Jahresthema: Von der Schönheit der Gemeinde – biblische Bilder der Gemeinde
Monatsthema: Leben nah bei Jesus (Johannes-Evangelium)
Predigtthema: Jesus macht uns Gott zum Vater
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Unter Umständen kann sich auch mal der Blick in eine englische Übersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen Übersetzungen manchmal „fromm-deutsche“ Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und „normaler“ übersetzt sind.
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Unser Predigtabschnitt fügt sich an den Text vom letzten Sonntag an. Jesus befindet sich in Jerusalem. Es ist die Zeit um das Laubhüttenfest (vgl. Joh 7). Jesus lehrt im Tempel (Joh 8,2). Das Kapitel 8 im Johannesevangelium dreht sich um das Thema Sünde der Menschen und Auftrag des Messias: freizumachen von der Sünde. Bereits in den Versen 1-11 lesen wir von der Ehebrecherin. Sie steht stellvertretend letztlich für alle Menschen. Alle sind Sünder vor dem Gesetz und verdienen den Tod (vgl. Röm 6,23: „der Lohn der Sünde ist der Tod“). Aber es gibt einen, der frei machen kann von der Sünde und vom Fluch des Gesetzes – Jesus Christus. (vgl. hierzu Gal 3,13: „Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist – denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!“) Die Ehebrecherin bleibt am Leben, obwohl sie den Tod verdient hat. Jesus begnadigt sie, denn dazu ist er gekommen (vgl. Joh 1,16f: „Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und ⟨zwar⟩ Gnade um[9] Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“). Das große Stichwort ist Freiheit. Jesus ist gekommen, um uns zu begnadigen und freizumachen von der Sünde und ihrer Konsequenz – dem Tod, letztlich von der ewigen Trennung von Gott und dem ewigen Gericht in der Hölle (vgl. Offb 20,10.14f). Freiheit heißt nach Joh 8,11ff leben im Licht, in der Gemeinschaft mit Jesus und eben nicht mehr in der Finsternis. Jesus ist das Licht und er führt alle aus der Finsternis, die an ihn glauben. Hier geht es um einen Herrschaftswechsel. Leben im Licht heißt: Leben mit Jesus, leben in der Nachfolge. Licht steht für echtes, ewiges Leben. Wer an diesen Jesus glaubt, der wird ein neuer Mensch, der ist eine neue Schöpfung (vgl. 2Kor 5,17). Der Abschnitt Joh 8,21-30 handelt davon, dass ausschließlich Jesus die Macht hat von der Sünde freizumachen, weil er von oben, vom Himmel, kommt und Gott ist. Wichtig ist hier Joh 8,24: „Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich ⟨es⟩ bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“
Menschen bleiben Sünder und sterben auch als Sünder mit all den schlimmen Konsequenzen (Gericht, Verdammnis), es sei denn, sie glauben an Jesus Christus. Was uns in den deutschen Übersetzungen etwas entgeht ist, dass Jesus hier sagt. „Wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin“ – Man könnte ja fragen: Dass du was bist, oder wer bist? Im griechischen Urtext steht hier: ἐγώ εἰμι! ἐγώ = Ich, εἰμι = ich bin. Im griechischen bestimmt das Verb das Subjekt, d.h. wenn Jesus ganz normal sagen wollte „ich bin“, dann hätte er schlicht „εἰμι“ gesagt. Wenn man das Subjekt betonen will, dann sagt man ἐγώ εἰμι = Ich, Ich bin! Diese Wendung finden wir im Johannesevangelium öfter, gerade bei den „Ich bin Worten!“ Interessant ist auch die Antwort, die Jesus auf die Frage der Juden in Vers 25: „Wer bist du?“ gibt: „Durchaus das, was ich auch zu euch rede.“–> Ja, aber was redet er denn zu ihnen? Dass er von oben und nicht von dieser Welt ist (V23). Gehen wir in 2.Mose 3, wo sich Gott aus dem brennenden Dornbusch Mose vorstellt und ihn beruft. Dort nennt er seinen Namen in V14 wie folgt (Zitat aus der LXX, Septuaginta, der griechischen Übersetzung des AT): Ἐγώ εἰμι ὁ ὤν – Ich bin, der ich bin. Es ist genau die gleiche Formulierung. Jesus sagt in unserem Abschnitt also nichts anderes, als dass er Gott ist – der Gott, dem Mose damals begegnet war. Den Juden war das völlig klar, auf was Jesus mit dieser Formulierung anspielt. Deswegen sagt Jesus zu ihnen „Durchaus das, was ich auch zu euch rede“. Jeder Mensch stirbt in seiner Sünde, es sei denn, dass er glaubt, dass Jesus Gott ist, der die Sünde irgendwie aus der Welt schafft. Und auch das beantwortet Jesus in V28f: „Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich ⟨es⟩ bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich. 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue“ – Jesus redet hier von seiner Kreuzigung. Das alles geht unserem Abschnitt voran. Und dann redet Jesus von Freiheit – der Glaube und das Bleiben in seinem Wort (echter Glaube = Bleiben in seinem Wort!) macht zu seinen Jüngern. Und wer Jünger von Jesus ist, der ist auf dem Weg die Wahrheit (Jesus selbst ist die Wahrheit nach Joh 14,6) zu erkennen und diese Wahrheit wird ihn frei machen! Es geht nicht um Freiheit von den Römern, oder von der Arbeit oder sonst was. Es geht um die Freiheit von der Herrschaft der Sünde (vgl. Joh 8,34). Der Abschnitt vor unserem Abschnitt behandelt das Thema der echten Freiheit. Nur der Messias Jesus kann den Menschen echte Freiheit schenken durch den Glauben an ihn und durch die aktive Nachfolge im Alltag.
In unserem Abschnitt geht Jesus auf die Frage ein, wer denn wirklich ein Nachkomme Abrahams ist. Es sind alle jene, die den Weg der Freiheit beschritten haben wie Abraham – es ist der Weg des Glaubens, nicht der Weg des Gesetzes. Es ist der Glaube an Gott und sein Wort. Über Abraham heißt es in 1Mo 15,6: „Und er glaubte dem[4] HERRN; und er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“ Da Jesus Gott ist und von ihm kommt, ja das Wort Gottes ist (vgl. Joh 1), ist klar, dass Kinder Abrahams die sind, die an Jesus glauben. Dieser Glaube an Jesus und sein Wort macht sie frei, ja macht sie gerecht und gibt ihnen ewiges Leben. Joh 8,51: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren[11] wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit“. Spannend ist immer die Frage: Wie reagieren andere Menschen auf Jesus? Dieser letzte Abschnitt zeigt, dass diese jüdische Hörerschaft Jesus ablehnt, ihn dämonisiert (V52), statt ihn zu „vergöttern“, also wahrhaft als Gott anzubeten, was er ja ist! Wir gehen gleich im Detail auf unseren Abschnitt ein.
In unserem Predigtabschnitt geht es zentral um die Frage, wessen Kinder wir Menschen sind, wer unser wahrhaftiger Vater ist. Deswegen ist das Thema der Predigt vom Verband so formuliert: Jesus macht uns Gott zum Vater. Nimmt man das Hauptthema des Kapitels auf, Sünde und wie man frei davon wird, dann muss man festhalten: Es gibt nach diesem Verständnis nur einen Vater, den man haben kann. Entweder man hat den Teufel zum Vater oder eben Gott. Dabei spielt es offensichtlich keine Rolle, was die Menschen denken wessen Kinder sie sind, sondern was Gott/Jesus denkt. Nur Jesus hat Gott zum Vater und nur er kann dafür sorgen, dass Menschen Zugang zu diesem Vater bekommen und auch dessen Kinder werden. Das hat nichts mit biologischer Abstammung zu tun, sondern mit einer geistlichen Neugeburt (Joh 3, 2Kor 5,17).
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehe, möchte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-/Elberfelderübersetzung und danach in einer neueren Übersetzung (Ich empfehle Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), oder Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ)). Ich persönlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.
Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:
- MacArthur Studienbibel -> ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (www.sermononline.de) als pdf zur Verfügung steht.
- Die Ryrie-Studienbibel -> nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann ergänzend mit hinzugezogen werden.
- https://dasbibelprojekt.visiomedia.org/ hier findest du kurze Videoclips über das Matthäusevangelium. Diese helfen einen Gesamtüberblick über den Brief zu bekommen.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Wie müssen wir uns die Szene in unserem Abschnitt vorstellen? Jesus war zum Laubhüttenfest nach Jerusalem gekommen. Das ganze Kapitel 8 scheint sich im Tempel abzuspielen (vgl. Joh 8,2.59). Bereits im Abschnitt vor unserem Predigttext redet Jesus sowohl zu seinen Jüngern (Joh 8,31: „Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten“) also auch zu den anderen Juden, die wohl dabeistanden. (Joh 8,33: „Sie antworteten ihm“ Sie muss sich auf ungläubige Juden beziehen, sonst macht der darauffolgende Dialog keinen Sinn). Es war nichts untypisches, dass Rabbies im Tempel lehrten oder dass man sich zum theologischen Austausch im Tempel traf. Selbst als Jesus 12 Jahre alt war, sehen wir ihn im Austausch mit den Schriftgelehrten im Tempel (Lk 2,41ff).
Unser Abschnitt vertieft jetzt das Gespräch von Jesus mit den ungläubigen Juden. Sie haben sich bereits im Abschnitt Joh 8,31-36 als Abrahams Nachkommenschaft geoutet. Unser Abschnitt beginnt mit den Worten Jesus: „Ich weiß, dass ihr Abrahams Nachkommen seid“. D.h. unser Predigtabschnitt schließt sich nahtlos an den vorherigen an! Das müssen wir zwingend beachten. Deswegen möchte ich zunächst hier noch mal das Thema der Freiheit kurz anreißen! Wenn du mehr darüber wissen möchtest, dann schau dir den Predigttipp vom vorherigen Sonntag an.
Thema Freiheit:
Jesus macht im vorherigen Abschnitt ein riesiges, aber wichtiges Thema auf: Freiheit. Befragt man den Duden zu diesem Thema bekommt man folgendes: „Zustand, in dem jemand von bestimmten persönlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen frei ist und sich in seinen Entscheidungen o. Ä. nicht [mehr] eingeschränkt fühlt; Unabhängigkeit, Ungebundenheit“ (Duden, https://www.duden.de/rechtschreibung/Freiheit)
Freiheit bedeutet also im deutschen Sprachgebrauch, dass jemand völlig unabhängig von anderen Entscheidungen treffen kann. Klassisch: Ich kann tun und lassen, was ich will. Hier müssen wir von der Bibel ganz klar sagen: So eine Freiheit gibt es nicht! Und das liegt einfach im Menschsein, daran wie Gott uns geschaffen hat. Wir sind Abhängigkeitswesen, Beziehungswesen. In diesem Verständnis ist letztlich nur Gott frei. Wir sehen das u.a. an Stellen wie Römer 6. In diesem Kapitel wird dieses Thema ausführlich behandelt und in V16 so auf den Punkt gebracht: „Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder ⟨Sklaven⟩ der Sünde zum Tod oder ⟨Sklaven⟩ des Gehorsams zur Gerechtigkeit?“
Es gibt für uns Menschen nur zwei Optionen. Entweder wir sind Sklaven der Sünde (das sind wir übrigens zunächst alle) oder wir werden zu Sklaven der Gerechtigkeit. An anderer Stelle nennt die Bibel das auch Sklaven Christi. 1Kor 7,22: „Denn der als Sklave (tatsächlicher Sklave im damaligen römischen Reich) im Herrn Berufene ist ein Freigelassener des Herrn; ebenso ist der als Freier (damals normaler Bürger) Berufene ein Sklave Christi.“ Es ist interessant, dass wer Sklave Christi ist, gleichzeitig auch ein freier Mensch ist. So lesen wir das dann auch in einem Satz in Röm 6,17f: „Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid! 18 Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden“. Dieser Vers ist im Prinzip die Zusammenfassung unseres Predigtabschnitts. Wer an Jesus glaubt und der Lehre gehorcht (dem Wort Jesu = das ist genau das gleiche), der wird ein Sklave der Gerechtigkeit und beschreitet der Weg, der Wahrheit, der ihn frei macht.
Das biblische Verständnis von Freiheit hat eine Zielrichtung. Man muss eigentlich fragen: Freiheit wovon und Freiheit wozu? Ich werde durch Jesus von etwas zu etwas befreit.
Echte Freiheit hat ein Mensch immer dann, wenn er uneingeschränkt seinem Schöpfergott dienen und in dessen Willen leben kann. Durch die Sünde wurde genau diese Freiheit genommen und der Mensch kann Gott nicht mehr dienen, seinen Willen nicht tun und ist deswegen unfrei. Noch mal kurz auf den Punkt gebracht:
Biblische Unfreiheit = Ich kann nicht den Willen Gottes tun (Status Sklave der Sünde)
Biblische Freiheit = Ich kann den Willen Gottes tun (Status Sklave der Gerechtigkeit/Christi)
Das Problem der biblischen Unfreiheit ist, dass über ihr Gottes Gericht und sein Zorn stehen (Röm 1,18). Jeder Mensch wird mit all seinen Taten am Gesetz Gottes, an seinem Maßstab, gemessen werden (Offb 20,13). Wer seinen Willen nicht getan hat, sein Gesetz also gebrochen hat, der bekommt die gerechte Strafe dafür – ewiges Gericht!
Weil Gott aber weiß, dass wir Menschen aus diesem Dilemma nicht selbst herauskommen, sendet er seinen geliebten Sohn, den einzig wahren freien Menschen (Jesus hat zu 100% den Willen Gottes getan vgl. Joh 4,34, Hebr 4,15, 2Kor 5,21), um ihn an ihrer Stelle zum Sklaven der Sünde zu machen und die Konsequenzen der Sünde vor Gott tragen zu lassen (Tod, Gottverlassenheit -> vgl. Mt 27,46), damit die Menschen frei werden können. Der Bibelvers, der das so zum Ausdruck bringt, ist 2Kor 5,21 [NGÜ]: „Den, der ohne jede Sünde war, hat Gott für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen können.“
Hier müssen wir wirklich das Bild vom Sklavenmarkt vor Augen haben. Jesus geht über diesen Markt und bleibt vor uns Menschen stehen. Dann zeigt er auf uns und sagt: Ich an ihrer Stelle!
Der beste Tausch, den es auf dieser Welt gibt. Jesus nimmt all meine Sünde und den Status Unfreier/Sklave der Sünde auf sich und gibt mir seine Gerechtigkeit (die vor Gott 100% gilt) und seinen Status als Freier/Sklave der Gerechtigkeit.
Natürlich hat diese Freiheit einen Preis, sie bringt den HERRN Jesus letztlich ans Kreuz. Lies dazu mal Phil 2,5-10. Der HERR aller Menschen wird zum Diener aller Menschen. Wenn wir Menschen diese für uns erworbene Freiheit haben wollen, dann bedeutet das für uns: Wir treten alle Rechte unseres Lebens an diesen großen König Jesus ab (ihm gehören sie ja eh, denn er ist unser Schöpfer). Letztlich stellen wir uns zu dieser Wahrheit und leben sie auch – Jesus ist HERR meines Lebens und damit sind wir Sklaven Christi. Das klingt in unseren Ohren zunächst negativ, aber wenn wir sehen, was für ein HERR er ist (2Kor 5,15; Mt 11,28-30) dann sind wir gerne seine Sklaven, oder?
Martin Luther hat das Thema mal so zusammengefasst. Er hat gesagt, dass der Mensch ein Reittier ist. Entweder beritten vom Teufel/Sünde, oder von Gott. Der Mensch ohne Reiter gibt es nicht!
In unserem Abschnitt wird dieses Thema und die Kategorisierung von Menschen um die zwei Rubriken Kinder Gottes (V41) und Kinder Satans/des Teufels (V44) erweitert. Dabei sind es keine neuen Rubriken, sondern letztlich nur andere Namen dafür. Kinder Gottes sind Sklaven Christi oder Sklaven der Gerechtigkeit, während Kinder des Teufels Sklaven der Sünde sind.
Wessen Kind kann man sein?
Die Bibel verwendet tatsächlich diese Benennung an mehreren Stellen und es gibt unterschiedliche Bezeichnungen. Dabei muss man beachten, dass hier nicht die tatsächliche Vorstellung zu Grunde liegt, dass Gott unser leiblicher Vater wäre (vgl. griechischer Mythologie Halbgötter), sondern unser geistlicher Vater. Dazu gehört eben neben einer leiblichen, irdischen Geburt auch eine geistliche Geburt, die uns in die Familie Gottes bringt (Joh 3). Menschen gehören also immer zu einer übergeordneten Familie dazu. Entweder ist es die Familie Gottes oder die Familie Satans. Entscheidend ist die Frage: Wann oder wodurch gehört man zur einen oder zur anderen Familie?
Man könnte dahinter auch eine Art „Personalausweis“ sehen, in dem anstatt unserem Herkunftsland unsere Herkunftsfamilie steht. Dabei macht die Bibel sehr deutlich, dass bei Gott immer Status vor Performance gilt. Ob Menschen mal ihre Ewigkeit bei Gott verbringen werden, ist in erster Linie von ihrem Status (Welchen Stand habe ich inne) abhängig und nicht von ihrer Performance (Wie lebe ich im Alltag). Es mag Nichtchristen geben, die ein weit besseres und moralisch korrekteres Leben führen als manche Christen (es sollte eigentlich nicht so sein…), aber deswegen kommen sie trotzdem nicht in den Himmel, weil sie keine Kinder Gottes sind und deswegen nicht zu seiner Familie gehören. Im Römerbrief finden wir gerade in Kapitel 6 die Unterscheidung zwischen Gerechten und Sünder. Die Bibel verwendet viele verschiedene Begriffe, um die beiden Status (Sünder und Gerechtfertigter) zu beschreiben. Oft sind es gegensätzliche Begriffspaare. Ich gebe euch hier mal ein paar Beispiele:
| Sünder (Röm 3,23) | Gerechtfertigter (Römer 3,24) |
| Finsternis (Eph 5,8; 1Petr. 2,9) | Licht (Eph 5,8; 1Petr. 2,9) |
| Nicht ein Volk (1Petr. 2,10) | Volk Gottes (1Petr. 2,10) |
| Kinder des Lichts (Eph 5,8), Söhne des Lichts (1Thes 5,5) | |
| Kinder des Zorns (Eph 2,3) | Kinder des Gehorsams (1Petr 1,14) |
| Kinder des Teufels (1Joh 3,10) | Kinder Gottes (Joh 1,12; 1Joh 3,10) |
| Sklaven der Sünde (Röm 6,16) | Sklaven der Gerechtigkeit/Gottes (Röm 6,16) |
| Feinde (Röm 5,10; 8,7) | Freunde (Joh 15,15) |
| Alter Mensch (Röm 6,5, Eph 4,22) | Neue Schöpfung / Neuer Mensch (2Kor 5,17; Eph 4,24) |
| Unfrei/Sklave (Joh 8,34) | Frei (Joh 8,35; Gal 5,1) |
| Finsternis (Joh 8,12) | Licht (Joh 8,12) |
| Macht Satans (Apg 26,18) | Macht Gottes (Apg 26,18) |
| Macht der Finsternis (Kol 1,13) | Reich seines Sohnes (Kol 1,13) |
| Reich dieser Welt (Eph 6,12) | Reich Gottes (Joh 3,5) |
| Unter Gesetz (Röm 6,14; Gal 4,4) | Unter Gnade (Röm 6,14) |
| Sünde herrscht (Röm 5,21) | Gnade herrscht (Röm 5,21) |
Dazu gehört natürlich auch ein Wechsel des Machtbereichs, zweite Hälfte der Tabelle.
Wenn wir uns diese Tabelle anschauen, dann wird deutlich: Wer ein Kind des Teufels ist, der steht unter dem Zorn Gottes. Er gehört zum Machtbereich der Finsternis und steht vor dem Gericht Gottes, dass ihn auf ewig verdammen wird in der Hölle!
Es gibt hier aber kein „neutral“. Jesus sagt mal in Mt 12,30: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Deswegen haben wir gerade in unserem Abschnitt ein sehr wichtiges Thema, da es Menschen gibt, die meinen sie würden auf der Seite Gottes sein, sie wären Kinder Gottes! Aber Jesus zeigt den Juden: Nur weil ihr biologisch vom Glaubensvater Abraham abstammt und manche Glaubenstraditionen einhaltet, seid ihr noch lange nicht seine Kinder im engeren, geistlichen Sinne bzw. seid in seiner guten Spur unterwegs.
Was bedeutet es, ein Kind von jemandem zu sein. Ich hatte es oben erwähnt: Nicht tatsächlich im biologischen Sinn. Die Juden meinen ja auch nicht, dass Abraham tatsächlich ihr leiblicher Vater ist. Aber was meinen sie dann damit? Wir kennen auch den Begriff des Glaubensvater. Damit meinen wir ein Vorbild, in dessen Spur wir gehen. Biologisch sind die Juden Abrahams Nachkommen, so formuliert es Jesus in V37 und die Juden selbst in V33. Aber das macht sie noch nicht zu seinen Kindern, Menschen, die in seiner Spur gehen, seinen Glaubensprinzipien folgen. Jesus hilft uns in unserem Abschnitt auf die Spur. Er antwortet auf den Satz „Wir haben Abraham zum Vater“ in V39: „Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun“.
Damit erklärt uns Jesus, was ein Erkennungsmerkmal ist: Unsere Werke zeigen, wessen Kind wir sind.
Unser Leben zeigt, wessen Kinder wir sind:
An anderer Stelle lesen wir mal ähnliches in Mt 7,16: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.“
Jakobus nimmt diesen Gedanken in seinem Brief in Kapitel 2 auf. Dort schreibt er einen wichtigen Satz, Jak 2,17 (NGÜ): „Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt.“ Echter Glaube wirkt sich immer aus. Abraham ist das beste Beispiel. Weil er den Anweisungen Gottes glaubte, verließ er sein Heimatland. In Röm 12,2 lesen wir: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt[1], sondern werdet verwandelt[2] durch die Erneuerung des Sinnes[3], dass ihr prüft, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Christen sind eben nicht im Gleichschritt mit dieser Welt/Gesellschaft unterwegs. Es geht hier nicht um das Thema Werksgerechtigkeit. Wir erreichen durch unsere Werke nichts in Bezug auf unsere Rettung vor Gott – müssen wir auch nicht! Auch Abraham tat das nicht (1Mo 15,6). Aber wer an diesen Gott glaubt und eine Beziehung zu ihm hat, der ist Glaubensgehorsam. Ich erkenne Stück für Stück den Willen Gottes und ich richte mein Leben danach aus. Natürlich brauche ich die Hilfe Jesu dazu. Und wenn wir so unterwegs sind und unser Leben am Wort Gottes ausrichten, dann werden wir tatsächlich verwandelt werden (gr. metamorphose, passiv – es ist das Werk Gottes an uns).
Die Wichtigkeit des Wortes Gottes:
Wir kämpfen zunehmend damit, dass in unserem Land das Wort Gottes in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Auch in unseren Gemeinden bleibt das Wort Gottes umkämpft – nicht unbedingt im Gottesdienst aber in der persönlichen Stillen Zeit der einzelnen Gemeindeglieder. Die Konkurrenz um die Zeit ist groß: Fernseher, Smartphone, Fitness, Urlaub, sonstiges. Es ist auffallend wie oft Jesus in den Kapitel 7-8 vom Wort Gottes redet. Jesus redet von seinem Wort (V37), dass nicht Raum in den Zuhörern findet! Dabei macht dieser Abschnitt vielleicht, wie kein zweiter (neben Joh 1) deutlich, dass sich das Wort Jesu nicht vom Wort Gottes trennen lässt. Es ist identisch, denn:
V38: „Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe.“
V40: „Einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe.“
V42: „denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt“
V55: „Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort.“
Johannes, Kapitel 1, bündelt uns das. Hier lesen wir in Vers 18: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der einziggeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ⟨ihn⟩ bekannt gemacht.“
Wenn wir Gott kennenlernen wollen, dann müssen wir Jesus kennenlernen. Durch ihn, und nur durch ihn, haben wir Zugang zum Vater im Himmel!
Jesus – das Zünglein an der Waage:
Wer macht also den Unterschied, ob ich nun ein Kind Gottes bin oder ein Kind Satans? Die Antwort ist klar: Jesus Christus! Natürlich haben wir hier eine exklusive, einengende, bestimmende, andere ausgrenzende Botschaft. Aber sie ist die Wahrheit. Diesen Begriff finden wir 5mal in unserem Abschnitt. Klar, dass die damalige Hörerschaft sich aufgeregt hat über das Wort Jesu. Denn jeder Mensch, der Jesus gegenübertritt muss sich mit der Wahrheit über sich selbst auseinandersetzen: Ich bin ein Kind des Teufels! Das ist keine angenehme, aber notwendige Selbsterkenntnis. Ich muss mich an den wenden, der die Wahrheit ist – Jesus Christus (Joh 14,6). Nur der kann mir aufzeigen, wie es um mich bestellt ist und nur er kann den Weg zum Vater zeigen (Joh 14,6). Und hier sind wir ganz bei unserem Thema: Nur Jesus macht uns Gott zum Vater. Jesus selbst haut es tatsächlich so in unserem Abschnitt in Vers 51 raus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit.“ Genauso wie Jesus über sich selbst sagt in V55: „Aber ich kenne ihn, und ich bewahre sein Wort“. Dieser Jesus ist kein geringerer als Gott selbst. Auch das macht Jesus in V58 deutlich: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich.“ Wir haben hier eineganz klare Anspielung Jesu auf den oben angeführten Gottesnamen aus dem AT. Jesus ist JHWH, der Bundesgott des Volkes Israel. Deswegen ist er ewig und natürlich vor Abraham da. Wir wissen, Jesus befolgt das Wort Gottes, den Willen Gottes zu 100%! Er sagt das ja in unserm Abschnitt in V46. Müssen dann auch wir das Wort Gottes in diesem Sinne befolgen, damit wir den Tod nicht sehen in Ewigkeit? Nein, das können wir nicht, sonst wären wir Gott! Wir müssen uns diesen Worten Jesu/Gottes stellen, wie Abraham. Wir müssen ein ja dazu haben. Das ist der Weg, den wir gehen müssen, damit wir zu Gott und seiner Familie gehören.
Der Weg Abrahams:
Eine wichtige Wahrheit steht am Ende unseres Abschnitts. Abraham sah den Tag des Messias Jesus. Abraham wusste um die große Rettung durch Jesus Christus. Wodurch zeichnete sich Abraham aus? Wie wird man ein Kind Abrahams? Jesus sagt das in V39: „In dem man seine Werke tut!“. Was tat Abraham? Er folgte den Worten Gottes, er bewahrte die Worte Gottes und schenkte ihnen glauben. Deswegen war Abraham nicht fehler- oder sündlos. Im Gegenteil. Er war ein Sünder, wie wir alle. Aber er schenkte den Worten Gottes glauben und richtete sein Leben danach aus und dadurch wurde er gerecht vor Gott (1Mo 15,6).
Abraham glaubte den Worten Gottes, er glaubte dem Messias Jesus, dessen Tage er sehen konnte. Der Weg Abrahams ist also der, dem Wort Gottes = Wort Jesu zu glauben. So lesen wir es in Joh 1,12, den wir als Leitvers über diese Predigt stellen könnten: „so viele ihn (Jesus) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben“.
1.4 Struktur des Abschnittes:
Wir haben hier einen Dialog vorliegen. Es ist nicht schwer, dieser Textstruktur zu folgen.
1.5 Wichtige Begriffe:
Ich möchte versuchen euch ein paar Begriffe aus dem Text zu erläutern, die mir wichtig erscheinen. Es werden bei weitem nicht alle wichtigen sein, aber ein paar 😉. Die Begriffe sind nach der Elberfelderübersetzung aufgelistet.
bewahren (gr. tereo):
Das Wort kommt 3x vor in unserem Abschnitt (V51,52,55). Es bedeutet unter anderen: einhalten, bewachen, befolgen, halten. Es ist also nicht gemeint, dass das Wort Gottes/Jesu gut im Bücherschrank verwahrt ist, sondern dass man es tut, sich danach ausrichtet, an dieses Wort glaubt.
Wahrheit, wahrhaftig (gr. aletheia, alethos)
Man kann diesen Begriff auch mit wirklich oder gewiss übersetzen. Von der Bedeutung her im Griechischen beschreibt das „a“ zu Beginn eines Wortes immer eine Verneinung. Der Stamm „lethos“ bedeutet verborgen. Wahrheit ist also das „Nicht-Verborgene“. Es handelt sich um die Wirklichkeit, die Realität. Jesus zeigt uns die Realität der Dinge und das wird uns frei machen.
Amen, Amen (gr. amen)
Sehr starke Redewendung im griechischen. „Das ist wahrhaftig so“, oder heut würde man sagen: „Das ist 100pro so“, „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“. Diese Redewendung macht uns klar: aufpassen, jetzt kommt was Wichtiges. Der Begriff selbst kommt aus dem Hebräischen.
2. Verstehen, worum es geht
Wir haben einen extrem langen Abschnitt vor uns. Wichtig ist es, dass wir die wichtigen Dinge im Auge behalten. Im Zentrum steht Jesus. Sein Anspruch (Ich bin Gott, rede seine Worte, etc.) und seine Sicht der Dinge (Wahrheit) die gegen die Auffassung seine Zuhörerschaft (Lüge) prallt. Aber natürlich schwingt bei Jesus Evangelium, die gute Nachricht, mit. Es ist tatsächlich durch Jesus möglich Gott zum Vater zu haben. Der Theologe James Packer redete von der Vaterschaft Gottes durch Christus vom größten Wunder überhaupt. Wir haben hier in unserem Abschnitt (wie in vielen anderen) „hard facts“ vorliegen, um die wir nicht herumkommen.
- Ob wir es glauben oder nicht: Ohne Jesus sind wir Kinder des Teufels
- Jesus kommt von Gott, ist Augenzeuge Gottes, ist selbst Gott
- Nur der Glaube an ihn und sein Wort machen uns zu Kindern Gottes
- Es ist eine Einladung an Jesus zu glauben, eine befreiende Botschaft zu wissen: Jesus schafft ohne mein Zutun durch sein Kommen die Beziehung zwischen Gott und mir wieder her!
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
(Überlegungen zum Predigtanlass / Hörer / Liedvorschläge)
Welche geniale Botschaft, die uns durch diesen Dialog entgegenkommt. Gott, der Schöpfer, der Allmächtige, Allwissende, Ewige will dein Vater werden. Er hat dafür alles ermöglicht, seinen Sohn Jesus Christus auf die Welt gesandt, damit das unmögliche möglich wird: Gott wird mein Vater! Diese Botschaft sollen alle hören.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
(Überlegungen zur Heilsgeschichte / Gattung / Übertragung usw.)
Wir haben ein Dialog zwischen Jesus und den Juden. Natürlich setzt unser Gespräch das Wissen um die Geschichte Israels (Abraham etc.) voraus. Wir stehen mit dem Kommen von Jesus an der Schwelle des Neuen Bundes. Jesus redet hier klar vom Evangelium, vom neuen Bund aus Gnade, der mit ihm beginnt. Alles durch Glauben an ihn!
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
(Überlegungen zur Länge / Bekanntheit / Art usw. des Textes)
Es gilt abzuwägen, ob der Text in voller Länge gelesen wird oder ob er wiedergegeben und einzelne Passagen gelesen werden. Tatsächlich sollten aber die Zuhörer in den Dialog mitgenommen werden, damit sie die wichtigen Wahrheiten erkennen und verstehen.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Wir wollen mit dieser Predigt die wahnsinnige Wahrheit herausarbeiten, dass Jesus uns Gott „intim“ nahebringt. Es gibt fast keine engere Beziehung als die zwischen Eltern und Kindern. Hier vertraut man sich, hier ist man ehrlich, hier kann man seine Schwächen zeigen. Durch Jesus kommt Gott uns so nahe, dass wir genau so mit ihm leben können. Und noch was zeichnet einen Vater gegenüber einem Sohn aus. Ein Vater ist jemand, den man nicht hindern kann seine Kinder zu lieben. Genau das wird Gott durch Christus für jeden, der an Jesus glaubt. Das ist echt eine geniale Freudenbotschaft! Gott, der Allmächtige wird mein Abba!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
„Jesus macht uns Gott zum Vater“ (Vorschlag vom Verband)
- Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Wie so manchmal eignen sich hier 3 Punkte gut!
- Wer ist dein Vater?
- Jesus kommt vom Vater im Himmel
- Du kannst Gott zum Vater haben
Zu 1.
In diesem Punkt gehen wir auf die beiden Möglichkeiten ein, die Jesus uns im Abschnitt vorstellt. Man kann Gott zum Vater haben oder den Teufel. Eine andere Möglichkeit der geistlichen Vaterschaft gibt es nicht. Wir reden von den „hard facts“, dass jeder Mensch den Teufel zum Vater hat, denn er lebt in Rebellion gegenüber Gott, der dient der Sünde, er ist ein Sünder! Wollen wir tatsächlich den Allmächtigen zum Feind haben und in diesem Status bleiben? Wer ein Kind des Teufels ist, der kann auch die Stimme Gottes nicht hören (V47). Letztlich sind wir nicht fähig zum Guten, sondern wir wandeln in den Fußspuren unseres Vaters (V44). Was zeichnet ihn aus? Er dämonisiert Jesus (V48+52). Es spielt übrigens keine Rolle, wie religiös wir sind oder welche frommen Vorfahren wir haben. Die Juden im Dialog mit Jesus hatten sicherlich mehr religiösen Eifer zu bieten als wir. Das spielt vor Gott keine Rolle. Wenn man Gott zum Vater haben möchte, dann muss mit einem etwas radikales passieren. Ein Wunder – der so andersartige Gott muss uns so nahekommen, er muss uns in seine Familie adoptieren. Wie kann das geschehen?
Zu 2.
Wir selber können uns nicht in die Familie Gottes reinbringen. Aus der Sicht Gottes sind wir geistlich tot (Eph 2,1ff). Wie kann aber das unmögliche möglich werden? Wir können hier aufzeigen, dass das durch keine religiöse Anstrengung der Welt möglich wird. Wenn wir in die Familie Gottes kommen sollen, dann muss Gott was tun! Er muss uns lieben und alles dafür tun, damit wir adoptiert werden können. Dazu macht sich der Sohn Gottes, Jesus, auf und verlässt den Himmel, das Zuhause beim Vater und kommt, um uns vom Vater zu erzählen. Jesus zeigt uns das Problem auf, dass uns vom Vater im Himmel trennt und uns auf ewig hindert in die Familie Gottes zu kommen – Sünde! In Jes 59,2 lesen wir: „sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht[1] vor euch verhüllt, dass er nicht hört.“
Aus diesem Schlammassel kommt der Mensch nur durch den Retter Jesus raus. „Wenn ihr meine Worte bewahrt, so werden ihr den Tod nicht sehen in Ewigkeit“. Jesus hat Gott den Vater gesehen und berichtet von ihm (V38). Er gibt nur seine (Gottes) Worte weiter und berichtet daher die Wahrheit. Gott hat Jesus gesandt (V42). Wir sollten hier die Einzigartigkeit von Jesus herausarbeiten. In keiner Religion finden wir das, dass Gott selbst kommt und seine Geschöpfe rettet (Jes 35,4ff). Es gibt tatsächlich sehr gute Gründe, diesem Jesus, der so selbstlos gelebt hat, zu glauben und sich ihm anzuvertrauen.
Zu 3.
Jesus hat was Geniales im Angebot. Sein Kommen auf diese Welt war keine Stippvisite! Lesen wir dazu Phil 2,5ff, dann hatte sein Kommen einen Auftrag. Sterben an unserer Stelle, bezahlen für die Schuld zwischen Gott und uns, damit aus dem Richter ein Vater werden kann. Aber wie kann man in die Familie Gottes kommen? Man muss hineingeboren werden! Joh 3 berichtet uns davon, dass es eine Geburt vom Geist Gottes braucht. Es geschieht nicht einfach so, sondern dann, wenn man sich (wie die Israeliten damals an die aufgestellte Schlange) voller Vertrauen an den gekreuzigten Jesus wendet. Joh 1,12: Durch den Glauben an Jesus wird aus dem unendlich unnahbaren Gott ein Vater, zu dem wir immer kommen können und Abba sagen können. Wir haben plötzlich jemand, dessen unendliche, bedingungslose Liebe wir sicher sein können. Und der ist nicht irgendjemand, nein, unserem Vater gehört alles, ihm dient alles, unser Papa ist der größte. Und durch den Glauben an Jesus kommt uns Gott so nah, wie niemand sonst auf der Welt. Wir werden sein Tempel und er wohnt durch seinen Geist in uns (1Kor 3,16, Eph 1,13). Wer diesen Gott zum Vater hat, der braucht sich vor nichts und niemand mehr zu fürchten. Hier können wir sehr praktisch werden, was es bedeutet Gott zum Vater zu haben.
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
(Beispiele)
Was ist ein Vater für mich? Vielleicht haben wir persönliche Zeugnisse von unserem irdischen Vater, das wir erzählen können und was wir auf Gott übertragen können.
Manuel Nowak