Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er…
Predigtthema: … sein Wort gibt als Hilfe zum Leben
Bibelstelle: Kolosser 3, 16+17
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen:
Thema des Briefes: Christus genügt vollkommen
Lehrhafter Teil: Christus der Herr (1, 13-29)
Ermahnender Teil: Die Gemeinde (2, 1-23)
Praktischer Teil: Der Christ (3, 1 – 4, 6)
Erklärungen und Tipps:
V 16 Das Wort wird uns als Dauergast empfohlen. Warum?
1. „Es kommt eine Zeit, spricht der Herr, dass ich einen Hunger nach dem Wort des Herrn ins Land schicken werde … – und sie werden´s nicht mehr finden“ (Amos 8, 11f). Diese Zeit ist noch nicht da.
2. Das Wort Christi ist DAS Lebensmittel. (1) Wer nicht isst, lebt von der Substanz! Widerstandskraft schwindet. Man ist schneller am Ende.
Deshalb „Lasst“: Keine Androhung, nur ein Vorschlag. Das Sprichwort „Wer nicht will, der hat schon!“ trifft hier nicht zu, im Gegenteil. Der Gast ist Jesus selbst (Jo 1, 14; 14, 6). (2)
Sein Wort erneuert und ist bestes Mittel zur Wiederbelebung von Christen und Gemeinden.
3. „Wohnen“ entstammt im Deutschen der selben Wortwurzel wie „Gewinnen“ und „Gewohnheit“.
3a Gegen Ende der Zeit der Jäger und Sammler wurde jedem Stamm ein fest umrissenes Geländestück, ein „GEWANN“ zugeteilt. Alles, was es erbrachte, war Gewinn. (siehe! Mt 18, 15; 1. Ko 9, 19).
Andere gewinnen, nicht besiegen!
3b Jeder Gast bestimmt unmerklich auch meine täglichen Gewohnheiten. Man gewöhnt sich ohne Zwang Unarten ab, wenn ein Gast in der Wohnung ist. Die Folge, auch im Blick auf Gottes Wort als Gast: Wir sind GE-wohnt, was uns BE-wohnt.
„Reichlich“ (griech. plusios ist Wortwurzel des lateinischen und deutschen Plus) meint mehr als „genug“.
Einseitige Bibellese (3) führt zu geistlichen Entzugserscheinungen.
„Lehren und ermahnen“ gehört zum Miteinander der Christen und zum Aufbau der Gemeinde.
Zum LEHREN gehören Hilfestellungen, die Gottes Wort besser verstehen lassen. ERMAHNEN ist Korrektur, die aus Liebe zum Anderen mutig und vorsichtig Themen aufgreift, die eine Wiederausrichtung auf den Herrn, d. h. auf die Bibel anpeilt. Beides ist Aufgabe jedes Gemeindegliedes, nicht nur der Hauptamtlichen. (4) Das Lob Gottes ertönt in der Gemeinde, im Leib Jesu dankbar (wörtl. in der Gnade).
V 17 Im Leben der Gemeinde muss nicht mehr ständig weltlich und geistlich unterschieden werden: ALLES, was ihr tut! (5) Iwdd 45: „Im Wort und Werk und ganzen Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen“ (Gerhard Tersteegen)
„Im Namen des Herrn“ entstammt ursprünglich der Finanzsprache und meint „auf Rechnung von“. Christus ist in jeder Beziehung unser „Vermögen“.
Predigttipp (Theo Sorg)
1. Ständig mit Gottes Wort umgehen
2. Fröhlich in Gottes Lob einstimmen
3. Mutig aus Gottes Kraft wirken
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Fußnoten
(1) Beispiel: Ein Frosch (Kaltblüter) hält es 1 Jahr ohne Essen aus. Menschen (Warmblüter) nach der Bibel ca. 40 Tage (1. Kö 19, 8; Mt 4, 2).
(2) GAST sein im Orient bedeutet viel: Wir gehören zusammen, stecken unter einer Decke.
(3) Beispiele „biblischer Vegetarier“: „Meine Bibel fängt erst in Apg 2 an, seitdem es Gemeinde Jesu gibt“. „Jeder Vers der Bibel muss heute endzeitlich gedeutet werden“. „Im AT ist nicht alles lesenswert“.
Siehe Predigttipp zu 2. Tim 3, 15.
Die ersten Arktisforscher starben an Skorbut, einer Vitamin C-Mangelkrankheit.
Gibt es auch geistliche Mangelerscheinungen, die aufdecken, was im Herzen fehlt?
Schädlicher als abnehmende Besucherzahlen in Gemeinschaften ist verringerte Bibelkenntnis.
Auch das Motto „Wachsende Kirche/Gemeinde“ wird ohne wachsende Bibelkenntnis und persönliche Rundumbetreuung der Gemeindeglieder durch Jesus Christus selbst wenig bewegen.
Weiteres Beispiel: Reich ist nur der, der zur richtigen Zeit über die richtige Währung verfügt.
König Richard III. war bereit, sein Königreich für ein Pferd zu geben.
Am „armen Jüngling“ in Mk 10, 17ff, „armen Kornbauern“ in Lk 12, 16ff und „reichen Lazarus“ in Lk 16, 19ff
lässt sich ablesen, wie wichtig die RICHTIGE Währung am Zahltag ist.
Was wird WERTVOLL sein, wenn wir einmal vor Gott stehen?
(4) Luther schreibt vom Priestertum aller Gläubigen. In der Gemeinde aus Juden und Heiden sind alle gemeinsam Schüler eines einzigen Meisters, der der einzige und endgültige Hohepriester zugleich die Opfergabe geworden ist. Das Neue im Neuen Bund ist jedoch nicht etwa eine Neu-Einführung eines „allgemeinen Priestertums aller Gläubigen“ (das schon der „Alte Bund“ in Ansätzen kannte), sondern die Überbietung des alttestamentlichen „allgemeinen Priestertums aller Gläubigen“: auch Nichtjuden gehören nun im Neuen Bund zu diesem Königreich von Priestern und zum heiligen Volk (1. Petr 2,9f).
(5) Als eine hervorragende Modeerscheinung wurden Armbänder als Erinnerungshelfer junger Leute mit der Aufschrift „wwJd“ (What would Jesus do? – Was würde Jesus tun?) schon über 52 Millionen mal verkauft.