Lukas

Predigthilfe vom 6.12.2009 – Lukas 1, 26-38

Monatsthema: In der Erwartung des Herrn leben
Predigtthema: Den Heiland empfangen

Bibelstelle: Lukas 1, 26-38

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren. Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Fritz Rienecker. Das Evangelium des Lukas. Wuppertaler Studienbibel. S. 17-24 („Bei Gott ist kein Ding unmöglich“).
* Gerhard Maier. Lukas-Evangelium 1. Teil. Edition C-Bibel-Kommentar Bd. 4. S. 33-45 („Die Ankündigung der Geburt Jesu).
* J.C. Ryle. Lukas Bd. 1: Kap 1-7. Friedberg: 3L-Verlag, 2004. S. 37-46 (Die Ankündigung der Geburt Jesu Christi + Marias Reaktion auf die Botschaft).

1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG

Die Predigt fällt auf den 2. Advent, bildet allerdings nach dem Predigtplan des WBB den Einstieg in die Adventszeit, da wir uns thematisch am Monatskalender und nicht am Kirchenkalender orientieren. Die Adventszeit ist in unseren Predigthemen durch das übergeordnete Monatsthema „in der Erwartung des Herrn leben“ präsent. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass mit dieser Predigt nun zum ersten Mal ein thematischer Zusammenhang zwischen der Predigt und der Adventszeit in diesem Jahr hergestellt werden kann. Inhaltlich geht es in Lk 1,26-38 um die Ankündigung der Geburt Jesu, woraus sich das Predigtthema „den Heiland empfangen“ ableitet.

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Hilfreiche Text- und Predigtanmerkungen bieten die Predigttipps von Dr. Heiko Krimmer vom 20.01.2002 (Lk 1,26-33) und 27.01.2002 (Lk 1,34-38). Diese Predigttipps findet ihr im Predigtarchiv unter www.wbb-online.de/pt (Lk 1,34-38 befindet sich ganz am Ende der Auflistung der Predigttipps zum Lukasevangelium).

Anmerkungen zum Predigttext bietet auch der aktuelle Aidlinger Bibellesezettel „Zeit mit Gott“ Heft 4/2009 – S. 43-56 („Maria, die Mutter Jesu – Ankündigung der Geburt von Jesus“).

Einen hilfreichen Überblick über das Leben von Maria bietet John F. MacArthur. Zwölf außergewöhnliche Frauen. Bielefeld: CLV, 2009 (kostenloser Download des Buches unter http://www.clv-server.de/pdf/256223.pdf – zu „Maria – die Gesegnete unter den Frauen“ siehe die Seiten 129-149).

3. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

Ausgehend von den heilsgeschichtlich einmaligen Ereignissen rund um die Geburt Jesu gilt es im Dezember neben dieser Einzigartigkeit auch die dahinterliegende Vorbildlichkeit, und Wegweisung der biblischen Botschaft zu entfalten (vgl. z.B. zum Zusammenhang von Einzigartigkeit und Vorbildlichkeit im Leben Jesu 1Petr 2,21-25; Phil 2,5-11).
Unsere Predigtübersicht 2009 (beim Gemeinschaftsleiter erhältlich) benennt als möglichen Schwerpunkt für die Predigt das Thema „Jungfrauengeburt“. Zwar wurde die Geburt eines Kindes hier nicht zum ersten Mal durch Boten Gottes angekündigt (vgl. z.B. Johannes der Täufer – Lk 1,5-25; Isaak – 1Mose 18,1-15), aber die Art und Weise der Empfängnis ist einzigartig und heilsnotwendig. Ohne die Jungfrauengeburt bestünde nicht die Möglichkeit der Sündlosigkeit für Jesus und ohne die Sündlosigkeit Jesu gäbe es keine Erlösung für uns (Hebr 4,14-16). Die Tatsache der Geburt durch eine Frau zeigt die Menschlichkeit Jesu, aber die Zeugung durch den Heiligen Geist zeigt die Göttlichkeit Jesu. Beides gehört zusammen und ist für uns zum Heil untrennbar miteinander verbunden.
In heilsgeschichtlich einmaliger Weise entfaltet der Predigttext, wie der Heiland von Maria durch das Wirken des Geistes empfangen wurde. Aber aufbauend darauf ist im Rahmen der Predigt auch zu entfalten, wie der Heiland „heute“ empfangen wird, denn sowohl die Jungfrauengeburt (Lk 1,35) als auch die Wiedergeburt (Joh 3,1-17; 1Kor 2,6-16) sind beides ein Wirken Gottes durch den Geist (= von oben her). Im Zentrum der Verkündigung kann daher nicht die Person „Maria“ stehen, sondern das göttliche Wirken durch den Geist (Lk 1,30-37) und die menschliche Reaktion darauf (Lk 1,38), da nur so der Heiland empfangen werden kann (vgl. Lk 11,27f): „Solche Prinzipien sollten uns stets vor Augen stehen. Das Rezept des Engels ist ein unverzichtbares Heilmittel. Der Glaube ruht niemals so ruhig und friedevoll wie dann, wenn er sein Haupt auf das Kissen der Allmacht Gottes legt“ (J.C. Ryle).

4. PREDIGTGLIEDERUNG

Den Heiland empfangen:
a) Eine erschütternde Begegnung (V. 26-29)
b) Eine folgenreiche Begnadigung (V. 30-37)
c) Eine vertrauensvolle Bejahung (V. 38)

oder nach Wilhelm Wagner:
a) Gott verspricht seine Anwesenheit
b) Gott zeigt seine Barmherzigkeit
c) Gott verfügt über jede Möglichkeit

oder (Quelle unbekannt):
a) Gott triff die Auswahl (V. 26-29)
b) Gott offenbart seine Gedanken (V. 30-33)
c) Gott geht außergewöhnliche Wege (V. 34-38)