Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der seine Sünde bekennt
Predigtthema: Ehrllich vor sich selbst
Bibelstelle: 1.Johannes 1, 5-10
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu 1. Johannes 1, 5-10
Haben Christen nichts zu verbergen – vor der Welt, vor Mitchristen, vor Gott? Kann der „Scheinwerfer“ Gottes vom „Erleuchteten“ auch als unangenehm empfunden werden? Ist sündloses Christsein denkbar?
Die Gemeinde Jesu hatte sich mit der GNOSIS auseinander zu setzen (1). Bitte Bibellexikon benutzen.
V 5 „Gott IST Licht“; Johannes hält sich an das Jesuswort: „Ich bin das Licht“ (Jo 8, 12).
Die BOTSCHAFT (2) hat eine Geschichte. Neue Lehren werden deshalb am Wort geprüft.
Verkünden heißt getreu seinem Wort weitersagen von dem, was WIR (Apg 4, 20) von Jesus gehört und mit ihm erlebt haben. Weder die Ausbreitung eigener Lehrsätze noch die rein sachliche Weitergabe von Texten ist dran: Die Botschaft muss immer erst „durch“ den Boten gehen (3).
Gott ist Licht, d. h. reinste, ungetrübte Heiligkeit. Keine Dunkelheit kann Licht besiegen. Licht ist grundsätzlich der große Sieger über alles Dunkle (Jo 1, 5).
Licht klärt, offenbart, wärmt, heilt. Vorbei mit dem belastenden „Im Dunkeln ist gut munkeln.“
V 6 Auf dreimal „Wenn wir sagen“ folgen drei Richtigstellungen, „Unvereinbarkeitserklärungen“.
Reden, gar predigen vom Licht ohne entsprechendes Tun beschreibt fromme Lebenslügen (Mt 7, 21) (4).
Christsein ist aktive, umfassende Jesusnachfolge.
Israel betonte oft seinen Gottesglauben und tat trotzdem öfter, was es wollte. Das begann allerdings schon vorher in 1. Mo 3. Wahrheit will gelebt sein!
V 7 Finsternis trennt. Lügen brauchen Unklarheit und Verschleierung. Das erste Versteck aller Zeiten wurde im Paradies „erfunden“ (1. Mo 3, 8).
Im Lichte Gottes können nur Versöhnte leben mit allen Folgen: Sie lieben die Brüder (2, 10; 3, 14; 4, 20f), geben vom Eigenbesitz ab (3, 17), lassen sogar das Leben für Brüder (3, 16). Etwas theologischer: Sie wollen nicht sündigen 2, 1; 3, 6.9; 5, 18), heiligen sich (3, 3), wandeln im Licht (1, 7), halten Gottes Wort (2, 3-5; 3, 22.24), tun Gerechtigkeit (2, 29; 3, 7.10). Kurz: Sie „wandeln, wie ER gewandelt ist“ (2, 6).
V8 Irrlehrer streiten ihre Sünde ab, versuchen, sich selbst zu rechtfertigen. Der Sühnetod Jesu ist überflüssig. Solche Frommen folgen nicht Jesus nach, sondern sind Irr-geher, Irr-lehrer und Irr-führer (nach Dr. H. Krimmer).
V 9 Der Kern des Evangeliums. Bekennen heißt wörtlich „mit Gottes Urteil einig sein, mit ihm übereinstimmen“. Nicht-Bekennen lehnt Gottes Beurteilung ab, stempelt ihn zum Lügner (V 10).
Buße tun ist „Umkehr in die offenen Arme Gottes“ (5).
Vergebung ist Gottes rechtmäßiges Geschäft, denn „Strafe muss sein“ – allerdings büßt sein Sohn.
V 10 Die Behauptung der Sündlosigkeit führt also zum Kampf gegen Gott, lästert ihn (6). Gäbe es einen sündlosen Menschen, hätte Gott seinen Sohn nicht opfern müssen.
Gliederungsvorschlag (nach Dr. Heiko Krimmer)
1. Wir sind Sünder
2. Gott wird mit der Sünde fertig
3. So werden wir fertige Leute
Gliederungsvorschlag (nach Prof. Gottfried Voigt)
Versöhnte leben im Licht Gottes
1. Sie wissen um ihre Sünde
2. Sie leben in Gottes Geboten
3. Sie vertrauen ihrem Fürsprecher
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Fußnoten
(1) Was lehrte die Gnosis? Als eine Mixtur von Esoterik, jüdischem, christlichem und heidnischem Gedankengut behielt sie den asketischen Stil bei und fügte Elemente der platonischen Philosophie hinzu. Sie lehrte einen Dualismus (Plato), der behauptete, die Materie sei böse und der Geist sei gut. Die Gnostiker behaupteten auch, sündlos zu sein. Christlich angehauchte, aber von der Gnosis überzeugte Lehrer leugneten deshalb, dass CHRISTUS ins Fleisch gekommen ist, in die Materie. Außerdem beanspruchten sie für sich ein `höheres esoterisches Wissen`, dass über der Heiligen Schrift stand und das nur die Eingeweihten hatten.
„Christliche“ Gnostiker litten unter ihrem Verlorensein in der Welt, ihrem Eingebundensein in irdische Zwänge und empfanden ihr Noch-in-der-Welt-sein als Elend, Heimatlosigkeit. Ihr Leben eine Perle, zwar im Schmutz, aber Perle. Kann die böse Welt einer Perle was anhaben? Steckt im Menschen ein „guter Kern“?
(2) Das griech. Wort für Botschaft angelía (lat. Angelus = Bote, Engel) kommt in der Bibel nur hier und Kap. 3, 11 vor, bedeutet auch Auftrag, Geheiß. Der Begriff Frohe Botschaft (euangelion) fehlt in den Briefen und im Johannes-Evangelium.
(3) Licht braucht funktionierende, lebendige Quellen.
Z. B. versuchten die Bürger von Schilda, beim Neubau ihres aus Versehen fensterlosen Rathauses das Licht in Behältern hineinzutragen. www.derweg.org/personen/werke/schildbuerger2.html Das Zeugnis von Jesus ist frisch oder tot.
(4) J.A. Bengel, Gnomon: „Uns und Andere bereden, uns einbilden und dessen rühmen, den Schein annehmen, während es in Wahrheit doch anders ist; das ist Betrug“ (1. Jo 2, 4.9).
(5) „Buße tun heißt umkehren in die offenen Arme Gottes. Dazu gehört, dass wir die Sünden erkennen, vor Gott und in gewissen Fällen auch vor Menschen bekennen, bereuen, hassen und lassen und im Glauben an Jesus Christus in einem neuen Leben wandeln“ (M. Luther, Kl. Katechismus).
(6) Traurige Beispiele genug: Gnostiker, s. o.; Mohammed seit 10. Jh.; Maria wurde für sündlos erklärt (Pius IX, 1854); Pfr. Jonathan Paul lehrte das „ununterbrochene Bleiben in Jesus“.