1.Mose

Predigthilfe vom 17. Dezember 2017 – 1. Mose 32, 23-33

Predigtthema: Jakob: Wer gegen Gott verliert hat gewonnen 

Predigttext:  1. Mose 32, 23-33  

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Die Geschichte von Jakob und Esau steht im Zusammenhang der Vätergeschichten im 1.Mose-Buch (Genesis) von Kapitel 12-36. Beginnend mit der Berufung Abrams, später Abrahams und dem Segen, über dessen Sohn Isaak und seinen Söhnen Jakob und Esau. Jakob als der Gesegnete und Esau der Gesegnete zweiter, ja dienender Wahl. Das Kapitel 36 beschäftigt sich mit den Nachkommen Esaus. Jakobs Söhne, die letztlich die Stammväter Israels werden sollten. Mit der Josef-Geschichte ab Kapitel 37-50 geht das Leben Jakobs seinem Ende entgegen und läuft parallel zu Josefs Geschichte. Jakobs und Josefs Tod beschließen das 1. Buch Mose.

In den „Vätergeschichten“ kommt der Segen Gottes, der sich durch die Bibel wie ein roter Faden hindurchzieht, zum Vorschein. Die „Väter“ als die Träger des Segens begegnen uns von da an in der ganzen Bibel und sind somit der Beginn der zusammenhängenden Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk.

Zum Kontext der zu behandelnden Geschichte ist zu sagen, dass Isaak Gott bittet, dass seine Frau schwanger werde. Und Gott schenkt seiner Frau gleich Zwillingssöhne. Beide scheinen von großem Temperament zu sein und „stießen sich“ schon im Bauch der Mutter (25, 22). Dieses Merkmal lässt sich in der gesamten Geschichte Israels immer wieder beobachten. Auch und gerade nach dem Tod der beiden werden ihre Rivalitäten unter ihren Völkern (Israel/Edom) ausgefochten werden (2.Kö 3, 8.9.12). In Kapitel 25, 23 spricht der Herr Rebekka die Verheißung zu, dass ihre beiden Söhne für zwei zukünftige Völker stehen, wo das eine dem anderen unterlegen sein wird und der Ältere dem Jüngeren dient. Diese Rivalität scheint aber auch in der Familie gefördert zu werden, denn „Isaak hatte Esau lieb und aß gern von seinem Wildbret; Rebekka aber hatte Jakob lieb.“ (25, 28)

In Kap. 25, 29-34 verschlingt Esau zum ersten Mal seinen „Erstgeborenen-Status“ mit einem Linsengericht.

Esau heiratet zwei Hetiterinnen, was ihm als „Sohn Abrahams“ untersagt gewesen ist (Kap. 24, 3). Hierbei verspielt er eigentlich sein Erstgeburtsrecht bereits das zweite Mal. Das machte seinen Eltern Isaak und Rebekka „viel Herzeleid“. Hans-Jörg Bräumer schreibt dazu in der WSB: „Mit der Entscheidung zwei Hetiterinnen zu heiraten, löst sich Esau bewusst vom „Haus Abrahams“ und verscherzte somit endgültig „Erbe des Abrahamssegens zu werden.

Die Erzählung von Jakob und Esau beinhaltet die Frage nach Segen, aber auch dem Gegenteil, dem Fluch. Was für Jakob bei allen Umständen und menschlichem Handeln sich wirklich zum Segen gewendet hat, das ist für Esau nur die verspielte Erstgeburt, die ihm nicht nur nicht zum Segen im persönlichem Leben wurde, sondern auch darüber hinaus als „Stammvater“ der Edomiter letztlich zum Fluch im Sinne von unheilvoller Geschichte des Kampfes wurde (siehe 27, 40 / 2.Könige 8, 20-22). Allerdings ist auch die Geschichte Jakobs nach seinem Tode in ihrem Fortlauf im Volk Israel immer wieder von Rückschlägen und einem „Abwenden von Gott“ begleitet (z.B. Hosea 12). Wobei auch da sich Segen und Fluch einander begegnen. Der Segen für Jakob reiht sich ein in folgende Abschnitte des AT, bei denen es um „den Segen für die Völker durch die Väter und deren Nachkommen“ geht: Gen 12, 2f; 17, 16.20; 18, 18; 22, 17f; 26, 4.24; 28, 3.14; 32, 13; 35, 9-11; 48, 3f.

Die Flucht vor dem Bruder, die sich nun anschließt, beschreibt uns das „Führen“ Gottes an seinem gesegneten Jakob. Das zeigt uns zum einen den führsorglichen Gott, der von sich selbst als der „Ich bin“ spricht (siehe …), aus dem geöffneten Himmel heraus. Somit reiht sich der Text an viele Texte in denen Gott sich als „Ich bin“ vorstellt im AT bis hin natürlich in das NT zu Jesus Christus seinem Sohn, der als die göttliche Wahrheit in diese Welt gekommen ist und als einziger das göttliche „Ich bin“ auf der Erde repräsentieren kann, als Sündloser und Gesandter Gottes, des allmächtigen Vaters im Himmel. Und zum anderen, dass Segen und Fluch beieinander durch die Geschichte gehen. Jakob flieht in die Knechtschaft (Fluch) zu Laban und darf dort aber „die Entfaltung des Abraham-Segens“ erleben. Den Betrug an der eigenen Person muss er allerdings auch erleben.

Hellmuth Frey schreibt dazu: „Er zeigt uns das Leben Jakobs, ausgehend in hässlicher  Menschlichkeit und gleichzeitig über diesem Wirrsal von Menschlichkeiten lauter Plan und Führung, die ans Ziel tragenden Hände Gottes. Beides – Fluch und Segen – kommt aus Gottes Hand. Der Fluch ist seine Antwort auf die Eigenmächtigkeit des frommen Menschen Jakob.

Jakob rüstet sich nun zur Begegnung mit seinem Bruder (Kapitel 32). Er teilt seine Habe auf, um seinem Bruder geordnet und vorbereitet begegnen zu können. Er weiß nicht, wie ihm sein Bruder gesonnen sein wird. Jakob betet zu Gott (V. 12): „Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus, denn ich fürchte mich vor ihm, dass er komme und schlage mich, die Mütter samt den Kindern.“ Jakobs Angst vor Esau treiben ihn an den Rand der Verzweiflung und in das Gebet an den „Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak“. Es scheint noch nicht „sein“ Gott zu sein.

Der zu behandelnde Text beendet nun Jakobs Weg „des Alleingangs“. Die Geschehnisse am Jabbok verändern den „Fersenhalter“ und „Betrüger“ Jakob hin zum Streiter Gottes – „Israel“, oder wie es Hansjörg Bräumer in der WSB schön beschreibt: „Aus dem „Erzschelm“ ist ein „Erzvater“ geworden“. Der Kampf am Jabbok, bringt Jakob in die Lage bzw. in die Vorbereitung darauf, seinem Bruder „endlich“ zu begegnen. Ja, endlich reinen Tisch mit ihm zu machen.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • Die Wuppertaler Studienbibel (WSB): AT Band 1“ lohnt sich als Lektüre, die den zu bearbeitenden Text in guter, ausführlicher und verständlicher Weise behandelt und erklärt. Hierbei lohnt sich auch die Lektüre des Exkurses zum Thema Segen auf den Seiten 288-294.
  • Band 1 aus „Das AT erklärt und ausgelegt von John F. Walvoord / Royy B. Zuck“ bieten einen kurzen und verständlich zu lesenden Einblick in den Text bzw. bieten sie darüber hinaus, genügend Inhalt zum Nachdenken und Reflektieren für die Predigt
  • Hellmuth Frey, Das Buch des Kampfes – Kapitel 25-35 des 1. Buches Mose, Seite: 77-83 Calwer Verlag Stuttgart
    • Hierbei lohnt sich der Exkurs auf den Seiten 72-76 zum Thema: „Biblischer Ausblick – Die Botschaft der Jakobsgeschichte wird durch die ganze Bibel bestätigt“
  • Für Begriffe oder Redewendungen ist es auch ein Gewinn eine Konkordanz zur Hilfe zu nehmen. Dadurch lassen sich viele Entdeckungen durch die gesamte Bibel hindurch machen.

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

V23-24:

Jabbok: (Rost, Leonhard und Reicke, Bo (Hrsg): Biblisch-Historisches Handwörterbuch, Band II): „östlicher Nebenfluss des Jordan“ der in diesen 40 km nördlich des Toten Meeres mündet. Er ist „am Oberlauf“ Grenzfluss gewesen „zwischen Ammon und Amoritern (Num 21, 24)“. „Am Unterlauf zwischen Amoritern und Og von Basan, nach der Landnahme zwischen Gad und Manasse (Dt 3, 16)

4Mo 21,24: Israel aber schlug ihn mit der Schärfe des Schwerts und nahm sein Land ein vom Arnon bis an den Jabbok und bis zu den Ammonitern; das Gebiet der Ammoniter aber reichte bis Jaser.

Jos 12,2: Sihon, der König der Amoriter, der in Heschbon wohnte und herrschte von Aroër an, das am Ufer des Arnonflusses liegt, und von der Mitte des Tals an und über das halbe Gilead bis an den Jabbokfluss, die Grenze der Ammoniter,

Furt: ist eine Untiefe, ein Weg durch einen Fluss, den man ohne Brücke bequem durch das Wasser gehen kann.

Jakob führt seine Familie und seine Habe über den Jabbok. Er führt quasi seine Nachkommenschaft, seine elf Söhne – „seinen Segen“ – über den Fluss in Richtung der Begegnung mit seinem Bruder – „seine Geschichte“. Er war sicher angespannt und beunruhigt im Gedanken daran, Esau zu begegnen. Die Gedanken kreisten um die eigene Schuld, den Betrug und den Versöhnungswunsch.

 V25-26: Der Kampf

Jakob bleibt allein! Jakob sucht Ruhe! Jakob bereitet sich auf einen evtl. Kampf mit seinem Bruder vor – da muss er alleine durch! Aber es ist auch ein Kampf mit sich selber, mit der Schuld die er in seinem Herzen trägt. Die Angst vor seinem Bruder ist auch die Angst, seine Familie – „seinen Segen“ – zu verlieren. Hansjörg Bräumer schreibt in der WSB dazu: „Die Nacht am Jabbok gleicht dem einsamen Weg Abrahams mit seinem Sohn auf den Berg Moria (1Mo 22) und dem einige Jahrhunderte späteren Überfall auf Mose bei Nacht (2Mo 4, 24-26). Diesen drei Ereignissen ist eines gemeinsam: Gott bleibt „ganz im Geheimnis“. Wie Abraham und später Mose, so ist Jakob am Jabokk hin und her gerissen von der Frage: Ist das wirklich der persönliche und lebendige Gott? Kann Gott das Opfer des Sohnes verlangen? Kann Gott einen Menschen bis zum Rande des Todes führen? Es sind Fragen der Anfechtung. Sie brechen durch in Stunden der Angst, in Zeiten tiefer Trauer und in der Versuchung des Zweifels und der Verzweiflung. Stunden im Dunkel der Anfechtung und Kämpfe, die jeder allein durchstehen muss, in denen es keine Hilfe von außen gibt und in denen Gott ganz im Geheimnis bleibt. Für solche Stunden ist der Bericht von Jakobs Kampf am Jabbok ein „Prototyp“, das heißt eine Begebenheit, die den Angefochtenen aller Zeiten dazu hilft, nicht an Gott zu verzweifeln. Jakob erlebte Gott am Jabbok als den Fremden und Bekannten, als de Verwechselbaren und doch Offenbaren, als den Verwundenden und den Segnenden zugleich

Jakob befindet sich in der Anfechtung, die gleichzeitig auch eine Bewährung in seinem Leben und für seinen Glauben darstellt. Gott lässt diese Spannung zu, aber verlässt Jakob auch nicht. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod! Jakob kämpft wie ein Bär und scheint seinem Angreifer überlegen! Ein Schlag soll bewusst die Hüfte treffen! Die Hüfte wird Jakob dabei verrenkt.

V27-30: Der Dialog zwischen den Kämpfern im Kampf hin zum Segen

Der Angreifer fleht Jakob an!

Der Wunsch nach dem Segen, lässt Jakob festhalten an Gott!

Dialog erinnert an die Dialoge mit seinem Vater und Bruder (Kap. 27, 1-40).

Hansjörg Bräumer (WSB): „Durch das Nennen seines Namens musste Jakob seine Vergangenheit offenlegen. Vor Jakob taucht noch einmal seine ganze verpfuschte Geschichte auf. In der Nacht am Jabbok ist seine Vergangenheit gegen ihn auferstanden. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt.

Aus dem Fersenhalter und Lügner ist ein stattlicher Kämpfer geworden! – Israel

WSB: „Der neue Name ist ein Lobspruch für Jakob.“

Jakob ist Sieger! – Hansjörg Bräumer (WSB): „Der Sieg Jakobs besteht im Standhalten, im Bleiben in Gottes Nähe, im Durchhalten der Nacht und im Anerkanntwerden durch Gott. Gott rechtfertigt Jakob. Die Rolle Jakobs in seinem Verteidigungskampf ist nicht das Werk eines Gerechten. Das Zuerkennen des Sieges ist Gnade Gottes, Rechtfertigung des Ungerechten. Der Segen, der Jakob erteilt wird, ist Folge der Gnade Gottes. Der Jakob zuerkannte Sieg ist ein souveräner Akt Gottes.“

Jakob ist sich nicht sicher und doch segnet Gott Jakob! WSB: „Der Segen sagte Jakob deutlich genug, wen er vor sich hatte.

Jakob bekommt einen neuen Namen: „Israel“. Jakob ist ein „neuer“ Mensch! „Aus einem „Erzschelm“ ist ein „Erzvater“ geworden. (WSB)“ Neuer Name, neuer Mensch begegnet uns auch im NT z.B. in Galater 3, 27-29: „27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. 29 Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verheißung Erben.“ Hansjörg Bräumer (WSB) schreibt dazu: „Jeder Mensch bekommt in der Stunde seiner Bekehrung einen neuen Namen. Es ist kein Eigenname, sondern der Name Christi.“ Und weiter: „Wie Jakob, so hat auch der Bekehrte ein neues Verhältnis zu seinem Bruder“. Das, was Jakob am Jabbok durchgemacht hat, ist zu vergleichen mit einer Bekehrung. Einer Umkehr hin zu Gott. Einem Absagen des alten sündhaften Lebens und einer Hingebung in die Nachfolge Jesu mit allen Konsequenzen, die diese mit sich bringen kann.

V31-33: Die Stätte wird zur Erkenntnisstätte.

Hansjörg Bräumer (WSB) dazu: WSB: „Jakob hatte im Dunkel der Anfechtung Stand gehalten. Er hatte Gott erlebt als den, der zwar mit der linken Hand gegen ihn kämpfte, aber mit der rechten Hand für ihn. Seit jener Zeit ist das Wort: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich“, ein Wort für schwere Tage. Es ist der Schrei in der Verzweiflung: „wenn die Dunkelheit mich überfällt, wenn Gott zum Rätsel geworden ist, wenn die Sorgen, die Angst, der Zweifel, die Traurigkeit das Herz zusammenpressen, wenn der Glaube schmal zu werden droht.

Seine Erkenntnis, dass Gott es war, der mit ihm kämpfte und ihn segnete, lässt Jakob mutig werden. Die Begegnung mit seinem Bruder sieht er jetzt im Vertrauen auf Gott. „Ich habe Gott von Angesicht gesehen“ begegnet uns später wieder, als er auf seinen Bruder trifft. Da heißt es in Kapitel 33, 10: „Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand, denn ich sah dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und du hast mich freundlich angesehen“ Jakob kann seinen Bruder mit Gottes Augen sehen. Er weiß um seine Schuld und die Gnade die ihm zu Teil geworden ist. Und so demütigt er sich vor seinem Bruder.

Paulus schreibt an die Epheser 2, 5: „auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet.“ Und in Vers 8 sagt er: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es“. Gottes gnädiges Handel gibt Jakob seine Würde wieder zurück. Gott stärkt ihn für die Begegnung mit seinem Bruder.

Und so geht die Sonne über Jakob auf und „der Segen hat das Dunkel in Jakobs Seele gelichtet“. Im Licht der morgendlichen Sonne ist Jakob von seinem Umweg wieder auf den vorherbestimmten Weg Gottes zurückgekehrt. Angekommen – endlich! Die Tradition, die aus dem Kampf und der Verletzung an der Hüfte hervorgeht, ist nicht im Gesetz verankert, aber sie wird von den orthodoxen Juden bis heute berücksichtigt im Gedenken an den Kampf Jakobs am Jabbok. „Daher essen die Israeliten nicht das Muskelstück auf dem Gelenk der Hüfte bis auf den heutigen Tag“.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Neuer Name – neuer Mensch. Alter Jakob – Israel. Alter Mensch – neuer Mensch in Christus. Die Geschichte zeigt zum einen Gott, der Beziehung zu seinem Menschen haben will. Zum anderen zeigt sie den Menschen, der sich selbst bestimmen will. Und so reiht sich die Geschichte in die Heilsgeschichte Gottes ein. Gott als der Richter – Kämpfer, aber auch als den gnädigen und liebenden Gott, der erretten will.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Es ist Advent. Jakob ist ein Beispiel für einen Menschen der auf eine echte Gottesbegegnung wartet. Er braucht eine Bestätigung. Endlich den Segen Gottes für mich, Jakob. Wir warten, dass es endlich Weihnachten wird – endlich Geschenke! Endlich – Jesus, willkommen! Jakob bekommt einen neuen Namen. Ich bekomme einen neuen Namen in Christus. Ich möchte in der Predigt dazu ermutigen es mit Jesus zu wagen bzw. es neu zu wagen.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Jakob kämpft mit Gott. Sein Siegeswunsch: Der Segen!

Jakob kämpft und siegt! Gott schenkt Jakob den Sieg und besiegelt ihn mit einem neuen Namen und den Segen gibt es als Krönung dazu. Beides wird Jakob zur Erkenntnis: Es ist wirklich Gott mit dem ich gekämpft habe.

Advent: Gott schickt seinen Sohn auf die Erde, für dich! Sein Tod am Kreuz lässt dich zum Sieger werden, wenn du ihn aufnimmst in dein Herz, dann bekommst du durch ihn einen neuen Namen und ein neues Leben – ein geheiligtes und ewiges Leben!

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Jakob – Wer gegen Gott verliert, hat gewonnen – neuer Name – neues Leben – Jesus, willkommen!

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

a) (V. 23-24) Jakob bereitet sich auf Esau vor. (Kontext Kap. 32, 1-22 kurz mit beachten)

b) (V.25-30) Der Kampf am Jabbok – Jakobs negative Geschichte trifft auf positive Zukunft.

c) (V. 31-33) Die Stätte des Kampfes wird Erkenntnisstätte

d) Jakob bekommt einen neuen Namen – Jesus ist der neue Name, der gekommen und gestorben ist für dich! Und du bekommst durch ihn einen neuen Namen „in Christus“. (Galater 2, 19-20; 3, 26-29; Epheser 2, 1-10)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

(Danny Mitschke)