Predigtthema: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Zum Start in das Jahr wollen wir uns mit der Jahreslosung für dieses Jahr 2024 aus 1Kor 16,14 beschäftigen (ein beliebter Trauvers für Hochzeitsgottesdienste 😉). Wer eine Predigt oder einen Bibelkreis zu dem Thema vorbereitet, muss sich überlegen, ob er den Schwerpunkt thematisch auf die Jahreslosung selbst setzen möchte, oder ob er den ganzen Abschnitt ausführlich behandeln will.
Drei gute Möglichkeiten sehe ich hierfür:
Entweder man konzentriert sich auf 1Kor 16,14: „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen.“ Der Vers erscheint hier im Rahmen der abschließenden Ratschläge des 1. Korintherbriefs. Jeder dieser Ratschläge fasst ein Thema des Korintherbriefes nochmal kurz und prägnant zusammen. Deswegen scheint es mir in diesem Fall dem Text durchaus angemessen und möglich, diesen Vers einzeln zu behandeln und zu predigen; er ist auch ohne die Verse davor und danach gut verständlich. Außerdem greifen die Verse davor und danach dadurch Themen auf, die nicht zwingend mit diesem Vers zusammenhängen. Wenn man nur diesen Vers behandelt, der in gewisser Weise eine Zusammenfassung im Briefschluss von dem Hohelied der Liebe in 1Kor 13 ist, müssen wir aber beachten: 1Korinther 13 ist drei Wochen später im Predigtplan dran. Deswegen ist es in diesem Fall nicht hilfreich, sich auf 1Kor 16,14 in Zusammenhang mit 1Kor 13 zu fokussieren, da das Kapitel 13 dort nochmal gesondert gepredigt wird.
Eine zweite Möglichkeit ist es, sich auf 1Kor 16,13-14 in der Auslegung zu konzentrieren. Einige Kommentare sehen in diesen beiden Versen aus meiner Sicht zurecht einige abschließende Ratschläge, die die großen Themen des Buches nochmal zusammenfassen, die aber gleichzeitig eng zusammengehören. Die Korinther werden aufgefordert, wachsam zu sein, bis der Herr Jesus wiederkommt, da es Angriffe auf die Gemeinde geben kann. Die Korinther werden aufgefordert, fest im Glauben zu stehen, da theologische Angriffe und Verdrehungen von innen und außen kommen können. Die Korinther werden ermahnt mutig und stark zu sein durch Jesus Christus, und sich nicht unterkriegen zu lassen. Bei all diesem gilt aber gleichzeitig und eng verknüpft damit, dass alles in Liebe geschehen soll – wachsam, standhaft im Glauben, stark und mutig ohne die Liebe wäre zerstörerisch. Deswegen könnte man sich auf diese beiden Verse fokussieren und die Schlussermahnungen von Paulus an die Korinther behandeln, in denen die Jahreslosung als ein Teil eine große Rolle spielt.
Eine dritte Möglichkeit ist es, den ganzen Abschnitt 1Kor 16,13-24 zu predigen. Dabei muss man aber aus meiner Sicht vorsichtig sein, dass man nicht den ganzen Abschnitt zu sehr von Vers 14 ausgehend liest, weil man dort einen Schwerpunkt setzen will. Die abschließenden Schlusssätze sowie die Grüße am Ende sind vermutlich nicht als ein inhaltliches Stück von Paulus gedacht und auch wenn sich das Thema Respekt/Unterordnung in der Gemeinde und die Grüße durchaus mit dem Thema Liebe verknüpfen lassen würden, ist das vermutlich nicht die Absicht hinter den Versen. Paulus macht zuerst vier abschließende allgemeine Ratschläge (13-14), geht dann auf ein sehr konkretes Beispiel des Respekts und der Unterordnung innerhalb der Gemeinde ein (15-18) und schließt daraufhin mit abschließenden Grüßen (19-24). In diesen Grüßen geht es zwar nochmals um das Thema Liebe, zum einen um die Liebe zu Gott (22), zum anderen um die Liebe von Paulus zur Gemeinde in Korinth (24), trotzdem würde ich nicht den ganzen Abschnitt zu sehr von Vers 14 her interpretieren.
Ich vermute, da 1Kor 16,14 die Jahreslosung ist, dass viele von euch einen Schwerpunkt in der Predigt/Bibelarbeit auf diesen Vers legen werden. Deswegen werde ich in dieser Predigthilft vor allem 1Kor 16,14 ausführlicher besprechen. Auf den Vers 13 werde ich auch relativ ausführlich eingehen, da manche diese beiden Verse kombinieren. Zu den Versen 15-24 werde ich nur ein paar knappe Anmerkungen machen, für diejenigen, die trotz dem Schwerpunkt auf die Jahreslosung den ganzen Abschnitt ausführlich in die Predigt mit einbeziehen möchten.
Für 1Kor 16,14 ist vermutlich die wichtigste und gleichzeitig schwierigste Frage, in der man sich mit der Auslegung beschäftigen muss: Wenn alles, was wir tun, in der Liebe geschehen soll – was konkret heißt denn dann Liebe? Was ist hier mit Liebe gemeint, und was nicht?
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
Heiko Krimmer, Korintherbrief, C-Edition
Werner de Boor, Die Briefe des Paulus an die Korinther, Wuppertaler Studienbibel
Eckhardt J. Schnabel, Der erste Brief des Paulus an die Korinther, HTA
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Was ist der größere Kontext unseres Abschnitts?
- Da wir nur den Text zur Jahreslosung jetzt für diesen Gottesdienst verwenden und sonst nicht im Korintherbrief unterwegs sind, ist es wichtig, dass wir uns kurz über den größeren Kontext Gedanken machen.
- Paulus schreibt den Brief gemeinsam mit dem Bruder Sosthenes (1,1), vermutlich hat er ihn ihm in großen Teilen diktiert, aber eigenhändig unterschrieben (16,23). Paulus selbst war ca. von 50-51 n. Chr. ein Jahr und sechs Monate in Korinth und zu der Zeit entstand dort eine christliche Gemeinde (Apg 18,1-18). Den 1. Korintherbrief schrieb er vermutlich 55 n. Chr. aus Ephesus (1Kor 16,8).
- Der Grund für den Brief war eine Abordnung der Gemeinde, die ihn besuchte (16,12) und auf deren Anfragen er unter anderem in dem Brief eingeht. Außerdem hatte er durch die Leute der Chloe (1,11) weitere Nachrichten über die Situation in Korinth bekommen, auf die er eingeht.
- Im Korintherbrief werden verschiedene große Themen sowie einige konkrete Fragestellungen behandelt. Es geht beispielsweise um das Thema Einheit, Gemeindezucht, Rechtsstreitigkeiten in der Gemeinde, Ehe und Ehelosigkeit, den Umgang mit Götzenopferfleisch, die Gottesdienstordnung, das Abendmahl und die Geistesgaben.
- Einen Höhepunkt nimmt der Brief sicherlich in Kapitel 13, dem Hohelied der Liebe. Außerdem wird in Kapitel 15 zum Ende des theologischen Hauptteils des Briefes auf die Auferstehung aus den Toten und Gottes neue Welt eingegangen, was ein weiterer Höhepunkt des Briefes darstellt.
- In Kapitel 16 werden verschiedene abschließende Bemerkungen gemacht: Zuerst geht es um Geldsammlungen für die Gemeinde in Jerusalem (1-4), dann geht es um die Reisepläne von Paulus (5-12) und dann kommen wir zum Abschnitt des heutigen Sonntags: Allgemeine Schlussermahnungen (13-14), eine Aufforderung zu Respekt und Unterordnung in der Gemeinde an einem konkreten Beispiel (15-18) und die Grüße (19-25).
Vers 13:
Seid wachsam:
- Der erste allgemeine abschließende Ratschlag heißt ganz kurz und simpel: „Wachet“ oder „seid wachsam“. Der Satz bezieht sich auf verschiedene Aussagen im Korintherbrief zuvor und fasst diese zusammen: So ging es in 1Kor 1,8 darum, dass der Herr Jesus Christus uns Kraft gibt am Glauben festzuhalten bis zum Tag des Herrn am Ende. In 3,13ff und 5,5 ging es darum, dass der Tag des Gerichts am Ende alles ans Licht bringen wird – deswegen wollen wir wachsam sein bis dahin. Und in Kapitel 15 ging es ausführlich darum, dass wir aus den Toten auferstehen werden, dann, wenn die Posaune am Himmel erklingt und das Ende der Zeit ankündigt (15,52ff). An all das erinnert Paulus aus dem Brief, wenn er hier zusammenfasst: „Wachet!“
- Es ist außerdem eine Aufforderung, die in den Evangelien, in den Petrusbriefen und auch in den Paulusbriefen häufig vorkommt, meist in endzeitlichen Zusammenhängen. In der Endzeitrede von Jesus wird häufiger zur Wachsamkeit aufgefordert, verknüpft mit dem Bild des Diebes – denn Jesus kommt unerwartet wieder, wie ein Dieb (Mt 24,42f; 25,13; vgl. auch Offb 3,3). Im 1Thess 5,6 erscheint die Aufforderung zum Wachsam-Sein gepaart mit der Aufforderung zum Nüchtern-Sein im Kontext der Wiederkunft Jesu Christi und dem Tag des Herrn. Auch im 1Petr 5,8 heißt es, dass wir wachsam und nüchtern sein sollen (ähnlich wie in der Stelle in Thessalonicher). Dort allerdings in Blick auf den Teufel, der wie ein brüllender Löwe umhergeht und versucht, zu verschlingen. Wie auch in 1Kor 16,13 kommt direkt danach in 1Petr 5,9 die Aufforderung, fest im Glauben zu stehen.
Steht fest im Glauben:
- Der zweite allgemeine abschließende Ratschlag heißt: „Steht fest im Glauben.“ Bei allen Parteiungen und Streitigkeiten, die es in Korinth gab (1,10-17), bei allen theologischen Diskussionen und verschiedene Position beispielsweise zur Frage danach, was christliche Freiheit eigentlich bedeutet (Kapitel 8), sollen sich die korinthischen Christen auf die Glaubensgrundlage besinnen. Sie sollen im Glauben festhalten, das heißt auf der überlieferten Lehre der Apostel und auf den Grundlagen des Evangeliums fest stehen. Sie sollen an der Botschaft vom Kreuz festhalten und sich nicht davon abbringen lassen, auch wenn es der Welt manchmal töricht und dumm vorkommt (1,18ff). Sie sollen daran festhalten, dass Jesus stellvertretend für uns als Sühneopfer am Kreuz für unsere Schuld gestorben ist, am dritten Tage aber leibhaftig aus den Toten auferstanden ist (15,3-5). Das ist die Grundlage des Glaubens, ohne den der Glaube nichtig ist (15,14ff) und in diesem Glauben sollen sie unbeirrt festhalten.
- Das gleiche Verb erscheint im Neuen Testament ein paar Mal in diesem Zusammenhang: So heißt es in Phil 4,1 und 1Thess 3,8, dass die Christen fest stehen sollen – beides Male mit dem Zusatz: „im Herrn“. In 2Thess 2,15 heißt es: „So steht nun fest und haltet euch an die Überlieferungen …“. Darum geht es Paulus auch in diesem abschließenden Ratschlag: An den Überlieferungen festhalten, auf der Grundlage des Evangeliums und des Glaubens stehen bleiben.
Seid mutig und stark:
- Das erste Verb, das hier verwendet wird (andrizomai) findet sich im Neuen Testament nur an dieser Stelle und wird teilweise als „mannhaft“ und teilweise als „stark“ übersetzt. Das Substantiv dazu kann auch für „Heldentaten“ stehen. Im griechischen Alten Testament (der Septuaginta) findet sich das Verb jedoch häufiger, beispielsweise in Ps 27,14 oder 2Sam 10,12. An beiden Stellen kommt es auch kombiniert mit demselben zweiten Verb wie hier in 1Kor 16,13 vor (krataio). Auch wenn die Lutherübersetzung in den alttestamentlichen Stellen teilweise mit „seid getrost“ übersetzt, ergibt sich aus den Lexika und außerbiblischen Vergleichsstellen die Übersetzung als „seid stark“ als naheliegender. Das zweite Verb ist häufiger und meint auch „seid stark“. Beide Verben gehen also in eine ähnliche Richtung: Paulus fordert die korinthischen Christen auf, stark zu sein, auf gewisse Weise zu „Heldentaten“ bereit zu sein. Der Gegensatz vom Starksein ist Feigheit und Schlaffheit. Die Christen sollen mutig und stark sein, sich der heidnischen Gesellschaft, den traditionellen Werten und Praktiken damals widersetzen und stattdessen mutig für ihre christlichen Werte einstehen und danach leben.
- Paulus fasst also auch in diesem Wortpaar als abschließenden Ratschluss zusammen, was er im Brief schon öfters ausgeführt hat. Die Korinther leben in einem gottlosen Umfeld, sollen das Böse aber nicht in ihre Gemeinde eindringen lassen (1Kor 5,6-13). Die Christen dort leben teilweise in schwierigen Lebensumständen oder sind sogar Sklaven, sollen aber auch dort mutig ihren Glauben leben (1Kor 7,17ff). Sie sind Prüfungen ausgesetzt, in denen sie standhalten sollen (1Kor 10,1-14). All das fasst Paulus jetzt prägnant zusammen mit dem Satz: Seid mutig und stark. Stark sein können wir als Christen nicht aus uns selbst heraus, aber durch den Geist Gottes in uns (Eph 3,16).
Vers 14:
Wenn man nur Vers 13 liest, könnte man meinen, Paulus fordert die Christen nur auf, robust, stark, mutig, standhaft, wachsam zu sein – worum es im Korintherbrief durchaus ging. Aber bei all dem, was Paulus durch den Korintherbrief auch immer wieder deutlich gemacht hat (1Kor 13 besonders), darf besonders eines nichts fehlen: die Liebe. Denn ohne die Liebe ist all das nichts wert. Wie ist dieser Vers der Jahreslosung zu verstehen?
Was meint „alles“ in diesem Vers?
- „Alles bei euch“ ist hier tatsächlich allumfassend gemeint. Es bezieht sich sowohl auf die Handlungen des vorherigen Verses (wachen, standhaftsein und starksein), die in Liebe geschehen sollen. Es bezieht sich auch auf alle Personen, denen man mit Liebe begegnen soll, sowohl den Freunden, wie auch den Feinden (vgl. Mt 5,44). Es bezieht sich auf jeden Gedanken, der liebevoll gedacht sein soll, denn in den Gedanken beginnt, was danach aus uns heraus kommt. Es bezieht sich auf jedes Wort, das man ausspricht, da Worte wie Schwertstiche sein können (Spr 12,18) und sich wie Feuer verbreiten (Jak 3), soll jedes einzelne Wort in Liebe gesprochen werden. Außerdem bezieht es sich auf jede Tat und Handlung, die wir ausüben: Keine Handlung soll ohne Liebe, lieblos oder aus purem Egoismus stattfinden.
- In Rückblick auf den Korintherbrief wird durch diese Zusammenfassung deutlich: Alles, was angesprochen wurde – von den Diskussionen über die Einheit und Spaltungen in der Gemeinde über theologische Diskussionen zur Freiheit der Christen bis hin zu moralisch-ethischen Themen wie Unzucht, alles soll von Liebe begleitet werden. Auch das geistliche Leben und das Einsetzen der Geistesgaben ist nichts – ohne die Liebe (1Kor 13). Also es geht tatsächlich um alles!
Was meint das Wort „in/aus/durch“?
- Das kleine Wort, das hier für „in“ steht, kann im griechischen sehr viele Aspekte ausdrücken: Es bedeutet „in, mit, bei, eng in Verbindung mit, durch, wegen“. Ich denke, hier ist es relativ breit aufzufassen: Alles, was wir tun, soll ganz eng verbunden sein mit Liebe – sowohl als Motivation, als Grund, als Ausgangspunkt, als auch als Ziel, Wirkung und Ergebnis. Wir sollen aus der Liebe heraus, die Jesus uns als seinen Feinden erwiesen hat (Röm 5,6-8), ebenso liebevoll handeln. Wir sollen alles, was wir tun und sagen, ganz eng mit Liebe verbunden lassen sein. Liebe soll unser ganzes Denken, Reden und Tun prägen.
Was ist mit „Liebe“ hier gemeint?
- Die wichtigste Frage in der Jahreslosung ist, zu klären, was mit „Liebe“ konkret gemeint ist. Im griechischen Wort steht hier das Wort „Agape“, das häufig auch für Gottes Liebe zu uns verwendet wird, teilweise aber auch einfach als ein allgemeines Wort für Liebe. Der Rückblick auf den Korintherbrief scheint mir auch hier entscheidend zu sein, um das Wort Liebe richtig und nicht falsch zu verstehen. Was ist ein liebevoller Umgang in allen Dingen, den Paulus durch den Brief hindurch ausgeführt hat? Ein paar Punkte zeige ich hier auf, das kann natürlich nicht umfassend sein.
Liebe im Korintherbrief:
- Liebe heißt, dass wir nach Einheit streben und nicht nach Spaltung (Kapitel 1).
- Liebe heißt, nicht aus dem natürlichen Verstand, sondern aus dem geistlichen Verstand heraus Gottes Weisheit zu erkennen (Kapitel 1-2)
- Liebe heißt, anderen in der Gemeinde zu dienen (Kapitel 3).
- Liebe heißt, nicht überheblich zu sein, sondern bereit zum Leiden zu sein (Kapitel 4).
- Liebe heißt, das Evangelium zu verkündigen und andere im Glauben zu erziehen wie Kinder (Kapitel 4).
- Liebe heißt, (sexuelle) Verfehlungen klar anzusprechen, zurechtzuweisen und notfalls sogar aus der Gemeinde auszuschließen aus Liebe (Kapitel 5).
- Liebe heißt, bei Rechtsstreitigkeiten auch wenn man im Recht ist zurückzustecken für den anderen (Kapitel 6).
- Liebe heißt, den Körper rein zu halten für Gott und die anderen (Kapitel 6).
- Liebe heißt, sexuellen Verkehr mit dem Ehepartner nicht zu unterlassen und sich gegenseitig in der Ehe körperlich hinzuschenken (Kapitel 7).
- Liebe heißt, treu sein in der Ehe – Scheidung ist keine Option (Kapitel 7).
- Liebe heißt, auf Dinge zu verzichten aus Rücksicht auf andere, auch wenn man es eigentlich tun dürfte (Kapitel 8).
- Liebe heißt, bereit zu sein, auf Lohn, Essen oder sogar Heirat zu verzichten, um anderen Menschen zu dienen (Kapitel 9).
- Liebe heißt, allen Menschen das Evangelium zu verkündigen, und zwar so, dass sie es verstehen und begreifen können (Kapitel 9).
- Liebe heißt, dass man auf den Vorteil des anderen achtet und für niemand ein Glaubenshindernis sein will (Kapitel 10).
- Liebe heißt, dass beim Abendmahl oder allgemein in der Gemeinde niemand hungrig nach Hause geht (Kapitel 11).
- Liebe heißt, dass jeder seine geistlichen Gaben (die jeder hat), für den anderen einsetzt (Kapitel 12).
- Liebe heißt: „Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet. 5 Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach. 6 Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit. 7 Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.“ (1Kor 13,4-7) Spannenderweise heißt es hier in Vers 3, dass selbst Spenden und Besitz an Arme verteilen oder sein Leben für andere geben nichts wert ist ohne die Liebe. Gott will also keine lieblosen guten Taten.
- Liebe heißt, im Gottesdienst verständlich und mit einer guten Ordnung unterwegs zu sein (Kapitel 14).
Liebe von Jesus: (denn Gott ist Liebe 1Joh 4,16)
- Auch hier könnte man viele Stellen durchgehen, an denen sich wunderschön zeigt, wie Jesus alles, was er tat, in Liebe tat. An ein paar Beispielen möchte ich das zeigen:
- Markus 10,21: Jesus sieht den reichen Jüngling mit Liebe an: Er sieht, an was es ihm fehlt, spricht seine Schuld offen und direkt an. Er ruft ihn in die Nachfolge und lädt ihn zu sich ein. Er wünscht sich, dass er Erlösung und Rettung findet.
- Matthäus 9,36: Jesus leidet mit den Menschen mit, er hat Mitgefühl mit ihnen, weil er ihre Hilflosigkeit sieht ohne guten Hirten.
- Lukas 22,61: Jesus blickt Petrus, nachdem dieser ihn verleugnet hat, liebevoll an, sieht und weiß um seine Schuld, aber verstößt ihn trotzdem nicht.
- Lukas 22,42: Jesus ging den Weg für uns ans Kreuz und in die Gottverlassenheit, obwohl er davor tierische Angst hatte, Blut schwitzte und es eigentlich nicht wollte; sein Retter-Wille war größer!
- 1Joh 3,16: „Was Liebe ist, haben wir an dem erkannt, was Jesus getan hat: Er hat sein Leben für uns hergegeben.“
- Röm 8,35: „Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen? Lebensgefahr? Das Schwert des Henkers?“
- Röm 8,38f: „Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, 39 weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.“
Was lernen wir hieraus über Liebe?
- Liebe ist keine Romantik, aber auch nicht bloß Gutes tun. Liebe ist keine Einheitlichkeit um jeden Preis und Liebe ist kein Wahrheit verschweigen.
- Liebe ist, wenn wir von Jesu Liebe geprägt werden: Wenn wir tatsächlich von Herzen gern (auch wenn es manchmal schwer fällt) auf den anderen achten, ihn schätzen, ihn zurechtweisen, ihn annehmen; wenn wir ihm von Jesus erzählen und ihn im Glauben fördern, dass er wachsen und aufblühen kann; wenn wir uns gegenseitig Schuld bekennen und Vergebung zusprechen; wenn wir uns hingeben und aufopfern, damit der andere Errettung findet. Liebe ist etwas, was uns selbst eigentlich nie schaden sollte – aber in einer sündigen und gebrochenen Welt, heißt zu lieben manchmal auch, sich selbst aufzugeben und hinzugeben, wie Jesus es für uns getan hat.
Vers 15-18:
Wer ist das Haus des Stephanas?
- Sie waren unter den ersten Gläubigen ihrer Region.
- Sie wurden von Paulus getauft (1,16).
- Sie haben sich in den Dienst der Heiligen gestellt, waren leitende und treue Mitarbeiter in der Gemeinde.
Wozu fordert Paulus hier auf?
- Paulus fordert zur Unterordnung auf, auch in der Gemeinde soll es eine gesunde Ordnung geben.
- Man soll sich den Christen unterordnen und sie respektieren, die schon länger im Glauben sind (Erstlinge in Achaia).
- Man soll sich den Mitarbeitern unterordnen und sie respektieren, die fleißig und treu dienen.
- Man soll sich den Mitarbeitern unterordnen und sie respektieren, die im Reisedienst und als Ermutiger für das Evangelium unterwegs sind.
Vers 19-24: Fast alle Paulusbriefe enden mit Grüßen zum Schluss der Briefe, so auch hier
Wer grüßt hier alles?
- Gemeinden aus der Provinz Asien: Das ist die heutige Westtürkei, wo unter anderem Ephesus liegt, die Gemeinde, in der Paulus zu der Zeit war. Andere uns bekannte Gemeinden in der Provinz waren beispielsweise die Gemeinde in Kolossä, Laodizea oder Troas.
- Aquila und Priska: Ein Ehepaar, das ursprünglich aus Rom kam, dann in Korinth wohnte und dort die Gemeindegründung von Paulus miterlebte. Sie zogen mit Paulus nach Ephesus (Apg 18,18.26).
- Die Gemeinde, die in ihrem Haus zusammenkommt, alle Geschwister von Ephesus.
Was ist mit dem heiligen Kuss gemeint, mit dem sie sich grüßen sollen?
- Es ist eine häufige Aufforderung zum Schluss von Briefen im Neuen Testament: 2Kor 13,12; Röm 16,16; 1Thess 5,26; 1Petr 5,14.
- Damals war es eigentlich unüblich, sich in der Öffentlichkeit zu küssen. Wir wissen nur von zwei Kontexten, wo der Kuss verwendet wurde: Im privaten Bereich ist der Begrüßungskuss im 1. Jahrhundert nicht unüblich: Wenn man sich verwandtschaftlich oder emotional nahe stand, wurde zur Begrüßung teilweise mit einem Kuss (auf die Wange) begrüßt. Außerdem war der Kuss ein Zeichen von Ehrerbietung, die Untergebene dem Höhergestellten als Geste entgegenbrachten.
- Es ist davon auszugehen, dass Paulus hiermit deutlich machen will: In der Gemeinde seid ihr wie eine Familie, es soll ein enges, inniges und liebevolles Miteinander geschehen. Es ist ein Ausdruck der geschwisterlichen Verbundenheit, des persönliche-freundschaftlichen Miteinanders sowie der Gleichrangigkeit der Christen.
Wie ist Vers 22 gemeint – wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der ist verflucht?
- Es geht hier nicht um Personen, die Jesus nicht kennen, da sie mit dem Evangelium vertraut gemacht werden sollen (was der Kontext des Briefes deutlich macht) und nicht verflucht sind. Es geht hier vermutlich um Gemeindemitglieder, die den Herrn nicht lieb haben und stattdessen gottlos leben (vgl. die Ausführungen von Paulus in 1Kor 5,9-11). Wie im Alten Testament das Volk Israel von Gott erwählt wurde und danach von ihnen Gehorsam erwartet wurde, so verpflichtet das Geschenk des Heils in Jesus Christus Christen dazu, sich von allem gottlosen Verhalten zu trennen (auch wenn das ein Prozess der Heiligung ist). Wer sich zur Gemeinde zählt, aber die Herrschaft Jesu über sein Leben völlig ablehnt, sondern auf seinen falschen Wegen fröhlich weiter wandelt, der sei verflucht.
Wie ist der Maranatha-Ausruf zu verstehen?
- Der Ausruf findet sich exakt auf diese Weise nur hier im Neuen Testament. Er kann entweder imperativisch verstanden werden: „Herr, komm wieder!“, oder indikativisch: „Unser Herr kommt wieder!“. Wahrscheinlicher ist der Imperativ, wie in Offb 22,20. Die Gemeinde hat um das Kommen Jesu gebetet.
Vers 24: Was soll der ungewöhnliche Schlusssatz von Paulus hier noch?
- Normalerweise endet Paulus Briefe mit Segenszusprüchen – wie hier Vers 23: „Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch!“ Hier fügt er in Vers 24 einen Vers hinzu, der sonst für das Neue Testament eher ungewöhnlich ist. Er sagt: „Meine Liebe ist mit allen, die auch zu Jesus Christus gehören.“ Das ist gerade im Korintherbrief ein schöner Schlusssatz: Nachdem Paulus lange ermahnt, korrigiert und diskutiert hat, versichert er den Christen in Korinth, dass er sie lieb hat. Damit setzt er selbst um, was er in 1Kor 13 oder in 1Kor 16,14 anmahnt und zeigt und drückt dies auch aus, dass er trotz aller Schwierigkeiten die Christen in Korinth liebt und sich eng mit ihnen verbunden sieht.
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Der Vers der Jahreslosung lässt sich auf der Grundlage des Evangeliums und der Liebe Jesu Christi auf uns genauso übertragen wie damals auf die Korinther. Teilweise gilt es zu überlegen, inwieweit sich in unserer Kultur Liebe und Innigkeit anders ausdrückt als in der damaligen Kultur (beispielsweise der Bruderkuss). Die äußeren Formen, wie sich Liebe ausdrückt, können sich ändern, die Liebe, die wir von Jesus her verstehen wollen, als Motivation und zentraler christlicher Wert jedoch nicht.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Wir sind am 1. Januar (oder zumindest am Start des neuen Jahres) am Start eines neuen Kalenderjahres. Einige der Zuhörer nutzen den Jahresumbruch um zu überlegen: Was nehme ich mir für das neue Kalenderjahr vor? Was steht dieses Jahr an? Gerade da ist diese Jahreslosung besonders schön und wir können sie bewusst für das Jahr den Hörern mitgeben: Was heißt es, das Jahr und alles, was dieses Jahr ansteht und geschieht, von der Liebe Jesu bestimmen zu lassen?
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Vers 13:
Seid wachsam:
- Die Realität der Wiederkunft Jesu Christi und des kommenden Endgerichts soll unser heutiges Leben bestimmen. Sind wir bereit, dem Herrn Jesus Christus bei seiner Wiederkunft zu begegnen? Bist du bereit, wenn er heute wiederkommt?
- Die Kompromisse, die die korinthischen Christen mit ihrer Umwelt geschlossen haben, ermahnen uns: Lasst uns wachsam sein gegenüber den schädlichen Einflüssen der gefallenen Umwelt auf uns. Wachsam sein heißt auch, in einer finsteren Welt an Jesus festhalten und sein Licht scheinen lassen, anstatt sich von der Finsternis anstecken zu lassen (vgl. Röm 13,11-14).
Steht fest im Glauben:
- Gerade in einem säkularen Kontext stehen wir heute – wie auch die Korinther damals – schnell in der Gefahr, uns von den Grundlagen des Glaubens abbringen zu lassen. Da die Botschaft vom Kreuz, vom Sühnetod Jesu und von der Auferstehung der Welt oft töricht erscheint, sind wir in der Gefahr, uns von diesen Zweifeln der Welt anstecken zu lassen. Wir sind im Gegenteil aufgerufen, ganz fest an den Grundlagen des Glaubens festzuhalten, uns von Gottes Wort anstatt von der Welt prägen zu lassen, damit wir fest und nicht verunsichert sind.
Seid mutig und stark:
- Das Evangelium gibt uns Kraft, uns mutig und stark zu verhalten und persönliche und geistliche Stärke zu entwickeln.
- „Wir haben es mit der Aufforderung zu einem Gemeindeleben zu tun, das robust, intelligent und loyal sein soll, wobei die Betonung auf dem Denken und dem Willen liegt – alles andere als sentimental oder lässig. Die Korinther waren tolerant, wo sie hätten streng sein sollen, und intolerant oder lieblos, wo sie Manns genug hätten sein sollen, jene mit Nachsicht zu behandeln, die weniger robust waren.… Paulus hat bereits darauf hingewiesen, dass die Kirche Gottes etwas anderes, etwas Besseres ist als ein Debattierklub oder ein geselliger Verein oder ein spiritualistischer Zirkel. Anbetung und Gemeinschaft nehmen alle Fähigkeiten des Menschen in Anspruch.“ (Moffat)
- Mutig und stark sein heißt, durch Jesus zu Heldentaten bereit zu sein, wie Jesus für uns Heldentaten getan hat.
Vers 14:
- Hier können viele konkrete Beispiele und Anwendungen gezogen werden, in Bezug auf Menschen, Worte und auch Handlungen.
- Was heißt es konkret in deinem Leben, Freunde und Feinden mit Liebe zu begegnen? Wünscht du Menschen Gutes, die dir Schlechtes wollen, ob im persönlichen Umfeld oder im politischen und segnest diejenigen, die gegen dich sind? Tust du anderen Gutes und erweist ihnen Respekt, auch wenn sie dich mobben, ausgrenzen, benachteiligen?
- Was heißt es im Umgang mit deinen Worten bei Freunden, in der Schule, auf der Arbeit, mit Nachbarn, in deiner Ehe und Familie, gegenüber Eltern und Kindern – wenn jedes Wort in Liebe geschehen soll?
- Was heißt es im Umgang mit dem, was du tust, wenn alles aus Liebe geschehen soll? Hier gibt es viel Spielraum für Anwendungen oder auch zum Austausch in einem Kreis/einer Gruppe.
- Was heißt es auch schon für die Gedanken, nichts zu denken, was nicht aus Liebe ist?
- Liebe: Aus den Geschichten im Korintherbrief oder von Jesus können gut Beispiele genommen werden, wie Liebe aussehen kann. Es gilt zum Jahresbeginn zu überlegen: Was heißt es in diesem Jahr für mich, alles von Liebe geprägt sein zu lassen? Wo will ich von der Liebe Jesu lernen in meiner Familie, gegenüber Menschen, die Jesus noch nicht kennen, in der Gemeinde, auf der Arbeit oder bei meinen Freunden?
- Eine mögliche Konkretion ist das Evangelisieren: Was lasse ich es mir dieses Jahr kosten (an Überwindung, Anstrengung, Zeit), anderen Menschen aus Liebe das Evangelium weiterzugeben, damit sie errettet werden können? Wie kann das aussehen? Beispielsweise zum Gottesdienst einladen, Karten mit der Jahreslosung weitergeben und erzählen, warum dich das begeistert hat, …
- Wie kannst du deinem Ehepartner/Kindern eine Freude machen? Sie im Glauben voranbringen? Zum Beispiel gemeinsam darüber reden: Was wünscht du/ihr euch? Was kann ich dir Gutes tun?
- Uns fehlt es oft an der Liebe: Das darf uns zum Kreuz treiben, zum einen, um von dort Vergebung zu empfangen, zum anderen, um uns von der Liebe Jesu anstecken, verändern und inspirieren zu lassen.
- Konkrete Ideen von Vers 19-25: Häufig dem anderen auch sagen, „ich liebe dich“ oder „ich hab dich lieb“, wie Paulus es tut. Innig miteinander sein, das muss kein heiliger Kuss sein, wie damals, aber eine Umarmung, ein liebevoller Handschlag oder andere Gesten können Liebe vermitteln.
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Lasst euch in allem, was ihr tut, von der Liebe bestimmen.
3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Nur zu Vers 14:
- Gott liebt dich
- Deine Liebe ist begrenzt
- Gott will dich mit Liebe füllen
- Tue ALLES in Liebe
- Tue alles IN/DURCH Liebe
- Tue alles in LIEBE
- Alles, was du tust, soll aus Liebe geschehen
- Die mangelhafte Liebe von uns Menschen – was, wenn ich das nicht kann?
- Gottes Liebe zu uns – seine Liebe vergibt und motiviert uns
Vers 13-14:
- Seid wachsam bis zur Wiederkunft Jesu (13a)
- Haltet unbeirrt am Glauben fest (13b)
- Seid mutig und stark (13c)
- Bei allem wachsam, fest und stark sein – vergesst die Liebe nicht, die alle bestimmen soll! (14)
Vers 13-24:
- Seid stark und trotzdem bei allem voller Liebe (13-14)
- Wachsam sein – bis Jesus wiederkommt (13a)
- Haltet unbeirrt am Glauben fest (13b)
- Seid mutig und seid stark (13)
- Lasst alles bei euch von der Liebe geprägt sein (14)
- Haltet euch an die guten Ordnungen in der Gemeinde (15-18)
- Respektiert diejenigen, die schon länger im Glauben unterwegs sind (15)
- Respektiert diejenigen, die fleißig dienen und mitarbeiten (16)
- Respektiert diejenigen, die im Reisedienst oder als Ermutiger unterwegs sind (17-18)
- Lasst uns einander innig grüßen und einander liebhaben (Vers 19-24)
- Grüße unter Gemeinden: Lasst uns mit allen Geschwistern verbunden sein! (19-20a)
- Grüßt euch voller Innigkeit untereinander – mit heiligem Kuss (20b)
- Persönliche Grüße ausrichten wie Paulus (21)
- Nur wer den Herrn lieb hat, gehört zur Gemeinde! (22a)
- Die Lebensperspektive von uns Christen ist: Jesus, komm wieder! (22b)
- Die Gnade Jesu ist mit uns (23)
- Liebt die anderen, auch wenn sie manchmal schwierig sind, wie Paulus die Korinther liebt (24)
3.3 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Vers 13:
Wachsam sein:
- Ein schönes Bild, auf das man in einer Predigt näher eingehen kann: Wir sollen nicht schlafen, nicht betrunken sein, sondern wachsam und nüchtern sein. Das Gleichnis in Mt 25 von den klugen und törichten Brautjungfern illustriert diese Aufforderung gut: Fünf waren töricht, sie waren nicht darauf vorbereitet zu warten und hatten keinen Ölvorrat für die Fackeln dabei; fünf waren klug und hatten solchen dabei. Jesus endet das Gleichnis mit der Aufforderung: „Seid wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde im Voraus.“
- Ein weiteres Bild ist das, was Jesus in Mt 24,43 auch verwendet: Er kommt wie ein Dieb – man will auf einen Dieb vorbereitet sein!
Fest stehen:
- Auch das ist ein Bild, das sich gut übertragen lässt: Haben wir einen festen Stand? Hier kann man das Beispiel des Standbeins verwenden vom Fußball oder auch vom Tanzen – man braucht ein festes Bein, wenn man aktiv sein will, den Fußball schießen oder tanzen will. Ohne gutes Standbein, kein guter Schuss. So brauchen wir auch als Christen ein festes Standbein, die Grundlage des Evangeliums, in der wir fest verankert sein müssen, damit wir dann aktiv in der Welt unterwegs sein können und den „Ball bewegen“ können.
Vers 14:
Liebe:
- Es gibt schöne und passende Lieder, auf die man sich in der Predigt beziehen oder die man danach singen kann, beispielsweise: „Wie tief muss Gottes Liebe sein.“
Eine Beispielgeschichte für Hingabe und Liebe zwischen Menschen, von Jesu Liebe inspiriert:
- „Vom englischen Staatsmann Oliver Cromwell (1599-1658) wird folgendes berichtet: Er hatte einen Mann wegen Staatsverbrechen zum Tode verurteilt und angeordnet: »Wenn abends um sechs Uhr die Glocke vom Dom ertönt, soll das Haupt des Verurteilten fallen. « Viele Neugierige hatten sich auf dem Domplatz eingefunden, um Zeuge der Hinrichtung zu werden. Man wartete auf das Glockenzeichen, doch das blieb aus. Eine Abordnung wurde zum Glöckner geschickt. Der aber zog wie sonst kräftig am Seil. Als dann einige nach oben stiegen, um auf dem Glockengerüst nachzusehen, bot sich ihnen ein furchtbarer Anblick. Eine Frau hing am Klöppel der Glocke und wurde hin- und her geschlagen. Man hielt die Glocke an, und die Frau brach ohnmächtig zusammen. Es war die Frau des Verurteilten. Als Cromwell davon erfuhr, war er zutiefst betroffen und gab den Verurteilten frei. Der Mann selbst hatte nichts zu seinen Gunsten anführen können. Die Liebe und das Opfer seiner Frau waren das Argument gegen seine Hinrichtung. Das Opfer Christi ist Argument gegen die Vollstreckung von Gottes Gericht.“ (http://www.xn--bibel-frs-leben-5vb.de/27.html)
(Samuel Koser)