Matthäus

Predigthilfe vom 13.8.2006 – Matthäus 6, 19-34

Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der ihn liebt
Predigtthema: In eindeutiger Liebe

Bibelstelle: Matthäus 6, 19-34

Verfasser: Eckhard Löffler

Bausteine zu Matthäus 6, 19-43

Der Text zeigt wahre und falsche Frömmigkeit auf vielen Gebieten. Die Predigt wird nicht alle Bereiche ausführlich ansprechen können. Schwerpunke lassen sich leicht finden. Schlüsselwort: Vater.
Verbindung zum Thema: Weil mein Vater mich liebt muss ich nicht seine Verantwortungen übernehmen und werde seine Liebe erwidern.
V 19 Wenn Gott wichtiger als Besitz wird… Sicherheit und Halt hat man gern verfügbar, besonders im Alter.
Nachdenkenswert: Ein Unterschied zwischen Christen und Nichtchristen in ärmsten Verhältnissen, Inflationen oder Abstürzen der Aktienbörse. Motten machen auch vor Kaisers Kleidern nicht halt, damalige Münzen korrodierten und zerfielen im Sparstrumpf, Hauswände aus Lehm waren für Diebe keine Hürde.
V 20 Gottes „Bank“ im Himmel (1) bietet unübertreffliche Konditionen: weder Raub, Inflation, noch Aktienverfall. Keine guten Werke sind gemeint, sondern der jetzt und für alle Zeiten bereichernde Umgang mit dem Herrn (Kol 3, 16).
V 21 „Herz“ bezeichnet das Hängen an etwas, an Personen, Gütern, Hobbys u.a. Herzen trachten (s. V 33) nach ihren Zielen, sie peilen ihre Richtung an (2).
V 22f Herz und Auge bilden eine Einheit. Ein „lauteres“ (griech. = aplùs) Auge bedient die übrigen Sinne mit deutlichen Eindrücken. Ohne klare Zielerfassung verschwimmen Gedanken, Sichten und Pläne. Das Herz findet nicht zur Ruhe (3).
V 24 JEDER Mensch DIENT unter einem Machthaber (4).
„Mammon“ übernahm erst Luther unübersetzt ins Deutsche. Das Wort bezeichnet im Aramäischen unredlich erworbenen Gewinn, unmoralisch eingesetzten Reichtum oder einfach angehäuften Besitz (5). Heute eher die ungute Einstellung der Menschen zum Besitz.
Der Dienst für Gott bildet hier eine Alternative zum Hängen am Mammon, also ein „Entweder-Oder“. Geld wird zum Götzen. Habsüchtige werden zu Götzendienern (Eph 5, 5).
Wer viele Vorräte hat, betet nicht selbstverständlich „Unser täglich Brot gib uns heute“ (Mt 6, 11), er „hat“ es ja. Je größer der Besitz um so geringer die NOTwendigkeit (!) Gottes Hilfe erbitten zu müssen. Gottvertrauen wird geschwächt, wenn scheinbar auch andere Stützen und Versicherungen vorhanden sind.
In einer Gesellschaft, die keine Witwenrente kannte, entstand der Rat in 1. Tim 5, 5: Hoffnung auf Gott setzen, beharrlich flehen, Tag und Nacht beten.
Bei Lukas folgt das Gleichnis vom dummen Kornbauern.
Wer reich sein will, wenn es darauf ankommt, muss beizeiten die richtige Währung sammeln (6), s. auch Kol 3, 16. Welcher Bank vertrauen wir die Werte unseres Lebens an? Was zählt, wenn wir einmal vor Gott stehen?
V 25ff Sorgen machen abhängig. Fürsorge durch Sorgeberechtigte kann Menschen wichtig machen.
Sorgen wir uns oder HAT uns die Sorge? (7)
Menschen ohne Jesus können von Sorgen zerfressen werden – oder von ihnen ablenken (8).
Zentrum der Textbeispiele ist der himmlische VATER!
Für Gott war die Erschaffung von Lilien, Vögeln, Nahrungsmitteln und der kompletten Welt keine Anstrengung. So etwas macht er „mit links“.
V 30 Kleingläubige wurden die Jünger ab und zu genannt, wenn sie die Allmacht Gottes aus den Augen verloren hatten.
V 33 Ein gebräuchlicher Wandspruch oder mehr (9)? HEUTE lässt Gott uns auch „ran“ und gibt in seinem Wort viele Wegweisungen. MORGEN ist seine Sache.

Gliederungsvorschlag (nach Gerhard Maier)
1. Werde reich an der richtigen Stelle.
2. Setze lohnenswerte Ziele.
3. Entscheide dich ganz für Gott.
4. Lass den Besten sorgen.

Fußnoten
(1) Sprachgebrauch: Matthäusbank
(2) Bertold Brecht in der Ballade über die Frage „Wovon lebt der Mensch?“: „Das eine wisset ein für allemal: Wie ihr’s immer dreht und wie ihr´s schiebt – erst kommt das Fressen und dann die Moral … Ihr Herren bildet euch nur da nichts ein: Der Mensch lebt nur von Missetat allein“.
(3) Augustin: Das Herz ist ruhelos, bis es Ruhe findet in dir“.
Rainer Maria Rilke: “Ich kreise um Gott, wie um einen uralten Turm, wie ein Falke” – der sich nicht ausruhen, sich setzen kann.
(4) Luthers Beispiel von Ross und Reiter: Jeder Mensch wird „geritten“ – von Gott oder vom Satan. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Das Ross kann sich auch nicht selber reiten.
(5) Im Theaterstück „Jedermann“ verführt der Dämon Mammon Menschen zum Geiz.
(6) Was helfen in einem Notfall Geldscheine am Münzfernsprecher?
Shakespeare in Richard III, 5,4: Mein Königreich für ein Pferd!
(7) Jesus sorgt sich um Jerusalem (Mt 23, 37), Paulus um Gemeinden (2. Ko 11, 28) und um Timotheus (1. Tim 4, 15) – aber immer Sorgen um Gottes Sache im Wissen: Er sorgt für uns (1. Petr 5, 7).
Der Begriff Seelsorge steht zwar nicht in der Bibel, das Thema gehört allerdings zu den Hauptanliegen.
Bei Jesus läuft die eigentliche Seelsorge ab.
(8) Sir Winston Churchill ging regelmäßig zu einem christlichen Freund und stellte anschließend fest, dass 90% seiner Sorgen überflüssig gewesen waren, ihn nur Zeit und Kraft gekostet hatten.
Griechische Sage: Über den lebendigen Gott wird dort NICHTS ausgesagt, aber vieles über MENSCHEN: Die „Göttin“ der Sorge stritt sich mit der „Göttin“ der Erde darüber, wem der Mensch eigentlich gehöre. Zeus musste schlichten: Ab dessen Tod gehört er der Erde, bis dahin aber der Sorge.
(9) Konfirmandenlehrbuch: „Was soll deine vornehmste Sorge sein in diesem Leben?“