Monatsthema: Jesu Blick für Not
Predigtthema: Die Not der Sünde
Bibelstelle: Markus 15,20-39
Verfasser: Günther Baumgärtner
1. Zusammenhang
Nach Verhör und Verspottung, folgt nun die Kreuzigung von Jesus.
2. Biblische Parallelen
Die Kreuzigung wird in allen vier Evangelien berichtet, wobei aber jeder Evangelist seinen besonderen Schwerpunkt legt.
(Matthäus 26-27; Markus 14-15; Lukas 22-23; Johannes 18-19)
3. Der Aufbau des Textes
V. 20-23: Jesu Weg zur Kreuzigungsstätte
V. 24-32: Kreuzigung und Spott
V. 33-37: Jesu Leiden und Sterben
V.38: Auswirkungen des Todes Jesu
V.39: Bekenntnis des Hauptmann
4: Einzelerklärungen
V.20: Purpurmantel ist das Königsgewand.
Hinaus, war also vor der Stadt (Vergl. Sündenbock beim Gr. Versöhnungstag
3. Mose 16,21). Jesus wurde die Erfüllung des alttestamentlichen Sündenbockes (Matth. 21,39; Hebr. 13,12-13).
Es wurde der längste Weg zum Kreuz gewählt, damit möglichst viele Menschen die Verurteilten sahen, als warnendes Beispiel.
V.21: Zwingen: Die Menschen waren verpflichtet den röm. Machthabern bestimmte Frondienste zu leisten, hier war es Simon.
Simon stammte aus Kyrene, dem heutigen Libyen.
Kreuz tragen, hier war der Querbalken gemeint.
V.22: Golgatha auch Schädelstätte, vermutlich ein Fels der wie ein Schädel aussah.
V.23: Wein und Myrrhe ist ein betäubendes Getränk um die Schmerzen zu lindern. Jesus lehnt ab, will bei vollem Bewusstsein bleiben (Vergl. Jes. 53,4)
V.24: Der grausame Vorgang der Kreuzigung wird nicht beschrieben, denn der Schreiber Markus will nur auf das entscheidende hinweisen.
Los werfen, hier erfüllt sich Psalm 22,19.
V.25: 3. Stunde, war um 9 Uhr morgens, zugleich auch die Zeit des Räucheropfers und des Brandopfers.
V.26: Der König der Juden, war für die Juden ein schlag ins Gesicht, deshalb verlangten sie die Auswechslung der Tafel (Joh. 19,21ff). Doch zugleich kommt die tiefe Wahrheit ans Licht.
V.27: 3 Kreuze standen auf Golgatha, doch anstelle von Barabbas wurde Jesus gekreuzigt (Vergl. Jes. 53,12; Lukas 22,37).
Räuber, es waren aufständische, zelotische Freiheitskämpfer (Vergl. V.7).
V.29: Lästern ist die AT –Sitte für Verspottung.
Das Tempelwort Jesu aus Joh. 2,19 wurde falsch verstanden, er meinte es geistlich. Die Juden haben es als Gotteslästerung verstanden.
V.30: Steig herab, die Versuchung Satans. Hätte Jesus es getan würde es keine Erlösung geben.
V.31: Die geistlichen Führer in Israel spotten mit, wie verblendet.
Sie erwarten einen herrschenden und nicht einen leidenden Messias.
V.32: Lukas berichtet hier genauer, dass nur einer lästerte (Lukas 23,39-43).
V.33: Finsternis von 12-15 Uhr (Gerichtszeichen, 9. Plage in Ägypten, 2. Mose 10,21ff). das ganze Gericht wird auf Jesus abgeladen.
V.34: 15 Uhr, die Zeit als beim Passahfest das Lamm geschlachtet wurde (2. Mose 39,28ff). Jesus ist die Erfüllung des Passahlammes (Joh.1,12; 1. Kor.5,7).
Erfüllung auch von Psalm 22,2, Jesus erleidet die Gottverlassenheit.
V.35: Er ruft Elia (das Eli „mein Gott“) wurde als Elia missverstanden.
V.36: Schwamm, Essig und Rohe befanden sich an der Hinrichtungsstätte (Joh.19,29). Mit dem Essig ist Weinessig gemeint, damit hat man im Altertum die Leiden der Verurteilten verlängert, man wollte also das Sterben Jesu hinauszögern, offenbar um zu sehen on Elia kommen würde.
V.37: Lukas berichtet hier ausführlicher, er rief Psalm 31,6.
V.38: Vorhang, der das Heiligtum vom Allerheiligsten trennte, zerreißt. Der Weg ins Allerheiligste wird nun frei. Was im AT bei Todesstrafe verboten war, ist nun möglich.
Beachte: von oben nach unten, also von Gott her.
V.39: Der Hauptmann (Befehlshaber des Hinrichtungskommando) erkennt Jesus als den Gottes Sohn.
5. Die Spitze des Textes
Jesus Christus der Sohn Gottes stirbt am Kreuz für uns und macht den Weg zu Gott frei, zugleich erfüllen sich auch alle atl. Voraussagen auf den leidenden Messias
6. Der Text heute
a. Wir erinnern uns am Karfreitag wieder neu an das was vor 2000 Jahren in Jerusalem für uns geschah.
b. Das Kreuz in der Mitte wäre unser Platz gewesen, doch Jesus tritt für uns ein.
c. Durch das Sterben Jesu wurde der Weg zu Gott wieder frei, der Vorhang im Tempel zerriss.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
1) Leiden
A) Jesus wird für uns der Sündenbock den Israel am Großen Versöhnungstag bringen musste (Vergl. 3. Mose 16,21ff), zugleich ist Jesus ist die Erfüllung des alttesamentliche Passahfest (Vergl. 2. Mose 12).
B) So wie Jesus den Leidensweg ging, bleiben auch bei uns in der Nachfolge die Leiden nicht aus (1. Petr. 2,21-24).
2) Sterben
A) Alle alt. Voraussagen finden ihre Erfüllung, bis ins kleinste Detail hinein.
B) Das Gericht Gottes bricht in seiner vollen Härte über Jesus herein und er trägt es für uns.
C) In dem Augenblick, als die Passahlämmer geschlachtet werden (15 Uhr), stirbt Jesus für uns und erfüllt das Opfer für uns (Vergl. Hebr. 9 und 10).
3) Auswirkungen
A) Gott hat das Opfer angenommen, die Sühne war vollbracht, deshalb wurde der Vorhang zerrissen.
B) Der Weg zu Gott ist nun frei.
C) Karfreitag ist der Triumpf Jesu Christi.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Wir vergegenwärtigen uns die Stationen Jesu in der Karwoche
1) Jesu Leiden für mich
Worauf die Gläubigen im AT gehofft haben und Ausschau hielten wird nun im Leben Jesu erfüllt. Die ganze Schuld wird auf Jesus abgeladen wie im AT auf dem Sündenbock. Auch die Schuld von uns Menschen heute wird von Jesus hinaufgetragen an das Kreuz. Jesus geht den Weg für mich.
Beachte: Jesu Leiden können uns nicht erlösen, nur sein Sterben.
2) Jesu Sterben für mich
Das ganze Gericht bricht über Jesus herein (Finsternis, von Gott verlassen). Er stirbt für mich. Sein Platz wäre mein Platz gewesen, er springt für mich ein. Hier sehen wir die Liebe Gottes!
3) Jesu Versöhnung für mich
Der Vorhang zerriss von oben her (von Gott her). Jesus hat den Weg ins Vaterhaus für mich freigemacht. Was im Paradies kaputt ging wird in Jesus wieder hergestellt.
Gemeinschaft mit Gott ist durch Jesus Christus wieder möglich.
Schluss: Aus der scheinbaren Niederlage wird der Triumpfzug Jesu Christi, lasst uns neu darüber anbeten.