Matthäus

Predigthilfe vom 13.4.2001 – Matthäus 27,45-51

Monatsthema: Christus -das Leben
Predigtthema: Christus stirbt

Bibelstelle: Matthäus 27,45-51

Verfasser: Günther Baumgärtner

1. Zusammenhang
Jesu Sterben und die Auswirkungen seines Todes

2. Biblische Parallelen
Jesu Kreuzigung wird in allen vier Evangelium berichtet, wobei jeder Evangelist seine besonderen Schwerpunkte legt.
(Markus14-15; Lukas 22-23; Johannes 18-19)

3. Gliederung des Textes
V.45: Die Finsternis
V.46: Jesu Ruf
V.47-49: Das Verhalten der anderen
V.50: Jesu Tod
V.51: Auswirkungen des Todes Jesu

4. Einzelerklärung
V.45: Sechste Stunde ist 12 Uhr und neunte Stunde 15 Uhr. Finsternis ist Gerichtszeichen (9. Plage in Ägypten), Gericht wird auf Jesus abgeladen.

V.46: Jesu Ausruf stammt aus Psalm 22,2. Neunte Stunde (15 Uhr): es war die Zeit des Opfers. Jesus wurde das Sühnopfer für die Welt (Joh.1,29; 2. Kor.5,21; 1. Petr.2,24) und als solches vom Vater verlassen. Der Vater musste sein Angesicht abwenden als Jesus für uns zur Sünde wurde.

V. 47: Einige standen da, vermutlich Juden. Haben den Ausruf Jesu falsch verstanden.

V.48: Hier erfüllt sich Psalm 69,22.

V.49: Verhöhnung Jesu bis zum Schluss.

V.50: Der letzte Ruf vor Jesu Tod. Nach Joh. 19,30: Es ist vollbracht.

V.51: Vorhang, der das Heiligtum von dem Allerheiligsten trennte, zerreißt. Der Weg ins Allerheiligste wird nun frei. Was im Alten Bund bei Todesstrafe verboten war, ist nun möglich. Der Vorhang zerriss von oben (Gott) her.

5. Die Spitze des Textes
Durch Jesu Sühnetod ist der Weg zu Gott frei geworden.

6. Der Text heute
a) Jesus geht den Weg nach Golgatha an unserer Stelle und im völligen Gehorsam seinem Vater gegenüber. Das ganze Gericht bricht über ihn herein. Wichtig, die Leiden Jesu haben keine Erlösung gebracht, sondern nur sein Sterben.

b) Dort am Kreuz erfüllt sich das worauf 4000 Jahre lang die Gläubigen im Alten Bund Ausschau gehalten haben (Vergl. 1.Mose 3,15; 2. Mose 12; Jes. 53). Jesus Christus hat sein Blut für unsere Sünden und Schuld vergossen, der stellvertretende Sühnetod. In dem Augenblick (15 Uhr), als die Opferlämmer geschlachtet wurden, hat sich das Opfer in Jesu Christus erfüllt (vergl. Hebr. 9 u. 10; 5,9).

c) Gott hat das vollkommene Opfer Jesu angenommen und dadurch wurde der Weg in die Gegenwart Gottes frei (Vorhang zerriss von oben her). Der Zugang ins Allerheiligste war im Alten Bund bei Todesstrafe verboten (vergl. 3. Mose 16). Durch Jesus Christus haben wir den Zugang zum Vater im Himmel (Vergl. Hebr. 4,16; 7,25).

7. Beispiele und Verdeutlichungen

A. Das Leiden

a) Jesus trinkt den Leidenskelch leer bis zum letzten Tropfen.

b) Lasst uns aus der Leidensschule Jesu nicht ausbrechen (Hebr.12,2).

B. Das Sterben

a) Alle Opfer haben in Jesus Christus ihre Erfüllung gefunden.

b) Nur durch dieses Opfer bekommen wir Vergebung.

C. Die Versöhnung

a) Durch Jesus werden wir mit dem Vater versöhnt und haben Zugang zum Thron der Herrlichkeit

8. Gliederung zur Predigt

Einleitung: Wir streifen kurz nocheinmal die Stationen Jesu während der Karwoche

1) Jesu Leiden
Jesus geht im völligen Gehorsam den Weg des Vaters (vergl Psalm 40,9). Das ganze Gericht bricht über Jesus herein. Doch bei aller Schwere des Weges gilt: die Leiden Jesu können nicht erlösen. Lasst uns in der Leidenschule auf Jesus schauen (1.Petrus 2,21-23). Er ist unser Vorbild, unsere Schablone.

2) Jesu Sterben
Der tiefste Punkt im Leben Jesu, der Vater musste sein Angesicht vor ihm verbergen wegen der Schuld von uns Menschen. Was kein Opfer im Alten Bund vollbrachte, ist nun geschehen (Hebr. 9, 13-14), die ganzen Opfer haben nun ihre Erfüllung gefunden.
Dieser Weg nach Golgatha wäre unser Weg gewesen wegen unserer Sünde, doch was keinem Menschen zugemutet wurde, hat Gott seinem eigenen Sohn zugemutet. Wir stehen anbetend vor Golgatha.

3) Jesu Versöhnung
Gewaltig die Auswirkungen von Jesu Opfertod. Gott selber hat den Vorhang zerrissen, der Weg ins Allerheiligste ist nun frei. Lasst uns nun auch im Allerheiligsten leben und nicht so wie wenn der Vorhang noch da wäre. Als Gläubige ist unser Platz im Allerheiligsten in Jesu Gegenwart.

Schluss: Karfreitag darf neu zu einem Anbetungstag werden über dem Wunder von Golgatha.