Römer

Predigthilfe vom 18.5.2008 – Römer 8, 18-30

Monatsthema: Leben im Geist des Herrn
Predigtthema: Geistorientiert leben

Bibelstelle: Römer 8, 18-30

Verfasser: Eckhard Löffler

Tipps für eine Predigt:
Warten in Geduld – oder: Bald ist es soweit! (1)

1. Paulus „stellt fest, rechnet zusammen“ (Verb V 18 hängt mit Logik zusammen), dass Gotteskinder sind, was sie sind: Sie HABEN UND SIE HOFFEN GLEICHZEITIG. Und genau hier unterscheidet sich die Logik der Gotteskinder von der „Schlüssigkeit“ weltlicher Gedankengänge. HABEN die Christen oder HOFFEN sie nur? Eine RIESENSPANNUNG, weil die Auflösung noch nicht komplett präsentiert werden kann.
Jesusleute sind heute, was sie wirklich sind, allerdings im Verborgenen (Kol 3, 3; 1. Jo 3, 2).

Leiden sind unangenehm. „Härten“ macht jeder Mensch durch, Christen wohl noch einige zusätzlich.
Was macht die Jesus-Nachfolge, den Glauben trotzdem attraktiv? Nur Jesusleute können da mitreden und bezeugen.

2. Die „GANZE KREATUR“, alles was lebt, leidet mit. Aufblühen, Kampf ums Dasein (2), Sterben. (3)
VERURSACHT hat allein der „selbständige“ Mensch die Leidensfolge „Sünde – Verkümmern – Zerstörung –Tod“. WILLENTLICH war der Mensch am Werk („sein wie Gott“, 1. Mo 3, 5). Unwissende, unfreiwillige Trittbettfahrer waren und sind leider (4) alle Übrigen, die sonst noch leben, vom kleinsten Virus bis zum größten Tier oder Baum „ohne ihren Willen“, die nichts von Gottes Wunsch nach Heilung und absolutem Frieden ahnen, sich aber danach sehnen – wer denn nicht? Der „Kampf ums Dasein“ scheint manche Beobachtungen der Naturwissenschaftler zu bestätigen, aber zu viele wissen zu wenig von Gottes Heilsregie in dieser Weltzeit.

Die Kreatur wartet sehnsüchtig. Das Verb (V 19) beschreibt die Haltung, in der ein Tier mit vorgestrecktem Kopf angespannt lauert. Schon dieses Wort belegt, dass hier nicht nur die Menschen gemeint sind.
Zwangsläufige Auswege aus dem Dilemma: „Lasst uns zu den paradiesischen Zuständen der Natur und ihrer Völker zurückfinden“. (5) „MEINEN Gott finde ich in der Natur“. (6) Menschen vergöttern die Schöpfung, weil sie vom Schöpfer nicht wissen.
Religionen bieten ihre Götter an, weil Menschen blicken, dass Gott ist (Rö 2, 14).

3. CHRISTENLEUTE HABEN UND HOFFEN
Ein Widerspruch? (7)
Dr. Heiko Krimmer erinnert an die Begleiterscheinungen von Wehen vor einer Geburt. Alle freuen sich auf den Neuen, aber keiner will die Wehen.
Sehnen und Seufzen ist nicht Alles! Die Erlösung des Leibes (nicht VOM Leib) ist aber gewiss (V 23).
Der Geist Gottes ist Angeld/“Pfandmarke“/Anzahlung für die endgültige Einlösung.
Wenn der Israelit schon seine Erstfrüchte opfert (2. Mo 23, 16ff; 3. Mo 23, 10), steht noch der unvollkommene Rest der Ernte auf dem Feld. Trotzdem weiß er: Das kommt noch. Die volle Gabe schon „vor Augen“ dankt er Gott in fester Gewissheit. Gott hat noch nie jemanden hängen lassen.
Glaube an Christus ist das Umfeld, in dem Hoffnung entstehen kann.
„Der Mensch hofft, solange er lebt. Er lebt, solange er hofft.“ Fragt sich allerdings, worauf! Der Glaube an Christus wird sich als die einzig fundierte Hoffnung herausstellen.
„Hoffen und Harren macht Menschen zu Narren.“ Das gilt für alle, die ihre Hoffnung nicht auf Christus setzen.

4. GEDULD
Warten ist das Leichteste und manchmal das Schwerste gleichzeitig.
Geduld meint „Drunterbleiben“. Der Muslim begnügt sich mit „Kismet“, der unabwendbaren Fügung seines Schicksals. Christusnachfolger suchen das Gespräch mit Gott, ihrem Vater. Er lässt mit sich reden.
Drunterbleiben meint nicht unterwürfiges Erdulden und Nichtstun, sondern wissen: „ER MACHT, dass die Anfechtung ein Ende hat …“ (1. Ko 10, 13), d. h. Mein Gott macht das schon richtig. Bewusstes Abhängigkeitsverhältnis gegenüber Gottes Wort.
Lied „und was er mit mir machen will…“

5. „Der GRUND christlicher Hoffnung ist Gottes Handeln in Jesus Christus, in seinem Tod und in seiner Auferstehung. Das ZIEL christlicher Hoffnung ist Gottes Vollendungshandeln. Der INHALT christlicher Hoffnung ist die Auferstehung von den Toten, das ewige Leben und damit Gottes Reich (vgl. Jer 17, 13; Lk 24, 31; Apg 23, 6; Rö 5, 2; 2. Ko 1, 10; 2. Thes 2, 16; 1. Tim 1, 1; Tit 1, 1; 3, 7; 1. Petr 1, 3).“ (Dr. Heiko Krimmer), d. h. GOTTES Handeln akzeptieren und erleben. Unser Ziel ist nicht Gesundheit, langes Leben. Gott ersieht – verordnet – beruft – hat gerecht und – herrlich gemacht.
Hier geht es nicht um Vorherbestimmung (Prädestination) zum ewigen Leben oder zum Tod. Der Glaube gründet sich in Gottes Tun für uns. ER verordnet seine Leute dazu, Jesus gleichgestaltet zu werden.
Diese Ebenbildlichkeit (1. Mo 1, 27) ging beim Sündenfall verloren.
Christen werden nun wieder neu umgestaltet in sein Bild. Gott=Christus will nicht allein sein (1. Tim 2, 4; das hebräische Verständnis von „erkennen“ ist „eins werden, heiraten, einig werden“ [1. Mo 4, 1.25] und die Wahrheit ist Christus selbst [Jo 14, 6]).
Dabei wird nicht nur das Ebenbild Gottes (1. Mo 1, 27) wieder hergestellt, nicht der „alte Adam“ wieder auferweckt, sondern der NEUE Adam, der NEUE Mensch geschaffen (Rö 5, 12ff).
Gott lädt alle ein. Das Einverständnis des Menschen akzeptiert die Berufung Gottes und bringt ihm Gottes Rechtfertigung. „Die Rechtfertigung ist Verherrlichung schon hier und dann vollendet im Reich Gottes (vgl. 2. Thess 2, 13f).

Gliederungsvorschlag
Auf Gott warten heißt auch
1. leiden
2. hoffen
3. wissen
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Fußnoten
(1) Mögl. Einstieg: Kinder und Erwachsene werden vor Bescherungen, Trauungen, Fußballspielen, Kinofilmen, usw. oft beruhigt durch: „Keine Sorge, BALD…“
(2) Darwin hat beobachtet, aber nichts von Gottes Heilsgeschichte gewusst.
(3) Kein noch so schöner Blätterwald wird seine Blätter bis zum nächsten Frühjahr erhalten.
(4) „Leider“ hängt mit Leid zusammen
(5) Massive Angriffe gegen christliche Missionswerke; Schönreden der Naturreligionen (trotz unpublizierten Gewaltmaßnahmen, Verklärung „natürlicher“ Medizinen und Heilmethoden).
(6) „Am Sonntagmorgen treffe ich meinen Gott im Wald.“ Gottlob Frick sang: „Frühmorgens…, dann gehet leise nach seiner Weise der liebe Herrgott durch den Wald…” (s. Google)
(7) Die Welt fragt: HAST du Geld oder hast du es NICHT? Entweder oder. Keine Grauzonen.