Monatsthema: Das Wachstum im Glauben
Predigtthema: Durch die Liebe wachsen
Bibelstelle: 1.Korinther 13, 1-13
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Leben in der Liebe ist der „noch bessere Weg „ (12,31), wörtlich: ein Weg in der Überfülle = christliches Leben in vollster Ausprägung. „Liebe“, die Agapä, ist biblisch sehr viel mehr als ein Gefühl, sie ist Tun, Bewegung. Wörtlich: Jemand willkommen heißen; auch: auf jemand eilend zu gehen. Das ist Gottes Tun: Er geht auf uns zu. Gott ist verliebt in uns = er gibt alles dran, uns zu begegnen (vgl. Joh. 3, 16). Liebe ist Beschreibung Gottes, seines Wesens. Wir Menschen sind Egoisten, in uns selbst gefangen. Erst der Geist Gottes, die neue Art, befreit uns zur Liebe: Weg von mir, hin zu Gott und dem Nächsten. Liebe ist Selbstaufgaben.
2. Deshalb V. 1-3: Engelsrede, höchste Erkenntnis, Berge versetzender Glaube, etc. ohne solche sich selbst hin- und aufgebende Liebe sind doch nur fromm getarnte Eigensucht. Erz und Schelle, die Eigentöne abgeben, aber nicht die Melodie, das Loblied des Christus singen. Ich suche meine eigene Ehre!
3. V. 4-7: Sieben Mal, was die Liebe nicht tut. „eifert nicht“ = sich nicht vor den anderen stellen, ihn wegdrängen (Ellbogengesellschaft); „nicht „Mutwillen“ = sich nicht über den anderen stellen…etc. „Sie duldet alles“ = sie bleibt darunter = in allem das Wohl und Heil des anderen suchen.
4. „Stückwerk“, wörtlich: „Mir Zugeteiltes“, ist kein negativer Begriff, sondern von Kap. 12, 4ff zu fassen: Nicht jeder hat alle Geistesgaben. Gott hat „das Maß des Glaubens ausgeteilt“ (Römer 12, 3+6).
5. Auch „Spiegel“ und „dunkles Bild“ sind nicht negativ. Beide Bilder sollen ausdrücken, dass das „Vollkommene“ = das Gefüllte, Vollendete (auch Ziel) erst in der Ewigkeit Gottes sein wird. Wir erkennen aber jetzt schon alles, was zum Heil nötig ist. In der Christusgemeinschaft in der Ewigkeit wird keine Frage mehr offen bleiben. „Wir werden ihm gleich sein“ (Vgl. 1. Joh. 3,2).
6. „Erkennen“ meint viel mehr als einen Verstehensakt; es beschreibt einen Lebensvorgang: engste Gemeinschaft. Vgl. 1. Mose 4, 1 „Adam erkannte sein Weib“., wo die engste geschlechtliche Gemeinschaft beschrieben ist. In Gottes Ewigkeit sind wir „Erkannte“ Gottes = von ihm „geheiratet“, deshalb die Bilder Jesu von der Hochzeit des Lammes.
7. „Die Liebe ist die größte“, eben weil sie erst in der Ewigkeit zur Vollendung kommt. Paulus: „Wir werden beim Herrn sein allezeit.“