Psalmen

Predigthilfe vom 1. Januar 2020 – Psalm 91

Monatsthema: Das Wunder des Glaubens – Entfaltung der Jahreslosung

Predigtthema: „Auch 2020 unter dem Schutz des Höchsten“

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

* Wuppertaler Studienbibel

* W. Mac Donald Kommentar zum AT

* Kommentar zu den Psalmen 73 – 106 von Benedikt Peter ab S. 386 (Downloadlink: file:///C:/Users/BaLu/AppData/Local/Temp/256363.pdf)

* Predigthilfe zum Psalm 91 von Eckhard Löffler vom 09.07.2006 (https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-9-7-2006-psalmen-91/)

1.2. Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Der Psalm 91 ist einer der schönsten und erhebendsten im Gesangbuch Gottes.

Psalm 91 kann grob in zwei Botschaften unterteilt werden. Die ersten 15 Verse beschreiben, wie Gott uns beschützt. Dinge, die er tun wird, um sicherzustellen, dass wir sicher sind und der Feind uns keinen Schaden zufügt. Der letzte Vers ist eine Verheißung der Segnungen, die der Herr denen geben wird, die ihm nachfolgen.

V 1-4  Hier wird uns zugesagt, dass Gott uns beschützen wird, wenn wir eine starke Beziehung zu Gott haben. Wir leben „im Schatten“ des allmächtigen Gottes und er bedeckt uns mit seinem Schutz. Darauf bezieht sich der Schriftsteller, wenn er uns sagt, dass wir „im Schatten des Allmächtigen“ bleiben. Der allmächtige Gott wacht über uns. Wir sind immer in der Gegenwart Gottes. Wenn wir uns sicher fühlen wollen, ist der Ort, an dem wir immer sein wollen, zu Hause. ein Zufluchtsort. Gott sagt uns in Vers 2, dass er unsere Zuflucht und Burg sein wird. Die Verse 3 und 4 geben das Bild eines Vogels wieder, der mit seinen Flügeln Schutz bietet. Sie werden unser Schild sein.

 V 5-6 Gott sagt uns, dass wir vor Gefahren geschützt werden, die gesehen oder auch nicht gesehen werden.

Vers 5 spricht über den Schrecken der Nacht und den Pfeil, der am Tag fliegt. Die Nacht verbirgt Gefahren, die versuchen, sich einzuschleichen. Wir haben keinen Grund, Feinde zu fürchten, die von der Nacht bedeckt sind oder die uns tagsüber treffen.

Gott wird uns beschützen, unabhängig ob wir die Gefahr kommen sehen oder nicht.

Wir sollten keine Seuchen wie Hungersnot, Naturkatastrophen oder alles befürchten, was Menschen oder Tiere bedroht. Er ist unser Schild.

Die Seuche in Vers 6, die am Mittag verwüstet, ist nicht näher bezeichnet.

V 7-13 Die Verse 7-10 verweisen auf Katastrophen von epischem Ausmaß. Auch wenn Tausende an unserer Seite in eine Katastrophe geraten, werden sie denen, die Zuflucht bei Gott suchen, keinen Schaden zufügen. Wir werden es nur mit unseren Augen sehen. Sie werden uns nicht schaden, weil Gott über uns wacht.

Die Verse 11-13 beschreiben, wie er Engel anweist, uns auf alle möglichen Arten zu beschützen. Der Teufel wird in der Bibel sowohl als Löwe als auch als Schlange dargestellt (1. Petrus 5: 8, Genesis 3: 1). Durch den Schutz der Engel gibt Gott uns die Kraft, den großen Betrüger zu überwinden.

Vers 13 besagt, dass wir die Macht haben, auf den Löwen und auf die Schlangen zu treten und sie zu zertreten. Durch die Kraft des Herrn werden wir Satan in seinen Prüfungen widerstehen und besiegen. Der Teufel wird NICHT siegen!

V 14-15 In Vers 14 werden die Sätze verwendet: „Weil er Wonne an mir hat.“ Und „…weil er meinen Namen kennt.“

Wenn wir eine enge Beziehung zu jemandem haben, kennen wir dessen Namen und dessen Eigenschaften. Gott möchte, dass wir auch eine so enge Beziehung zu Ihm haben. Wenn wir unser Herz auf Ihn gerichtet haben und wirklich wissen, was in Seinem Herzen ist, wird er uns von allen Arten von Übel befreien. Wenn wir um Hilfe rufen, wird Gott uns hören. Er oder Seine Engel werden in dieser Zeit der Not da sein. Vers 15 sagt, wenn wir Ihn anrufen, wird Er antworten und in schwierigen Zeiten bei uns sein. Er wird uns Ehre geben. Das mächtigste Wesen, das es gibt, wird Männern und Frauen Ehre erweisen, die Ihn anrufen. Das ist beeindruckend.

V 16 Im letzten Vers dieses Psalms sagt uns Gott, dass er seine Nachfolger mit langem Leben und Erlösung segnen wird. Wenn wir dem Willen Gottes in unserem Leben treu folgen, werden wir die Mission erfüllen, die er für uns hat. Gott wird seine Kinder nicht nach Hause rufen, bis unsere Arbeit erledigt ist.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

In erster Linie ist Psalm 91 ein Messianischer Psalm. Aber wie W. Mac Donald schreibt: „Seine erste Auslegung betrifft unseren wunderbaren Herrn Jesus Christus. Und wir wollen ihn aus dieser Perspektive betrachten; aber dabei erinnern wir uns stets, dass seine wunderbaren Verheißungen in geringerer Weise auch auf uns anzuwenden sind:“

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Der Schutz Gottes für unser Leben (irdisch und ewig) wird in diesem Psalm sehr deutlich.

Wir stehen auch im Jahr 2020 unter Seinem Schutz.

Äußerlich mag vieles vor unseren Augen sein, das uns Angst machen kann. Wir sind verstört aufgrund von Kriegen, politischen Entscheidungen, Krankheiten uvm.

Aber Gott kennt uns beim Namen. Wir haben Zuflucht und Schutz bei Ihm.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Wir können in unserer Verkündigung darauf eingehen, dass wir schon jetzt, quasi vorsorglich alle kommenden Situationen und Ereignisse 2020 im Vertrauen auf Gott annehmen wollen. In dem Wissen, dass er uns sicher an Sein Ziel bringen wird, wenn wir mit Ihm gehen.

3.2 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

„Auch 2020 unter dem Schutz des Höchsten“

Nach Benedikt Peters:

  1. Gott, die Burg des Gläubigen (V. 1.2)
  2. Gott, der Beschützer vor aller Gefahr (V. 3-13)
  3. Gottes Zusagen (V. 14-16)

3.3 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Einstiegsidee

MacDonald nennt Psalm 91 „Meinen Psalm“

Er schreibt dazu: 1922 lag auf den Westlichen Hebriden ein fünfjähriger Junge wegen Diphtherie im Sterben. Eine Schleimschicht bildete sich in seiner Kehle, und das Atmen wurde zunehmend mühsamer. Seine gläubige Mutter wandte sich um, damit sie nicht mit ansehen musste, wie er seinen letzten Atemzug tat. In diesem Augenblick klopfte es an der Tür. Es war ihr Schwager aus dem Nachbardorf. Er sagte: »Ich komme nur eben, um dir zu sagen, dass du dir wegen des Kindes keine Sorgen zu machen brauchst. Er wird wieder gesund, und eines Tages wird Gott auch seine Seele retten.« Sie war verstört und konnte es nicht glauben: »Wie kommst du nur dazu, das zu sagen?« Dann erklärte er ihr, dass er am Kamin gesessen und Psalm 91 gelesen habe, als Gott ganz deutlich durch die letzten Verse zu ihm gesprochen habe:

»Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten.

Ich will ihn schützen, weil er meinen Namen kennt.

Er ruft mich an, und ich antworte ihm.

Ich bin bei ihm in der Not.

Ich befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.

Ich sättige ihn mit langem Leben

Und lasse ihn mein Heil schauen.«

Der Junge war ich. Gott errettete mich in jener Nacht vom Tod, und er errettete dreizehn Jahre später meine Seele, und mit einem langen Leben hat er mich auch gesättigt. So werden Sie verstehen, warum ich den Psalm 91 meinen Psalm nenne. Gewöhnlich füge ich mit einem Augenzwinkern hinzu, dass ich bereit bin, ihn mit anderen zu teilen – aber es ist ganz bestimmt mein Psalm!

(Kommentar zum AT von William MacDonald zu Psalm 91)

(Sebastian Blank)