Offenbarung

Predigthilfe vom 1. Januar 2026 – Offenbarung 21,1-8

Jahresthema:         Gebet – In allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott
Monatsthema:       Jahreslosung: Siehe ich mache alle neu (Offb 21,5)
Predigtthema:       Jahreslosung: Jesus macht Himmel und Erde neu

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

Unter Umständen kann sich auch mal der Blick in eine englische Übersetzung lohnen, weil auch in modernen deutschen Übersetzungen manchmal „fromm-deutsche“ Begriffe benutzt werden, die im Englischen viel direkter und „normaler“ übersetzt sind.

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Wir sind im Buch der Offenbarung. Das ist das letzte Buch der Bibel und beschäftigt sich hauptsächlich mit zukünftigen Dingen. Vor allem die Kapitel 21-22 beschreiben den Zustand, der ganz am Ende sein wird. Worauf gehen die Menschen zu? Was ist das Ziel Gottes mit seiner Schöpfung? Diese Fragen werden auf den letzten Seiten der Bibel beantwortet. Es wird uns das große Ganze vor Augen gemalt. Diese Texte sind sehr lohnenswert und sollten im Kopf jedes Christen verankert sein – denn das ist unser Zielzustand.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Bevor ich mit dir etwas in die Details zum Text gehen will, möchte ich dich einladen den Text erst einmal in aller Ruhe zu lesen. Am besten, du liest den Text einmal in der Luther-/Elberfelderübersetzung und danach in einer neueren Übersetzung (Ich empfehle Neue Genfer Übersetzung (NGÜ), oder Neue evangelistische Übersetzung (NeÜ)). Ich persönlich mache es meistens so, dass ich den Text ausdrucke und beim Lesen schon ein paar Anmerkungen, Unterstreichungen oder Fragezeichen mache. Das hilft mir dann, den Text besser zu verstehen und ich bin fokussierter auf den Gedankengang des Textes.

Gute Hilfen in der Vorbereitung leisten folgende Dinge:

  • MacArthur Studienbibel -> ist sehr zu empfehlen, da sie sehr bibeltreu ist und sogar gratis (www.sermononline.de) als pdf zur Verfügung steht.
  • Die Ryrie-Studienbibel -> nicht ganz so umfangreiche Textkommentierung wie die von MacArthur, aber kann ergänzend mit hinzugezogen werden.
  • https://dasbibelprojekt.visiomedia.org/ Hier findest du kurze Videoclips über das Matthäusevanglium. Diese helfen einen Gesamtüberblick über den Brief zu bekommen.

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Das System Himmel und Erde – Kontinuität

In unserem Abschnitt ist von Himmel und Erde die Rede. Das sind zwei Bereiche, die ganz am Anfang erschaffen wurden. 1Mo 1,1: „Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“. Genauer müsste man hier übersetzen: „Die Himmel“ – das Wort steht im Hebräischen im Plural. Der Jude kennt drei Himmel. Den ersten Himmel – das ist der Wetterhimmel. Dort wo die Wolken ziehen. Der zweite Himmel ist unser Weltall. Dort wo Planeten und Sterne sind. Der dritte Himmel ist der Wohnort Gottes. Wir sehen das z.B. bei Paulus, wo er sagt, dass er in den dritten Himmel entrück wurde. 2Kor 12,2f: „Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es –, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. 3 Und ich weiß von dem betreffenden Menschen – ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es –, 4 dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht“. Der dritte Himmel wird hier mit dem Paradies gleichgesetzt. Der Begriff Paradies kommt im NT 3x vor. Zusätzlich noch in Lk 23,43: „Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ und Offb 2,7: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist“. Paradies beschreibt also den Ort, an dem Jesus direkt nach seinem Tod war – das heißt, es ist kein Ort auf der Erde, kein irdisch materieller Ort, an den ein lebendiger Mensch auf normale Weise kommen könnte. Es ist der Ort, an den an Jesus gläubige Menschen nach ihrem Tod kommen. In dem Bericht vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk 16,19ff) wird uns berichtet, dass der gläubige Lazarus von Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde – Lk 16,22. In diesem Paradies steht auch der Baum des Lebens, den wir ganz am Anfang im Garten Eden sehen. Er steht für ewiges Leben. Gott schafft also am Anfang zwei Bereiche – einen irdischen (Erde) als Wohnort für die Schöpfung – diese ist aus Fleisch und Blut. Und er macht einen zweiten Bereich, den Himmel, und das ist sein Wohnort. Pred 5,1: „Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen! Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum seien deine Worte wenige.“ Hier werden diese beiden Bereiche dargestellt. D.h. der Einsatzort des Menschen ist die Erde – er wird ja auch Adam – Erdling genannt. Gott dagegen ist ein Geistwesen und nicht aus Fleisch und Blut wie wir (Joh 4). Gott kann als Geistwesen in die irdische Sphäre eintreten (z.B. im Garten Eden, 1Mo 3, brennender Dornbusch, 2Mo 3, usw.), während der Mensch aus Fleisch und Blut nicht in die himmlische Sphäre eintreten kann. Landläufig haben wir die Sicht entwickelt, dass alle an Jesus gläubigen Menschen ganz am Ende im Himmel sein werden – also bei Gott. Wir sagen das ja so: „Wenn du an Jesus glaubst, dann kommst du in den Himmel.“ Damit bringen wir zum Ausdruck, dass wir am Ende alles Irdische hinter uns lassen. Ist das so? Wir lesen doch hier in unserem Abschnitt, dass Johannes sagt: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“. Offensichtlich gibt es auch ganz am Ende noch irdisches Leben. Bevor wir uns das genauer anschauen, noch eine wichtige Bibelstelle in diesem Zusammenhang.

2Petr 3,5ff: „Denn denen, die dies behaupten, ist verborgen, dass von jeher Himmel waren und eine Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte, und zwar durch das Wort Gottes, 6 durch welche die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging. 7 Die jetzigen Himmel und die jetzige Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. 8 Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. 9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. 10 Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr im Gericht erfunden werden. 11 Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr dann sein in heiligem Wandel und Gottesfurcht, 12 indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden! 13 Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.“

Es ist interessant, dass Petrus sagt, dass das System Himmel und Erde schon lange besteht – von je her. Man kann hier übersetzen „seit langem, längst“. Also es gibt von Anfang der Schöpfung an einen Himmel und eine Erde. Was Petrus nun macht, er unterscheidet. Er redet von der „damaligen Welt“ und meint die Welt vor der Sintflut. Über diese Welt ging das Gericht Gottes mit Wasser. Aber es gab nach dem Gericht immer noch eine Welt – die jetzige. Aber auch diese Welt geht dem Gericht mit Feuer entgegen. Aber auch nach diesem Gericht wird es noch eine Welt geben, nämlich eine neue Welt, eine neue Erde. Für uns heißt das. Irdisches Leben ist kein Auslaufmodell, sondern es ist die Urberufung von Adam – Erdling! Himmel und Erde wird es immer geben – aber Gott/Jesus wird sie neu machen. Herrlich!

Kommen wir zu Gott oder kommt Gott zu uns?

Wir haben gerade gesehen, dass es am Ende eine neue Erde geben wird. Wer auf dieser leben wird, ist klar. Der neue Mensch (Adam = Erdling). Die Erde ist von Gott sei je eher für ihn geschaffen. Jetzt ist in unserem Text interessant, dass es eben 3mal heißt in Vers 3: „Siehe das Zelt Gottes bei den Menschen“; „Und er wird bei ihnen wohnen“; „Und Gott selbst wird bei ihnen sein“. Es ist schon sehr deutlich, dass Gott sagt: Ich mache (für euch Menschen – für wen den sonst????) eine neue Erde und ich werde dann dort bei euch wohnen. Wörtlich steht da sogar – zelten! „Siehe das Zelt Gottes bei den Menschen und er wird bei ihnen zelten“ – so müsste man korrekterweise übersetzen. Das Vorbild finden wir im AT. Gottes Zelt steht dort mitten unter dem Volk. Es ist die Stiftshütte. Allerdings wird dort klar – es gibt keinen Zugang zu diesem Gott. Mensch und Gott sind getrennt. Das wird am Ende nicht mehr sein. Gott wird für die Menschen sichtbar und unmittelbar in der Nähe sein. Was hier steht könnte man so formulieren: Der Himmel kommt auf die Erde – Die Erde wird also himmlisch. Oder andersherum. Der Himmel (Gottes Wohnort) wird irdisch. Es fallen also Wohnort Gottes und Wohnort der Menschen zusammen. Das ist eine herrliche Zukunft, der wir entgegen gehen.

Was werden wir sein?

Mit diesem Thema kommt unweigerlich die nächste Frage auf? Was oder wie werden wir sein? Sind wir kleine grüne Männchen oder Gespenster oder fliegende Seelen? Schon oben haben wir gezeigt, dass wir irdischem Leben entgegen gehen. Für wen ist die Welt, die Erde? Für den Menschen und für Gottes Schöpfung aus Flora und Fauna. Röm 8,20ff: „Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit[10] unterworfen worden – nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung hin, 21 dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit frei gemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt. 23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.“

Hier sagt uns das Wort Gottes, dass die Schöpfung von der Vergänglichkeit befreit werden wird. Also die Pflanzen- und Tierwelt, die aktuell genauso wie der Menschen vergänglich ist, wird unvergänglich sein. Wozu? Zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Man kann hier auch übersetzen: Freiheit, die zur Herrlichkeit gehört. D.h. die erlöste und unvergängliche Restschöpfung (Pflanzen und Tiere) sind da zur Herrlichkeit des Menschen. Und der Mensch selbst? Worauf wartet er? Am Ende heißt es, dass unser Seufzen beendet ist, wenn wir die Sohnschaft empfangen, die einhergeht mit der Erlösung unseres Leibes. Also doch kein Leib mehr? Das Bild von manchen fernöstlichen Religionen, dass endlich die Seele von der Leiblichkeit befreit wird? Ein ganz klares NEIN dazu. Das ganze Kapitel in 1Kor 15 redet von der Auferstehung, und zwar der Auferstehung mit einem neuen Leib. Dort heißt es in V40: „Und es gibt himmlische Leiber und irdische Leiber.“ Es gibt also auch eine himmlische Leiblichkeit, die nicht vergänglich ist. So lesen wir es dann in V42ff: „So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Vergänglichkeit, es wird auferweckt in Unvergänglichkeit. 43 Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft; 44 es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistlicher Leib“. Es ist eine leibliche Auferstehung. Vorbild ist Jesus Christus. Er ist am Ostersonntag als Mensch mit einem neuen Leib auferstanden. Man konnte ihn anfassen (Lk 24,39). Dabei ist er ausdrücklich unser Vorbild, unser Vorreiter. Er ist sozusagen der Prototyp (= der erste Typ) von dem, was wir sein werden. Und wir haben eine geniale Verheißung. Phil 3,21: „der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ Wir werden genau die gleiche Leiblichkeit wie Jesus haben. Jesus war ein Mensch. Er war Mensch vor seinem Tod und auch nach seiner Auferstehung ist er Mensch geblieben – aber ein neuer Mensch, der offensichtlich nicht mehr an Raum und Zeit gebunden war, wie wir jetzt, und der natürlich unvergänglich war. Jesus ist auch Jesus geblieben – von seinem Charakter und seinem Aussehen. Man kann das von verschiedenen Stellen ableiten. U.a. als Jesus von Jerusalem nach Emmaus unterwegs war und den zwei Jüngern begegnete. Die erkannten ihn nicht. Warum? Der Text sagt hier ausdrücklich, Lk 24,16: „aber ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.“ Gott muss ein Wunder tun, damit die beide ihn nicht erkennen. Warum? Weil er offensichtlich als Jesus erkennbar war. Woran haben sie ihn dann erkannt? V35: „Und sie erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie er von ihnen erkannt worden war am Brechen des Brotes“. Jesus brach anscheinend das Brot in der gleichen Art und Weise wie vor seinem Tod. Genau gleiches wird uns von Maria am Grab von Jesus berichtet. Sie erkennt Jesus an der Art und Weise, wie er sie anspricht, „Maria!“ Joh 20,16. Diese Stellen sprechen sehr dafür, dass wir eine neue Leiblichkeit bekommen werden, aber nicht jemand ganz anderes sind. Gott hat uns ja auch individuell gemacht. Jeden einzelnen einzigartig. Warum sollte das nach unserer Auferstehung wegfallen. Die Bibel redet von der Vollendung. Alle Menschen, die an Jesus glauben, werden dann, wenn sie auferstehen vollendet sein, d.h. ganz in das Bild Jesus verwandelt sein (Röm 8,29). Das bedeutet nicht, dass wir alle wie Jesus aussehen, sondern dass wir alle mit individuellem Charakter und Aussehen so leben und handeln, wie es dem Wesen des Sohnes entspricht. Deswegen behaupte ich persönlich, dass wir uns sogar an unserem Aussehen wiedererkennen. Als die beiden AT-Berühmtheiten Elia und Mose auf den Berg der Verklärung kommen, werden sie auch als Mose und Elia erkannt. Es sind nicht zwei andere Typen, sondern Mose ist Mose geblieben und Elia ist Elia geblieben.

Wir halten fest: Nach unserer Auferstehung werden wir einen neuen Körper haben, der unserem äußerlichen jetzigen Ich entspricht, aber perfekt und makellos ist. Wie alt wir dann sein werden – gute Frage! Adam und Eva waren die einzigen Menschen, die nicht die Veränderung von Baby zu Erwachsenen durchgemacht haben. Gott hat sie sofort in bestem Alter geschaffen. Vielleicht müssen wir uns das so vorstellen. Zusätzlich wird unser inneres Ich (Charakter, Individualität) nicht verlorengehen, sondern auch vollendet. So leben wir gemeinsam mit dem 3-einen Gott auf einer neuen Welt.

Leben in der neuen Welt

Wie wird das Leben dort sein? Sicherlich wunderschön und atemberaubend. Eine neue Schöpfung gilt es zu entdecken und zu bebauen und bewahren. Das ist der ureigenste Auftrag des Menschen gewesen. So lesen wir es in 1Mo 2,15. Wir werden all die Dinge tun, die zum Menschsein gehören aber mit Gott zusammen. Essen, Trinken, kreativ sein, Genießen, Reisen, Gottesdienst feiern, Anbeten, etc. Selbstverständlich werden wir unseren Schöpfer anbeten. Allerdings sollten wir uns dieses Leben in der Gegenwart nicht unbedingt wie ein immerwährender Gottesdienst vorstellen oder ein ständiges „Halleluja-Singen“. Röm 12,1 legt uns nahe, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst, ein Opfer sein soll. Genau das wird uns dort erwarten. Wir leben mit unserem Schöpfer und leben genau diese Anbetung in all unserem Tun, aber auch durch Wort und Lied. Wir haben uns oben angeschaut, dass sich auch die Schöpfung (Tier und Pflanzen) nach Erlösung sehnt. Im AT gibt es ein paar Bibelstellen, die uns einen Blick in diese neue, befriedete Schöpfung geben. Ja, manchmal werden sie allein für ein mögliches 1000-jähriges Reich gesehen. Ich persönlich halte aber auch die Möglichkeit für denkbar, dass es sich auch um diese neue Welt handeln kann. Z.B. Jes 11,6: „Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern. Das Kalb und der Junglöwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben. 7 Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen werden zusammen lagern. Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. 8 Und der Säugling wird spielen an dem Loch der Viper und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle der Otter. 9 Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land ist voll von Erkenntnis des HERRN wie von Wasser, das das Meer bedeckt.“ Hier sehen wir eine absolut befriedete Schöpfung, wo Mensch und Tier gemeinsam miteinander leben. So stelle ich mir diese neue Welt vor.

Innige, ewige Beziehung zu Gott leben

Jesus bete in Joh 17,24: „Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“ Wir werden bei Jesus sein und seine Herrlichkeit schauen. Dort werden wir diese Ruhe im vollen Umfang erleben, von der Jesus in Mt 11,28-30 redet. Wir finden sie nochmals in Hebr 3+4. Wie ist diese Beziehung zu beschreiben? Offb 21,4: „Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Gott höchstpersönlich wird Zeit haben für jeden einzelnen Menschen. Wie ein liebender Vater, der sein Kind in den Arm nimmt und tröstet. Wer könnte besser trösten als der Gott allen Trostes? (2Kor 1,3). In Jes 66,10ff lesen wir Worte, die wir uns auch gut für diese neue Welt vorstellen können: „Freut euch mit Jerusalem und jubelt über sie, alle, die ihr sie liebt! Jauchzt mit ihr in Freude, alle, die ihr über sie getrauert habt! 11 Damit ihr saugt und euch sättigt an der Brust ihrer Tröstungen, damit ihr schlürft und euch labt an der Fülle ihrer Herrlichkeit. 12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich wende ihr Frieden zu wie einen Strom und die Herrlichkeit der Nationen wie einen überflutenden Bach. Und ihr werdet saugen. Auf den Armen werdet ihr getragen und auf den Knien geliebkost werden. 13 Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten. An Jerusalem sollt ihr getröstet werden. 14 Ihr werdet es sehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Gebeine werden sprossen wie das junge Gras.“ Schöne Verse, die uns das Trösten Gottes beschreiben. Alles, was wir an Negativem erlebt haben, werden wir in der alten Welt lassen. „Tod, Trauer, Geschrei und Schmerz“ – das sind Beschreibungen für jede Art von Leiderfahrung, die wir in der gefallenen Welt aktuell machen. All das wird es nicht mehr geben, denn Gott spricht: „Siehe ich mache alles neu“. Neue Menschen, in einer neuen Welt, die in einer ungetrübten innigen Beziehung zu ihrem Schöpfer leben.

Echtes, ewiges Leben

Wir lesen in V6: „Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“ In dieser neuen Welt wartet Leben auf uns. Echtes Leben. Ungetrübtes Leben. Unendliches Leben. Unvergängliches Leben. Es wird nun wahr werden, was Jesus mehrfach bei seiner Menschwerdung gesagt hatte. Z.B. Joh 11,25f: „Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; 26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit.“ Nicht sterben ist uns verheißen, sondern leben in Ewigkeit. Joh 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“ Jesus ist das Leben. So lesen wir das auch in Joh 1,4: „in ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.“ Der nun, der an ihn glaubt, wird Anteil an diesem Leben bekommen. Wir können uns nur ansatzweise vorstellen, was das konkret bedeuten wird. Ein nicht endendes Leben ohne Krankheit, Sorgen, Ängste, Tod, Sünde, etc. Als Jesus nach seiner Auferstehung auf der Erde war konnte man schon ein wenig von diesem Leben sehen. Der neue Körper ist nicht abhängig von Raum und Zeit. Man kann sich quasi beamen. Jesus wird mit diesem neuen Leben in der unmittelbaren Gegenwart Gottes all unsere tiefsten Sehnsüchte erfüllen. Jeder wird aus der Quelle des Lebens trinken. Jesus selbst ist diese Quelle.

Was geschieht unmittelbar nach unserem Tod

Unser Text spricht nicht über dieses Thema und doch fragt man sich: Wann wird das „Siehe ich mache alles neu“ kommen? Jesus berichtet uns über zwei Menschen, die sterben. Es ist die Geschichte aus Lk 16,19-31. Es ist kein Gleichnis, sondern es sind zwei reale Menschen und in der Erzählung kommt auch die reale Person Abraham vor. Beide sterben und kommen sofort an einen Ort. Der reiche Mann an einen schlechten Ort, der hier mit Hades, Totenreich, bezeichnet wird. An diesem Ort leidet der Mann Qualen. Der arme Lazarus kommt an einen Ort, an dem er von Engeln gebracht wird. Er ist dort in Abrahams Schoß. Er ist der Ort, der uns an das Paradies erinnert. Ein guter Ort. Was ist der Unterschied? Lazarus bedeutet Gott hat geholfen. Er steht für jemand, der an Jesus glaubt und eine tolle Zukunft vor sich hat. Der reiche Mann hat aus der Perspektive Jesu keinen Namen. Er ist für das Reich Gottes ein Unbekannter. Er hat nicht an Jesus geglaubt. Unser Leben hier auf der Erde und unsere Beziehung zu Jesus klären, an welchen Ort wir kommen. Dabei zeigen uns andere Berichte, dass der gute Ort der Ort ist, an dem auch Jesus und der Vater sind. Als Stephanus gesteinigt wird, sagt er in Apg 7,56+59: „Siehe, ich sehe die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes stehen…..Herr Jesus, nimm meinen Geist auf“ .Für Stephanus ist klar: Ich gehe jetzt zu Jesus. Er steht schon da und wartet auf mich, nimmt mich in Empfang. Jesus sagt bei seinem Sterben am Kreuz zu dem Schächer folgendes in Lk 23,43: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Wir kommen als an Jesus Gläubige an einen herrlichen Ort, den Jesus Paradies nennt. Es ist aber noch nicht die neue Erde. Man könnte es sozusagen als Vorhimmel bezeichnen, genauso wie es eine Vorhölle gibt. Die gute Nachricht lautet: Wenn wir sterben, dann sind wir sofort bei Jesus und in Gemeinschaft der anderen Heiligen (=Kinder Gottes). Warum sind wir nicht gleich am Ende und auf der neuen Welt? Es gibt u.a. die Stelle aus Offb 6,9ff, als das 5. Siegel geöffnet wird: „Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 11 Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten.“ Hier sind Gläubige bereits gestorben und müssen warten. Das Geschehen auf der alten Erde ist noch im Gange und offensichtlich nehmen sie das wahr. Wir sehen hier einen Blick in den Warteraum/Vorhimmel am Altar Gottes. Die Schaffung der neuen Welt ist noch nicht geschehen. Erst wenn die Zeit der alten Erde abgelaufen ist und Jesus sichtbar wiederkommt und Gericht hält, kann diese neue Welt kommen.

Nicht alle Menschen sind auf dieser neuen Welt dabei

Wir kommen zu einer unangenehmen, aber sehr wichtigen Wahrheit. Es sind die Verse 7+8: „Wer überwindet, wird dies erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein. 8 Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ Wer wird auf dieser neuen Welt dabei sein? Es sind diejenigen, die überwunden haben. Sie werden diese neue Welt Gottes erben und Söhne/Töchter Gottes sein. Wann überwindet man und was überwindet man? Dazu 1Joh 5,4f: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. 5 Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist.“ Überwinden tun Menschen auf dieser Welt, die an Jesus als Sohn Gottes glauben und dadurch zu neuem Leben wiedergeboren sind. Sie überwinden die Vergänglichkeit, die Sünde, den Tod. Aus der Sicht Gottes sind alle Menschen zunächst tot, geistlich tot. Eph 2,1: „Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden.“ Alle Menschen sind zunächst Sünder (Röm 3,23) und aus der Sicht Gottes geistlich tot.Dieser Zustand kann nur durch Glauben an Jesus überwunden werden. Dieser Glaube bringt sofort unsere geistliche Auferweckung mit sich und wir sind nun lebendig in und durch Christus -> Eph 2,5: „auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet!“ Überwinden hat also nichts damit zu tun, dass Menschen besser als andere wären, also durch eigene Leistung, sondern hängt einzig und alleine am Verhältnis zum Lebendigen – Jesus Christus. Diese Menschen stehen im Buch des Lebens. Wenn man noch Lk 16,19ff hinzunimmt, dann wird deutlich: Nach dem Sterben gibt es keine Möglichkeit mehr, die Seiten zu tauschen. Es ist ein unüberwindbarer Graben da. Hebr 9,27: „Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“. Genau das gleich sagt uns Joh 5,28f: „Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören 29 und hervorkommen werden; die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts“. Dieses Gericht wird uns in Offb 20 beschrieben und der Ausgang ist der Feuersee, der auch der zweite Tod genannt wird. Hier ist die Bibel schon sehr konsequent. Geistlich tote Menschen sterben den irdischen Tod (erste Tod) und dann nach dem Gericht ereilt sie der zweite Tod – die ewige Trennung von Gott an einem Ort der Pein – der Feuersee. In unserem Abschnitt heißt es so in V8: „Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.“ Wer ist also in diesem Feuersee? Es sind die Menschen, die Sünder geblieben sind bis zu ihrem ersten Tod hier auf Erden. Wir lesen analog dazu 1Kor 6,9: „Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch mit Männern Schlafende 10 noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. 11 Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ Ähnliche Aufzählung und ja – auch Christen gehören ursprünglich zu dieser Kategorie. Sie waren auch Sünder, aber der Unterschied ist: Sie haben sich reingewaschen im Blut des Lammes (Offb 7,14). Nur so jemand findet Eingang ins Reich Gottes. Weitere Stellen, wo wir diesen doppelten Ausgang sehen. Mt 7,13f; Mt 25,46; 2Thess 1,9; Dan 12,2, Joh 3,36, usw. Auch Jesus redet sehr oft davon – siehe nächster Punkt!

Der Feuersee

Es ist für uns schwer zu fassen, wie dieser furchtbare Ort aussehen mag und was dort sein wird. Tatsächlich aber müssen wir festhalten: Auch den schlimmsten Menschen wünschen wir nicht an dieses Ort. Feuer steht immer wieder in der Bibel für das Gericht – 2Petr 3,7, wir hatten die Stelle oben, redet vom Gericht mit Feuer, das über die ganze alte Erde geht. Eine der ältesten biblischen Geschichten ist wahrscheinlich die Zerstörung Sodom und Gomorras. Hier heißt es in 1Mo 19,24: „Da ließ der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel 25 und kehrte diese Städte um und die ganze Ebene des Jordan und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.“. Es handelt sich hier um ein irdisches Gericht, nicht um das letzte Gericht. Aber das Bild ist klar: Feuer und Schwefel als Gerichtsbilder. Gott selber ist ein verzehrendes Feuer – Jes 7,32. Weiter lesen wir in Jes 66,15f: „Denn siehe, der HERR kommt im Feuer, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, um seinen Zorn auszulassen in Glut und sein Drohen in Feuerflammen. 16 Denn mit Feuer hält der HERR Gericht, mit seinem Schwert vollzieht er es an allem Fleisch, und die Erschlagenen des HERRN werden zahlreich sein.“ Eine schlimme und sehr ernste Stelle. Gott hält Gericht über die Menschen. Wir lesen ähnliche Dinge schon vorher im Jesajabuch z.B. in Jes 30,33: Denn längst ist eine Feuerstätte hergerichtet. Auch für den König] ist sie bereitet, tief und weit hat er sie gemacht. Ihr Scheiterhaufen ist für das Feuer und hat Holz in Menge. Wie ein Schwefelstrom setzt der Atem des HERRN ihn in Brand.“ Hier haben wir das Bild einer „Feuerstätte“, wie wir sie auch in unserem Abschnitt finden. Auch der Schwefel kommt in dieser Stelle vor. Weiter lesen wir in Jes 66,24: Und sie werden hinausgehen und sich die Leichen der Menschen ansehen, die mit mir gebrochen haben. Denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.“ Hier haben wir ein Bild des nicht endenden Gerichts Gottes an den Menschen, die ohne Gott und ohne die in Anspruch genommene Gnade durch Jesus gelebt haben (mit mir gebrochen = Sünder). Gottes Zorn wird hier an den Menschen offenbar, die ohne ihn gelebt haben. Woran wird es festgemacht werden? Joh 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ Wenn wir dazu noch 1Thess 1,10 lesen: „und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns rettet von dem kommenden Zorn.“ Jesus hat am Kreuz den Zorn Gottes auf sich genommen, den wir verdient hätten. Hier nimmt er allen Fluch auf sich (Gal 3,12). Wer aber Jesus ablehnt, auf dem bleibt der Zorn Gottes und er ist und bleibt ein Verfluchter vom HERRN (Jer 17,5). Jetzt wird es wichtig – Jesus greift die Bilder aus dem AT auf und stellt sich dazu, erweitert sie. Niemand redet öfter über die Hölle (gr. Gehenna) als Jesus. Er selbst bringt es in Mt 10,28: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu verderben vermag in der Hölle!“ Wichtig ist, dass Jesus nicht vom Totenreich (gr. Hades spricht). Dieser Begriff kann beide Seiten meinen nach Lk 16,19ff (also die Gute und die Schlechte), sondern von dem Ort Hölle (gr. Gehenna). Es gibt also diesen furchtbaren Ort. Er kommt im NT 12x vor, 11x benutzt ihn Jesus, 1x Jakobus. 3x verwendet ihn Jesus in der Bergpredigt (Mt 5,22.29.30). Dabei macht Jesus deutlich, dass es sich um einen Gerichtsort handelt. Mt 23,33: „Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?“ Welche Beschreibung macht Jesus in diesen Stellen? Es ist kein Gericht rein für die Seele, sondern für Leib und Seele. In Mk 9,43 ist die Rede vom „unauslöschlichem Feuer“. Weiter verwendet Jesus Beschreibungen von der „äußeren Finsternis“. Hier lesen wir z.B. Mt 8,22: „da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein“. Ein Ort des Leidens und der Schmerzen (Weinen) und der Rebellion gegen Gott (Zähneknirschen). Zähne knirschen tut man vor Wut. So lesen wir es in Apg 7,54 oder in Ps 35,16: „Als gottlose Verächter meines Rückzugsortes knirschen sie gegen mich mit ihren Zähnen.“ Wenn wir noch in das letzte Buch der Bibel gehen, dann finden wir auch hier einige Stellen. Feuersee oder See, der mit Feuer und Schwefel brennt, kommt 5x vor. Offb 19,20; Offb 20,10.14.15; Offb 21,8. Es ist der finale Ort der Feinde Gottes: Gottlose Menschen, Satan und seine Dämonen, der Tod/Hades selbst. Dabei lesen wir in 1Kor 15,26: „Als letzter Feind wird der Tod weggetan“. Was wird über diesen Ort gesagt? Er wird als zweiter Tod bezeichnet. Was lesen wir sonst? Offb 20,10: „Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Die Konstruktion „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ ist eine sehr starke Konstruktion. In der griechischen Sprache des außerbiblischen Umfeldes gibt es diese Konstruktion nicht – es ist eine rein biblische Wortschöpfung, die aus dem Hebräischen kommt. Wenn man Ewigkeit (gr. Aion) mit Zeitalter übersetzen würde, dann hieße es: „Durch alle Zeitalter hindurch“. Es gibt keine stärkere Formulierung in der Schrift um ewig – für immer – auszudrücken. In der Offenbarung kommt er mehrfach vor. Gott lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit – Offb 4,10. Christus wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit – Offb 11,15. Der Rauch der Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit – Offb 14,11+19,3. Die Christen werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit – Offb 22,5. Das Gegenüber wäre Dan 7,18 aus dem AT, wo steht, dass „die Heiligen das Reich besitzen werden von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Müssen wir uns diesen Ort tatsächlich als einen See vorstellen, der brennt und in den alle Ungläubigen geworfen werden? Wir haben es hier auch mit prophetischen Bildern zu tun, die eine gewisse Unschärfe haben. Fakt ist: Es wird ein sehr unschöner Ort sein!

Das neue Jerusalem

Es ist die Stadt Gottes – die Stadt der Heiligen. Verfolgt man den Text aus Offb 21 über unseren Abschnitt hinaus, dann wird erklärt, was es mit dieser Stadt auf sich hat. V9ff:Komm her! Ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen. 10 Und er führte mich im Geist hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie aus dem Himmel von Gott herabkam, 11 und sie hatte die Herrlichkeit Gottes.“ Die Stadt ist auch die Braut. Es sind die Gläubigen, die hier mit der Stadt „neues Jerusalem“ identifiziert werden. Wichtig erscheint mir: „Sie hatte die Herrlichkeit Gottes“. Ein toller Satz, denn damit sind wir gemeint. Wir werden Herrlichkeit haben durch unseren HERRN Jesus. ER hatte darum gebeten in Joh 17,24 und hier lesen wir: Es wird so kommen.

1.4 Struktur des Abschnittes:

Johannes beschreibt in seiner Vision die neue Welt, die Gott schaffen wird. Wir haben eine Beschreibung von verschiedenen Dingen.

2. Verstehen, worum es geht

Wir haben mit dem Jahreslos eine geniale Textstelle. Es geht um den finalen Ort Gottes für die Menschen. Was verspricht Gott denen, die an seinen Sohn Jesus glauben? Es ist ein Leben in einer neuen Welt, in der Gott unmittelbar präsent uns sichtbar ist. Es ist ein Ort ohne Sorgen, Ängste, Nöte, Sünde und den Tod. Wir sollten unseren Zuhörern Lust und Vorfreude auf dieses ewige Leben machen und gleichzeitig den Ernst der Stelle nicht verschweigen: „Nicht alle werden dabei sein“. Damit muss die Frage beantwortet sein: Was bzw. wer ist die Eintrittskarte?

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Menschen leben in unserer Zeit in einer Welt, deren Untergang immer mehr im Mund der Medien ist – Klimakatastrophe etc. Die alte Welt scheint nicht auf Dauer angelegt zu sein. Wir Christen wissen etwas radikal anderes. Ja, die alte Welt wird am Ende von Gott im Gericht vergehen, aber er macht eine komplett neue, friedliche Welt, auf der es nichts Böses gibt. Es ist die heile Welt, nach der sich jeder Mensch zutiefst sehnt. Wir wissen um diese Wahrheit und um den, der die Eintrittskarte ist – Jesus Christus (Joh 14,6)

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

Wir sind in unserem Text ganz am Ende der Geschichte Gottes mit den Menschen, die einen Anfang für was radikal Neues darstellt. Es ist ein prophetischer Text, weswegen wir schauen müssen, ob es Bilder gibt, die wir übertragen müssen.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Ich stelle fest, dass wir über den Himmel (was kommt ganz am Schluss) sehr selten reden. Deswegen halt ich diese Predigt für eine sehr wichtige.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Wir wollen Lust auf den Himmel – die neue Welt – machen. Vorfreude und Sehnsucht nach unserem HERRN Jesus und nach dem, was er für uns schafft! Gleichzeitig wollen wir einladen sich diesem genialen HERRN anzuvertrauen. Vor allem in einer unsicheren Zeit wie der unseren gibt es diesen Anker Jesus und eine herrliche Zukunft.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Jesus macht Himmel und Erde neu (Vorschlag vom Verband)

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

  1. Alles neu! (V1-5)
  2. Nicht jeder ist dabei! (V8)
  3. Hast du das Ticket gelöst? (V6-7)

Zu 1. Alles neu (V1-5)

Christen gehen einer neuen Welt entgegen, die himmlisch sein wird – Gott wird seinen Wohnort zu uns Menschen verlagern. „Das Zelt Gottes bei den Menschen“. In diesem Punkt dürfen wir ausführlich entfalten, was wir oben erarbeitet haben. Wir gehen einer neuen Leiblichkeit entgegen. Wir gehen einer Existenz als neue Menschen in einer neuen Welt entgegen. Gott wird die ganze Schöpfung erlösen. Ein Leben mit Pflanzen und Tieren. Wir werden von unserem alten ich befreit werden, von unserem Fleisch – das ist die alte Natur, die immer wieder gegen Gott sündigt. Wir werden also zu 100% im Willen Gottes leben und einen Herrlichkeitskörper haben in der Form, wie Jesus ihn nach seiner Auferstehung hatte. Wir lassen also alles Schlechte hinter uns. Das ist wahrlich der Ort, an dem Gott all unsere Sehnsüchte stillen wird. Und doch ist es eine reale, irdische (Neue Erde) Existenz – kein herumfliegen meiner Seele oder sonst was. Wenn es eine neue Welt geben wird, dann sind doch auch bisher menschliche Dinge (die wir ja lieben) möglich. Essen, Trinken, Reisen, Kreativ sein etc. Gott wird Aufgaben für uns haben, denn der Urauftrag besteht weiterhin. Wir sollen herrschen über diese neue Welt. In 1Mo 1+2 lesen wir genau davon und es ist die Rede von Bebauen und Bewahren. Und ja – wir werden uns wiedererkennen und gemeinsam Gottes neue Schöpfung genießen und ihn anbeten.

Zu 2. Nicht jeder ist dabei (V8)

Wir haben hier einen sehr ernsten Vers. Nicht jeder Mensch wird diese neue Welt erben. Es ist eine unangenehme, aber dringend notwendige Wahrheit. Sie muss uns packen – für uns selbst, aber eben auch für unsere Mitmenschen. Dieser Ort ist so schlimm, dass wir uns nicht mal unsere größten Feinde dorthin wünschen. Wir müssen darlegen, dass die Bibel über den doppelten Ausgang spricht. Jesus redet so viel über die Hölle (Feuersee), wie kein zweiter. Es gibt diesen Ort der Gottverlassenheit an dem Gottes Zorn, Gottes Gericht sein wird. Wir machen hier keine Angst, sondern zeigen die Wahrheit der Schrift auf mit der Dringlichkeit: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht“.

Zu 3. Hast du das Ticket gelöst (V6-7)

Bist du ein Überwinder? Warst du bei der Quelle des Wassers des Lebens und hast davon getrunken? Es ist wichtig zu betonen: Der Weg heißt hier immer JESUS! Überwinden tun wir selbst nicht, aber wenn wir uns im Vertrauen an Jesus wenden, dann sind wir durch ihn Überwinder, weil er überwunden hat! Sein Sieg wird dann zu unserem und wir sind Kinder Gottes, die diese neue Welt erben werden. Komm zu Jesus uns lass dir das Ticket für die neue Welt schenken. Wir werben, ja wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. (2Kor 5,20)

                                                                                                                           (Manuel Nowak)