitererzählen werden und zum andere David, der Gottes Größe erkannt in seinem Leben erkannt hat. Über seine persönlichen Erfahrungen hinaus hat Gott ihm aber auch Einblicke in die Zukunft gegeben. (Apg. 2,30-31).

Kraft deiner furchtbaren Taten / deine Großtaten: Diese Formulierung weißt auf einem Parallelismus hin und möchte vermutlich das gleiche Ausdrücken. Gottes Größe und furchtbare Taten hat David erlebt, als er z.B. Goliath entgegen stand. Israel hat diese großen Taten erlebt, als Gott sie aus Ägypten geführt hat. Wir dürfen bis heute Gott für diese Großtaten loben, aber auch andere Rettungstaten, die wir persönlich erlebt haben.

Großen Güte/ Gerechtigkeit: Der Apostel Johannes staunt wie diese beiden Eigenschaften in Christus vereint werden. Joh. 1,14.

  1. Beschreibung der Taten Gottes (8-20)

V.8-9: Das Lob Gottes beginnt mit seiner Barmherzigkeit über allen. In der Bergpredigt wird diese Barmherzigkeit entfaltet. Mt. 5,45b „Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Im Gesamtkontext ist jedoch zu beachten, dass der Gottlose nur Zeitlich begrenzt Gottes Gnade erfährt und zur Umkehr aufgefordert wird (Siehe Vers 20).

V.10-12: Diese Verse beschreiben die Zukunft (Es werden…, Sie werde…) Es geht wieder um die Generationen, die in Vers 4 und 13 erwähnt werden.
Ein Beispiel, wie es aus der Sicht David in der Zukunft erfüllt wurde, sehen wir z.B. in Mt. 12,33. Die prachtvolle Herrlichkeit des Reiches Gottes kam durch Jesus besonders nahe (Mt.4,17) und wird dort sichtbar, wo die Gemeinde Jesus seinen Willen lebt und sich Ihm hingibt (Röm. 12, 1-2).

V.13: Das Reich Gottes, welchen David mit König anspricht, hat kein Ende. Es werden immer Menschen da sein, die diesen König anbeten. Diese Königsherrschaft kommt durch Jesus Christus Nahe und hat seinen Höhepunkt am Kreuz, wo unser größter Feind besiegt wurde und sitzt jetzt zur Rechten Gottes.

V.14: Spurgeon schreibt dazu: „Lesen wir diesen Vers im Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und bewundern wir den unerwarteten Gegensatz: Derselbe, der in solch glorreicher Majestät herrscht, neigt sich leibreich nieder zu denen, die im Begriff sind zu fallen, um sie zu stützen, sie auf zu richten und aufrecht zu erhalten.

Gottes Barmherzigkeit gilt in Besonderer Weiße denen, die in der Gesellschaft ganz unten sind. Die sich selbst oft nicht schützen können, weil sie nichts mehr haben, den gilt Gottes besondere Aufmerksamkeit. Diese Linie zieht sich vom Gesetzt bis ins NT durch.

V.15-16: David staunt hier über die Versorgung der ganzen Erde durch Gott.  (siehe auch Vers 19-20)

V.17: Die Zusagen Gottes stehen fest und sind unumstößig. Wenn er seine Zusage gemacht hat, dann hält er es. Das was Gott tut, dass tut er treu und wenn er etwas versprochen hat, dann wird er es tun. Er ist treu in seiner Versorgung und in dem Erhalten seiner Geschöpfe.

V.18: Enthält eine Zuspitzung. Die nähe Gottes gilt nicht denen, die ein Lippenbekenntnis aussprechen, sondern denen die Ihn in Wahrheit, von Herzen anrufen. Diese Aussage hat David sicher immer wieder auf seiner Flucht erlebt.

V.19-20: Gottes Sättigung aller Menschen wird in Vers 15 und 16 beschrieben. Vers 19 und 20 ist eine Zuspitzung, welche Gottes besondere Aufmerksamkeit zeigen, für die die IHN fürchten und lieben. Der Gottlose hingegen, kann nicht auf Dauer mit Gottes zusage rechnen.

3.Erneuter Aufruf Gott für immer zu Loben

V.21: David schließt den Psalm mit der Zusage, Gott für immer zu Loben. Er ruft „alles Fleisch“ dazu auf Gott zu loben.

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Der Lobgesang Davids war die Einleitung in ein großes Halleluja, (ab Psalm 146) welches am Ende der Psalmen steht (Ps. 146-150). Mit dieser Hymne möchte er Gottes Größe, Herrliche Pracht, Barmherzigkeit, Treue, Güte, Versorgung beschreiben und Gottes Königsherrschaft verkündigen.

David kündigt an, dass dieses Lob Gottes von Generation zu Generation weiter bestehen bleiben wird. Gehören wir zu diesen Generationen, die Gott erfahren haben? Lässt uns dieses Lob kalt oder lässt es uns mit einstimmen? Ist unser Lob sehr einseitig oder genauso vielfältig wie Davids Lob? David hat Gott auch für die furchtbaren Taten gedankt, weil Gott dadurch sein Volk errettet hat und sein Heiligkeit gewahrt hat. Tendenziell fällt es uns heute schwer mit Versen wie Ps.145,20 um zu gehen. Gottes Heiligkeit ist auch sehr zu loben.

Weiter stellt sich uns und der Gemeinde die Frage: Gehören wir zu denen, die Gott schon als Herrn bekennen. Der König selbst bekannte Gott als den wahren Herrn. Gehören wir zu denen, die Jesus schon hier als Herrn anbeten werden. (Phil.2,11).

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Welchen Zweck hatte dieser Psalm im Gottesdienst damals. Der Kategorie nach passt dieser Psalm definitiv zu den Hymnen. Der Titel des Psalms 145 „Ein Lobgesang“ (tᵉhillā) ist der gleiche, wie für die ganzen Psalmen. Die Positionierung des Psalms lässt auch Rückschlüsse zu. Am Ende von allen Klagen und bitten steht das Lob der erhörten Gebete. David, der zu denen gehört, die Gott fürchten und lieben, hat Gott als Retter, Herrlichen König erlebt. Und so stimmt er in ein großes Halleluja ein. Welches über die Gegenwart hinaus geht.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Über den Psalm 145 gibt es sehr wenige Predigten. Einzelne Verse werden immer wieder in einer Predigt erwähnt. Predigten über diesen einzelnen Psalm gibt es aber selten. Der Psalm bietet viele Themen, die alleine den Gottesdienst füllen könnten. Der Psalm sollte im Gottesdienst unterschiedliche Aspekte beleuchten und anreißen, aber immer zu Gottes Lob aufrufen. Diejenigen, die Gottes Größe noch nicht erfahren haben, sollen von einem persönlichen und authentischen Lob angesteckt werden. Loben wir Gott in unserem Alltag? Der Psalm kann uns neu die Wichtigkeit des Lobes Gottes aufzeigen. Ganz privat aber auch in der Gemeinde.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Das Predigtziel für diesen Sonntag ist, das die Hörer wieder neu Gottes Herrlichkeit und Barmherzigkeit erkennen. Wir sollten genau dies aufzeigen und zum persönlichen Bekenntnis zu unserem Gott und König aufrufen. Ebenso bietet der Text uns Zuspruch für Trostsuchende und endet in der Ermahnung und Verpflichtung zum Lobpreis.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Wir sind von Gott treu versorgt. Tag für Tag gibt uns Gott Grund zum Danken. (Vers 2)

Nun kann ich meinem Gott und König für seine Herrlichkeit und Güte preisen.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

  1. Lobpreis und Anbetung unserem Gott (Vers1-7)
  2. So groß ich unser Gott (8-20)
  3. Gott gebührt der Lob und die Ehre für immer und ewig. (21)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Persönliche Zeugnisse aus dem eigenen Leben, in denen wir Gottes Größe und Herrliche Pracht erfahren haben oder wie ER unsere Gebete erhört hat, sind die beste Veranschaulichung.

Gottes Herrlichkeit kann auch in der Natur z.B. durch spektakuläre Landschaften oder faszinierende Fakten über Gottes Geschöpfen veranschaulicht werden.

Die Geschichte mit Gott und Israel darf uns auch immer wieder in staunen versetzten. Wie Gott Israel aus Ägypten rettet und dies eine Vorschattung auf eine spätere Rettung durch Christus war.

(Walter Günter)