Allgemein

Predigthilfe vom 11. April 2021 – Matthäus 17, 14-21

Monatsthema: Matthäus-Evangelium: Durch Jesus leben

Predigtthema: An Jesu Vollmacht glauben – nicht an unsere eigene

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk. 10,16a)!

1      Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1     Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Im Anschluss an die Passionszeit und an Ostern befinden wir uns weiterhin im Matthäus-Evangelium. Man kann den Predigttext im Zusammenhang mit der Passion und der Auferstehung betrachten und dadurch die unvergleichliche Gnade und Macht des auferstandenen Herrn herausholen.

Zu beachten ist auch, dass der Text direkt nach der „Verklärung“ steht. Die Berichte finden sich, neben Matthäus auch in Lukas 9, 37-43 und Markus 9, 14-29. Diese Paralleltexte sind wertvoll zu lesen und ergänzen den Bericht aus Matthäus.

1.2     Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

Edition C, Matthäus Evangelium teil 2; G. Maier

Der neue Mathew Henry Kommentar Band 1: Matthäus – Johannes

Und natürlich auch diversen Studienbibeln und eine Konkordanz, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte bzw. sicherlich auch ausleihen kann.

1.3      Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

In dem vorgegebenen Text befinden wir uns direkt im Anschluss an die Verklärung, die Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes erlebt hat. Vielleicht hat die Gemeinde am Ostersonntag gehört und erlebt, dass Jesus vom Vater als der geliebte Sohn bezeichnet wird. Aus diesem „Gipfelerlebnis“ geht es zurück in den Alltag. Wir sind nach Ostern auch wieder auf dem „normalen“ Gemeindeweg und erleben nun, wie wir die Sorgen, Nöte und Probleme des Alltags angehen können.

Mit der Überschrift „An Jesu Vollmacht glauben – nicht an unsere eigene“ gehen wir in den Text und können ihn in drei Blöcke teilen:

Verse 14-16: Die Ohnmacht der Jünger & des Vaters/Hilfesuche beim Herrn der Herren.

Verse 17-18: Jesus handelt und heilt durch seine Vollmacht.

Verse 19-21: Die Erklärung, durch die wir sehen wie Jesus handeln kann.

2      Hilfen zum Textverständnis

2.1     Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Vorheriger Text, Mt. 17,1-13. Es ist hilfreich, wenn man sich den vorherigen Text anschaut und damit in die Predigtreihe hineinkommt. Eventuell mag man sich auch eine Predigt anhören, die am Ostersonntag in der Gemeinde gehalten wurde. Es ist in jedem Fall gut, sich bewusst zu machen, dass die Jünger, die zurückgeblieben waren, die wahrscheinlich in der Ebene bei Cäserea- Philippi waren (Kap. 16,13), alleine weitermachten mit der Verkündigung des Reiches des Herrn, was auch Heilungen beinhaltet. Jesus hat in der Zwischenzeit ein Treffen mit dem Vater gehabt und kommt nun gestärkt zur Menge zurück.

Mt. 17,14-16 Die Ohnmacht der Jünger…

Direkt als Jesus zurückkam trifft er auf die Not des Vaters, der vor dem Herrn niederkniet und damit zuerst einmal zeigt und auch für die Umherstehenden klar macht, dass er Jesus als Herrn anerkennt. Er wirft sich nieder vor dem Herrn in der Hoffnung, dass Jesus helfen kann und das auch tun wird. Daher auch seine Bitte, den Sohn zu heilen. Dieser ist durch einen Dämon besetzt, welcher verletzt und quält. Auch wenn manche Auslegungen von Mondsucht reden wird doch in Vers 18 deutlich, dass es nicht nur einfach eine Krankheit war.

Interessant ist zu beachten, dass die Jünger an diesem Punkt nicht helfen konnten. Dies sind dieselben Jünger, die seit Mt. Kap. 10 ausgerüstet und bevollmächtigt sind, das Reich Gottes zu verkünden. Dazu gab Jesus ihnen Macht über Geister und dazu Kranke zu heilen und Gebrechen zu lindern. An dieser Stelle aber wird deutlich, dass die Jünger nicht alles machen konnten. Sie selber wissen nicht warum es so ist was auch aus den Parallelen in Markus 9 und Lukas 9 deutlich wird.

Mt. 17,17-18 Jesus handelt und heilt…

Zuerst steht die Klage! „Wie lange noch soll ich bei euch bleiben?“ Jesus macht deutlich, dass er im Grunde schon mehr von den Jüngern erwartet hat. Sie leben mit ihm und erleben, wie er selber solche Situationen behandelt. Jesus hat sie eben nicht nur bevollmächtigt, wie wir in Kap. 10 und auch in den Vorherigen Kapiteln von Markus (Kap 6) und Lukas (Kap. 9) lernen. Nein, er hat ihnen selber gezeigt, wie er es als Mensch tut, in der Speisung oder in verschiedenen Heilungen und Wundertaten. Wie lange soll Jesus es noch zeigen?

Nichtsdestotrotz zeigt Jesus es erneut an dem Kind und beweist seine Macht über Dämonen. Die Drohung, die Christus ausspricht ist von solcher Autorität, dass der Geist weichen musss und der Junge frei wird. An dieser Stelle dürfen wir uns auch in Erinnerung rufen, wie uns dieses Ereignis im vergangenen Jahr begleitet hat. Die Jahreslosung aus 2020 handelte genau in diesem Text. Der Vater sagte dort: Ich Glaube ja, ich weiß und vertraue ich bin im Herrn, aber ich brauche Hilfe in meinem Unglauben! (Mk. 9,24)

An dieser Stelle wird klar, Jesus macht etwas anders. Der Unglaube fehlt Jesus. Er steht im ständigen Glauben und vertraut zu seinem himmlischen Vater. Vor allem nachdem gerade noch die Begegnung am Berg war in der Jesus als der geliebte Sohn bezeichnet wurde.

Mt. 17,19-21 Warum kann Jesus das? Die Erklärung…

In Vers 19 fragen die Jünger direkt nach. Warum haben wir das nicht geschafft? Im Grunde ist es die Ohnmacht, aber auch die Neugierde, was haben wir falsch gemacht. Jesus antwortet offen und erklärt, dass es am Unglauben lag. Manche Übersetzungen schreiben auch Kleinglauben oder schwacher Glaube. Die Jünger haben sich nicht im Vertrauen auf den Herrn bewegt, sondern in ihrer eigenen Macht und Erfahrung. Es ist gut möglich, dass die Jünger im Alltag und der Routine drin waren. Sie hatten es gemacht und wussten wie es geht. Jesus hat sie ausgerüstet und jetzt können sie es. Aber, dass sie stets in der Abhängigkeit bleiben müssen ist ihnen abhandengekommen.

Dann passiert es einfach, dass nichts passiert.

Das kann zum einen in die Stagnation führen und dahin, dass man nicht mehr helfen kann, weil man sich nur auf sich selbst verlässt. Noch schlimmer ist es, wenn dann ein Weg in die Irre führt und man davon ausgeht, dass man es selber kann. Dann kann es auch schnell so werden wie wir es in der Apostelgeschichte lesen, dass man von den Dämonen überwältigt wird wie in Ephesus (Apg. 19, 11-17). Natürlich waren es hier nicht einmal Jünger des Herrn und dennoch ist es eine Warnung: Ohne Christus und den Glauben und das Vertrauen in IHN kann es schief gehen. Auf der anderen Seite sehen wir durch Beispiele von Heilung im Neuen Testament (Petrus Apg. 3; Paulus Apg 19 usw.) aber auch im Alten Testament (Elisa 2.Könige4), dass Heilung funktioniert. Diese ist dann aber, wie wir gerade bei Elisa sehen, durch Gebet und die vertrauensvolle Beziehung zum Herrn geprägt. Auch in unserem Text dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass Jesus gerade aus der Begegnung mit dem Vater kommt und daher mit Fug und Recht sagen kann „Nur durch Gebet und Fasten wird dieser geheilt!“

Jesus erklärt den Glauben mit einem Beispiel. Hier kommt „der Senfkornglaube“ in den Fokus! Der Glaube der wie ein Senfkorn ist. Das Senfkorn ist ein kleiner Same aber bringt einen großen Ertrag. Zum Teil werden die Pflanzen fünf Meter hoch und zu richtigen Bäumen. Wer den Samen sieht kann das schier nicht erfassen und dennoch weiß man in Israel, dass es möglich ist. Man vertraut darauf, dass der Same alles enthält was es braucht. Neben diesem Beispiel des Glaubens vergleicht Jesus auch das Reich Gottes mit einem Senf-Baum (Mt. 13) und in Lk. 17,6 beschreibt Jesus wie man durch „Senfkorn-Glauben“ einen Baum versetzen kann. Diese Beispiele sind als Verdeutlichung von dem, dass Nachfolger Christi in seinem Namen und im Willen des Vaters alles machen können. Dennoch bleibt es aber eine Gabe, wie wir aus 1. Kor. 12, 9 lernen. Also ist die Bitte und das Gebet welches erfüllt wird auch immer im Einklang mit dem Willen Gottes.

Jesus zeigt durch die Verse auf, dass es nicht mit kleinem Glauben geht und im Grunde auch nicht mit großem Glauben funktioniert. Eigentlich geht es nur im VOLLEN GLAUBEN UND VERTRAUEN auf den Herrn. Daher auch der Hinweis auf Fasten und Beten. Auch wenn Vers 21 in den alten Handschriften nicht immer vorkommt, kann man doch im Zusammenhang mit Markus davon ausgehen, dass Jesus diesen Satz gesagt hat. Die Verbindung zum Herrn ist das Entscheidende. Darum sollen wir im Gebet sein und eventuell auch fasten, um uns erneut auf das Eigentliche zu konzentrieren.

2.2     Hinweise für situative Überlegungen

Wir sind beim ersten Sonntag nach Ostern. Einer der wichtigen Feiertage im christlichen Glauben. Wir haben uns gerade an die Auferstehung erinnert und sind aus diesem Hoch wieder in den Gottesdienstalltag zurückgekommen. Nun geht es darum, dass wir nicht unverändert weitermachen, sondern uns immer neu bewusst machen, dass wir durch den Tod Christi und seine Auferstehung in Beziehung mit dem Vater sind. Damit starten wir durch und dürfen wissen und predigen, dass Jesus uns alle Vollmacht gibt und wir in IHM alles machen können. Aber…

Es geht nicht ohne diese Verbindung! Im Text sehen wir was passiert, wenn wir uns auf uns selber verlassen. Wir können nicht helfen, oder im noch schlimmeren Fall werden wir selber ohnmächtig und zweifeln. Wir haben die Vollmacht ausschließlich in der Verbindung mit unserem Herrn und Heiland. Das gehört in den Mittelpunkt.

2.3      Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Der Abschnitt bietet sich gut an, um den Text als Gesamtes zu lesen und dann Schritt für Schritt durchzugehen. Das geht entweder blockweise (siehe Einteilung oben) oder auch Vers für Vers.

Hilfreich wäre es auch, vielleicht zum Einstieg die Vorgeschichte zu erwähnen und dann in den Text hinein zu gehen. Hier kann der Fokus darin liegen, dass wir durch die Tat Jesu am Kreuz und durch seine Auferstehung alle Vollmacht bekommen und die Beziehung zum Vater möglich ist.

Dabei ist es möglich den Text praktisch werden zu lassen, indem man Senfkörner mitbringt oder sogar Senfkörner einpflanzt, um zu sehen was daraus entstehen kann. Zumindest wären Bilder von einem Senf-Baum gut, um zu illustrieren was aus Kleinem entstehen kann

3      Sagen, wo es hingeht

3.1      Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Mit diesem Text und dem Inhalt soll klar gemacht werden, dass ich nicht aus meiner Sicherheit und Gewohnheit handle. Es geht nicht um meine Botschaft, sondern um den auferstandenen Herrn und Heiland.

Daher ist der Fokus auf dem Titel: An Jesu Vollmacht glauben – nicht an unsere eigene.

3.2     Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

In der Predigt geht es darum herauszustellen, dass Nachfolger Jesu sich voll und ganz auf ihn verlassen. Wenn sie anfangen sich auf andere Dinge oder auf sich selbst zu stützen geht es schief. Wenn wir aber in der Vollmacht des auferstandenen und lebendigen Herrn handeln, ist es „wunderbar“ und verändert unser Leben und unser Umfeld!

3.3      Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

A.) Man kann sehr gut durch den Text gehen, indem man drei Abschnitte einteilt. Die oben erwähnten Abschnitte sind gute Blöcke.

  1. Einstieg mit der Erwähnung der Verklärung und Bezug zum Osterfest
  2. Verse 14-16 mit der Erläuterung zur Ohnmacht der Jünger und der Suche des Vaters nach der Hilfe, die nur Jesus geben kann.
  3.  Verse 17-18 Das Handeln und die Vollmacht Jesu beobachten und daraus lernen.
  4.  Verse 19-21 Nachfragen was Jesus getan hat und vor allem wie. Lernen vom Meister und anwenden im Alltag sind hier gefragt.

B.) Man kann das ganze auch von Vers 20 an aufrollen und erstmal durch das Senfkorn zum Thema hinkommen. Dies wäre ein praktischer Ansatz.

  1. Vers 20 Was bedeutet Senfkornglaube und was kommt wirklich aus dem Korn heraus? Man lässt Senfkörner durch die Reihe gehen (eventuell macht man das als Einstieg und kann fragen wer diese Körner kennt).
  2. Verse 19-21 Lesen und dann herausstellen, dass die Jünger bewusst gefragt haben, weil sie gesehen haben wie Jesus handelt. Jetzt kennen sie die Antwort, warum Jesus folgendes tun konnte:
  3. Verse 17-18 Jesus konnte heilen, wo es zuvor keine Heilung gab. Jesus tat etwas was so groß war, dass es niemand anders tun konnte. Dennoch hat Jesus eigentlich erwartet, dass die Jünger es selber tun könnten. WARUM?
  4. Verse 14-16 Die Ohnmacht der Jünger treibt den Vater in die Arme Jesu denn durch ihn ist Hilfe möglich! Dieser Helfer kommt gerade von der Begegnung mit seinem Vater. Im Gegensatz zu den Jüngern macht Jesus es nicht selbst sondern immer in Verbindung mit dem Vater und das sollen wir im Licht der Auferstehung nun auch in der Verbindung mit Jesus in unserem Leben tun.
  5. Schluss Dies kann nur durch die Beziehung, also durch Beten und Bibellesen geschehen. Dazu kommt auch das Fasten.  Eventuell haben einige aus der Gemeinde gefastet und erlebt, wie man sich neu auf den Herrn ausrichten kann, weg von der eigenen Sicherheit.

3.4 Predigt Veranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Zur praktischen oder bildlichen Darstellung kann man

  • Bilder von einem Senf-Baum zeigen
  • Sicherlich hilfreich wäre es Senfkörner zu zeigen und durchzugeben
  • Man kann einen Topf mit Erde mitnehmen und Senfkörner einpflanzen
    • Dies sollte dann übergeben werden an z.B. die Leiter der Gemeinde o.ä.
    • Eventuell kann man in einigen Wochen nachfragen (oder im Herbst), was aus dem Korn geworden ist.

(Björn Husfeld)