Monatsthema: Vorbild des Glaubens (Paulus)
Predigtthema: Mutig im Glauben
Bibelstelle: Apostelgeschichte 9, 20-31
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Apostelgeschichte 9, 20-31
Schon nach wenigen Tagen begann Paulus zu predigen, dass Jesus Gottes Sohn ist (1). Der neue Apostel (= Augenzeuge + Gesandter) ist voll da, lebt und vertritt konsequent seine Überzeugungen, – wie früher. Nur war sein Glaube jetzt das krasse Gegenteil von „vorher“. Ein überwundener Überwinder. Bekehrte kennen das Vorher – Nachher und können das erklären. Zeugen sind Mutmacher, wenn Jesus ihr Thema ist.
Die Missionsstrategie des Paulus: Zuerst in die Synagogen! Dort treffen sich Leute, die dem einen Gott ver-trauen, deren Gottesbild allerdings den Gottessohn Jesus außen vor lässt. Paulus spart aber keine Anders-denkenden von seiner Botschaft aus und sucht (!) Gespräche (V 29). Nicht Schneckenhaus sondern aktives Zeugnis von Jesus. Gruppen oder Gemeinden, die sich heute Christen nennen, aber nicht ganz „gius“ (2) sind, meiden wir nicht, im Gegenteil. Die beste und notwendige Korrektur und Begleitung kommt oft von außen. „Im eigenen Saft“ schmoren mutet jeder gute Koch seinen Gerichten zu, aber nur für sehr begrenzte Zeit. Übersetzt: Sonst könnten wir und ganze Gemeinden langsam austrocknen und „verbrutzeln“.
Das schließt nicht aus, alles zu prüfen (Röm 12, 2; Phil 1, 10; 1. Thess 5, 21).
Der Verfolger wird zum Verfolgten.
Die Zuhörer waren „entsetzt“ (genauer: = „außer sich“). Man kannte das FRÜHER des Paulus: Fanatische Christenvernichtungszüge, Beteiligung an der Stephanus-Steinigung, usw. Ein Verdacht lag nahe: Heimtückische Anbiederung, neue Listen und Tricks mit dem alten Ziel der Vernichtung von Christen. Gestapo- oder Stasi-Methoden, in atheistischen Ländern nichts Außergewöhnliches (3). Christen, die dort leben, kennen die Angst vor dem Entdeckt-Werden und Sorge vor Nachteilen und Anschlägen.
MUTIG IM GLAUBEN, Thema des Tages: Trotz allem entschließt sich ein Jesus-Nachfolger zu einem ersten Schritt des Vertrauens, weil er weiß, dass Gott mit ihm ist. Dass der Herr keinen im Stich lässt, der ihn vertritt (Mt 28, 18-20; 2. Kor 5, 20). Gesandte Gottes (4) wollen und können „allein nicht gehen, nicht einen Schritt: wo du wirst gehen und stehen, da nimm mich mit.“ (5),
Von solch mutigen Kontaktaufnahmen profitiert Gemeinde auch, was die geistlichen Warner, Wächter und Mahner nicht abwertet, im Gegenteil. Gerade sie brauchen besonderen Glaubensmut für persönliche, direkte Kontakte mit denen, die auch mit Jesus leben, aber ihnen trotzdem „nicht ganz koscher“ (s. gius (2)) erscheinen.
Die Jünger stehen zu ihrem Lehrer. Das griech. Wort für Jünger „mathetès“ hängt mit Mathematik zusammen, der Lehre von den FOLGERICHTIGEN Zusammenhängen. Ein Jünger ist folgerichtig einer, der seinem Herrn richtig folgen will.
V 30 „Die Brüder“ kommen zusammen, finden Lösungen (sicher unter Gebeten) und handeln einig, zielorientiert und effektiv.
V 31 „DIE Gemeinde in ganz Judäa, Galiläa und Samarien“ kennt noch keine Entwicklung zu Einzelgemeinden, die sich selbst genug wären. Der erste Gemeinschaftsverband, – allerdings noch kein Gnadauer…
Gliederungsvorschlag von Dr. Heinz-Werner Neudorfer:
In Gottes Vollmacht
Unter Gottes Schutz
Mit Gott in die Wüste (Tarsusaufenthalt)
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Fußnoten:
(1) In V 20 zum ersten und einzigen Mal in der Apg die Bezeichnung „Gottes Sohn“.
(2) gius = „gläubig in UNSEREM Sinne“
(3) Praktische Beispiele aus der Missionsarbeit.
(4) Im Altertum galt: „Der Gesandte ist gleich dem Sendenden“. Wer Gottes Leute bedrängt oder be-kämpft, bekommt es mit Gott zu tun.
(5) Lied von Julie v. Hausmann, 1862. So nimm denn meine Hände.