Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Geistlich mitarbeiten
Predigttext: Titus 1,1-4
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (Titus 1,1-4) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung / Neue Genfer Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfreiche einführende Anmerkungen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/56-Der Brief des Apostels Paulus an Titus; S.1807)
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung von Titus 1,1-4 bieten z.B.
* Fritz Grünzweig: 2. Timotheusbrief, Titusbrief, Philiemonbrief. Edition C Bibelkommentar NT Bd. 19. Hänssler (S. 161-175).
* Hans Bürki: Die Briefe des Paulus an Timotheus, an Titus und an Philemon. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S.143-147).
*William Mac Donald: Kommentar zum Neuen Testament: Der Titusbrief. CLV – Christliche Literatur-Verbreitung e.V. (S. 1159-1162).
* Walvoord / Zuck (Hg.): Das Neue Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 5: 1Kor – Offb. Hänssler (S. 345-346).
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Titus befindet sich in einer schwierigen Lage.
Die Gemeinden auf Kreta werden angegriffen durch Irrlehren.
Deshalb legt der Apostel Paulus gleich zu Beginn des Briefes den Blick auf das, worauf es wirklich ankommt.
Zum einen auf Jesus. Der uns durch den Glauben an ihn, das ewige Leben schenkt. Dieses Leben ist uns gewiss. Weil Gott selbst es versprochen hat (V.1-2).
Außerdem stellt Paulus Gottes Wort in den Mittelpunkt (V.3), an dem alles geprüft werden muss. Gottes Wort ist fähig alle falschen Lehren aufzudecken.
Paulus beabsichtigte, dass Titus ganz auf die zentralen Dinge des Glaubens fokussiert ist.
Und sich durch nichts und niemanden davon abbringen lässt.
Auch nicht, wenn er persönlich angegriffen wird.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Der Titusbrief gehört, wie die beiden Timotheusbriefe,
zu den sogenannten „Pastoralbriefen“.
Diese Bezeichnung ist entstanden, da diese Schreiben wichtige Anleitungen und
Ermahnungen zur Leitung der Gemeinde Jesu enthalten. Deshalb sind sie auch für unsere Gemeinden sehr bedeutungsvoll.
Paulus hat diesen Brief vermutlich zwischen den beiden Haftzeiten in Rom verfasst (ca. 62- 64 n. Christus).
Empfänger ist Titus. Ein gebürtiger Grieche (Galater 2,3), der wohl während der ersten Missionsreise des Apostel Paulus zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kam (Titus 1,4).
Dieser junge Mann hatte eine gewisse Zeit mit Paulus auf Kreta gewirkt und blieb ohne den Apostel auf der Insel zurück.
Sein Auftrag bestand darin, den Glauben der jungen Gemeinden zu festigen.
Das war dringend notwendig, denn die Gemeinden wurden erschüttert durch Irrlehre.
Eine Gruppe von Judaisten bestand darauf, dass alle Christen (unabhängig ihrer Nationalität), nach wie vor an Teile des mosaischen Gesetzes gebunden sind.
Titus war vertraut mit dieser Irrlehre, da er Paulus und Barnabas zu dem Apostelkonzil nach Jerusalem begleitete (Apg 15; Galater 2,1-5).
Der junge Mitarbeiter war ständigen Angriffen ausgesetzt.
Deshalb wollte Paulus ihn durch diesen Brief ermutigen, in einem schwierigen Umfeld (Titus 1,10-12) weiterhin Vorbild zu sein.
Das Lehren und Leben von Gottes Wort (Durch Titus und weitere treue Mitarbeiter), sollte die in das Wanken geratenen zurück auf den Weg Jesu führen (Titus 1,13.14).
Wir lernen aus dem Titusbrief, dass Jesus seine Gemeinde unter allen Umständen baut.
Das möchte uns Ermutigung sein, wenn wir an die vielen Widerstände denken, die auch uns vor Ort begegnen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Geistlich mitarbeiten – so lautet unser Thema.
Diese Formulierung spricht von Früchten, von gesundem Leben in der Gemeinde.
Der Apostel Paulus verdeutlicht uns unmittelbar in den ersten Versen, dass dieses nur durch den lebendigen Glauben an Jesus Christus möglich ist.
Früchte sind erkennbar – wo Jesus- der auferstandene Herr, im Zentrum steht.
Von entscheidender Bedeutung ist aber auch die Liebe und Treue zum Wort Gottes.
Wo ich bereit bin, mich von diesem Wort verändern zu lassen (V.1)
Das hat auch praktische Auswirkungen für unsere Gemeinden.
Von wem lassen wir uns leiten? Von Programmen und Strategien, oder von Jesus?
Wie gehen wir mit gefährlichen Strömungen um? Schweigen wir, oder setzen wir ihnen Gottes Wort entgegen?
Wem vertrauen wir die Leitung unserer Kreise an (z.B. Jungschar, Teen – und Jugendkreis)?
In der Verantwortung sollten immer Mitarbeiter stehen, die bereits eine Entscheidung für Jesus Christus getroffen haben.
Die Jesus lebendig nachfolgen wollen, mit allen ihren Fehlern und Schwächen.
Wir lernen zum Ende unseres Predigtabschnittes noch etwas ganz entscheidendes vom
Apostel Paulus (V.4).
Er war für Titus wie ein geistlicher Vater.
Das hat eine tiefe Bedeutung.
Paulus ging Titus nach. Er investierte in ihn (Zeit, Gebet, Kraft…).
Nur so konnte Titus zu einem „geistlichen mitarbeiten“ gelangen.
Das fordert uns heraus.
Investieren wir uns in junge Mitarbeiter?
Wie kann das vermehrt geschehen?
Sind wir Vorbilder in der Liebe zu Jesus und im vollen Vertrauen auf Gottes Zusagen in seinem Wort?
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Dr. Wolfgang Nestvogel mit dem Titel: „Eine Problemgemeinde soll gesund werden“ (Titus 1,1-5+10-16). Diese Botschaft findet ihr unter www.beg-hannover.de/pages/Predigten/PredigtreiheTitus.htm
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Wer, oder was, ist die Mitte in meinem Leben, bzw. im Leben unserer Ortsgemeinde?
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Die Gläubigen auf Kreta waren angefochten.
Hatten die Judaisten recht? Hatte das mosaische Gesetz noch eine zentrale Bedeutung in ihrem Leben? War es sogar „heilsentscheidend“?
Paulus räumt sofort damit auf.
Wer Jesus Christus als Herrn angenommen hat, der ist gerettet (V.4: Jesus, unser Retter).
Dem hat Gott das ewige Leben versprochen (Titus 1,2).
Und diese Hoffnung sollte den Dienst des Titus, aber auch die Gemeinden prägen.
Paulus hielt dazu an, den Blick weit über „Kreta“ (mit allen Problemen) hinaus zu richten.
Wir haben einen treuen Gott, der uns an das herrliche Ziel bringt.
Diese Botschaft gilt es weiter zu sagen. Gott bietet allen Menschen ewiges Leben an – in und durch Jesus Christus.
Und er möchte bereits hier und heute mein Leben gestalten (V.1).
Wir sind beauftragt diese Botschaft weiter zu geben (V.3):
Indem wir Gottes Wort lehren und uns mehr und mehr von dieser gewaltigen Botschaft verändern lassen.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Geistliche Mitarbeit:
a) möchte zur lebendigen Nachfolge anregen (V. 1)
b) Lebt vom Ziel her (V. 2)
c) Basiert auf Gottes Wort (V. 3)
d) Investiert sich in junge Menschen (V.4)
(Andreas Gerlach)