{"id":5381,"date":"2026-01-16T09:42:34","date_gmt":"2026-01-16T08:42:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/?p=5381"},"modified":"2026-02-09T09:43:56","modified_gmt":"2026-02-09T08:43:56","slug":"predigthilfe-vom-1-maerz-2026-lukas-321-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christusbund.de\/predigthilfen\/predigthilfe-vom-1-maerz-2026-lukas-321-22\/","title":{"rendered":"Predigthilfe vom 1. M\u00e4rz 2026 &#8211; Lukas 3,21-22"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus \u2013 vom Vater best\u00e4tigt (Thema laut Textplan)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterst\u00fctzung enth\u00e4lt diese Predigthilfe deshalb Hinweise f\u00fcr eure Verk\u00fcndigung, ersetzt aber nicht euer eigenst\u00e4ndiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr \u00fcber den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verk\u00fcndigen nur die Botschaft, die uns pers\u00f6nlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gef\u00fcllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich\u201c (Lk 10,16a)!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sehen, was dasteht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verschiedene Bibel\u00fcbersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/\">www.bibleserver.com<\/a> (Luther 1984 \/ Revidierte Elberfelder Bibel \/ Hoffnung f\u00fcr alle \/ Schlachter 2000 \/ Neue Genfer \u00dcbersetzung \/ Gute Nachricht Bibel \/ Einheits\u00fcbersetzung \/ Neues Leben Bibel \/ Neue Evangelistische \u00dcbersetzung).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beim vorliegenden Textabschnitt handelt es sich zu allererst um einen erz\u00e4hlenden Text, der von sich aus keine Appelle an die H\u00f6rer richtet, sondern etwas berichtet. Daher sollte man sorgf\u00e4ltig darauf achten, welche Schl\u00fcsse man auf das pers\u00f6nliche Leben ziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.2 Hilfen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hilfen zur Auslegung bieten z.B.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Elberfelder Bibel, Studien- und Kommentarausgabe, Anmerkungen zum Textabschnitt<\/li>\n\n\n\n<li>Gerhard Maier, Lukasevangelium, Edition C Bibelkommentar<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>1.3 Anmerkungen zum Verst\u00e4ndnis des Predigttextes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Anmerkungen und Wortbez\u00fcge richten sich nach dem Text der revidierten Elberfelder Bibel in der Textfassung 2020.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontext<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Texthintergrund sollte man bedenken, dass Lukas die Geschichte von Johannes und Jesus in den ersten Kapitel parallel aufeinanderfolgend erz\u00e4hlt: Ank\u00fcndigung Johannes \u2013 Ank\u00fcndigung Jesus, Geburt Johannes + kurzer Aufwachsbericht \u2013 Geburt Jesu + Kindheitserz\u00e4hlung, Auftritt und Dienst Johannes \u2013 Auftritt und Dienst Jesus. Anschlie\u00dfend verl\u00e4sst Johannes die B\u00fchne, w\u00e4hrend der Dienst Jesu sich entfaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Predigttext voraus geht das \u00f6ffentliche Auftreten von Johannes dem T\u00e4ufer, der die &#8222;Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden&#8220; predigt (Lk 3,3) und sich selbst als auf den Messias vorbereitende Stimme sieht. Ebenso weist er darauf hin, dass er selbst nicht der Christus ist (Lk 3,16). Der Christus sei st\u00e4rker und werde &#8222;seine Tenne reinigen&#8220;, den &#8222;Weizen sammeln&#8220; und &#8222;die Spreu verbrennen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes k\u00fcndigt Jesus als den Kommenden an, nach der Taufe wird Jesus von Gott durch den Heiligen Geist best\u00e4tigt, anschlie\u00dfend wird er im Stammbaum auch nochmal &#8218;offiziell&#8216; durch Abstammung best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen zu den Versen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>V. 21:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Johannes Dienst wurde seinem Vater so angek\u00fcndigt, dass er &#8222;viele der S\u00f6hne Israel zu dem Herrn, ihrem Gott bekehren&#8220; wird (Lk 1,16). Johannes \u00fcbt diesen Dienst aus, indem er dem Volk die Umkehr predigt. Die Taufe kommt als ausdrucksstarker Akt hinzu, durch den das Schuldeingest\u00e4ndnis und die Umkehr festgemacht bzw. dargestellt wird. Als von Gott gesandter Sohn und Erl\u00f6ser h\u00e4tte Jesus diese Taufe nicht n\u00f6tig gehabt. Er war vollkommen auf Gott ausgerichtet. Die Tatsache, dass er sich dennoch von Johannes taufen l\u00e4sst, dr\u00fcckt zweierlei aus: (1) Er stellt sich auf eine Stufe mit dem Volk und identifiziert sich mit der S\u00fcnde des Volkes, f\u00fcr die er dann sp\u00e4ter sterben wird. Jesus macht damit deutlich, dass er nicht als der starke Mann kommt, von dem Johannes sprach. Er kommt hier auch nicht als der Richter, von dem Johannes sprach. In seinem ersten Kommen kommt er als dem\u00fctiger Diener, der sich mit den Menschen eins macht. (2) Er stimmt in Gottes Willen ein. Gott wollte, dass das Volk umkehrt, also zeigt Jesus durch den praktischen Vollzug der Taufe, dass er bereit ist, sich diesem g\u00f6ttlichen Willen zu unterstellen. Damit dr\u00fcckt er aus, dass er nicht als Herrscher mit eigenem Anspruch und Agenda kommt, sondern sich Gottes Herrschaft und Agenda unterstellt.<\/li>\n\n\n\n<li>Es ist auff\u00e4llig, dass die \u00d6ffnung des Himmels nicht in direktem Zusammenhang mit der Taufe steht, sondern mit dem Gebet von Jesus. Das ist ein kleines, aber wichtiges Detail, denn die Aussage, dass Jesus betete, bildet den markanten Unterschied zwischen der Erz\u00e4hlung von Lukas und der von Matth\u00e4us und Markus. Das passt dazu, dass Lukas Jesus an einigen entscheidenden Punkten seines Evangeliums als betenden zeigt (Lk 6,12 vor der Berufung der J\u00fcnger; 9,12 vor der ersten Leidensank\u00fcndigung; 9,28 vor der Verkl\u00e4rung, 22,41 vor der Gefangennahme, um nur einige Beispiele zu nennen). Dass Jesus betet, dr\u00fcckt seine vollst\u00e4ndige Abh\u00e4ngigkeit und Unterordnung unter den Vater aus. Nicht er selbst ist es, der seine Pl\u00e4ne macht, sondern er beugt sich unter den, der ihn sendet und lebt aus dem Gespr\u00e4ch mit ihm.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>V. 22:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Im letzten Teil von V.21 und am Anfang von V. 22 zeigt sich eine Dreierfolge (im Griechischen ist dies durch die gleiche aufeinanderfolgende grammatische Konstruktion ausgedr\u00fcckt): der Himmel \u00f6ffnet sich, der Heilige Geist kommt herab, die Stimme des Vaters (es muss seine sein, weil er vom Sohn spricht) spricht.<\/li>\n\n\n\n<li>Es kann nicht die Taufe allein sein, die zu dieser himmlischen Reaktion f\u00fchrt, da Johannes vorher davon spricht, dass er mit Wasser tauft, erst der Christus wird mit Heiligem Geist taufen (3,16). So sollten wir davon ausgehen, dass der Ausdruck von Gehorsam, Zustimmung zu Gottes Plan und Abh\u00e4ngigkeit von Gott zu dieser Form der Best\u00e4tigung von Jesu Dienst f\u00fchrt.<\/li>\n\n\n\n<li>In die Taube wurden im Verlauf der Auslegungsgeschichte viele Ideen hineininterpretiert. Dabei sollte man sich nicht zu lange aufhalten und schon gar nicht spekulieren. Das moderne Bild der Taube als Friedenssymbol stimmt mit dem biblischen Gedanken nicht \u00fcberein. Alttestamentlich gibt es ganz unterschiedliche Bilder, bei denen die Taube verwendet wird. Jesus selbst verwendet sie in seiner Verk\u00fcndigung als Bild f\u00fcr Einfalt. Insgesamt lie\u00dfe sich vorsichtig vermuten, dass es sich um eine eher ruhige, zur\u00fcckhaltende Erscheinung handelt, nicht um etwas Lautes, Besitzergreifendes oder M\u00e4chtiges. Aufgrund des Vergleichswortes &#8222;wie&#8220; ist auch unklar, ob es tats\u00e4chlich eine leibhaftige Taube war oder ob Lukas den Beschreibungen der Menschen einen Namen gibt, damit man eine Vorstellung vom Geschehen hat. <strong>Wichtiger<\/strong> als die Frage nach der Taube ist die Tatsache, dass es ein <strong>sichtbares Zeichen<\/strong> gab, dass Jesus best\u00e4tigt wurde.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Stimme des Vaters kn\u00fcpft an die Worte aus Jes 42,1 an: Siehe, mein Knecht, mein Auserw\u00e4hlter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt. Diese findet also hier ihre Erf\u00fcllung. Der Kontext von Jesaja ist insofern spannend, weil dort die Rede davon ist, dass der Auserw\u00e4hlte auch zu den Nationen gehen wird, nicht zu den Juden. Jesaja zeigt zudem auch nicht einen gro\u00dfen Herrscher, sondern eher einen sanftm\u00fctigen Knecht: &#8222;Er wird nicht schreien und die Stimme nicht erheben und seine Stimme nicht h\u00f6ren lassen auf der Stra\u00dfe. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht ausl\u00f6schen.&#8220; (Jes 42,2-3)<\/li>\n\n\n\n<li>Die Stimme ist ein Ausdruck der best\u00e4tigenden Freude \u00fcber den Gehorsam des Sohnes.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>2. Verstehen, worum es geht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.1 Hinweise f\u00fcr hermeneutische \u00dcberlegungen (Auslegung)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) Es handelt sich zun\u00e4chst um einen Erz\u00e4hltext. Das hei\u00dft, der Text gibt keine direkten Anweisungen im Sinne von tu dies, lass jenes.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Da es sich um eine einmalige Situation zwischen Jesus, dem Vater und dem Heiligen Geist handelt, sollten wir vorsichtig sein, allgemeine Schl\u00fcsse zu ziehen wie z.B. &#8222;Der Heilige Geist kommt nur dann, wenn wir beten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2 Hinweise f\u00fcr situative \u00dcberlegungen (Predigtanlass)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Predigtanlass ist eine klassische Predigt im Gottesdienst am Sonntag. Der Prediger muss also die konkrete Gemeindesituation vor Augen haben. Da der Text in engem Zusammenhang mit dem vorherigen Abschnitt \u00fcber Johannes den T\u00e4ufer steht, w\u00e4re es hilfreich zu fragen, wie dieser Text in der Gemeinde gepredigt wurde. Das w\u00e4re wichtig um sicherzustellen, dass man auf den vorherigen Text aufbauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Sagen, wo es hingeht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.1 Predigtziel \u2013 warum halte ich diese Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Predigt kann den Hauptaspekt verfolgen, Jesus als den dem\u00fctigen, sich dem Volk gleichstellenden und Gottes Willen gehorsamen Diener zu zeigen. Das baut allerdings einen Kontrast dazu auf, wie Johannes Jesus ank\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3.3 Predigtentfaltung \u2013 wie sage ich es in dieser Predigt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Jesus \u2013 anders als erwartet<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes k\u00fcndigt den kommenden Herrscher an, der St\u00e4rke zeigt und als Richter zwischen Spreu und Weizen trennen wird. Dieses Bild stimmt auch f\u00fcr das zweite Kommen Jesu. In seinem ersten Kommen zeigt er sich aber anders: dem Volk gleichgestellt, dem\u00fctig, gehorsam und ganz von Gott abh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand dieses Gedankens k\u00f6nnen wir die Frage stellen, wie es mit unserer Erwartung an Jesus aussieht und wie sich das zur Realit\u00e4t verh\u00e4lt. Hoffen wir eigentlich auch auf den starken Jesus, der endlich kommt und dem aktuell sehr seltsamen Treiben in unserer Zeit endlich ein Ende macht? Oder sind wir bereit, Jesus so zu nehmen und so an ihn zu glauben, wie er sich selbst zeigt. Es kann sein, dass Jesus uns in unserem Leben nicht von allem befreit \u2013 er also nicht unseren Erwartungen entspricht. K\u00f6nnen wir trotzdem an ihn glauben.<em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2. Jesus \u2013 anders und doch best\u00e4tigt<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner ganzen Haltung ist Jesus unser Vorbild und Ma\u00dfstab. Wir sind in der Nachfolge eines dem\u00fctigen und gehorsamen Dieners, nicht in der eines machtigen Herrschers (damit ist nicht gemeint, dass Jesus keine Macht h\u00e4tte, sondern wie sich sein Wesen und seine Diensthaltung zeigt). Dies sollte doch Auswirkungen auf unsere Haltung haben: nicht der wird von Gott best\u00e4tigt, der seine Agenda und St\u00e4rke ausspielt, sondern der, der in die gehorsame Abh\u00e4ngigkeit geht. An dieser Stelle bietet es sich an, die ein oder andere Verhaltensweise zu skizzieren, die wir z.B. im Gemeindeleben an den Tag legen. Setzen wir manchmal unsere Anliegen auch mit Macht durch, statt uns allen anderen gleichzustellen und gemeinsam Gott zu fragen?<\/p>\n\n\n\n<p>(Henrik Homrighausen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtthema:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Jesus \u2013 vom Vater best\u00e4tigt (Thema laut Textplan) Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. 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