Johannes

Predigthilfe vom 23. November 2025 – Johannes 11,47-57

Predigtthema:  „Jesus stirbt, damit alle leben“

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Unser Textabschnitt befindet sich direkt nach der Geschichte der Auferweckung von Lazarus. Es ist wichtig, von diesem Wunder herkommend unseren Abschnitt ab V.47 zu betrachten und das in der Predigt aufzugreifen (ohne die Verse über die Auferweckung vorzulesen).

Wir sind hier mitten im Johannesevangelium. Das Ziel dieses Evangeliums formuliert Johannes selbst in 20,30-31: „Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ Johannes hat es geschrieben, um die frohe Botschaft weiterzugeben. Er stellt Jesus als wahren Gott dar. Der Schöpfer wird Geschöpf, es geht im vierten Evangelium zentral darum, wer Jesus ist. Er stellt die Gottheit Jesu an vielen Stellen unter Beweis, damit die Leser sehen und glauben, dass Jesus der verheißene und von Gott gesandte Messias ist.

Dazu baut Johannes sieben Zeichen in sein Evangelium ein, um dies zu belegen: Jesus macht aus Wasser Wein (Joh 2), Jesus heilt den Sohn eines Beamten (Joh 4), Jesus heilt am Teich Bethesda (Joh 5), Jesus versorgt 5000 Menschen mit Essen (Joh 6), Jesus läuft auf dem Wasser (Joh 6), Jesus heilt den Blindgeborenen (Joh 9), und das siebte und letzte Zeichen, welches direkt vor unserem Bibelabschnitt kommt: Jesus erweckt Lazarus zum Leben (Joh 11). Das gib unserem Abschnitt (11,47-57) eine besondere Bedeutung. Johannes hat den Fall dargelegt und die Lage ist klar: Jesus Christus ist der Sohn Gottes!

Die Überraschung des unbegreiflichen Ereignisses der Menschwerdung Gottes in der Person von Jesus, ist der Kern des Johannesevangeliums. Es lohnt sich, sich hier nochmal die Zeit zu nehmen, um die ersten 18 Verse aus Johannes 1 zu lesen. Der Höhepunkt der majestätischen Einleitung in dieses Buch ist sicher V.14: „Und das Wort wurde Fleisch.

Das Buch beginnt damit, die grundlegendsten Annahmen des hellenistischen (griechischen) und des jüdischen Denkens auf den Kopf zu stellen. Das hellenistische Denken war, runtergebrochen, stark davon geprägt, eine scharfe Antithese zwischen Seele und Körper aufzustellen. Das jüdische Denken stellte eine scharfe Antithese zwischen Schöpfer und Geschöpf auf. In beiden Fällen ist das Materielle geringer als das Immaterielle bewertet worden. Die Menschwerdung Gottes stellt das auf den Kopf. Die Botschaft aus Johannes 1 war ein Schock für die Griechen, da der „Logos“ („das Wort“ = die große organisierende Realität hinter dem Universum) keine Füße und Hände wie ein Mensch bekommen konnte. Die Griechen wollten den Körper loswerden und in den Himmel schweben, aber Johannes schreibt, dass der Himmel einen Körper bekam und auf die Erde kam. Es war aber auch ein Schock für die Juden. Gott, Jahwe, konntest du nicht in einen Topf mit einem Menschen werfen. Doch wurde er einer von uns. Der eine, der den Ton formte, wurde zu einem irdischen Gefäß, der Autor der Geschichte schrieb sich selbst in die Geschichte rein.

Was auch spannend zu beobachten ist, ist der zeitliche Rahmen des Johannesevangeliums. Die Berichte der ersten 11 Kapitel strecken sich über mehrere Jahre hinweg. Kapitel 12 behandelt ein paar Tage, und Kapitel 13 bis 18 umspannt nur einige Stunden. Johannes drückt auf die Bremse, schaltet runter, und direkt nach unserem Predigtabschnitt wird es langsamer werden. Der Fokus liegt dann mehr auf die letzten Tage und Stunden Jesu unter seinen Jüngern.

Zu unserem Textabschnitt: unsere Verse befinden sich (wenn man das Buch gliedert) am Ende der Berichte über das Wirken von Jesus für das Volk Israel (2,1 – 12,50). Ab Kap. 13 konzentriert sich Johannes auf die Worte Jesu konkret an seine Jünger (bis Kap. 17), anschließend der Leidensweg und die Auferstehung (ab Kap. 18).

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • De Boor, Werner. Wuppertaler Studienbibel: Das Evangelium des Johannes. R.Brockhaus
  • Henry, Matthew. Matthäus – Johannes. Der Neue Matthew Henry Kommentar. 3L Verlag
  • MacDonald, William. Kommentar zum Neuen Testament. CLV
  • Maier, Gerhard. Edition C: Bibelkommentar zum Johannesevangelium. SCM
  • Peters, Benedikt. Kommentar zum Johannes-Evangelium. CLV
  • Gute Anmerkungen zum Predigttext bietet u.a. die MacArthur Studienbibel ab S.1517  und die Reformations-Studienbibel (Edition R. C. Sproul) ab S.1850.

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

V.47: „Da versammelten die Hohen Priester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen.“

Der jüdische Rat (das Synedrium) kam zusammen, bestehend aus Sadduzäern und Pharisäern. Der Rat bestand aus 71 Mitgliedern, die sich aus drei Klassen zusammensetzen: den Hohepriestern, den Ältesten und den Schriftgelehrten. Die liberalen Sadduzäer, politisch motiviert, und auf der anderen Seite die gesetzestreuen Pharisäer. Diese beiden Gruppierungen konnten sich nicht ausstehen, und doch hassten sie Jesus mehr als sich gegenseitig. Dieser Hass auf Jesus war ihre teuflische Gemeinsamkeit. Sie werden von Zeugen der Lazarus-Auferweckung informiert, die Jesus nicht glaubten. Unfassbar, aber möglich: der Mensch kann Zeuge der Totenauferweckung des Lazarus sein und doch die Dunkelheit so sehr lieben, dass er Jesus nicht anerkennt. Der Rat kam zusammen, weil es einen Fahrplan benötigte, wie mit Jesus von nun an umzugehen sei.

V.48: „Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und unsere Stadt wie auch unsere Nation wegnehmen.“

Es herrschte die Angst unter ihnen, dass zunehmende Erwartungen an den Messias eine Bewegung gegen die römische Unterdrückung und Besatzung in Gang bringen würde, die ihnen alle Rechte und Freiheiten wegzunehmen drohte. Sie fürchteten mehr, ihren Platz und Einfluss zu verlieren als eventuell bei der Frage danebenzuliegen, ob Jesus wirklich der Messias ist.

V.49-50: „Einer aber von ihnen, Kaiphas, der jenes Jahr Hoher Priester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts und überlegt auch nicht, dass es euch nützlich ist, dass ein Mensch für das Volk stirbt und nicht die ganze Nation umkommt.“

Kaiphas, amtierender Hohepriester (seit 18 n.Chr.), dachte politisch, nicht geistlich. Ausgerechnet der höchste Repräsentant des Jahwe-Glaubens stellt sich gegen den Sohn Gottes. Näher als der Hohepriester kam kein Jude an Gott heran, nur er durfte am jährlichen Versöhnungstag das Innerste des Tempels, das Allerheiligste, betreten. Doch, wie es mal ein Autor schrieb, schlug unter dem glänzenden Brustschild des Hohepriesters ein kaltes Herz.

Der Hohepriester gehörte der Glaubensrichtung der Sadduzäer an. Sie glaubten an kein Leben nach dem Tod, an kein jüngstes Gericht und hielten nur an der Tora fest, den fünf Büchern Mose. Den römischen Statthaltern gegenüber bemühte sich der Hohepriester normalerweise um ein gutes Verhältnis, das lag aber auch daran, dass die Statthalter es waren, die über Ernennung und Abberufung des Hohepriesters entschieden.

Er hatte keine besondere Leidenschaft für das Volk, es ging ihm vorrangig um die eigene Machtposition, wozu das Bestehen des Volkes notwendig war. Er sagt hier „dass es euch nützlich ist“. Nicht dem Volk nützlich, sondern „euch“, oder auch „uns“. Jesus sollte getötet werden, um ihre Position zu sichern und das Volk vor der Bedrohung der Römer zu verschonen. Ohne es zu realisieren, spricht Kaiphas eine Prophetie aus. Gott kann Wahrheit durch gottlose Menschen sprechen lassen, wenn er das möchte (er hat auch schon durch einen Esel gesprochen …). Was Kaiphas hier ausspricht wird Jesus nicht aufhalten – noch besser: es wird zu seinem Sieg führen!

V.51-52: „Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoher Priester war, weissagte er, dass Jesus für die Nation sterben sollte; und nicht für die Nation allein, sondern dass er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte.“

Kaiphas erkannte das Gewicht seiner Worte nicht. Er sprach sie im Bösen Sinne, Gott wird damit jedoch sein gutes Ziel verfolgen: einer stirbt, um andere zu erlösen. Passend zu Psalm 76,11: „Denn selbst der Zorn des Menschen wird dich preisen; auch noch mit dem Rest des Zorns wirst du dich gürten.“ Gottes Vorsehung lenkte auch diese Worte. Jesus wird sterben, auch für „die zerstreuten Kinder Gottes“. Die Kinder Gottes, die noch verborgen und zerstreut in der Welt verteilt waren – die große Gemeinde der Erlösten Gottes.

V.53: „Von jenem Tag an ratschlagten sie nun, um ihn zu töten.“

Ihre Vorgehensweise gegenüber Jesus stand von nun an fest, sie mussten nur noch damit ans Ziel kommen. Das Todesurteil war schon gesprochen, bevor Pilatus es dann später auch noch aussprechen würde. Was der Rat nicht wusste, war, dass das Urteil schon länger geplant war als sie existierten. Sie würden den Rat Gottes erfüllen, Apg. 2,23: „diesen Mann, der nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht.“

Es ist wichtig zu beachten, dass es nicht die Römer waren, die Jesus töteten, weil er eine potenzielle Bedrohung für sie war. Jesus wurde im Garten Gethsemane nicht in der Autorität der Römer verhaftet, sondern im Auftrag der jüdischen Elite und ihrer Tempelwache. Nicht die Römer fühlten sich bedroht, es war der Hohe Rat, der sich bedroht fühlte, und das alles, weil Jesus eine potenzielle Gefahr war für das kleine bisschen an Macht, die ihnen von den Römern gegeben wurde.

V.54-57: „Jesus ging nun nicht mehr öffentlich unter den Juden umher, sondern ging von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt mit Namen Ephraim; und dort verweilte er mit den Jüngern. Es war aber nahe dem Passah der Juden, und viele gingen aus dem Land hinauf nach Jerusalem vor dem Passah, um sich zu reinigen. Sie suchten nun Jesus und sprachen, als sie im Tempel standen, untereinander: Was meint ihr? Wird er nicht zu dem Fest kommen? Es hatten aber die Hohen Priester und die Pharisäer Befehl gegeben, wenn jemand wisse, wo er sei, dass er es anzeigen solle, damit sie ihn griffen.“

Jesus ging aufs Kreuz zu, Golgatha war in seinem Blickfeld. Doch er wusste, dass das zu der Stunde geschehen sollte, die der Vater festlegte. Jesus folgte einem göttlichen Terminkalender, deshalb verließ er den Ort und reiste mit seinen Jüngern nach Ephraim. In Jerusalem, zum Passah, schauten sich viele schon nach Jesus um. Die Feinde sorgten dafür, dass die ganze Stadt voll potenzieller Informanten war.

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Johannes kommt langsam zum Ende seines Berichts über das Wirken von Jesus, bevor er dann noch zu den Reden Jesu übergeht (ab Kap. 13). Dieses Finale hier zeigt, wie verstockt die Herzen der jüdischen Elite gegenüber Jesus  waren, und gleichzeitig wie der Rettungsplan Gottes nun Schritt für Schritt zum Höhepunkt kommen würde.

Wir werden Zeuge eines prophetischen Wortes, das mit bösen Absichten gesprochen wird, und doch zum Gegenteil dieser Absichten führen würde: Jesus stirbt, um zu retten. Dass diese Rettung anders aussah wie von Kaiphas geplant, war die gute Absicht Gottes. Deshalb sind die Verse 49-52 sicher das Herzstück unseres Predigttextes.

Kaiphas und die Mitglieder des Hohen Rates verstanden sich als die Stärkeren, und das wollten sie auch bleiben, indem sie den vermeintlich Schwächeren, Jesus, aus dem Weg schafften. Dabei sind sie Werkzeuge in der Hand des Stärksten, der mit seinem Rettungsplan die selbstbezogenen Pläne der Menschen zunichte machte. Hier auf der Welt gilt vielleicht das Überleben des Stärkeren. Doch das Evangelium tut was anderes: der Stärkere kommt runter für das Überleben des Schwächeren. Das hat Kaiphas wunderbar formuliert.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Es kristallisieren sich mehrere Erkenntnisse und Wahrheiten heraus aus dem Bibeltext.

Diejenigen, die es damals hätten verstehen und glauben müssten, taten sich damit schwer (s. Nikodemus in Joh 3), und die, die so weit weg vom Messias schienen und denen man diesen Glauben nicht zuordnen würde, glaubten Jesus (s. die Frau am Jakobsbrunnen und die, die aus dem Dorf dazukamen in Joh 4). Wir stehen mit dem Ende des elften Kapitels am Ende der Zeichen und Wunder-Reihe Jesu, und die Frage stellt sich heute an jeden Zuhörenden: Was wirst du mit Jesus tun? Die Massen an Menschen wandten sich damals gegen Jesus. Wir haben in unserem Abschnitt gelesen, wie die religiöse Elite hier dabei voranging, das Leben Jesu zu beenden. Johannes schreibt das alles nicht, damit wir die Mehrheiten fragen, was sie denn denken, wer Jesus ist, oder dem Urteil der religiösen Elite glauben, wenn es um die Person Jesu geht. Johannes hat das aufgeschrieben, um jeden Einzelnen persönlich dazu aufzurufen die Frage zu beantworten: Was wirst du mit Jesus tun? Die Entscheidung, Jesus zu glauben und zu folgen, ist eine persönliche, keine kollektive. Nachdem es eine persönliche geworden ist, leben wir diesen Glauben dann im Kollektiv als Gemeinde Gottes.

Auch kommen wir vom Wunder der Erweckung des Lazarus her und gehen hier auf Karfreitag und Ostern zu. Wir haben den Bibelabschnitt eingebettet in der großen Wahrheit: Jesus ist der Sohn Gottes und hat die Macht über den Tod! Lazarus wurde auferweckt, dann kam das Passah (V.55) . Dann wird Jesus selbst das Passahlamm werden, und besiegt an Ostern dann den Tod. Die Botschaft ist klar: Jesus hat Macht über den Tod. Noch mehr: Jesus hat Macht über die Sünde, die zum Tod führt. Und wieder ist die Frage: Was machst du mit Jesus? Wirst du dir unsicher sein wie die Masse an Juden damals? Wirst du mit Ablehnung reagieren, wie der Hohe Rat, weil sie sich bedroht fühlten? Oder wirst du wie die Jünger Jesus glauben und mit ihm Gemeinschaft haben? 

Sehr persönlich wird es auch, wenn wir bedenken, dass das Herz des Kaiphas und der anderen Mitglieder des Hohen Rates getrieben war von Furcht – Furcht davor, ihren Einfluss und ihren Stand zu verlieren. Jesus war eine Bedrohung für ihre stolzen und verhärteten Herzen (wie er das schon als Baby für das Herz des Herodes war)! Wir müssen unsere Zuhörer dazu aufrufen, das eigene Herz zu prüfen. Fragen, die dabei helfen: ist Jesus eine Bedrohung für mich? Eine Bedrohung für mein Amt, meine Arbeit, meine Hobbys, mein Umgang mit Geld, Sex, eine Bedrohung für meinen Stolz? Vielleicht eine Bedrohung für meine Lebenspläne? Brauche ich Jesus, damit er in meine Pläne und Programme passt? Oder bin ich bereits in Demut, Buße und Glauben zu ihm gekommen? Benötige ich Jesus als Zweck für meine Ziele, als jemanden den ich für meine Pläne gebrauchen könnte? Oder vertraue ich Jesus als jemanden der mich gebrauchen möchte in dieser Welt?

Jesus ist eine Gefahr für uns, eine gute Gefahr. Eine gesunde Bedrohung für unser altes Ich, dass nur zu gerne selbst auf dem Thron sitzen möchte. Doch das Leben, das Jesus verspricht, ist eins, bei dem er als König regiert. Er, der Sieger über Sünde, Tod und Teufel. Ihm wollen wir vertrauen!

Eine weitere Hilfe für die Vorbereitung:

Wir wollen Predigten halten, die ins Herz gehen. Dabei können drei Fragen helfen:

1. Wie hilft der Text den Zuhörern, Jesus anzubeten?

    Wo strahlt die Schönheit des Evangeliums aus dem Text hervor? Worüber können die Zuhörer vielleicht wieder oder ganz neu über Jesus staunen?

    2. Wie hilft der Text denen, die leiden?

    Wir leben in einer gefallenen Welt. Gehe immer davon aus, dass einige deiner Zuhörer im Moment mit Leid zu kämpfen haben. Wir wissen nicht, was die Menschen vor uns in den Tagen, Stunden, Minuten vor dem Gottesdienst durchgemacht haben. Auch die, die breit Lächeln, können mit Tränen zu kämpfen haben. Wie ermutigt sie dieser Text?

    3. Wie hilft der Text denen, die mit Selbstgerechtigkeit und Schuld zu kämpfen haben?

    In einer gefallenen Welt leiden Menschen nicht nur, sie haben auch gefallene Herzen. Wir tun vieles, um uns selbst gut dastehen zu lassen, haben mit Selbstgerechtigkeit und mit verborgener Schuld zu kämpfen. Wie hilft dieser Text unseren Zuhörern, mit ihrer Schuld zu Jesus zu kommen und den Gottesdienst wieder ermutigt zu verlassen? Sodass sie Jesus vertrauen und ihm mit Freude dienen.

    3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

    1. Die gute Bedrohung für unsere Herzen /  V.47 – 50
    2. Die gute Botschaft für unsere Herzen /  V.51 – 57

    Oder nach Gerhard Maier

    1. Zwei grundverschiedene Reaktionen (auf die Auferstehung von Lazarus)
    2. Eine folgenreiche Konferenz (der Hohe Rat kommt zusammen)
    3. Es bleibt alles in Gottes Hand (Jesus zieht sich nochmal zurück, die Spannung steigt)

    3.3 Predigtveranschaulichung

    Denken wir mal an die Boeing 747. Bis zu ihrer Einführung konnten alle Verkehrsflugzeuge mit manueller Notsteuerung geflogen werden, falls die Hydraulik ausfiel. Doch mit dem Aufkommen des Superjumbos galt die Technologie als ausreichend zuverlässig, und diese sogenannte „manuelle Rückführung“ war nicht mehr nötig. Daher basiert die Steuerung der 747 – und der meisten Flugzeuge seither – vollständig auf Hydraulikkraft ohne manuelle Notsteuerung.

    Fliegst du dein Leben mit manueller Notsteuerung? Du vertraust Jesus schon, aber für manche Teile deines Lebens stellt er vielleicht eine „Bedrohung“ dar, oder einen Unsicherheitsfaktor, sodass du dich dann doch nochmal auf eine „manuelle Notsteuerung“ zur Sicherheit stützt, statt dich ganz auf die Hydraulikkraft des Evangeliums zu verlassen. Jesus und dem Evangelium zu glauben, welches selbst von Kaiphas auf den Punkt gebracht wurde, bedeutet, auf seine rettende und verändernde Kraft zu vertrauen, und es als gute Botschaft anzuerkennen, dass Jesus eine gesunde Bedrohung für mein altes Ich ist.

    (Simon Hamalega)