Monatsthema: Vorbild des Glaubens (Mose)
Predigtthema: In Gottes Glanz
Bibelstelle: 2.Mose 34, 29-35
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
Bausteine zu 2. Mose 34, 29-35
1. Moses Angesicht glänzte; das hebräische Wort bezeichnet eigentlich ein „Horn“. Das Horn als Zeichen der Macht und Kraft (vgl. etwa Dan. 7, 10+11; Offb. 5,6; 13,1 ff). „Glanz“ muss so als „Machtglanz, Kraftglanz“ verstanden werden. Er ist Widerschein der alles niederwerfenden Glanzherrlichkeit Gottes. Nicht eigener Glanz des Mose, sondern „weil er mit Gott geredet hatte“. Er ist die Strahlkraft des Wortes Gottes, vergleichbar der Wachstumskraft der Sonne. Solche Kraft geht vom biblischen Wort aus bis heute.
2. Mose „wusste nicht“, dass er so glänzte. Es war nicht sein Glanz; er hatte nicht darauf hingearbeitet; es geschah mit ihm in der Gottesbegegnung. Das ist im Tiefsten Heiligung. Die Jesusähnlichkeit ist nicht Frucht meiner Anstrengung; es geschieht an mir in der Jesusbegegnung in der Gemeinde, im Hören des Wortes, im Gebet. Heiligung (Glanz) ist Frucht des Geistes, ist Widerspiegelung der Jesusgemeinschaft des Glaubenden.
3. Wir sind Lichter, weil wir im Licht leben, weil Jesus uns anstrahlt (vgl. Matth. 5, 13ff). Wo ich Jesus in seinem Wort begegne, da „leuchtet“ mein Leben – gerade für andere. Ich selber weiß das oft nicht.
4. Aaron und die anderen erschreckten, fürchteten sich; wörtl. „es nahm den Atem“. Wirkliche Christen beunruhigen ihre Umwelt. Sie sind In-Frage-Stellung für die Lebensweise der Welt heute. Paulus: „Ein Geruch des Lebens zum Leben, ein Geruch des Todes zum Tode“ (2. Kor. 2, 16).
5. Mose „sonnt“ sich nicht in seiner herausgehobenen Stellung. Er ruft Israel zu sich und gibt ihnen Gottes Gebot und Wort weiter. Der „Kraftglanz“ des Wortes Gottes soll und muss andere erreichen. Es gibt eben kein Christ-Sein in Stufen: etwa, die höher Erleuchteten und dann Normalchristen; Christen haben alle die gleiche Erkenntnismöglichkeit, nämlich das biblische Wort. DA ist kein Unterschied, wohl aber dann, wie intensiv ich mich anreden lasse.
6. Der Glanz, das Strahlen auf Moses Gesicht ist parallel zu seiner Verkündigung des Wortes Gottes. „Predigt“ Mose nicht, dann verhüllt er sein Angesicht. Strahlglanz, Wortkraft und Gottesgegenwart sind untrennbar verbunden. Das ist die Würde bei der Verkündigung des Wortes Gottes. Wir sagen heute dazu „Vollmacht“, die Beglaubigung der Verkündigung durch den Geist Gottes.
7. In Christus ist die „Decke“, nämlich die Verhüllung der Gegenwart Gottes abgetan, so predigt es Paulus (vgl. 2. Kor. 3, 12-18). Wir „sehen“ Jesus, den Sohn Gottes in dem Strahlglanz seines neu schaffenden Wortes und werden so „Angestrahlte“. Unser Leben, Tun und Sein „verklärt uns; wörtl.: „gestaltet uns“ in die Jesusart.